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Zürich, Braginsky Collection, B243 Vol. 1
Pergament · 270 ff. · 32.2 x 26.3 · Evora (Portugal), kopiert und vokalisiert von Isaak ben Ischai · 1494
Hebräische Bibel

e-codices · 20.01.2015, 08:46:51
Im 18. Jahrhundert befand sich diese hebräische Bibel mit masoretischen (textkritischen) Anmerkungen in der Bibliothek des Klosters S. Paolo dei Carmelitani Scalzi in Florenz. Nach der Plünderung des Klosters durch napoleonische Truppen dürfte die Handschrift in die Vatikanische Bibliothek gelangt sein, wie aus einem Eintrag in einem englischen Auktionskatalog von 1827 hervorgeht. Sie blieb in England, bis sie aus der Sammlung des Bibliophilen Beriah Botfield für die Braginsky Collection erworben wurde.
Die ursprünglich zweibändige Handschrift wurde im 19. Jahrhundert neu in vier Bänden gebunden. Der erste Teil umfasste zuvor den Pentateuch und die Hagiografen (die «poetischen» und «historischen» Schriften sowie die fünf Rollen), der zweite Teil enthielt die prophetischen Schriften. Am Schluss des zweiten und heute vierten Bandes notierte der Schreiber Isaak ben Ischai Sason, der auch die Vokalisierungen vorgenommen hatte, er habe das Manuskript im Jahr 1491 in der kastilischen Stadt Ocaña beendet. Am Schluss des ursprünglich ersten und heute zweiten Bandes befindet sich ein weiteres Kolophon, das von einem Schmuckrahmen mit verschlungenen Bandornamenten umschlossen ist. Dieses gibt an, die Handschrift sei 1494 in Evora im Königreich Portugal fertiggestellt worden, zwei Jahre nach der Vertreibung der Juden aus dem spanischen Kastilien. Es mag irritieren, dass Isaak ben Ischai Sason die beiden Teile nicht in der kanonischen Abfolge der biblischen Bücher geschrieben haben soll. Möglicherweise ging der Pentateuch-Teil bei der Vertreibung verloren und musste deshalb ein zweites Mal abgeschrieben werden.
Der kalligrafischen Tradition entsprechend, sind die Wörter des Liedes des Mose (Deuteronomium 32:1–43) in zwei Kolumnen wie übereinandergeschichtete Ziegelsteine arrangiert. Die vertikale Anordnung der Masora magna zu beiden Seiten der Schlusspartie des vorangehenden Textes zeugt von der einfühlsamen Fertigkeit dieses jüdischen Schriftkünstlers.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 238.
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Online seit: 17.12.2015

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Zürich, Braginsky Collection, B243 Vol. 2
Pergament · 182 ff. · 32.2 x 26.3 · Evora (Portugal), kopiert und vokalisiert von Isaak ben Ischai · 1494
Hebräische Bibel

e-codices · 21.05.2015, 14:51:51
Im 18. Jahrhundert befand sich diese hebräische Bibel mit masoretischen (textkritischen) Anmerkungen in der Bibliothek des Klosters S. Paolo dei Carmelitani Scalzi in Florenz. Nach der Plünderung des Klosters durch napoleonische Truppen dürfte die Handschrift in die Vatikanische Bibliothek gelangt sein, wie aus einem Eintrag in einem englischen Auktionskatalog von 1827 hervorgeht. Sie blieb in England, bis sie aus der Sammlung des Bibliophilen Beriah Botfield für die Braginsky Collection erworben wurde.
Die ursprünglich zweibändige Handschrift wurde im 19. Jahrhundert neu in vier Bänden gebunden. Der erste Teil umfasste zuvor den Pentateuch und die Hagiografen (die «poetischen» und «historischen» Schriften sowie die fünf Rollen), der zweite Teil enthielt die prophetischen Schriften. Am Schluss des zweiten und heute vierten Bandes notierte der Schreiber Isaak ben Ischai Sason, der auch die Vokalisierungen vorgenommen hatte, er habe das Manuskript im Jahr 1491 in der kastilischen Stadt Ocaña beendet. Am Schluss des ursprünglich ersten und heute zweiten Bandes befindet sich ein weiteres Kolophon, das von einem Schmuckrahmen mit verschlungenen Bandornamenten umschlossen ist. Dieses gibt an, die Handschrift sei 1494 in Evora im Königreich Portugal fertiggestellt worden, zwei Jahre nach der Vertreibung der Juden aus dem spanischen Kastilien. Es mag irritieren, dass Isaak ben Ischai Sason die beiden Teile nicht in der kanonischen Abfolge der biblischen Bücher geschrieben haben soll. Möglicherweise ging der Pentateuch-Teil bei der Vertreibung verloren und musste deshalb ein zweites Mal abgeschrieben werden.
Der kalligrafischen Tradition entsprechend, sind die Wörter des Liedes des Mose (Deuteronomium 32:1–43) in zwei Kolumnen wie übereinandergeschichtete Ziegelsteine arrangiert. Die vertikale Anordnung der Masora magna zu beiden Seiten der Schlusspartie des vorangehenden Textes zeugt von der einfühlsamen Fertigkeit dieses jüdischen Schriftkünstlers.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 238.
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Online seit: 17.12.2015

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Zürich, Braginsky Collection, B243 Vol. 2
Pergament · 182 ff. · 32.2 x 26.3 · Evora (Portugal), kopiert und vokalisiert von Isaak ben Ischai · 1494
Hebräische Bibel

e-codices · 21.05.2015, 14:52:23
In the eighteenth century, this Hebrew Bible with Masorah Magna and Parva was housed in the library of the Convent of the Discalced Carmelites of S. Paolo in Florence. After that library was sacked by Napoleonic forces, the manuscript may have been in the Vatican Library for a short while; the only source for this information is an English auction catalogue of 1827 in which the manuscript appeared. It remained in England until it was acquired from the library of the bibliophile Beriah Botfield for the Braginsky Collection.
Although the manuscript was bound into four volumes in England during the nineteenth century, the original consisted of two parts, each with its own colophon. The first part comprised the Pentateuch and the Hagiographa, while the second contained all the books of the Prophets. At the end of the original second volume, now the fourth volume (page 73), the scribe and vocalizer Isaac ben Ishai Sason stated that he finished copying the manuscript in 1491 in Ocaña, in Castile. At the end of the original first volume, now the second volume, he wrote a colophon with another year of completion, 1494 (page 71).
This appears within a detailed interlaced frame with pen flourishes along the outer and part of the inner borders. He finished this part, however, in Evora, in the Kingdom of Portugal. With his fellow Jews Isaac had been expelled from Spain in 1492 and forced to flee to Portugal, where he copied the Pentateuch and Hagiographa. In the latter colophon the scribe even indicated that it had been two years since the expulsion from Castile. Whether he did indeed copy the manuscript in this unusual order, first Prophets, then Pentateuch and Hagiographa, or whether an original first part got lost as a result of the expulsion, necessitating its replacement, cannot be known.
According to tradition, the text of the Song of Moses, (Ha'azinu) Deuteronomy 32:1–43 (page 74), is ar- ranged as two columns composed of bricks placed one above the other. The vertical arrangement of the Masorah Magna on either side of the single column of text of the end of the chapter that precedes the song, displays Isaac ben Ishai Sason’s keen artistic sensibility.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 70.
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Online seit: 17.12.2015

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Zürich, Braginsky Collection, B243 Vol. 3
Pergament · 184 ff. · 32.2 x 26.3 · Ocaña (Spanien), kopiert und vokalisiert von Isaak ben Ischai · 1491
Hebräische Bibel

e-codices · 21.05.2015, 14:54:46
Im 18. Jahrhundert befand sich diese hebräische Bibel mit masoretischen (textkritischen) Anmerkungen in der Bibliothek des Klosters S. Paolo dei Carmelitani Scalzi in Florenz. Nach der Plünderung des Klosters durch napoleonische Truppen dürfte die Handschrift in die Vatikanische Bibliothek gelangt sein, wie aus einem Eintrag in einem englischen Auktionskatalog von 1827 hervorgeht. Sie blieb in England, bis sie aus der Sammlung des Bibliophilen Beriah Botfield für die Braginsky Collection erworben wurde.
Die ursprünglich zweibändige Handschrift wurde im 19. Jahrhundert neu in vier Bänden gebunden. Der erste Teil umfasste zuvor den Pentateuch und die Hagiografen (die «poetischen» und «historischen» Schriften sowie die fünf Rollen), der zweite Teil enthielt die prophetischen Schriften. Am Schluss des zweiten und heute vierten Bandes notierte der Schreiber Isaak ben Ischai Sason, der auch die Vokalisierungen vorgenommen hatte, er habe das Manuskript im Jahr 1491 in der kastilischen Stadt Ocaña beendet. Am Schluss des ursprünglich ersten und heute zweiten Bandes befindet sich ein weiteres Kolophon, das von einem Schmuckrahmen mit verschlungenen Bandornamenten umschlossen ist. Dieses gibt an, die Handschrift sei 1494 in Evora im Königreich Portugal fertiggestellt worden, zwei Jahre nach der Vertreibung der Juden aus dem spanischen Kastilien. Es mag irritieren, dass Isaak ben Ischai Sason die beiden Teile nicht in der kanonischen Abfolge der biblischen Bücher geschrieben haben soll. Möglicherweise ging der Pentateuch-Teil bei der Vertreibung verloren und musste deshalb ein zweites Mal abgeschrieben werden.
Der kalligrafischen Tradition entsprechend, sind die Wörter des Liedes des Mose (Deuteronomium 32:1–43) in zwei Kolumnen wie übereinandergeschichtete Ziegelsteine arrangiert. Die vertikale Anordnung der Masora magna zu beiden Seiten der Schlusspartie des vorangehenden Textes zeugt von der einfühlsamen Fertigkeit dieses jüdischen Schriftkünstlers.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 238.
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Online seit: 17.12.2015

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Zürich, Braginsky Collection, B243 Vol. 3
Pergament · 184 ff. · 32.2 x 26.3 · Ocaña (Spanien), kopiert und vokalisiert von Isaak ben Ischai · 1491
Hebräische Bibel

e-codices · 21.05.2015, 14:55:05
In the eighteenth century, this Hebrew Bible with Masorah Magna and Parva was housed in the library of the Convent of the Discalced Carmelites of S. Paolo in Florence. After that library was sacked by Napoleonic forces, the manuscript may have been in the Vatican Library for a short while; the only source for this information is an English auction catalogue of 1827 in which the manuscript appeared. It remained in England until it was acquired from the library of the bibliophile Beriah Botfield for the Braginsky Collection.
Although the manuscript was bound into four volumes in England during the nineteenth century, the original consisted of two parts, each with its own colophon. The first part comprised the Pentateuch and the Hagiographa, while the second contained all the books of the Prophets. At the end of the original second volume, now the fourth volume (page 73), the scribe and vocalizer Isaac ben Ishai Sason stated that he finished copying the manuscript in 1491 in Ocaña, in Castile. At the end of the original first volume, now the second volume, he wrote a colophon with another year of completion, 1494 (page 71).
This appears within a detailed interlaced frame with pen flourishes along the outer and part of the inner borders. He finished this part, however, in Evora, in the Kingdom of Portugal. With his fellow Jews Isaac had been expelled from Spain in 1492 and forced to flee to Portugal, where he copied the Pentateuch and Hagiographa. In the latter colophon the scribe even indicated that it had been two years since the expulsion from Castile. Whether he did indeed copy the manuscript in this unusual order, first Prophets, then Pentateuch and Hagiographa, or whether an original first part got lost as a result of the expulsion, necessitating its replacement, cannot be known.
According to tradition, the text of the Song of Moses, (Ha'azinu) Deuteronomy 32:1–43 (page 74), is ar- ranged as two columns composed of bricks placed one above the other. The vertical arrangement of the Masorah Magna on either side of the single column of text of the end of the chapter that precedes the song, displays Isaac ben Ishai Sason’s keen artistic sensibility.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 70.
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Online seit: 17.12.2015

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Zürich, Braginsky Collection, B243 Vol. 4
Pergament · 193 ff. · 32.2 x 26.3 · Ocaña (Spanien), kopiert und vokalisiert von Isaak ben Ischai · 1491
Hebräische Bibel

e-codices · 21.05.2015, 14:56:53
Im 18. Jahrhundert befand sich diese hebräische Bibel mit masoretischen (textkritischen) Anmerkungen in der Bibliothek des Klosters S. Paolo dei Carmelitani Scalzi in Florenz. Nach der Plünderung des Klosters durch napoleonische Truppen dürfte die Handschrift in die Vatikanische Bibliothek gelangt sein, wie aus einem Eintrag in einem englischen Auktionskatalog von 1827 hervorgeht. Sie blieb in England, bis sie aus der Sammlung des Bibliophilen Beriah Botfield für die Braginsky Collection erworben wurde.
Die ursprünglich zweibändige Handschrift wurde im 19. Jahrhundert neu in vier Bänden gebunden. Der erste Teil umfasste zuvor den Pentateuch und die Hagiografen (die «poetischen» und «historischen» Schriften sowie die fünf Rollen), der zweite Teil enthielt die prophetischen Schriften. Am Schluss des zweiten und heute vierten Bandes notierte der Schreiber Isaak ben Ischai Sason, der auch die Vokalisierungen vorgenommen hatte, er habe das Manuskript im Jahr 1491 in der kastilischen Stadt Ocaña beendet. Am Schluss des ursprünglich ersten und heute zweiten Bandes befindet sich ein weiteres Kolophon, das von einem Schmuckrahmen mit verschlungenen Bandornamenten umschlossen ist. Dieses gibt an, die Handschrift sei 1494 in Evora im Königreich Portugal fertiggestellt worden, zwei Jahre nach der Vertreibung der Juden aus dem spanischen Kastilien. Es mag irritieren, dass Isaak ben Ischai Sason die beiden Teile nicht in der kanonischen Abfolge der biblischen Bücher geschrieben haben soll. Möglicherweise ging der Pentateuch-Teil bei der Vertreibung verloren und musste deshalb ein zweites Mal abgeschrieben werden.
Der kalligrafischen Tradition entsprechend, sind die Wörter des Liedes des Mose (Deuteronomium 32:1–43) in zwei Kolumnen wie übereinandergeschichtete Ziegelsteine arrangiert. Die vertikale Anordnung der Masora magna zu beiden Seiten der Schlusspartie des vorangehenden Textes zeugt von der einfühlsamen Fertigkeit dieses jüdischen Schriftkünstlers.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 238.
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Online seit: 17.12.2015

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Zürich, Braginsky Collection, B243 Vol. 4
Pergament · 193 ff. · 32.2 x 26.3 · Ocaña (Spanien), kopiert und vokalisiert von Isaak ben Ischai · 1491
Hebräische Bibel

e-codices · 21.05.2015, 14:57:09
In the eighteenth century, this Hebrew Bible with Masorah Magna and Parva was housed in the library of the Convent of the Discalced Carmelites of S. Paolo in Florence. After that library was sacked by Napoleonic forces, the manuscript may have been in the Vatican Library for a short while; the only source for this information is an English auction catalogue of 1827 in which the manuscript appeared. It remained in England until it was acquired from the library of the bibliophile Beriah Botfield for the Braginsky Collection.
Although the manuscript was bound into four volumes in England during the nineteenth century, the original consisted of two parts, each with its own colophon. The first part comprised the Pentateuch and the Hagiographa, while the second contained all the books of the Prophets. At the end of the original second volume, now the fourth volume (page 73), the scribe and vocalizer Isaac ben Ishai Sason stated that he finished copying the manuscript in 1491 in Ocaña, in Castile. At the end of the original first volume, now the second volume, he wrote a colophon with another year of completion, 1494 (page 71).
This appears within a detailed interlaced frame with pen flourishes along the outer and part of the inner borders. He finished this part, however, in Evora, in the Kingdom of Portugal. With his fellow Jews Isaac had been expelled from Spain in 1492 and forced to flee to Portugal, where he copied the Pentateuch and Hagiographa. In the latter colophon the scribe even indicated that it had been two years since the expulsion from Castile. Whether he did indeed copy the manuscript in this unusual order, first Prophets, then Pentateuch and Hagiographa, or whether an original first part got lost as a result of the expulsion, necessitating its replacement, cannot be known.
According to tradition, the text of the Song of Moses, (Ha'azinu) Deuteronomy 32:1–43 (page 74), is ar- ranged as two columns composed of bricks placed one above the other. The vertical arrangement of the Masorah Magna on either side of the single column of text of the end of the chapter that precedes the song, displays Isaac ben Ishai Sason’s keen artistic sensibility.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 70.
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Online seit: 17.12.2015

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Zürich, Braginsky Collection, B247
Papier · 70 ff. · 18 x 13 cm · [Deutschland] · ca. 1670-1671
Ewronot („Kalenderbesprechungen“)

e-codices · 20.01.2015, 09:02:53
In October 1582 Pope Gregory XIII changed the calendar of the Catholic church. Heightened awareness of calendars caused by this action, and the resultant feelings of superiority by Jews regarding their own, stimulated the production of separate books on the calculation of the Jewish calendar in the Ashkenazic world. Sifrei Evronot, or Books of Intercalations, exist, among others, in illustrated Ashkenazic manuscripts of the seventeenth and eighteenth centuries. The understanding of the relationship between the texts and images of these owes a great deal to a recent study on the topic by Elisheva Carlebach.
A common image in Sifrei Evronot manuscripts is that of a man on a ladder, or near it, who reaches to heaven to obtain the secrets of the calendar. The man, who often holds an hourglass in his hand, is the biblical Issachar, one of Jacob’s sons. His presence may be explained by I Chronicles 12:33, where reference is made to "the Issacharites, men who knew how to interpret the signs of the times." The Braginsky manuscript is the only known example that contains two images of Issachar. His appearance in each is different, but in both he holds an hourglass in his hand and stands on a ladder that rests on an unusual structure that contains letters of the Hebrew alphabet between its columns. Whereas the text facing the first image refers to Issachar, that facing the second contains no mention of him or any other figure. The first image incorporates another common element found in Sifrei Evronot illustrations, the moon with a human face, here, again, in two variant forms.
The manuscript begins with a panel containing only the word tzivvah (He [God] commanded). The page contains a portal, intended as a gateway to the celestial spheres, but which is also typical of the architectural motifs commonly used on title pages to signify a symbolic entry into the text. By writing on the construction of the calendar, scribes believed they fulfilled a religious commandment.
In this manuscript, there are numerous other decorative elements, but only one additional illustration; it portrays Moses seated at a table holding the Tablets of the Law. Depictions of Moses appear in other Sifrei Evronot manuscripts as well. The three illustrations in the Braginsky manuscript are all flat line drawings, filled in with watercolor.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 98.
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Online seit: 19.03.2015

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Zürich, Braginsky Collection, B247
Papier · 70 ff. · 18 x 13 cm · [Deutschland] · ca. 1670-1671
Ewronot („Kalenderbesprechungen“)

e-codices · 20.01.2015, 09:17:22
Die Kalenderreform Papst Gregors XIII. im Oktober 1582 löste bei den Juden eine erhöhte Aufmerksamkeit für ihr eigenes System der Kalenderberechnung aus. In der aschkenasischen Welt herrschte dabei das Bewusstsein vor, das dem christlichen überlegene System zu besitzen.
Aus dem 17. und 18. Jahrhundert ist eine Reihe von handschriftlichen Sifre ewronot («Bücher der Kalkulationen») bekannt, von denen einige mit Illustrationen versehen sind. Nicht selten zeigen diese einen Mann vor oder auf einer himmelwärts gerichteten Leiter. Dieser Mann, oft mit einem Stundenglas in der Hand, repräsentiert den biblischen Issachar, einen der Söhne Jakobs. Denn in 1 Chronik 12:32 heisst es: «Die Söhne Issachars, die sich auf die [Berechnung der] Zeit verstanden». Das Manuskript der Braginsky Collection ist das einzige bekannte Exemplar, das zwei Versionen dieses Motivs zeigt. In beiden hält Issachar das Stundenglas und steht auf einer Leiter, die jeweils an ein ungewöhnliches architektonisches Gebilde gelehnt ist. Die erste Illustration zeigt – den Darstellungen in anderen Sifre ewronot ähnlich – auch Abbildungen des abnehmenden und zunehmenden Mondes mit menschlichem Gesicht und umgeben von Sternen.
Die Eröffnungsseite der Handschrift weist einen ornamentalen Architekturbogen auf, ein in hebräischen Handschriften und Büchern sehr übliches dekoratives Eingangsmotiv, das hier aber sozusagen als Portal zu den himmlischen Sphären zu interpretieren ist. Im Bogen steht nur ein einziges Wort, ziwwa («Er [Gott] befahl»), wurde doch die Berechnung des Kalenders von Autoren und Schreibern als Erfüllung eines religiösen Gebots betrachtet. In diesem Manuskript tauchen zwar noch weitere grafische Ornamente auf, aber nur eine andere figürliche Illustration. Sie zeigt Moses, wie er mit den Zehn-Gebote-Tafeln an einem Tisch sitzt. Auch dieses Moses-Motiv ist aus anderen Handschriften der Sifre ewronot bekannt.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 124.
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Online seit: 19.03.2015

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Zürich, Braginsky Collection, B250
Pergament · 247 ff. · 27 x 19 cm · [Italien] · [spätes 13. oder frühes 14. Jahrhundert]
Zedekia ben Abraham, Schibbole ha-leket („Ährenlese“), kopiert von den Schreibern Moses und Samuel

e-codices · 27.11.2014, 17:35:31
Although his exact dates are unknown, Zedekiah ben Abraham Anav of Rome is believed to have lived there between 1225 and approximately 1297. He studied in Germany with famous halakhic scholars such as Jacob of Wuerzburg (13th century) and Meir ben Baruch of Rothenburg (d. 1293). Zedekiah’s main work is Shibbolei ha-Leket (Ears of Gleaning), one of the first attempts in Italy to codify Jewish law. It encompasses a systematic overview and discussion of the rules concerning the liturgy and laws of Shabbat, holidays, and fasts, interspersed with other halakhic material. It has a strong Ashkenazic tone and makes no mention of the works of the great Sephardic codifier Moses Maimonides (1138–1204). Shibbolei ha-Leket has twelve sections, subdivided into a total of 372 numbered paragraphs.
Zedekiah ben Abraham was a member of the well-known Italian Anav, or Anau, family, most of whose members lived in Rome during the Middle Ages. The Hebrew designation used by the family was min ha-anavim, “of the Anavs.” Family tradition had it that they descended from one of four aristocratic families of Jerusalem who were brought to Rome by Titus after the destruction of the Temple in Jerusalem in the year 70. Famous members of the family included the lexicographer Nathan ben Jehiel (ca. 1035–1106), author of the dictionary Arukh, and Jehiel ben Jekuthiel Anav (second half of the 13th century), an important author on ethics and the scribe of the famous Leiden manuscript of the Palestinian Talmud (Leiden, University Library, Or. 4720). Other family members were important halakhists and poets. The Braginsky manuscript, although undated, may have been copied during the lifetime or shortly after the death of the author; it is among the earliest surviving copies of the text. The two scribes who copied it left their mark in the work by embellishing their names when they appeared as an acrostic in three consecutive lines of text (“Moses” on page 165) or in full within the text (“Samuel” on pages 292 and 397).

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 38.
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Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky Collection, B250
Pergament · 247 ff. · 27 x 19 cm · [Italien] · [spätes 13. oder frühes 14. Jahrhundert]
Zedekia ben Abraham, Schibbole ha-leket („Ährenlese“), kopiert von den Schreibern Moses und Samuel

e-codices · 27.11.2014, 17:50:42
Verfasser der halachischen Schrift Schibbole ha-leket («Ährenlese») ist Zedekia ben Abraham Anaw von Rom. Seine exakten Lebensdaten sind unbekannt, sie werden von 1225 bis ungefähr 1297 angenommen. Er betrieb seine Studien in Deutschland zur gleichen Zeit wie die berühmten halachischen Gelehrten Jakob von Würzburg und Meir ben Baruch von Rothenburg. Zedekias Hauptwerk Schibbole ha-leket ist einer der ersten in Italien unternommenen Versuche, das jüdische Religionsgesetz zu kodifizieren. Das Werk bietet einen systematischen Überblick. Es gibt die Diskussionen der Vorschriften über die Ordnung der Gebete und die Regeln für Sabbat, Feiertage und Fasttage wieder. Zudem enthält es anderweitige halachische Materien. Die «Ährenlese» ist in zwölf Grossabschnitte gegliedert, die wiederum in insgesamt 372 Paragrafen unterteilt sind. Den Zugang prägt eine ausgesprochen aschkenasische Perspektive. Moses Maimonides, der grosse sefardische Gesetzesinterpret, wird überhaupt nicht einbezogen.
Zedekia ben Abraham gehörte der weithin bekannten Anaw-(oder Anau-)Familie an, die im Mittelalter in Rom ansässig war. Ihrer Überlieferung zufolge stammte sie von einer jener vier Familien ab, die unter Kaiser Titus nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 nach Rom verbracht worden seien. Mitglieder dieser Familie waren so bedeutende Persönlichkeiten wie der Lexikograf Nathan ben Jechiel (um 1035–1106), Verfasser des Wörterbuchs Aruch, oder Jekutiel Anaw (zweite Hälfte 13. Jahrhundert), ein wichtiger Autor ethischer Werke und Kopist der berühmten Leidener Handschrift des Palästinischen Talmuds (Universitätsbibliothek Leiden, Or. 4720). Andere waren bedeutende Halachisten oder Dichter.
Das Braginsky-Manuskript, obwohl nicht datiert, könnte noch zu Lebzeiten des Autors oder kurz danach kopiert worden sein. Es ist eine der frühesten existierenden Abschriften dieses Textes. Die beiden Kopisten – mit Namen Moses und Samuel – signierten ihre Arbeit durch Akrostichen auf den Seiten 165, 292 und 397.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 60.
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Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky Collection, B251
Pergament · 81 ff. · 18.7 x 13.7 cm · [Italien] · [14./15. Jahrhundert]
Abraham Abulafia (1240–nach 1291), Chajje ha-olam ha-ba („Das Leben in der Welt des Jenseits“)

e-codices · 27.11.2014, 18:03:11
Judaism has always reflected two opposing attitudes toward Kabbalah. The first seeks to limit the study and practice of Jewish mysticism to a limited circle of students as an esoteric system, while the second wants to reach out to larger Jewish audiences. In medieval Spain one of the most important kabbalists was Abraham Abulafia (1240–after 1291). Abulafia did not consider Kabbalah to be a form of gnosis, or a theosophical theory; his conceptions of Kabbalah have little or nothing to do with the well-known kabbalistic schools that concentrate on the Sefirot, or the structure of the Divine being. Instead, through certain mystical techniques and experiences, Abulafia attempted to achieve a state of prophetic-mystical ecstasy, inspired by his conviction that the experience of the prophets was an ecstatic one and that all true mystics are prophets. Abulafia met with fierce opposition, but that did not prevent his doctrine from becoming extremely popular.
Particularly important among his many works are his kabbalistic manuals, the best known of which is Hayyei ha-Olam ha-Ba (Life of the World to Come). It is also known as Sefer ha-Shem (Book of the [Divine] Name), Sefer ha-Iggulim (Book of Circles), or, as in the Braginsky manuscript, Sefer ha-Shem ha-Meforash (Book of the Ineffable Name). This work contains ten circles executed in red and black ink and 128 slightly different circles executed in black, which are, in fact, detailed instructions for mystical meditation. The seventy-two-lettered Name (arrived at by a combi- nation of the numerical value of the letters in the names of the twelve tribes, the Patriarchs, and the nine letters of the words shivtei yisra’el [the tribes of Israel]) is recited while contemplating these circles, in which different Divine Names are broken down into new structures by means of combinations of letters. The reader is supposed to enter each circle at its “entrance,” slightly to the right of the top of the circle, indicated in the larger circles in black and red by a small twirled pen stroke. During these exercises the mystic is advised by Abulafia to withdraw into a house where one’s voice cannot be overheard.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 48.
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Zürich, Braginsky Collection, B251
Pergament · 81 ff. · 18.7 x 13.7 cm · [Italien] · [14./15. Jahrhundert]
Abraham Abulafia (1240–nach 1291), Chajje ha-olam ha-ba („Das Leben in der Welt des Jenseits“)

e-codices · 27.11.2014, 18:08:53
Im Judentum gab es immer zwei einander widersprechende Haltungen gegenüber der Kabbala. Die eine möchte das Studium und die Praxis der jüdischen Mystik als esoterisches System auf einen kleinen Kreis Eingeweihter beschränken, die andere versucht ein grösseres jüdisches Publikum zu erreichen. Einer der bedeutendsten Kabbalisten im mittelalterlichen Spanien war Abraham Abulafia (1249–nach 1291). Er betrachtete die Kabbala weder als eine Form der Gnosis noch als eine Art theosophischer Philosophie. Sein Konzept der Kabbala hat wenig oder nichts mit den bekannten Richtungen zu tun, die sich auf die Sefirot konzentrieren, die Emanationen des göttlichen Wesens. Stattdessen versuchte Abulafia einen Zustand prophetisch-mystischer Ekstase zu erreichen, ausgehend von seiner Überzeugung, dass die Erfahrungen der Propheten ekstatischer Natur und alle wahren Mystiker Propheten gewesen seien. Diese Auffassung rief heftige Widerstände hervor, die der ausserordentlichen Popularität von Abraham Abulafias Lehre jedoch keinen Abbruch taten.
Besonders populär waren seine kabbalistischen Handreichungen, vor allem das Chajje ha-olam ha-ba («Das Leben in der Welt des Jenseits»), bekannt auch unter den Bezeichnungen Sefer ha-Schem («Buch des göttlichen Namens») oder Sefer ha-iggulim («Buch der Kreise»). Das Exemplar der Braginsky Collection fand auch unter dem Namen Sefer ha-Schem ha-meforasch («Buch des unaussprechlichen Namens») Verbreitung. Das Manuskript zeigt zehn in konzentrischen Kreisen verlaufende Inschriften in Schwarz und Rot sowie 128 nur in Schwarz. Sie enthalten detaillierte Anweisungen für die mystische Meditation. Bei der Betrachtung dieser Kreise sollte der 72 Buchstaben zählende Name Gottes rezitiert werden, der durch eine Kombination des Zahlenwerts der Buchstaben in den Namen der zwölf Stämme Israels, der Patriarchen und der neun Buchstaben des Wortes Schiwte Jisra’el («Stämme Israels») zustande kommt. Der lesende Betrachter sollte jeden der dreifachen schwarz-roten Kreise an der Stelle «betreten», die durch einen kleinen Federstrich gewissermassen als «Eingang» bezeichnet ist.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 112.
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Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky Collection, B252
Pergament · 54 ff. · 19 x 13.5 cm · [Norditalien] · [letztes Drittel des 15. Jahrhunderts]
Minhagim („Religiöse Gebräuche“)

e-codices · 28.11.2014, 16:19:28
Authorship of this book of religious customs is not entirely clear. Its teachings rely on the insights of Jacob Moellin (1360–1427) of Mainz, one of the major halakhic codifiers in the Ashkenazic world. The attribution of the work to Samuel of Ulm is based on a former Jews’ College, London, manuscript (ms. 28,1; presently in the Jesselson Foundation), in which the author is identified as such.
The Braginsky manuscript contains seven fine, red ink drawings. These are part of a tradition of scribal decoration that flourished in northern Italy in the last third of the fifteenth century. The most important representative of that tradition was Joel ben Simeon, the scribe-artist of such famous medieval Haggadot as the Ashkenazi Haggadah (London, British Library, Add. MS. 14762) and the Washington Haggadah (Washington, Library of Congress, Hebr. 1), both of which have been reproduced in facsimile editions.
Particularly striking in the manuscript are the human heads, usually depicted in profile. Suspended from an initial word panel, on folio 31, the bearded head of a man with a long bumpy nose and heavy eyelids appears in many works associated with Joel ben Simeon. Some of his most frequently rendered motifs, such as hares and large architectural structures with round towers, appear in this manuscript as well. Although the art clearly is similar to that found in manuscripts by the hand of Joel ben Simeon, it cannot be determined with certainty that he decorated this work.
On folio 36r, the initial word panel for the Hebrew word hosha’ana, at the beginning of the section dealing with Hoshanah Rabba, the seventh day of the Sukkot festival, is embellished with a depiction of a dragon. This is also a recurring motif in works by Joel ben Simeon. In the bottom margin a man, viewed in profile, wears what is known as a cappuccio a foggia. This contemporary head covering also appears in other manuscripts associated with Joel ben Simeon. Standing near a lectern on which an open book rests, the man holds a lulav (palm branch) and an oversize etrog (citron). Delicate red pen work embellishes the inner margin of this page.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 54.
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Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky Collection, B252
Pergament · 54 ff. · 19 x 13.5 cm · [Norditalien] · [letztes Drittel des 15. Jahrhunderts]
Minhagim („Religiöse Gebräuche“)

e-codices · 28.11.2014, 16:30:39
Die Autorschaft des Buches Minhagim («Religiöse Gebräuche») ist nicht eindeutig geklärt. Die darin enthaltenen Belehrungen beruhen auf den Auffassungen von Jakob Moellin von Mainz (1360–1427), einer der grössten geistigen Autoritäten der aschkenasischen Welt. Die Zuschreibung an Samuel von Ulm beruht auf dessen Namensnennung in einer Handschrift, die vom Jews’ College in London (ms. 28.1) in den Besitz der Jesselson Foundation übergegangen ist.
Im Manuskript der Braginsky Collection finden sich sieben mit roter Tinte ausgeführte Federzeichnungen. Sie stehen in der Illustrationstradition Norditaliens im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts. Deren bedeutendster Vertreter war Joel ben Simeon, der so bekannte Handschriften wie die Ashkenazi Haggadah (London, British Library) und die Washington Haggadah (Washington, Library of Congress) illustrierte. Beide liegen in Faksimileausgaben vor. Besonders bemerkenswert an den Federzeichnungen sind die grotesken, meist im Profil wiedergegebenen menschlichen Köpfe. Ähnlich wie in anderen Werken von Joel ben Simeon führt von einem Initialwort ausgehend ein Ornament nach unten, aus dem sich ein Kopf mit ausgeprägter Höckernase und schweren Augenlidern entwickelt (fol. 31). Auch einige andere, von diesem Künstler häufig aufgegriffene Motive finden sich im Manuskript, etwa die Hasen oder eine langgestreckte Stadtmauer mit Rundtürmen. Auf fol. 36r ist das hebräische Initialwort hoscha’ana zum Abschnitt von Hoschana rabba, dem siebten Tag des Laubhüttenfests (Sukkot), mit dem Bild eines Drachens verziert, auch dies ein bekanntes Motiv von Joel ben Simeon. In der Zeichnung am unteren Bildrand trägt ein Mann eine typische zeitgenössische Kopfbedeckung, einen cappuccio a foggia. Er steht vor einem Lesepult mit aufgeschlagenem Buch und hält in der einen Hand einen Lulaw (Palmzweig), in der anderen einen Etrog (Zitrusfrucht), die beide zu den an Sukkot dargebrachten Gaben gehören. Trotz solcher Entsprechungen lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, ob diese Zeichnungen tatsächlich von der Hand Joel ben Simeons stammen.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 70.
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Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky Collection, B253
Pergament · 118 ff. · 13.5 x 9.4 cm · [wahrscheinlich Rheinland] · [um 1400]
Gebetbuch nach dem askenasischen Ritus

e-codices · 28.11.2014, 16:40:25
Jewish books almost always show evidence of active use. This is especially true of prayer books, which tended to be used intensively. The overall condition of this medieval prayer book, therefore, is noteworthy. The graceful Ashkenazic square and semi-cursive hands and the fine parchment used resulted in an elegant volume. It contains daily prayers, selected piyyutim for festivals and certain special occasions, a variety of special prayers, and the full text of the Passover Haggadah, the first page of which (folio 54v) is reproduced here. The Haggadah, which had grown within the daily prayer book from the days of the Geonim onward, was already considered to be a separate book when this prayer book was copied; its inclusion in a prayer book, however, was not yet uncommon.
The manuscript presents an interesting example of the impact of censorship. During the Middle Ages the Alenu le-shabbeah prayer, which is recited at the end of the statutory services, was believed to contain an implied insult to Christianity. The verse “for they prostrate themselves before vanity and emptiness and pray to a God that does not save” was seen as a reference to Jesus, in spite of the fact that the second part of the text is from Isaiah 45:20 and therefore precedes the New Testament. In this manuscript (fol. 19r–v), as is the case in so many others, the anonymous copyist decided not to include the problematic text. He left an open space, however, perhaps for a later owner to add the omitted passage.
In hindsight this common case of medieval Jewish self-censorship was only a prelude to the active inquisitional censorship that the Jews of Italy would have to deal with later. From the second half of the sixteenth century onward, Christian censors in Italy, many of whom were converted Jews, inspected Hebrew books, signed them, and often expurgated controversial passages (also see cat. no. 25). Jews usually had to pay for this “service.” Among the most important censors were Camillo Jaghel, Hippolitus Ferrarensis, and the censor of this prayer book Dominico Irosolimitano, who worked in Mantua. He did not expurgate any passages, but only signed the last page of the manuscript. Signatures and entries by censors are proof, of course, of Italian ownership at the time of censorship.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 50.
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Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky Collection, B257
Pergament · 23 ff. · 9.3 x 7 cm · [Wien, kopiert und illustriert von Meschullam Simmel aus Polna] · 1719
Perek shira („Kapitel des Liedes“) und Kiddusch-le-jom tow („Heilung [des Weins] am Feiertag“)

e-codices · 28.11.2014, 16:49:12
Perek Shirah is an anonymous song of praise to the Creator. Known since the first half of the tenth century, it consists of hymnal sayings by all creatures: the natural and supernatural orders, inanimate nature, the heavens and their hosts, and worlds of plants and animals. The sayings are mostly biblical verses, usually from the Psalms. There is hardly any connection between the texts and the creatures singing praise. On account of its unusual content, many rabbis disapproved of the work, but this did not prevent it from becoming popular. More than a hundred manuscripts, as well as some hundred printed editions, survive from the late Middle Ages on. Often published as a separate volume, the text appeared in daily prayer books as well.
Perek Shirah was illustrated by almost all important artists of the eighteenth-century Central European School, including Meshullam Zimmel ben Moses, the scribe-artist of this manuscript. Although Meshullam Zimmel is known to have worked in Prague, as well as in his native Polna (Bohemia), most of his manuscripts were executed in Vienna. He was most likely a copper engraver by profession, which explains his unparalleled drawing skills. To date sixteen signed manuscripts by Meshullam Zimmel, produced between 1714 and 1756, are known to exist. Another dozen manuscripts, including this unsigned manuscript, can be attributed to him with certainty. Among his works are two other manuscripts of Perek Shirah, both in private hands.
As stated on the title page, the present manuscript was written, or “engraved upon the plates” as the Hebrew text reads literally, for Hertz ben Leib Darmstadt of Frankfurt am Main. The manuscript contains an architectural title page and eight initial word panels executed in the same ink as the text. Folios 19 and 20 were added later in black ink. A small initial word panel appears on folio 19r. The initial word panel on folio 8r, illustrating the song of creeping animals, depicts ten frogs set within abundant foliage, while the one on folio 15r illustrates the song of domestic animals, represented by a horse, a cow, a sheep, and two species of goat.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 106.
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Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky Collection, B257
Pergament · 23 ff. · 9.3 x 7 cm · [Wien, kopiert und illustriert von Meschullam Simmel aus Polna] · 1719
Perek shira („Kapitel des Liedes“) und Kiddusch-le-jom tow („Heilung [des Weins] am Feiertag“)

e-codices · 28.11.2014, 16:55:08
Perek schira ist ein seit dem 10. Jahrhundert bekannter, anonymer Hymnus an den Schöpfer. Er enthält Lobpreisungen Gottes durch alles Erschaffene: die natürlichen und übernatürlichen Ordnungen, die unbelebte Natur, die Himmel und ihre Heerscharen, die Welt der Pflanzen und Tiere. Die Lobpreisungen sind biblischen Versen entnommen, zumeist den Psalmen. Weil sich aber kaum ein Zusammenhang zwischen den Texten und den lobpreisenden Schöpfungen ausmachen lässt, missbilligten viele Rabbiner das Werk. Seiner Popularität tat dies aber keinen Abbruch. Es liegen über hundert Handschriften vor, darunter mittelalterliche, sowie mehrere hundert gedruckte Ausgaben. Der Hymnus fand sogar Eingang in das tägliche Gebetbuch.
Fast alle bedeutenden Künstler hebräischer Handschriften des 18. Jahrhunderts illustrierten das Perek schira. Meschullam Simmel ben Moses verfertigte die vorliegende Handschrift aus der Braginsky Collection und versah sie mit Federzeichnungen. Er arbeitete zwar auch in Prag und an seinem Herkunftsort Polna in Böhmen, die meisten seiner Manuskripte entstanden jedoch in Wien. Wahrscheinlich war er von Beruf Kupferstecher, was seine erstaunlichen zeichnerischen Fähigkeiten erklären würde. Soweit bekannt, existieren von ihm 16 signierte Manuskripte aus dem Zeitraum von 1714 bis 1756. Weitere 13, einschliesslich des hier vorliegenden, können ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden. In seinem Œuvre gibt es noch zwei weitere Perek schira-Handschriften, die sich ebenfalls in privaten Sammlungen befinden.
Auf der Titelseite ist zu lesen, diese Handschrift sei für Hertz ben Leib Darmstadt aus Frankfurt am Main geschrieben worden – oder vielmehr «auf die Platten graviert», wie es hebräisch wörtlich heisst. Die ornamentale Eingangspforte auf der Titelseite und die acht Bildpaneele mit Initialwörtern sind in derselben Tintenfarbe ausgeführt wie der Text. Eine Ausnahme bilden die mit schwarzer Tinte geschriebenen Blätter 19 und 20. Sie wurden später hinzugefügt. Das Zierfeld mit Initialwörtern auf fol. 8r illustriert den Lobpreis der Kriechtiere und zeigt zehn Frösche, umgeben von üppigem Blattwerk, während auf fol. 15r Haustiere – Pferd, Kuh, Schaf und Ziegen – abgebildet sind.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 100.
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Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky Collection, B259
Pergament · 60 ff. · 13.5 x 10 cm · Italien, kopiert von Leon ben Joschua de Rossi aus Cesena · letztes Drittel des 15. Jahrhunderts
Mischhandschrift zum jüdischen Lebenszyklus

e-codices · 28.11.2014, 17:02:46
This unusual manuscript is a compendium of texts related to the human life cycle. Included are prayers for circumcision; a formula for a marriage contract (Correggio, 1452, without specific names); marriage rituals with an additional hymn with the acrostic El’azar; a marriage contract (Parma 1420, between Judah, son of Elhanan of Ascoli Piceno and Stella, daughter of Solomon of Mantua); prayers recited at the cemetery with a Grace after Meals for mourners; a ritual for the amelioration of bad dreams; Ka’arat Kesef (Silver Dish, an ethical poem by the thirteenth-century Provençal poet Jehoseph ben Hanan ben Nathan Ezobi); and a personal prayer by Moses Latif for Joab Immanuel Finzi (in a different hand). On folio 10r, in the formula for a marriage contract, the scribe included an obligation for the payment of a dowry, humorously adding that “all is a lie and falsehood, Leon ben Joshua who denies everything that is written above.” It was most probably the scribe who added the decorative pen work to the initial word panels that appear throughout the manuscript.
It is quite likely that the manuscript was produced as a wedding gift. The strongest indication of this is the double-page illumination that depicts a bride and groom at the moment of betrothal as the groom puts the ring on the bride’s index finger. Contrary to Jewish custom, the ring is put on the bride’s left, rather than her right, hand. The bride wears a horned headdress, a light veil, a pleated, full-skirted gown, with sleeves of a different material, a fashion that originated in Ferrara. The groom wears a pleated, short cloak cinched with a gold belt, a jerkin, and hose. The floral border that frames the two pages includes a half-length figure of a man at either side. Possibly intended as the witnesses, the one on the right holds a book with a red velvet cover, while the man on the left points to the couple. As noted in the catalogue of the auction in which the manuscript was acquired for the Braginsky Collection, this type of illumination is consistent with that found in fifteenth-century Ferrara.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 56.
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Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky Collection, B259
Pergament · 60 ff. · 13.5 x 10 cm · Italien, kopiert von Leon ben Joschua de Rossi aus Cesena · letztes Drittel des 15. Jahrhunderts
Mischhandschrift zum jüdischen Lebenszyklus

e-codices · 28.11.2014, 17:08:49
Dieses ungewöhnliche Manuskript ist eine Zusammenstellung von Texten zum jüdischen Lebenszyklus. Es umfasst: Gebete für die Beschneidungszeremonie; das Formular eines Heiratsvertrags aus Correggio 1452 (ohne Namenseinträge); Texte zum Hochzeitsritus, dazu einen Hymnus mit dem Akrostichon El’azar; einen Hochzeitsvertrag, 1420 in Parma geschlossen zwischen Juda, Sohn des Elhanan von Ascoli Piceno, und Stella, Tochter des Solomon von Mantua; Friedhofsgebete mit einem für Trauernde bestimmten Tischgebet; ein Ritual zur Vermeidung böser Träume; Ka’arat kesef, ein ethisches Poem des provenzalischen Dichters Jehoseph ben Hanan ben Nathan Ezobi aus dem 13. Jahrhundert; schliesslich – in fremder Handschrift hinzugefügt – ein persönliches Gebet von Moses Latif für Joab Immanuel Finzi. Sehr wahrscheinlich brachte der Schreiber auch die ornamentalen Federzeichnungen rund um die Initialwörter an.
Auf fol. 10r vermerkte er im Hochzeitsvertrag scherzhaft an der Stelle, wo von der Zahlung einer Mitgift die Rede ist: «Alles gelogen und falsch! Leon ben Joschua, der alles, was oben steht, dementiert.» Es ist gut möglich, dass dieses Manuskript als Hochzeitsgeschenk diente. Stärkstes Indiz für eine solche Zuweisung wären die Illustrationen auf den beiden Doppelseiten 10–12r. Dort ist das Brautpaar in jenem Moment der Trauung dargestellt, bei dem der Bräutigam der Braut den Ring an den Zeigefinger steckt. Im Widerspruch zum jüdischen Brauch, den Ring an den Finger der rechten Hand zu stecken, ergreift der Bräutigam hier die linke. Die Braut trägt eine zeitgenössische Hornfrisur mit hellem Schleier und ein langes burgunderrotes Faltenkleid mit Ärmeln aus Goldbrokat nach Ferrareser Mode. Der Bräutigam ist in einen kurzen grünen, ebenfalls gefältelten Rock gekleidet, den ein goldener Gürtel zusammenhält, und trägt orangerote Beinlinge und eine weiche Kopfbedeckung. In die üppigen floralen Verzierungen dieser Doppelseite sind zwei männliche Halbfiguren eingefügt, die möglicherweise die Trauzeugen repräsentieren sollen. Die eine von ihnen zeigt auf den Text Seder tena’im («Ordnung der Heiratsvereinbarungen»), die andere hält ein gebundenes Buch unter dem Arm und weist mit der Hand auf den Ehevertrag zurück, der auf den vorangehenden Seiten fol. 8v bis 10r steht.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 144-145.
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