Für diese Handschrift sind folgende Beschreibungen vorhanden

  • Beschreibung von Philipp Lenz, Stiftsbibliothek St. Gallen, 2014.
    (Standardbeschreibung, momentan angezeigt)
  • Gustav Scherrer, Verzeichnis der Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen, Halle 1875, S. 232-233.
    Zusätzliche Beschreibung anzeigen
St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 725
Creative Commons License

Beschreibung von Philipp Lenz, Stiftsbibliothek St. Gallen, 2014 (vgl. Philipp Lenz, Stefania Ortelli, Die Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen, Bd. 3: Abt. V. Codices 670–749. Iuridica. Kanonisches, römisches und germanisches Recht, Wiesbaden 2014, S. 235–237).

Handschriftentitel: Schwabenspiegel mit vorangehender Weltchronik
Entstehungsort: Südwestdeutscher Raum
Entstehungszeit: 3. Viertel 15. Jh.
Beschreibstoff: Papier
Umfang: 362 Seiten
Format: 28,5–29 x 21
Seitennummerierung: Foliierung des 15. Jh. mit römischen Ziffern: i (p. 3) – clxxi (p. 345) und mit Buchstaben: a (p. 3), b (p. 11), c (p. 17) – c (p. 345);
Lagenstruktur: Buchblock 181 Blätter. Paginierung I.v.A. 1362. Lagen: (VI+1)26 + 14 VI362; p. 1 /2 ist ein Einzelblatt, an dessen Falz p. 26 /27 deutsche Textreste sichtbar sind (aber kein Textverlust). Lagenzählung am Lagenende unten Mitte: 1us (p. 26) – 11 (p. 266), 13 (p. 314) – 15 (p. 362). Reklamanten am Lagenende unten rechts, senkrecht zur Schriftrichtung.
Zustand: Papier, Schnitt gelb, besonders am unteren Seitenrand fast durchgehend Flecken durch Feuchtigkeit, zu Beginn und Ende gebräunte Seiten. Wasserzeichen: Verschiedene Ochsenköpfe, davon einer (z.B. p. 51 /52, 293 /294) identisch mit Piccard-online 74971 (1456) und 75207 (1455), ein weiterer identisch mit dem Drahtzeichen, aber nicht mit den Kettdrähten von Piccard-online 74970 (1456), ein dritter (z.B. p. 27 /28, 171 /172) sehr ähnlich Piccard-online 74954 (1456).
Seiteneinrichtung:
  • Schriftraum zweispaltig, 19–19,5 x 14 (6), 30–32 Zeilen,
  • p. 350361 einspaltig 19 x 14, 26–29 Zeilen, begrenzt durch braune Tintenlinierung.
Schrift und Hände: Bastarda mit Schleifen (bei b, h, k, l) von einer Hand des 3. Viertels des 15. Jh. in brauner Tinte.
Buchschmuck: Ausstattung: Zu Beginn eines Artikels jeweils eine 2–6-zeilige rote Lombarde, gelegentlich auslaufend in Herzblätter, p. 3a zu Textbeginn zusätzlich mit braunem Ornament, zu Beginn einer Spalte manchmal ein grosser Zierbuchstabe, entweder fein oder dick gezeichnet, mit rotem und braunem Ornament aus Herzblättern und Punktverdickungen, manchmal mit Drolerien (z.B. p. 18, 19, 188, 275), rote Überschriften, rubriziert.
Spätere Ergänzungen: Nachträge: P. 1 längerer Eintrag (s.u.) in flüssiger jüngerer Buchkursive der 2. Hälfte des 15. Jh.; p. 4 in der oberen linken Ecke Eintrag der 2. Hälfte des 15. Jh.: Hans … ; p. 2 Eintrag (s.u.) des Aegidius Tschudi (1505–1572), ebenso p. 261b ein kurzer Verweis; p. 347 blind eingeritzte Buchstabenreihen.
Einband: Einband der 2. Hälfte des 15. oder des beginnenden 16. Jh. Rotes Leder (Alaungerbung) auf Holz (Buche), der Lederbezug am Buchrücken fehlt fast völlig, deshalb Rückenhinterklebung aus Textil sichtbar. Hakenverschluss, erhalten sind gespaltenes Stiftlager auf dem Vorderdeckelrand, Rest von eingelassenem Lederriemen und viereckiger Ziernagel am Rand des Hinterdeckels. Rundbogenheftung auf drei erhabene, gespaltene Lederbünde, diese sind auf Höhe der Deckel häufig gebrochen. Flechtbandkapitale. Gotische Deckelverbindung. Pergamentene Falzverstärkungen in den Lagenmitten aus Fragmenten einer oder mehrerer deutschsprachiger Urkunden des 15. Jh. Die Innenseiten des Vorderdeckels und eines Teils des Hinterdeckels sind durch mehrere Schichten von lateinisch bedrucktem Papier, deutsch beschriebenem Pergament und Papier des 15. Jh. abgedeckt.
Hauptsprache: Schreibsprache: alemannisch.
Inhaltsangabe:
  • (1) Eidliche Aussagen von Gewährsmännern aus Fletzlingen vor dem Rat und Gericht zu Villingen wegen einer Rechnungslegung für die hailigen von Fischbach und einem andern Ort. Hanns Buphsen der alte …–… also under in. Rest der Seite leer,
  • (2) Urteilsspruch. Vrteil vmb ein versumpt vszbringen …–… nit mer komen söll. Rest der Seite leer.
  • 3a361 Schwabenspiegel mit vorangehender Weltchronik
    • (3a17a) Weltchronik, beginnend mit Saturnus von Kreta, Äneas von Troja, Romulus und Remus, unter Erwähnung der biblischen Noach und Ismael, bis zum angeblich ersten Kaiser von Rom, dem „Deutschen“ Julius, und zu Brenno, dem sagenhaften Herzog von Schwaben. >Hie nach an dissem bůch so vinstu aigenlichen all rechtt nach kaysserlichem rechtten verschriben< . Do Throy gebuwen ward und gestift, das beschach nach der sinflůtt vber tusend jar vnd drúhundert jar vnd vier vnd achtzigg jarSaturnus, der gewaltig herr, der was do kunig in Crete …–… denn Schwaben vnd Túttsche land.
    • (17a–264b) Schwabenspiegel: Landrecht nach der 1. systematischen Ordnung, in 79 Abschnitten, inklusive (38b41a) eines Artikels über die Einsetzung des Herzogs von Kärnten, endet mit Artikel 343. >Wie nun Rom besetztt vnd in ordnung gehalten ward< . Herr gott himelscher vater …–… vnd von vederspill.
    • (264b347a) Schwabenspiegel: Lehnrecht, endet mit Artikel 158, I. >Wer lehen rechtt welle kunnen der nem war hie nach< . Wer lechen rechtt kunnen welle …–… man sol kainen buw hin lan wan umb halbs korn.
      • (347a) Schreibervers. >Hie hät dis bůch ain end, das got alle valschen richter schend< .
    • (347b349b) Leer,
    • (350361) Inhaltsverzeichnis zur gesamten Hs. mit Folio- und Buchstabenangaben. >In dissem vorgeschriben bůch < . Am i. a. Item an dem ersten blatt bis an das funft blatt …–… an den lesten blettern des bůchs dis sechsterns.
    • (362ab) Leer.
Entstehung der Handschrift: Herkunft: Aufgrund der Schreibsprache im Südwesten des deutschsprachigen Raums im 3. Viertel des 15. Jh. geschrieben und mindestens unmittelbar danach laut dem Eintrag auf p. 1 in Villingen (Baden-Württemberg) oder Umgebung in Gebrauch.
Provenienz der Handschrift: Gemäss dem eigenhändigen Eintrag auf p. 2 im Besitz des Aegidius Tschudi (1505–1572),
Erwerb der Handschrift: als Teil dessen Nachlasses die Hs. mit der Signatur N. 115 (p. 3) versehen 1768 in die Stiftsbibliothek kam.
Literatur
  • Philipp Lenz, Stefania Ortelli, Die Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen, Bd. 3: Abt. V. Codices 670–749. Iuridica. Kanonisches, römisches und germanisches Recht, Wiesbaden 2014, S. 235–237 (weitere Quellen- und Literaturangaben);
  • Piccard, Gerhard, Die Wasserzeichenkartei Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 340. Online: http://www.piccard-online.de.