Wil, Dominikanerinnenkloster St. Katharina, M III

Mengis Simone, Schreibende Frauen um 1500. Scriptorium und Bibliothek des Dominikanerinnenklosters St. Katharina St. Gallen (Scrinium Friburgense 28), [erscheint] Berlin/New York 2012. [Inhaltsangabe ergänzt durch Richard F. Fasching (e-codices)].
ÜbersichtFaksimileXML anzeigenBeschreibung druckenHandschriftentitel: Antiphonar (de sanctis, pars aestivalis)
Entstehungszeit: 1483? 1484?
Beschreibstoff: Pergament
Umfang:
219 Seiten
Format: 53 x 39 cm
Seitennummerierung: Moderne Bleistift–Foliierung, (in der doppelten Schriftspiegel–Begrenzung links unten).
Lagenstruktur: Regelmässige Quaternionen, regelmässige Wortreklamanten.
Seiteneinrichtung:
Schriftspiegelbegrenzung wie
M II: doppelte Linien mit roter Tinte, 38 cm x 24,5 cm/25 cm. f.
70r-
v Rastrierung verdorben.
Schrift und Hände: - Von derselben Hand wie M II (vergleiche die a).
-
f. 78r schreibt die Ergänzungshand aus M IV.
Musiknotationen: Quadratnotation mit schwarzer Tinte, Rastrierung, Hufnagelnotation, 9 Systeme à 4 Linien pro Seite.
Buchschmuck: - Gleiche Lombarden und Cadellen wie in M II, am Blattrand beschnitten,
-
f. 1r ornamentale Initiale mit rotem ‚Fleuronné’ und rot-blauem Filigranwerk im Innern des U[nus ex duobus qui secuti sunt …].
-
f. 48r Init. orn. in rot u. blau, mit Schlaufenwerk in brauner Tinte, der blaue Querbalken des S mit versuchter Ziselierung (Gravur). Wohl von ders. Illuminatorin wie in M II, aber nicht so gelungen und hübsch wie die Init. orn. gleicher Faktur in M II.
-
f. 109v, f. 120v rot–blaue Initiale, mit rotem ‚Fleuronné’.
-
f. 141r Initiale mit roter und blauer Tinte; mit ‚Fleuronné’;
-
f. 154v braune Cadelle mit reichlich braunem ‚Fleuronné’, darin drei angedeutete menschliche Gesichter im Profil; weitere ähnliche f. 158v, f. 159r
-
f. 160r braune Cadelle mit rotem Fleuronné und Filigranwerk, Menschengesicht im Profil, mit Blumen in brauner Tinte.
-
f. 171r und f. 172r einfachere Cadellen, nur Gesichter im Profil.
Spätere Ergänzungen:
f.
189r, f.
190r Notenzusatz auf (vorhandener) Rastrierung, Notation, Hand des 17. Jahrhunderts (?), dilletantisch angebracht.
Einband:
Einband wie
M II, Beschläge do.; zwei Lederbänder VDK–HD, Metall–Schliessen verloren.
Inhaltsangabe:
-
f. 1r-219v
Antiphonar (›Proprium de sanctis‹, Winterteil) (Andreas bis Dominikus)
[Antiphon zur 1. Vesper des Festtags des hl. Andreas]
Unus ex duobus qui secuti sunt dominum erat Andreas frater Symonis Petri. Alleluia …–…
[Antiphon zur Laudes des Festtags des hl. Dominikus]
>Ad Benedictus antiphona<
Carnis vigor men[tis martyrium]
[Bricht am Seitenende mitten im Wort „mentis“ ab].
Entstehung der Handschrift:
-
Spiegelblatt vorne:
dis buoch vacht an ain
[sic, Verschrieb?]
S andreas abend ain
[? do.?]
vnd weret bis vff
[durchgestrichen: den advent]
v. osteren von den hailgen.
- Zur mutmasslichen Entstehungszeit der Handschrift vergleiche KlA Wil, Chronik, f. 27v [Konventsbuch, f. 27r]: Jtem wir hand geschriben vnd genotiert ain gross gesang bůch von den hailgen dz halbtail im Sumer […]; vergleiche auch a.a.O.,[Konventsbuch] f. 43v, zum Jahr 1484: Jtem wir hand geschriben vnd genotiert ain gross gesang buch ain halbtail sumertails der hailgen […].
- Gemäss Vogler fände sich in diesem Band der Besitzeintrag (ohne genaue Stellenangabe): Dis büch gehörtt dem gotshus s. Catherinenberg. Dieser Eintrag nicht a.a.O., kein zeitgenössischer.
Erwerb der Handschrift: Besitzeintrag auf dem
Spiegelblatt des Vorderdeckels
Anfang des 20. Jahrhunderts:
Eigentum des Klosters St. Katharina, Wil, Kt. St. Gallen.
Bibliographie:
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Vogler, M. Thoma, Geschichte des Dominikanerinnenklosters St. Katharina in St. Gallen 1228-1607, Freiburg/Schweiz 1938, S. 233, Nr. 2.