Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 96
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Beschreibung von Marianne Luginbühl und Maria Solovey, Kantonsbibliothek Thurgau, Frauenfeld, 2017.

Handschriftentitel: Geschichte des Klosters Hauterive
Entstehungsort: unbekannt (möglicherweise das Kloster Hauterive im Kanton Freiburg)
Entstehungszeit: Anfang des 17. Jahrhunderts
Frühere Signatur: M 41i
Beschreibstoff: Papier
Umfang: 22 Bl
Format: 325 x 215 mm
Seiteneinrichtung: ca. 260 x 150 mm, einspaltig, 16-38 Zeilen
Buchschmuck: Durchgängig kolorierte Wappen von Adelsgeschlechtern, Äbten des Klosters und Bischöfen von Lausanne, einige Wappen nicht ausgeführt.
Einband: Papier über Pappe, blaugrün gesprenkelt, 19. Jh.
Inhaltsangabe:
  • Ir-v leer
  • 1r-20r Chronik des Klosters Hauterive (Kanton Freiburg)
    • (1r) Pii ac devoti coenobii Alterippae in agro Fryburgensi apud Helvetios olim in agro Awentino [?] brevis historica descriptio.
      Darunter die Wappen der Zähringer und des Bischofs von Glâne. Die Chronik beginnt mit einer sagenhaften Vorgeschichte zur Zeit Karls des Grossen im Bezug zur Familie Glâne.
    • (1v-2v) Die Gründung des Klosters erfolgte durch Wilhelm von Glâne im Beisein des Lausanner Bischofs Guy de Marlaniaco um 1126.
    • (3r) Die eigentliche Klostergeschichte setzt mit Abt Girard 1138 und dessen Regentschaft an.
    • (3v-10v) Es folgen weitere beteiligte Personen, zum grössten Teil Adlige aus der Umgebung mit ihren dazugehörigen Wappen und Angaben zu Schenkungen, Herrschaften in der Region (Vogteien), das Burgrecht der Stadt Freiburg seit den 1360er Jahren, etc.
      Auf 8v sowie auf 11v scheint ein Teil des Textes aufgrund von Auslassung zu fehlen.
      Eine Liste der Äbte beginnt auf 9r mit Girard (1138-1157) und endet auf 10v mit Abt Petrus (statt Antoine) Gribolet (1578-1604) von Freiburg Ende des 16. Jahrhunderts.
    • (11r-20r) Einzelne genauer beschriebene, kirchliche und politische Ereignisse von 1500 bis 1510 weniger im Zusammenhang mit dem Kloster als der Stadt Freiburg und der Eidgenossenschaft. Die Chronik endet mit den Wappen des Kardinals Matthäus Schiner.
  • 20v-21v leer
Entstehung der Handschrift:
  • Entgegen den Angaben im Katalog der Thurgauischen Kantonsbibliothek von 1886 (Frauenfeld 1887-1932, S. 153, 554) ist die Handschrift nicht von Heinrich Murer verfasst worden.
  • Über die Autorenschaft und die Entstehung der Chronik des Klosters Hauterive ist nichts bekannt.
Provenienz der Handschrift: Die Handschrift könnte Heinrich Murer als Quelle oder Vorlage für eine geplante Chronik im Rahmen des „Theatrum Ecclesiasticum Helvetiorum“ ins Kloster Ittingen gesandt worden sein.
Erwerb der Handschrift: Vermutlich ist die Handschrift unbearbeitet erst nach der Aufhebung der Thurgauischen Klöster im Jahre 1848 in die Kantonsbibliothek Thurgau gelangt, wo sie wahrscheinlich auch gebunden wurde und die alte Signatur M 41i erhielt.
Bibliographie:
  • Meyer von Knonau, Gerold: Heinrich Murer, in: ADB 23 (1886), S. 60.
  • Meier, Gabriel. - Der Karthäuser Heinrich Murer und seine Schriften. - Stans 1900 (SA: Der Geschichtsfreund; Bd. 55, S. 3-38, hier S. 24).
  • Renard, Jean-Pierre: Hauterive. In: Die Zisterzienser und Zisterzienserinnen, die reformierten Bernhardinerinnen, die Trappisten und Trappistinnen und die Wilhelmiten in der Schweiz. Bern 1982 (Helvetia Sacra, Abt. III, Bd. 3, Teil 1), S. 176-245.
  • Guisolan, Michel: Heinrich Murer (1588-1638). Kartäusermönch und Historiker. In: Thurgauer Köpfe 1, hrsg. v. André Salathé, Thurgauer Beiträge zur Geschichte, Bd. 132 (1995), Frauenfeld 1996, S. 233-240.
  • Waeber, Catherine: Die Zisterzienserabtei Hauterive. Kanton Freiburg. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Schweizer Kunstführer Nr. 844-845, Bern 2009.