St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 367
Lagenstruktur:
Zumeist Quaternionen, A (p.
1-
6), 1
8 (p.
7-
19) usw., letzte originale Lage (x) (p.
185-
202)
Einband:
Einband u. Provenienz: Erneuerte alte
Holzdeckel mit weißem Lederüberzug (15. Jh.). Im
Vorderdeckel Spiegelabdrücke von vier Streifen Makulatur aus dem Edictus Rothari (
Sang. 730 wohl Bobbio, um 670-680), heute vereint mit
Sang. 730. Die auf p.
201-
219 nachgetragenen Perikopen (siehe unten) wurden auf der Reichenau in der 2. Hälfte des 10. Jh. geschrieben u. beginnen mit den Reichenauer Patronen Georg u. Markus. Da der Illuminator des Genfer Epistolars (
Nr. 111) so viele Elemente der Initialornamentik aus Sang. 367 übernahm, ist es wahrscheinlicher, dass sie erst im Zuge der Flucht der St. Galler Bibliothek vor den Ungarn 926 (vgl. Ekkehart IV., Casus sancti Galli, cap. 51–55) und nicht schon um die Mitte des 9. Jahrhunderts auf die Reichenau kam. Wahrscheinlich gehört sie zu den von
Abt Kaspar von Breitenlandenberg (1442-1463) von der Reichenau zurückgekauften Büchern (vgl.
Sang. 562 - Nr. 113).
Inhaltsangabe:
Inhaltsübersicht: p.
1-
6 (Papier, 15. Jh.) Abbreviatio lectionum, p.
7-
201 Evangelistar, p.
201-
219 nachgetragene Perikopen (10. Jh.), p.
219-
222 Abbreviatio lectionum (15. Jh.), p.
223-
252 (Papier) Nachträge, p.
254 St. Galler Reliquienverzeichnis (15. Jh.). Zu den Spiegelabdrucken des Edictus Rothari auf dem inneren Vorderdeckel vgl. Cimelia Sangallensia.
Inhalt u. Schmuck:
Die in Klammern gesetzten Zahlen sind die fortlaufenden Nummern der Perikopen.