Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 97
Creative Commons License

Beschreibung von Marianne Luginbühl und Maria Solovey, Kantonsbibliothek Thurgau, Frauenfeld, 2017.

Handschriftentitel: Heinrich Murer, Geschichte des Basler Predigerklosters und des Frauenklosters OP Maria Magdalena in Basel
Entstehungsort: Kartause Ittingen
Entstehungszeit: zwischen 1614 und 1638
Frühere Signatur: M 41p
Beschreibstoff: Papier
Umfang: 7 Bll.
Format: 305 x 200 mm
Seiteneinrichtung: 250 x 155 mm, einspaltig, um 42 Zeilen
Einband: Papier über Pappe, blaugrün gesprenkelt, 19. Jh.
Inhaltsangabe:
  • 1r-1v leer
  • 2r-3v Heinrich Murer: Chronik des Basler Predigerklosters
    • (2r) Von predigern und ihrem Closter wie das Anno 1233 in Basel erbauwen.
      Darunter folgt ein Leerraum für eine geplante Federzeichnung der Kirchenpatrone und Heiligen. Heinrich Murer berichtet von der Entwicklung des Basler Predigerklosters ab der Erbauung im Jahr 1233 bis ins 15. Jahrhundert hinein. Bischof der Basler Diözese Heinrich II. von Thun (Regierungszeit 1216-1238) erlaubte den Dominikanern die Erbauung einer Klosters und fungierte sogleich auch als Stifter. Darauf folgen kurze Beiträge zu den Prioren des Klosters. Unter Heinrich von Marbach weihte Albertus Magnus, der Bischof von Regensburg (1260-1280), den Chor der Kirche ein. Murer springt auf der folgenden Seite (3r) ins 15. Jahrhundert und berichtet von der sich anwandelnden Reformation und dem Widerwillen der Geistlichen.
  • 4r-6r Heinrich Murer: Chronik des Frauenklosters OP Maria Magdalena in Basel
    • (4r) Von Sant Maria Magdalena Closter zu Basel in Stäinenn.
      Darunter folgt ein Leerraum für eine geplante Federzeichnung der Kirchenpatrone und Heiligen. Gemäss Heinrich Murer entstand das Augustiner Steinenkloster 1089 ausserhalb der alten Stadtmauer. 1253 brannte das Kloster nieder und wurde mit der Unterstützung des Grafen Arnold von Blatzheim (gest. 1284) wieder aufgebaut. Murer leitet kurz auf das Jahr 1423 über und berichtet von der Reformation des Klosters durch dreizehn Schwestern (in der Chronik mit Namen genannt) des Klosters Unterlinden (Colmar). Anschliessend geht Murer auf wenige folgende Priorinnen und erneut auf die Reformation bis 1465 ein.
  • 6v-7v leer
Entstehung der Handschrift:
  • Darüber, welche Quellen Heinrich Murer für die Chronik des Predigerklosters und des Steinenklosters in Basel verwendet hat, ist nichts bekannt.
  • Verglichen mit andern Chroniken Murers macht diejenige der Basler Klöster einen vorläufigen und provisorischen Eindruck. Zwar werden wichtige Ereignisse erwähnt, jedoch fehlt die sonst bei Murer übliche Auflistung der Klostervorsteher. Hinzu kommt, dass sowohl die Zeichnung der Kirchenpatronen, als auch die Ausführung der Wappen fehlt. Ausserdem fehlt eine Vedute des Klosters.
Provenienz der Handschrift: Die Handschrift Murers mit den beiden Chroniken der Basler Klöster war nach ihrer Fertigstellung wie die anderen Chroniken für das „Theatrum Ecclesiasticum Helvetiorum“ vorgesehen.
Erwerb der Handschrift: Vermutlich ist die Handschrift erst nach der Aufhebung der Thurgauischen Klöster im Jahre 1848 in die Kantonsbibliothek Thurgau gelangt, wo sie wahrscheinlich auch gebunden wurde und die alte Signatur M 41p erhielt.
Bibliographie:
  • Meyer von Knonau, Gerold: Heinrich Murer, in: ADB 23 (1886), S. 60.
  • Meier, Gabriel. - Der Karthäuser Heinrich Murer und seine Schriften. - Stans 1900, S. 3-38.
  • Emil A. Erdin: Das Kloster der Reuerinnen Sancta Maria Magdalena an den Steinen zu Basel: von den Anfängen bis zur Reformation, (ca. 1230–1529). Freiburg im Üechtland 1956.
  • François Maurer-Kuhn: Predigerkirche Basel. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Schweizerische Kunstführer Nr. 243, Bern 1979.
  • Guisolan, Michel: Heinrich Murer (1588-1638). Kartäusermönch und Historiker. In: Thurgauer Köpfe 1, hrsg. v. André Salathé, Thurgauer Beiträge zur Geschichte, Bd. 132 (1995), Frauenfeld 1996, S. 233-240.