St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 603
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Scarpatetti Beat Matthias von, Die Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen, Bd. 1: Abt. IV: Codices 547-669: Hagiographica, Historica, Geographica, 8.-18. Jahrhundert, Wiesbaden 2003, S. 162-166.

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Handschriftentitel: Von den 40 Mirrenbüscheln · Leben der Schwestern von Töss · Leben der hll. Ida, Elisabeth von Ungarn, Margarethe von Ungarn · Mechtild von Hackeborn, Buch der besonderen Gnade · Kloster Katharinenthal: Gründung und Leben der Schwestern · Leben des hl. Ludwig
Entstehungszeiten:
Beschreibstoff: Papier
Wasserzeichen: 1. zwei Ochsenköpfe, 1a. f. 1-162, 572-619, mit Stange und Schrägstab, sehr ähnlich Piccard, Wasserzeichen II/2 (1966), Abt. V, Nr. 357 (Bodenseeraum 1491-1501); 1b. f. 620-684, sehr ähnlich ibid. Nr. 358 (Bregenz, Kempten u.a., 1492-1497), 2. f. 165-474/475, f. 504/505-570/571 Krone mit Kreuz, Piccard, Wasserzeichen I (1961), Abt. IV Nr. 2 (Zürich 1493); p. 61/62 findet sich ein rotes Bäumlein über dem Wasserzeichen gemalt.
Umfang: II+689 Seiten
Format: 27 x 20
Seitennummerierung:

Arabische Tintenfoliierungen und -paginierungen des 18. Jhs. für einzelne inhaltliche Teile: 1. Foliierung ab Anfang 1-80; 2. Paginierung anschliessend 1-150, springt 62/67, wiederholt 85, springt 78/89, 91 ist nicht geschrieben, 127 wiederholt; 2a. eine Hand des 19. Jhs. korrigiert ab p. 67, d.h. 63 und fährt nach 150 weiter bis 189; 3. Tintenpaginierung I.v.A., ab Anfang, springt 382/384 und 446/467, ab p. 382 die Geraden rechts. Einzelpaginierung 1-110 (I.v.A. p. 461-571) von einer Hand des 17. od. 18. Jhs. in der Hand Nr. 2 (s.u.), beginnt auf dem verso bei der Vita St.Elisabeth.

Lagenstruktur: Lagen nicht feststellbar ohne Brechung des seit Restauration zu engen Buchrückens, Heftfäden nicht sichtbar, keine Lagennummern oder Reklamanten.
Seiteneinrichtung: Zweispaltig, 21/21,5 x 13/14 (6/6,5), 26-36 Z, Linierung Tinte und blind, 2-5-zeilige Lombarden.
Schrift und Hände:
Spätere Ergänzungen: Am Rand einzelne zeitgenössische Korrekturen, ferner wenige Marginalien des 17. Jhs.
Einband: Einband 16./17. Jh. helles Leder auf Holz, reiche ornamentale Stempelung im Stil der Renaissance, zwei Schliessen des 17. Jhs. HDK-VDK, deren Ösenplättchen das kleine Monogramm MM trägt. Blaugefärbter Schnitt. Zur Einband-Datierung im Jahr 1495 über die Klosterchronik s.o. btr. Datierung. Rest. 1974.
Inhaltsangabe:
  • [I]Vorsatzblatt Eintrag K. Greith, s.o.
  • 1a-145a Vierzig Mirren Büscheln Daz erst mirren büscheln. Fasciculus mirre dilectus meus michi [Cant. I,16]. Suss vnd also spricht die andechtig mitliderin vnd liebhaberin christi …–… von den vierzig mirren büscheln end daz da gemachet hat ein andechtig geistlicher her vnd vatter johanser orden zO(u,o) Straßburg.wie er hat gehaissen mit sinem namen daz han ich ich nit funden in dem exemplar vnd och wie lang es sy, dz waist gott der her wol der alle ding waist mille mille mille deo gratias Jhesus Christus.
    • Grubmüller, Viten (1969), p. 171-175, mit weiterer Lit.;
    • zur Autorschaft Vetter, Töss (s.u.), p. VIII;
    • H. Hilg, Das Marienleben des Heinrich von Sankt Gallen, München 1981, p. 22; VL 6 (1987), col. 832-839, unsere Hs. unter dt. u. nld. Fassungen, col. 834f., insbes. col. 835 zur späteren Datierung unserer Hs. (D. Schmidtke).
  • 145b-152b Von santa Yta leben
    • VL 4 (1983), Ida v. Toggenburg, col. 359-361 (W. Williams-Krapp), mit unserer Hs. (Lit.);
    • Vetter, Töss (s.u.), p. VIII;
    • L. Kern, Die Ida-von-Toggenburg-Legende, Diss. Freiburg i. Ue. 1928 (Teildruck in den Thurg. Btr. zur vld. Geschichte 64/65, 1927/28, p. 1-134); p. 23-29 zu unserer Hs. und p. 62-68 Edition aufgrund derselben (Siglum c).
  • 163a-328b [Viten der Schwestern zu Töss]
    • Ed. Vetter, Töss (s.u.), p. 12-95, auf der Basis unserer Hs. mit Siglum G;
    • teilweise ed. bei A. Birlinger, in: Alemannia 15, 1887, p. 150-183, unter Mitverwendung unserer Hs.;
    • Däniker-Gysin, Dominikanerinnen (s.u.), v. a. p. 58ff.;
    • Grubmüller, Viten (s.u.), p. 172-175.
  • 329a-368a [Vita der Elisabeth von Ungarn, Nonne in Töss]
    • Ed. Vetter, Töss (s.u.), p. 98-122, im Rahmen der Tösser Schwesternviten, nach Vetter, p. 122 war im Anschluss an die Elisabeth-Vita Platz vorgesehen für die Überschrift der nachfolgenden Margareten-Vita; ausgeführt wurde nur die Kapitelangabe;
    • Grubmüller, Viten (s.u.), p. 172-175.
  • 369a-441a [Leben der Magarethe von Ungarn]
    • VL 5 (1985), Margareta v. Ungarn, col. 1248-1250 (W. Williams-Krapp), mit unserer Hs. als Übs. III (Lit.); ed. nach unserer Hs. S. Gabor, O(A,')rpO(a,')dhO(a,')zi boldog Margit Tössi legendO(a,')ja, Pécs 1940;
    • Vetter, Töss (s.u.), p. VIII;
    • cf. auch Grubmüller, Viten (s.u.), p. 174 u. Anm. 3;
    • Ruh, Bonaventura deutsch (1956), p. 174.
  • 441b-443b Mechthild von Hackeborn: Liber specialis gratiae deutsch, Auszüge Ihesus Christus lert dis selber. Dis ist wie du din versu'mnus mit lob solt erfO(u,')llen vnd widerbringen gen got O(V,')nser lieber her lert Sant Trutten …–… der sij uebel gebrucht hat oder jr [?] versumnus genO(u,o) gsamlich wider bringen will.
    • (444-445) Inhaltsverzeichnis von einer Hand des 18. Jhs. auf oblongem Papierstreifen, eingehängt bei Neubindung.
    • Teile des Werks in Cod. 506, f. 1v und 27v-42r, dazu Otmar Wieland, Gertrud von Helfta, Ein botte der götlichen miltekeit, Ottobeuren 1973, p. 21f., dort Verweis auf Zürich, ZB C 162, f. 274v;
    • unser Text entspricht nach Grubmüller, Viten (s.u.), p. 175 den Abschnitten III, 18 und IV, 29 von Mechthilds Werk; cf. Solesmenses Monachi, Revelationes Gertrudianae ac Mechtildianae, Bd. II, Paris 1877, p. 219-221 und 287;
    • Vetter, Töss (s.u.), p. VIII;
    • R. L. J. Bromberg, Het Boek der bijzondere Genade van Mechthild van Hackeborn, Diss. Zwolle 1965, ohne unsere Hs.;
    • eine textgeschichtl. Untersuchung von M. Ziegler zu den dt. u. nld. Hss. in Vorb.; VL 6 (1987), M'v'H', col. 251-260 (Margot Schmidt), mit unserer Hs. col. 256.
    • Vide Codd. 583, p. 5 und 591, 295.
  • 446-499 [Gründungsgeschichte von St.Katharinental bei Diessenhofen] Dis ist von dem wirdigen gaistlichen Closter diesenhoffen das von recht haisset sant Katheriatal [!] bij diessenhoffen vnd ist bredger ordens. Alle die begird habent …–… vnd enpfach die kron der glorij [?] in minem rich des helf vns allen got. Amen.
    • VL 2 (1980), Diessenhofener Schwesternbuch, col. 93-95 (Klaus Grubmüller), unsere Hs. col. 93f. unter fünf weiteren;
    • betr. der Schwester Elsbeth Heimburg Urs Kamber, Arbor amoris. Der Minnebaum, ein Ps.-Bonaventura-Traktat, Berlin 1964, p. 135;
    • Knoepfli, Katharinenthal (s.u.), p. 26f., 34-38 (mit Lit. z. Baugesch. des Klosters), 65.
  • 500a-571b [Viten der Schwestern von St.Katharinental]
    • Ed. Ruth Meyer, Das St.Katharinentaler Schwesternbuch. Untersuchung, Edition, Kommentar, Tübingen 1995 (MTU 104), p. 97-181, nach der Leit-Hs. Frauenfeld Y 74, der Prolog jedoch nach unserer Hs., zu dieser betr. Ed. vgl. p. 92f., ausführl. Kommentar p. 182-330;
    • die Titel nach Grubmüller, Viten (s.u.), p. 175, welcher von voneinander abweichenden, selbständigen Sammlungen spricht;
    • der Teil p. 446-571, Gründungsbericht und Schwesternviten, stammt von der Hand Nr. 2 (s.o. äussere Beschreibung), welche p. 163a -571b schreibt. In der bisherigen Lit. wurde dieser Hand die Schreiberinnen-Subskription B. R. S. zugeteilt, welche jedoch für die Hand Nr. 1 gilt (deren Anteil p. 1a -153b; 572a - 684b). Zudem wurden die Initialen B. R. S. der Schreiberin Regina Sattler zugewiesen, was nicht haltbar erscheint, s.o. und CMD-CH III, p. 244f., dort zu vgl. die Abb. 814 und 589a und b. Daher kann der Konventualin Regina Sattler, die in diesem Codex nicht schreibt, keine Redaktion zugewiesen werden, wie noch Knoepfli, Katharinenthal (s.u.), p. 4, 11;
    • Vetter, Töss (s.u.), p. VIII;
    • W. Muschg, Mystik (1935), p. 227 u. 420;
    • Däniker-Gysin, Schwestern (s.u.), p. 58f.
  • 572a-684b Legend von dem bischoff sancto Ludowico
    • VL 5 (1985), Ludwig v. Toulouse, col. 1033-1035 (W. Williams-Krapp), mit unserer Hs. als Fassung III (Lit.);
    • Hopfgartner, Viten (1972, s. Cod. 589), unser Text im Bd. II unter den Bearbeitungen der Legende, unsere Hs. p. 321f. als S unter mehreren. Cf. oben Bemerkungen zu (446-571);
    • zur Frage B.R.S. s.o. und CMD-CH III (1991), p. 244;
    • Vetter, Töss (s.u.), p. VIII;
    • Grubmüller, Viten (s.u.), p. 175.
    • Vide Cod. 589, p. 283.
    • Zur Hs. allg. M.-C. Däniker-Gysin, Geschichte des Dominikanerinnenklosters Töss, Njbl. Stadtbibl. Winterthur 289, 1958, v. a. p. 58ff.;
    • Albert Knoepfli, Die Geschichte des Klosters St.Katharinental, in: Das Graduale von Sankt Katharinental, Kommentarband zur Faksimile-Ausgabe, Luzern 1983;
    • K. Grubmüller, Die Viten der Schwestern zu Töss und Elsbet Stagel (Überlieferung und literarische Einheit), in: ZfdA 98, 1969, p. 171-203;
    • Kurt Ruh, Der Passionstraktat des Heinrich von St. Gallen, Thayngen 1940, p. XI;
    • Ferdinand Vetter, Das Leben der Schwestern zu Töss, beschrieben von Elsbet Stagel ( […] ), Berlin 1906;
    • Vogler, St.Katharina (1938), s.o.;
    • vgl. auch C.J. Greith, Die dt. Mystik im Predigerorden, Freiburg 1861, zu Mechtild p. 207-217, auch hier unter Angabe einer Hs. F als Quelle, deren Auflösung uns in diesem Fall nicht bekannt ist; nur vereinzelte seiner mit den Siglen A-I bez. Hss. aus St. Gallen, München und weiteren süddt. Orten sind identifiziert;
    • Scherrer, Verzeichniss (1875), p. 193f.
Entstehung der Handschrift: Der Band stammt aus dem St. Galler Katharinenkloster, gemäss der Subskription von Regina Sattler und den zwei weiteren oben beschrieben Händen. Der Eintrag p. 163 Toeß, in der Interkolumne, dürfte von der Hand Nr. 2 stammen und lässt nicht auf Tösser Besitz schliessen. Vgl. auch auf der gegenüberliegenden Seite p. 162 unten: avch gott wie kan und mag ijch fröchlich sin […] ; eine weitere Zeile angeschnitten noch sichtbar.
Provenienz der Handschrift: Die weiteren Besitzer in späteren Einträgen festgehalten, so Spiegelblatt vorne: Behort in St. Catharina Closter vor weil, von der durch zahlreiche Einträge bekannten Bibliothekarinnenhand des 17. Jhs. Die beiden Listen der Seligen der Klöster Töss und Diessenhofen p. 167 und 444 dürften von einer Hand zu St.Katharinen geschrieben worden sein. Unterhalb des Wiler Eintrags ibid. vermerkt Domdekan Carl Greith: Codex iste facile autographus et unicus in iis saltem quae moniales in Toeß spectant maximopere est aestimandus quippe qui illustrandae Theologiae et rei mysticae Alemannorum ab anno 1250-1350 apud nos florentis plurimum inservit. Quem in finem eodem usus est seculo xvii. D.[ominus] P.[ater] Heinricus Murer in suo opere - Helvetia Sancta et novissimis diebus eum examinavit. Jn S. Gallo die 14. Novemb. 1860. D.[ominus] C.[arolus] Greith Decan. can.[onicus] et off.[icialis]. Darunter Conspectus von der Hand Franz Bucheggers.
Erwerb der Handschrift: Mit der Hss.-Akquisition Nepomuk Hauntingers 1780-1792 an StiBSG (cf. Cod. 1285, p. 12).
Bibliographie:
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