Bern, Burgerbibliothek, Cod. A 45
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Redigiert von Florian Mittenhuber und Livia Sandri, Februar 2018.

Handschriftentitel: Chronik: die 95 Herrschaften Österreichs
Entstehungsort: Schweiz: Königsfelden
Entstehungszeit: 1479–1480; geschrieben 24. Februar 1479–15. Juli 1480, Nachträge bis 1482 (Reklamant f. 145v); vgl. Scarpatetti (1983), Textbd. S. 10 (Nr. 16).
f. 149r, von der Hand des Rubrikators: Anno domini MCCCCLXXIX in die sancte Mathye apostoli … (24.2.1479), und nochmals f. 15r Anno Domini MCCCCLXXIX in die sancte Mathtye appostoli der waz uff den tag an der estrigen mittwochen, dan ward dis geschriben …
f. 14r Nennung des Schreibers Clemens Specker sowie Datierungen: … Completum est in die sancte Margarete virginis. Anno domini MCCCCLXXX in die sancte Margarete virginis (15.7.1480) et martyris completum est per me fratrem Clementem Speker de Sulgen o[r]dinis minorum tempore isto fuitt [sic] Sacrista in reagli [sc. regali] conuentu Kampi regis daz ist ze Küngsfelden. Nachtrag: Item gelich uff santt Margretten tag des selben Jares in die sancti Appollinaris episcopi (23.7.1480), daz wass am sunnen tag nach marie Magdale, do kam die gross mechtig güssy wassers
Beschreibstoff: Papier, 2°; Wasserzeichen: Tatzenkreuz in Wappenschild, darüber drei Arme eines Malteserkreuzes auf Stange (Piccard, Nr. 677: Marburg (Lahn) 1475).
f. 150159: Ochsenkopf mit einkonturiger Stange und Stern sowie Augen und Nasenlöchern (Referenznummer DE5580-2Incca1360_f1 bei https://www.wasserzeichen-online.de/wzis/) Augsburg, Drucker: Anton Sorg, 1483; weitere Nachweise in Nürnberg, Drucker: Anton Koberger 1482 (DE5580-2Incca1173_R7 und DE8100-PO-76592).
f. 17: Traube mit zweikonturigem Stiel und Ranke. Aufgrund der Buchmalerei nicht genau identifizierbar.
Umfang: 159 Blätter
Format: 30 x 22 cm
Seitennummerierung: Moderne Foliierung: Blatt 149, [Titelblatt, s. unten Zustand], 1–61, 61a–143, [f. 144 übersprungen], 145–148, 150–159; zusätzlich moderne Paginierung: S. 300–301, 1–121, 120–299, 302–318.
Lagenstruktur: VI11 [das erste Blatt der Lage ist f. 149 ] + (III-3)14 [f. 1214: Einzelblätter] + 2 (VI+1)40 [f. 17, 35: eingesetzte Einzelblätter] + VI52 + (VI-3)61 [zwischen f. 53v/54r fehlt ein Blatt; in der Mitte der Lage fehlt ein Doppelblatt] + 3 VI96 [inklusive f. 61a ] + VII110 + VI122 + (VI-2)132 [letzte zwei Blätter abgeschnitten] + VI145 [f. 144 beim Foliieren übersprungen] + (II-1)148 [letztes Blatt abgeschnitten; ev. Rest eines Sexternio, s. unten Inhalt Nr. 9] + V159.
Lagensignaturen: Reklamanten jeweils auf dem letzten Verso unten rechts (in der 2., 3., 4., 14. und 15. Lage fehlend). Kustoden (römische Ziffern) jeweils auf dem ersten Recto unten links und letzten Verso unten rechts (in der 1. Lage auf dem ersten Recto, in der 2., 8. und 12. Lage auf dem letzten Verso und in der 14. und 15. Lage ganz fehlend). Die 2. und 3. Lage sind beide mit ii bezeichnet, weshalb die restliche Lagennummerierung nicht mehr stimmt. In der 3. und 5. Lage alphabetische Seiten- respektive Blattzählung innerhalb der Lagen erkennbar.
Zustand: Restauriert Februar–Juli 1999 das ehemalige Anfangsblatt wurde (von f. 149 / S. 300) wieder an den Anfang gestellt; Blatt 17r und 41v waren aufkaschiert, bei der Restaurierung abgelöst; Tintenfrass gestoppt, aber mechanische Schäden vorhanden. – Spuren früherer Restaurierungen (Büttenpapierergänzungen).
Seiteneinrichtung: Einspaltig, Schriftspiegel 21,5–23 x 14–17 cm, 33–40 Zeilen, Abgrenzung des Schriftspiegels mit Blei, sonst keine Linierung erkennbar.
Schrift und Hände: Gotische Minuskel (Bastarda), Titel teils in Textualis; Schreiber: Clemens Specker (fl. 1479–1480), eigenhändiger Schreibervermerk f. 14rper me fratrem Clementem Speker de Sulgen o[r]dinis minorum tempore isto fuitt [sic] Sacrista in reagli [sc. regali] conuentu kampi regis daz ist ze Küngsfelden …; vgl. die Abschrift von 1597 (BBB Mss.h.h. VI 74): ich ... Bruder Clemens Specker de Sulgen, d.Zt. Sakristan im 12. jar zu Küngsfelden im thüren jar.
Buchschmuck: Reich ausgestattet mit zwei grossen historisierten Anfangsinitialen, mit 25 halbseitigen Miniaturen und 82 Wappenbildern; am Schluss neun eingeklebte und kolorierte Holzschnitte.
  • Initialen:
    f. 149r (Titelblatt) 9-zeilige Initiale S, blau, an den Enden grüne Erdbeerranken aussendend und in Knospe endigend. Im Buchstabenkörper Figur eines Magisters (Seneca) in pelzverbrämtem Mantel und rotem Hut, mit Buch unter dem Arm.
    f. 1r 15-zeilige Initiale I als quadratisches Bild mit Ranken, darin Gott Vater vor dem Gnadenstuhl, im Purpurgewand, Christus am Kreuz haltend, daneben Heiliger Geist (Taube).
    Zusätzlich zahlreiche rote Initialen mit Perlen, 2- bis 5-zeilig (f. 2v 7-zeilige Initiale A, grün mit Ranken in roten und violetten Blättern endigend), mit roten und schwarzen Verzierungen. Ränder des Schriftspiegels (Zeilenanfänge, oberste und unterste Zeile) oft in rote und schwarze Verzierungen auslaufend figürliche Kritzeleien, Zeigehände etc.). Rote Titel, rote Strichelung.
  • Miniaturen von zwei Händen:
    Die Miniaturen der routinierteren Hand 1 sind allgemein sorgfältiger komponiert, meist halbseitig, mit farbig gefüllten Kastenrahmen, in deckenden Farben gehalten; die Miniaturen der schwächeren Hand 2 sind flüchtiger modelliert, ohne Rahmen, nur mit lavierenden Farben ausgeführt. Im einzelnen:
    • 1) f. 2r: Christus als Weltenschöpfer (mit Sonne, Mond und Planetenbahnen).
    • 2) f. 4r: Adam und Eva, Vertreibung aus dem Paradies.
    • 3) f. 4v: Sintflut, Arche Noah.
    • 4) f. 8r: Abraham und sein Bruder werden zu Chaldäa ins Feuer geworfen.
    • 5) f. 11r: König Davids Krönung.
    • 6) f. 12v: Nebukadnezar belagert Jerusalem.
    • 7) f. 52r: Gefecht zwischen Markgraf Leopold und Markgraf Albrecht im Jahre 1104 [2. Hand].
    • 8) f. 54v: Tanzszene, Entführung der Frau Prawinhild durch Herzog Friedrich II. (Wien, 1235) [2. Hand].
    • 9) f. 60r: König Ottokar II. von Böhmen vor König Rudolf I. von Habsburg: Er empfängt Böhmen und Mähren zu Lehen (1276).
    • 10) f. 61r: Kampf zwischen Rudolf und Ottokar, mit ihren Rittern und Reisigen [2. Hand].
    • 11/12) f. 61av/62r: Die Schlacht zwischen Rudolf von Habsburg und Ottokar von Böhmen auf dem Marchfeld (bei Dürnkrut) am 28. August 1278. Die Heere (links Ottokar rechts Rudolf) sind als Fussvolk dargestellt, obwohl es sich um eine Reiterschlacht gehandelt hat [2. Hand].
    • 13) f. 62v: Zweikampf der beiden Könige und ihrer ritterlichen Gefolge [2. Hand].
    • 14) f. 66v: Graf Meinhart von Tirol wird 1286 Herzog von Kärnten.
    • 15) f. 70r: Belagerung der Stadt Güns (Köszeg, Ungarn) durch Herzog Albrecht (1286).
    • 16) f. 71v: Die Kämmerer (drei Mohren) des "falschen Friedrich" Dietrich Holzschuh / Tile Kolup bezahlen dessen Wirt.
    • 17) f. 75r: Einsetzung des Erzbischofs von Salzburg (1290).
    • 18) f. 75v: Krankheit und Tod König Rudolfs I. zu Erfurt (15. Juli 1291).
    • 19) f. 78r: Kampf um Akkon in Palästina.
    • 20) f. 78v: Vor Akkon werden drei Heiden mit Scheitern erschlagen.
    • 21) f. 79v: Belagerung von Akkon (durch den ägyptischen Sultan al-Ashraf, der die Stadt am 18. Mai 1291 erobert und zerstört).
    • 22) f. 87v: Kampf um die Stadt St. Veit an der Gian (Kärnten), 1293.
    • 23) f. 97r: Ermordung König Albrechts durch Herzog Johannes von Schwaben (Parricida) am 1. Mai 1308. Im Hintergrund sind Brugg, Königsfelden und die Habsburg dargestellt. 1310–12 errichtete die Königin-Witwe Elisabeth an dieser Stelle das Doppelkloster der Klarissen und Franziskaner.
    • 24) f. 98r: Hinrichtung (Räderung) des Walter von Wart, eines der Mörder König Albrechts.
    • 25) f. 114r: Die Schlacht bei Sempach, 9. Juli 1386. Tod Herzog Leopolds III. von Österreich. Er ist zusammen mit vielen gefallenen Rittern in Königsfelden beigesetzt worden.
    In der Regel sind die Miniaturen am Rand mit Malanweisungen von der Hand Speckers versehen. Sie bilden einen zweigeteilten Bildzyklus, der durch die Wappenreihe der österreichischen Herrschaften unterbrochen wird. Die Wappen sind ungerahmt, in die Mitte der Schriftspiegelbreite platziert, gelegentlich mit Malanweisungen, immer mit Bildtiteln versehen. – Ausführliche Beschreibung der Bilder bei Frühmorgen-Voss, Bd. 3,4 (2001), S. 253–256.
  • Am Schluss der Handschrift (f. 150r154v) sind Teilstücke einer Folge von drei um 1460/1480 entstandenen Einblatt-Holzschnitten der 9 Helden eingeklebt, die je in drei Teile zerschnitten wurden: Hector von Troja (f. 150v), Künig Alexander (f. 151r), Julius der erst Keiser (f. 151v), Josue ein Jud (f. 152r), Künig David (f. 152v), Judas Machabeus (f. 153r), Künig Artus ein Crist (f. 153v), Keyser Karulus ein Crist (f. 154r), Gotfrid von Bulion (f. 154v).
Spätere Ergänzungen: 1r unten Schwarzer Rundstempel Bibliotheca Bernensis 42mm (siehe Agnes Wegmann: Schweizer Exlibris, Zürich 1933–1937, Nr. 572 "nach 1600"), oben Bibliothekssignatur Manuscript A 45.
Einband: Neuzeitlicher Einband (18. Jh.): Mit geblümtem Marmorpapier überzogene Pappdeckel (31,5 x 22,5 cm), Rücken und Ecken aus hellem Pergament. Buchblock auf 4 doppelte und 2 einfache Hanfbünde geheftet, Rückenüberklebung mit Stoffstreifen, zusätzlich 4 einfache Leder- und 2 Kapitalbünde des jüngeren Einbandes, Kapitale schnurumstochen. Kein Rückentitel, unten modernes Signaturschild Cod. A 45. Je 1 Vor- und Nachsatzblatt (f. I bzw. II) als Umlauf zu den Spiegelblättern; Papier mit Wasserzeichen David Gruners, um 1750–57: verschlaufter Buchstabe A, Gegenzeichen Initialen D.G. in Kartusche; vgl. Lindt, Johann: The Paper-Mills of Berne and Their Watermarks 1465–1859, Hilversum 1964, hier Platte 114, Nr. 559.
Inhaltsangabe:
  • Vorbemerkung: Eine 1597 entstandene Abschrift von Cod. A 45 ist vorhanden in BBB Mss.h.h. VI 74, vgl. Bloesch, Emil: Katalog der Handschriften zur Schweizergeschichte der Stadtbibliothek Bern. Bern 1895, hier S. 216–217; Seemüller (1909), S. XXXIX.
    Die Abschrift enthält alle Texte von Cod. A 45 in derselben Reihenfolge, Nr. 3 und 4 deutlich gekürzt, ansonsten vollständig aber ohne Illustrationen. Sämtliche Texte der fehlenden Blätter von Cod. A 45 (zw. f. 53/54; zw. f. 56/57; vor f. 146) sind in Mss.h.h. VI 74 vorhanden (S. 142–145; S. 154–159; S. 431–439). Ein zusätzlicher Text (Urkunde des Herzogs Rudolf IV. von Österreich, 1362, der dem Kanzler Johann, Bischof zu Brugg, für die oberen Lande Lehensvollmacht gibt) könnte auf den Blättern gestanden haben, die nach f. 148 fehlen. Die neun Helden sind in Mss.h.h. VI 74 nicht überliefert. Am Ende von Nr. 8 und 9 Schreibervermerk (H I HB. Ca: 3. Novemb. Anno 1597 und Laus Deo. H I HB. Ca: 4. Novemb. Anno 1597) sowie zwei Einträge einer späteren Hand (18. Jh.) am Ende von Nr. 2 und 7.
  • 1. Chronik der 95 Herrschaften Österreichs, in Prosa, illustriert
    Edition:
    • Seemüller, Joseph (Hg.): Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften (MGH Deutsche Chroniken VI), Hannover/Leipzig 1909.
    • (149r-v, 1r116v) Anno domini MCCCCLXXIX in die sancte Mathye apostoli. Seneca der meister schribtt In dem buoch der fier engelln tugend. Ob du wis werden wellist So sol din wesen sin mitt drin Zitten geordnett und geziert …–… Den enpfieng man erberlich. Alls daz billichen waz mit hailtum vnd mitt ander Zierlichheitt vnd schenkungen. Daz uns gott In sin rich öch allso empfach. Des helff vns gott der vatter. Vnd gott der Sun. Vnd gott der heyllig geist. Amen.
      Seemüller (1909), S. 1–223.
    Bemerkung zum Inhalt:
    Anonym überliefert, zuvor Leopold von Stainreuter, Matthäus Hagen, Gregor Hagen, Johannes Seffner oder Leopold von Wien zugeschrieben. Die Handschrift gehört der nicht abgeschlossenen Redaktion B an; zur komplizierten Entstehungsgeschichte vgl. http://www.geschichtsquellen.de/repOpus_01146.html.
    Literatur (Auswahl):
    • Berchem, Egon von [et al.]: Beiträge zur Geschichte der Heraldik [Siebmacher’s Grosses Wappenbuch, Bd. D.] Neustadt an der Aisch 1972, hier S. 63–64.
    • Heilig, Konrad Josef: Leopold Stainreuter von Wien, der Verfasser der sogenannten Österreichischen Chronik von den 95 Herrschaften, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung. Bd. 47. Wien 1933, S. 225–289.
    • Dunphy, Graeme (Hg.): The encyclopedia of the Medieval chronicle. Bd. 2. Leiden 2010, hier S. 1017–1018.
    • Kleinschmidt, Erich: Königsfeldener Chronik, in: Stammler, Wolfgang / Langosch, Karl (Hgg.): Verfasserlexikon, 2. Aufl., Bd. 5 (1985), Sp. 106–107.
  • 2. Lied auf den Aargauer Krieg mit anschliessendem Mariengebet
    Editionen:
    • Stettler, Bernhard: "Jn minem Sinne es Übel hilt, daz jeman die von ergoew schilt." Eine Reimrede als Zeugnis für die Stimmung im Aargau während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, in: Argovia 102 (1990), S. 1–25.
    • Liliencron, Rochus von: Die historischen Volkslieder der Deutschen vom 13. bis 16. Jahrhundert. Bd. 1. Leipzig 1865 (Nachdruck Hildesheim 1966), S. 265–272 (Nr. 55).
    • Sinner, Johann Rudolf: Catalogus codicum mss. bibliothecae Bernensis. Bd. II. Bern 1760–1772, S. 81–95.
    • (117r119v) Dis seitt von dem Ergoew in den Kriegen. In minem sine es uebelhilt …–… Jhesus Et maria custodi nos omni via. Amen.
      Stettler (1990), S. 15–25; Liliencron (1865); Bd. 1, S. 268–271 (ohne das Mariengebet); Sinner (1760–1772); Bd. II, S. 81–87.
  • 3. Clemens Specker: Reise zur Krönung König Friedrichs III. 1442/1443
    Edition:
    • Liebenau, Theodor von: Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III., in: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 1–14.
    • (120r123v) Hie Nacher findest du Wie Keiser Fridrich von Oesterrich ze Auch gekroennet ist worden. Vnd wie er ist uss geritten von Gretz vnd wie es im ist ergangen. In dem namen Gottes Ritten Wier uss ze Gretz. Des samstags nach vnser frowen tag zur liechtmiss …–… Vnd ist och ein richstatt da belibent wir über nacht.
      Liebenau (1884), S. 3–6.
    Literatur (Auswahl):
    • Ulmschneider, Helgard: 'Reisetagebuch über die Krönung Friedrichs III.', in: Stammler, Wolfgang / Langosch, Karl (Hgg.): Verfasserlexikon, 2. Aufl., Bd. 7 (1989), Sp. 1216–1217 (zu Nr. 3 und 4).
  • 4. Kaspar Enenkel von Albrechtsberg: Reise zur Kaiserkrönung nach Rom, 1452
    Edition:
    • Liebenau, Theodor von: Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III., in: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 1–14.
    • (123v127v) Hie nacher vindest du wie der Durchlucht ffürst vnd Küng ffridrich von Oesterrich gekroenett ward loblichen ze Auch der nachy mechtiklichen ze Röm die Keisserlichen Krön enpfieng. Item am frytag dar was Santt vitztag …–… Als er wider von Baden gen Frankfurt solt komen.
      Liebenau (1884), S. 6–8.
  • 5. Berichte über die Herrschaft Friedrichs III.
    Edition:
    • Liebenau, Theodor von: Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III., in: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 1–14.
    • (128r131r) Item anno domini MCCCLXXI Convocatio magna fuit in Rattisspona. Item hie her nach ist begriffen waz von fursten Geistlichen vnd weltlichen öch von preläten Gräfen herren ffryen Ritter vnd Knecht des heylligen Riches vnd stett Sendbotten vnd andre Zuo gehoerd uff den tag Geory gesatzt erschinen …–… Vnd ich hons von eim von Regenspurg ab geschriben in dises buoch.
      Liebenau (1884), S. 8–9.
  • 6. Reise Kaiser Friedrichs III. nach Trier zur Begegnung mit Karl dem Kühnen von Burgund, 1473–1474
    Editionen:
    • Liebenau, Theodor von: Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III., in: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 1–14.
    • Sinner, Johann Rudolf: Catalogus codicum mss. bibliothecae Bernensis. Bern 1760–1772, hier Bd. II. (1770), S. 81–95.
    • (131r132v) Item Anno domini MCCCCLXXIII (1473) In dem grossen heyssen sumer do so vil win ward …–… Und vil farind spilluett.
      Liebenau (1884), S. 9–10; Sinner (1760–1772); Bd. II, S. 88–95.
    Bemerkung zum Inhalt:
    Die Nota in pfortzen (f. 132v) wird bei Liebenau (1884), S. 12–13 zu den Schweizer Annalen Speckers gezählt.
  • 7. Konrad Pfettisheim: Geschichte Peters von Hagenbach
    Editionen:
    • Tobler, Gustav (Hg.): Conradus Pfettisheims Gedicht über die Burgunderkriege (Neujahrsblatt der Literarischen Gesellschaft Bern auf das Jahr 1918), Bern 1917.
    • Pfettisheim, Conrad: Geschichte Peter Hagenbachs (Reimchronik der Burgunder Kriege). [Strassburg, Heinrich Knoblochtzer] 1477. [Faksimile: Pfettisheim, Conrad: Geschichte Peter Hagenbachs und der Burgunderkriege: Inkunabel 165 der F. F. Hofbibliothek Donaueschingen. Plochingen 1966.]
    • Mone, Franz Joseph (Hg.): Quellensammlung der badischen Landesgeschichte. Bd. 3. Karlsruhe 1863.
    • (133r139r) Ritter Hagenbach zuo Brisach. Ze lob vnd er der trinitaet On zwiffel so wurd ich genoet …–… Dem dankent lieben Kinder.
      Tobler (1917), S. 12–30; vgl. Pfettisheim (1477), Mone (1863), S. 153–154 [Teilabdruck].
    Bemerkung zum Inhalt:
    Die Handschrift wurde offenbar aus dem Druck abgeschrieben, vgl. Tobler (1917), S. 5.
    Literatur (Auswahl):
    • Schanze, Frieder: Pfettisheim, Konrad, in: Stammler, Wolfgang / Langosch, Karl (Hgg.): Verfasserlexikon, 2. Aufl., Bd. 7 (1989), Sp. 564–567.
  • 8. Lied über Karl den Kühnen
    Edition:
    • Sieber-Lehmann, Claudius: Eine neue Version eines Mondtraktates, Kalendergedichtes auf das Jahr 1475, in: Daphnis 22 (1993), S. 701–710 (mit Abdruck des Neumondkalenders).
    • (139v141v) Hie Merkend einen spruch von hertzog von Burgund Hertzög Karle. Nüve mer duon Ich Aller menklich kunt …–… Die welle vns behuetten vor Komer vnd laid ymer ewanklich. Amen.
      Sieber-Lehmann (1993), S. 706–710.
    • (142r145v) leer
    Literatur (Auswahl):
    • Schanze, Frieder: Hans Erhart Tüsch, in: Stammler, Wolfgang / Langosch, Karl (Hgg.): Verfasserlexikon, 2. Aufl., Bd. 9 (1995), Sp. 1174–1179, hier Sp. 1176.
    • Simon, Eckehard: Türkenkalender, in: Stammler, Wolfgang / Langosch, Karl (Hgg.): Verfasserlexikon, 2. Aufl., Bd. 9 (1995), Sp. 1159–1164, hier Sp. 1161.
  • 9. Clemens Specker: Schweizer Annalen (unvollständig)
    Edition:
    • Liebenau, Theodor von: Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III., in: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 1–14.
    • (146r148r) Hie will Ich schriben vo dem heissen sumer. Item anno domini MCCCCLXXIII Item do was als ein heisser sumer daz der win an den reben verbran vnd ward so vil win do daz ein mäss . I . haller galt vnd ein ey ein haller vnd gab man ze constantz . I . eymer win vm. III dns. …–… Et destructe sunt omnes pontes ab oppido Berne usque ad Argentinam in parte vel in toto.
      Liebenau (1884), S. 10–14 (ergänzt nach anderen Textzeugen und chronologisch geordnet).
    • (148v) leer
    Bemerkung zum Inhalt:
    Wie sich aus der Abschrift in Mss.h.h. VI 74 ergibt, fehlt vermutlich der Anfang des Textes im Umfang von 4 Blättern; vgl. den Reklamanten auf f. 145v unten, der dem Anfang des Textes der Abschrift entspricht (S. 431). Der unmittelbar anschliessende Text der Abschrift (S. 447–454) umfasst ebenfalls 4 Blätter, sodass in Cod. A 45 möglicherweise von einem Verlust der äusseren 4 Doppelblätter eines ursprünglichen Sexternio auszugehen ist.
  • 10. Eingeklebte Holzschnitte der Neun Helden
    Editionen:
    • Wyss, Robert L.: Die neun Helden. Eine ikonographische Studie, in: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 17 (1957), S. 73–106.
    • Benziger, Karl J.: Holzschnitte des fünfzehnten Jahrhunderts in der Stadtbibliothek zu Bern. Strassburg 1911.
    • (150r) leer
    • (150v154v) Holzschnitte der neun Helden (Hektor, Alexander, Caesar, Josua, David, Judas Machabäus, Artus, Karl, Gottfried von Bouillon); s. oben Buchschmuck.
      Wyss (1957), Tafel 27–29; Benziger (1911), S. 9–10 (Text) sowie Anhang S. 1–9 (Faksimiles).
    • (155r160v) sind leer bis auf Notizen 155r, 158v (s. unten Provenienz)
    Literatur (Auswahl):
    • Mossman, Stephen [et al.] (Hg.): Schreiben und Lesen in der Stadt. Literaturbetrieb im spätmittelalterlichen Straßburg. Berlin 2012, hier S. 349.
    • Obrist, Jolanda: Die neun guten Helden von Misery. Ein Bekenntnis zum Reich und zur Eidgenossenschaft, in: Lutz, Eckart Conrad [et al.] (Hg.): Literatur und Wandmalerei. Bd. 1: Erscheinungsformen höfischer Kultur und ihre Träger im Mittelalter. Freiburger Colloquium Bd. 4. Leipzig 1927, hier S. 97.
    • Wyss, Robert L.: Die neun Helden. Eine ikonographische Studie, in: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 17 (1957), S. 73–106, hier S. 93–95.
Provenienz der Handschrift:
  • Vorbesitzer: Franziskanerkloster Königsfelden, bis zur Aufhebung 1528, seit 1529 in bernischem Privatbesitz; vgl. v. Steiger (1986), S. 135.
  • Besitzernotizen (?) auf f. 155r: Den han ich Jagy gen vff den lon - xviii batzen; 158v: Vff den tag Kristh manett des Jar 1579 han ich dem bescheidnen.
Erwerb der Handschrift:
  • Wann die Handschrift in die Berner Stadtbibliothek gelangte, lässt sich nur ungefähr feststellen. Jedenfalls ist sie nicht in den handschriftlichen Katalogen von Samuel Hortin 1632 und Marquard Wild 1697 verzeichnet, wohl aber bei Samuel Engel 1740 und im gedruckten Katalog von Sinner 1760–1772.
Kataloge:
  • 1. Vielleicht identifizierbar mit dem Eintrag im Donationenbuch 1693 [= Mss.h.h. XII 1], S. 208: Geschenk von Johann Anton Tillier (1675–1731), um 1725/1730: 4. Eine habspurgische Chronic in Ms.
  • 2. Engel, Samuel: Manuscripta A[nno] 1740. Bern 1740 [= BBB Mss.h.h. III 110], f. 20v: A 45. Chronica, alte österreichische, geschrieben anno 1479, incipit anno post diluvium 810. Secul. 15°, [chart.] sowie f. 67v: A 45. Österreichische alte Chronic, geschrieben anno 1479, fangt an 810. Jahr nach der Sündfluth. Secul. 15°, [chart.].
  • 3. Sinner, Johann Rudolf: Catalogus codicum mss. bibliothecae Bernensis. Bd. 2. Bern 1760–1772, S. 81–95.
  • 4. Hagen, Hermann: Catalogus Codicum Bernensium. Bern 1875, S. 54–58.
  • 5. Scarpatetti, Beat Matthias von: Katalog der datierten Handschriften in der Schweiz in lateinischer Schrift vom Anfang des Mittelalters bis 1550. Bd. II: Die Handschriften der Bibliotheken Bern – Porrentruy. Dietikon-Zürich 1983, Textbd. S. 10 (Nr. 16); Tafelbd. Abb. 531.
  • 6. Restaurierungsbericht von Elke Mentzel, Februar–Juli 1999.
Literatur zur Handschrift (Auswahl):
  • Boner, Georg: Die Gründung des Klosters Königsfelden, in: Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte. Freiburg/Schweiz, Jg. 47 (1953), [Sonderdruck], hier S. 5.
  • Frühmorgen-Voss, Hella / Ott, Norbert H.: Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften, München 1986–, hier Bd. 3,4 (2001), S. 252–256 (Nr. 26A.14.5) und Abb. 145–148.
  • Liebenau, Theodor von: Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III., in: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 1–14, hier S. 1–3.
  • Paravicini, Werner (Hg.): Europäische Reiseberichte des späten Mittelalters. Eine analytische Bibliographie. Bd. 1. Bern 1994, hier Nr. 33 (zu f. 120r–123v), Nr. 45 (zu f. 123v–127v) und Nr. 72 (zu f. 131r–132v).
  • Seemüller, Joseph (Hg.): Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften, in: Monumenta Germaniae historica. Deutsche Chroniken. Bd. 6. Hannover/Leipzig 1909, hier S. XXXVI–XXXIX (Nr. 25).
  • Sieber-Lehmann, Claudius: Eine neue Version eines Mondtraktates/Kalendergedichtes auf das Jahr 1475, in: Daphnis 22 (1993), S. 701–710.
  • Steiger, Christoph von: Clemens Speckers illustrierte Handschrift der Österreichischen Chronik von den 95 Herrschaften, in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte. Bd. 43 (1986), S. 135–140.
  • Stettler, Bernhard: "Jn minem Sinne es Übel hilt, daz jeman die von ergoew schilt." Eine Reimrede als Zeugnis für die Stimmung im Aargau während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, in: Argovia 102 (1990), S. 1–25, hier S. 2–3.
  • Wyss, Robert Ludwig: Die Burgunderbeute und Werke burgundischer Hofkunst. Ausstellung, Bernisches historisches Museum, 18. Mai–20. September 1969. Bern 1969, hier S. 75 (Nr. 28).
  • Zemp, Josef: Die schweizerischen Bilderchroniken und ihre Architektur-Darstellungen. Zürich 1897, hier S. 73.
  • Zumkeller, Adolar: Manuskripte von Werken der Autoren des Augustiner-Eremitenordens in mitteleuropäischen Bibliotheken. Würzburg 1966, hier S. 321–323 (Nr. 660).
Externe Ressourcen: Neuere Literatur - IDS Basel-Bern:
Handschriftencensus: