Alle Bibliotheken und Sammlungen
Heinrich Seuses „Büchlein der ewigen Weisheit“, ein Andachts- und Betrachtungsbuch, stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist in hochalemannischer Mundart geschrieben. Meliora Muheim (gest. 1630), spätere Priorin des Klosters Hermetschwil, hat die Pergamenthandschrift von einem Buchbinder in Zürich im Jahr 1598 erworben (Ir).
Online seit: 11.12.2025
Die kleinformatige, in lateinischer Sprache geschriebene Pergamenthandschrift stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ihr Hauptteil ist ein „Compendium theologiae moralis“, der 224 Kapitel zu den Grundbegriffen der Glaubenslehre und zur christlichen Lebensführung beinhaltet. Die Herkunft des Manuskripts ist nicht bekannt.
Online seit: 11.12.2025
Die aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammende Pergamenthandschrift ist in lateinischer Sprache geschrieben. Die Herkunft der Handschrift ist zisterziensisch, seit dem 18. Jahrhundert war sie im Besitz des Zisterzienserordens in Wettingen. Die Handschrift weist zeitgenössische Korrekturen sowie Nachträge aus dem 15. und 16. Jahrhundert auf.
Online seit: 11.12.2025
Die Handschrift auf Pergament und Papier stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und ist vom Schreiber Johannes in hochalemannischer Mundart verfasst. Der Besitzvermerk wurde ausradiert; Albert Bruckners Vermutung, dass das Manuskript im Besitz eines Frauenklosters gewesen war, ist nicht belegt.
Online seit: 11.12.2025
Die Erstellung der liturgischen Pergamenthandschrift geht auf unterschiedliche Jahrhunderte zurück. Der erste Teil entsteht im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts, während im zweiten Teil Nachträge aus dem 14. und 15. Jahrhundert zu finden sind. Die Handschrift in lateinischer Sprache war im Besitz der Zisterzienserabtei Chaalis in Nordfrankreich; im 17. Jahrhundert gelangte das Manuskript in den Besitz des Zisterzienserordens in Wettingen.
Online seit: 11.12.2025
Das Lectionarium officii ist eine Handschrift auf Pergament, die nach der Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden und in lateinischer Sprache verfasst ist. Die Herkunft des Manuskripts ist nicht bekannt, im 17. Jahrhundert gelangte die Pergamenthandschrift in den Besitz des Zisterzienserordens in Wettingen.
Online seit: 11.12.2025
Am Anfang des 14. Jahrhunderts in lateinischer Sprache geschrieben, enthält die Pergamenthandschrift das Compendium theologicae veritatis von Hugo Argentinensis (1210-1270) sowie das Quaestiones super quatuor libros sententiarum von Guilelmus Rothwell (ca. um 1260). Seit dem 15. Jahrhundert vermutlich in Wettingen, im 18. Jahrhundert war die Handschrift im Besitz des Zisterzienserordens in Wettingen.
Online seit: 11.12.2025
Die Sammelhandschrift, die unter anderem ein deutsches Plenar sowie den Traktat „Gegen den Eigenbesitz im Kloster“ des Heinrich von Langenstein überliefert, wurde wahrscheinlich erst im ausgehenden 15. Jahrhundert in der Kartause Basel zusammengebunden und dort in der Bibliothek der Laienbrüder aufgestellt. Alle Teile der Handschrift wurden im alemannischen Sprachraum geschrieben, Teil 2 wahrscheinlich im Elsass. Die Handschrift enthält Nachträge vom Bader der Kartause, einem Konversen namens Melcher, der unter anderem Hinweise zu einem eigentlich geplanten, aber nicht ausgeführten Zyklus von Apostelbildern niederschrieb.
Online seit: 11.12.2025
Die medizinische Sammelhandschrift enthält unter anderem eine Abschrift des Antidotarium Magnum, eines umfangreichen Kompendiums medizinischer Rezepte, das auf Initiative des Constantinus Africanus in Monte Cassino entstand. Ungewöhnlich an der Abschrift ist insbesondere die Ausstattung mit 22 grossformatigen, ornamentierten und historisierten Initialen.
Online seit: 11.12.2025
Die Handschrift enthält De disciplina scolarium des Ps. Boethius und De compositis verbis des Johannes de Garlandia, beide mit Kommentaren und Ergänzungen. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts geschrieben, ein Teil ist auf 1498 datiert. Das Buch wurde von mehreren Besitzern benutzt, die zahlreiche Zusätze und Korrekturen anbrachten, darunter auch einfache Federzeichnungen, Versproben und Namen von Schülern. Im frühen 16. Jahrhundert gehörte der Band zur Bibliothek der Kartause Basel, von wo aus es nach der Reformation in die Universitätsbibliothek Basel kam.
Online seit: 11.12.2025
Die Sammlung mit deutschsprachigen Legenden, Predigten und einer kleinen Marienmirakelsammlung ist Ende des 14. Jahrhunderts im ostalemannischen Sprachraum entstanden. Die meisten Legenden gehen auf die deutschsprachige Textfassung zurück, die dem Zürcher Dominikaner Marquard Biberli (ca. 1265 - ca. 1330) zugeschrieben wird und die sonst nur noch in der Solothurner Handschrift S 451 überliefert ist. Der Band wurde spätestens im 15. Jahrhundert aus zwei ursprünglich selbstständigen Einheiten, die jeweils von einem Schreiber geschrieben wurden, zusammengebunden. Die mittelalterliche Provenienz des Bandes ist unbekannt; im 18. Jahrhundert gehörte er in die „Bibliotheca Bruckeriana“ (wahrscheinlich Johann Heinrich Brucker, 1725-1754) und wurde 1808 von der Universitätsbibliothek gekauft.
Online seit: 11.12.2025
In dieser Urkunde erlaubt Karl IV. (1314–1378, 1346 zum römisch-deutschen König gewählt, 1355 zum Kaiser gekrönt) der Gräfin Irmengard von Nassau († 1371), in ihren Dörfern, Gerichten und Städten Wegzölle zu erheben, so wie es zuvor ihr Vater Kraft II. von Hohenlohe-Weikersheim († 1344) getan hatte. Die Einkünfte sollen zur Begleichung der Schulden dienen, die das Reich ihr gegenüber hat. Der Rest eines Wachssiegels von König Karl IV. ist mit einem Pergamentstreifen an der Urkunde befestigt. Das Dokument blieb mehrere Jahrhunderte im Besitz der Familie Hohenlohe und wurde 1969 vom Haus J. A. Stargardt in Marburg an Martin Bodmer verkauft.
Online seit: 11.12.2025
Der Text besteht aus mehr als 9´000 Versen und gehört zum ersten Abschnitt des Dīwān von Jāmī, der den Titel Fātihat al-shabāb („Die Eröffnung der Jugend“) trägt. Trotz ihres Titels versammelt diese Handschrift die lyrische Dichtung, die Jāmī (1414–1494) vom Beginn seiner literarischen Laufbahn bis etwa zu seinem 65. Lebensjahr, also über einen Zeitraum von rund dreissig Jahren, verfasste. Neben mystischen und religiösen Gedichten enthält sie auch mehrere Lobgedichte, die an verschiedene Herrscher gerichtet sind und in denen der Dichter seine Dankbarkeit ausdrückt oder deren Taten rühmt. Die gemalten Bilder stehen in direktem Zusammenhang mit dem Text.
Online seit: 11.12.2025
Aus dem südwestdeutschen Raum stammende franziskanische Choralhandschrift aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Mit reichhaltigem, dem Oberrheinischen Initialstil entsprechendem Buchschmuck: Grosse Initialen mit flächenfüllendem Fleuronné und Fabeltier-Medaillons. Mit dunkelbraunem Leder bezogener Holzdeckeleinband des 18. Jahrhunderts.
Online seit: 11.12.2025
Sammelband mit Studienmaterialien, geschrieben grösstenteils von Jean Joly (Guardian im Franziskanerkloster Freiburg 1467-1469, 1472-1478, 1481-1510) während dessen Studienaufenthalt in Avignon. Enthält neben zahlreichen Studientexten des Jean Joly Schriften der Franziskaner Johannes de Fontanellis und Matthäus von Acquasparta. Mit braunem Leder bezogener Holzdeckeleinband aus der Werkstatt des Rolet Stoss im Franziskanerkloster Freiburg, 2020 restauriert.
Online seit: 11.12.2025
Durch Friedrich von Amberg (Guardian im Franziskanerkloster Freiburg, † 1432) aus verschiedenen, unabhängig voneinander entstandenen Teilen zusammengestellter und mit Reklamanten versehener Sammelband. Der in zehn Teile gegliederte Band enthält neben Predigtmaterialien u.a. Auszüge aus der Summa de vitiis des Wilhelm Peraldus (Teil 4), den Rationes XIV ad proficiendum in virtute des Ludolph von Sachsen (Teil 5), der Moralia des Franciscus de Maironis (Teil 7) und der Sermones de sanctis des Engelbert von Köln (Teil 10). Spiegel- und Nachsatzblatt aus Pergament, wohl zugunsten der Franziskaner ausgestelltes Testament aus dem 15. Jahrhundert. Mehrere Falzverstärkungen aus Pergament, darunter Fragmente einer kommentierten Handschrift des 13./14. Jhs., eines Grammatiktraktats des 14. Jhs. und einer Urkunde des 14. Jhs. 2021 restaurierter, mit stark abgeriebenem Leder bezogener Kettenband.
Online seit: 11.12.2025
Die dünne Handschrift besitzt einen mit Kunstleder bezogenen Kartoneinband und enthält, wie das Titelschild auf dem Rücken offenbart, einen Text von Pater Moreau, De religione rauracorum. Marcel Moreau (1735–1804), der am Jesuitenkolleg von Pruntrut ausgebildet wurde und danach in die Zisterzienserabtei von Lucelle eintrat, verfasste mehrere Texte zur Geschichte seiner Region, darunter eine Reihe von sechs Abhandlungen über die Rauracia (A141). Die Handschrift A46 greift dieselbe literarische Form auf, um das Thema Religion zu behandeln. Der Haupttext, der in Latein mit einigen Passagen in Französisch verfasst ist, steht auf dem linken Teil jeder Seite und wird rechts durch verschiedene Anmerkungen oder bibliografische Angaben ergänzt. Es handelt sich um ein Arbeitsexemplar, das der Autor offensichtlich korrigiert hat, indem er Wörter oder sogar ganze Abschnitte durchgestrichen, aber auch zahlreiche Ergänzungen angebracht hat.
Online seit: 11.12.2025
Die Papierhandschrift stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und enthält eine Sammlung von Bräuchen des Bistums Basel. Sie ist nach thematischen Einträgen wie commune, discussion volontaire, Grandval, obligations („Gemeinde, freiwillige Diskussion, Grandval, Verpflichtungen“) usw. gegliedert, die in alphabetischer Reihenfolge (von Absent [„Abwesend“], S. 1 bis Veuve [„Witwe“] auf S. 255) angeordnet sind. Der Begriff, der sich auf die jeweiligen Bräuche bezieht, steht jeweils am linken Rand und wird durch Auszüge aus Gerichtsakten, die meistens datiert sind, illustriert.
Online seit: 11.12.2025
Diese lateinische Handschrift überliefert einen Abriss der Geschichte des Bistums Basel zur Zeit des Episkopats von Johann Heinrich von Ostein (1628-1646), während des Dreissigjährigen Krieges. Der abgeschriebene Text ist identisch mit dem der Handschrift A1399a. Bevor die Handschrift in den Bestand der Bibliothek des Kollegiums von Pruntrut aufgenommen wurde (Stempel auf dem Pergamenteinband und auf einem der Vorsatzblätter [V3]), gehörte sie dem Kaplan Fidèle Ignace Chariatte (1730–1808): Ex libris F. I. Charrialte sacellani M.G.V. 1766 (Innenseite des Vorderdeckels), dann Henri-Joseph Crelier (1816–1889): Ex libris Henrici Grelier 1841 (V1). Dieser war nach seiner theologischen Ausbildung bei den Jesuiten Lehrer am Gymnasium von Pruntrut, dann Seelsorger in Besançon und schliesslich Pfarrer in Rebeuvelier, bevor er 1871 seines Amtes enthoben wurde.
Online seit: 11.12.2025
Diese lateinische Handschrift überliefert einen Abriss der Geschichte des Bistums Basel zur Zeit des Episkopats von Johann Heinrich von Ostein (1628-1646), die identisch ist mit derjenigen der Handschrift A1339. Diese Abschrift diente als Grundlage für die französische Ausgabe von Les Suédois dans l’évêché de Bâle ou abrégé des faits qui se sont passés dans ce pays sous le gouvernement de Jean-Henri d’Ostein, Evêque de Bâle. Traduit sur l’original latin du P. Sudan, S.J. professeur au collège de Porrentruy, Porrentruy, Imprimerie typographique de J. Trouillat & Cie, 1862. Pater Claude Sudan (1579-1655), dessen Name viel später auf dem Vorsatzblatt dieser Handschrift als Verfasser des Textes hinzugefügt wurde (S. V1), gehörte dem Jesuitenorden an. Er war in Theologie und Philosophie ausgebildet, lehrte in Freiburg und Pruntrut, war Beichtvater des Fürstbischofs von Basel, Johann Heinrich von Ostein (Episkopat 1629-1646), und Verfasser zahlreicher historische Werke. Die sehr regelmässige Abschrift in A1339a wurde sorgfältig geprüft und korrigiert.
Online seit: 11.12.2025
Die Titelseite dieser Handschrift (S. V3) ahmt das Layout von Drucken nach und enthält neben dem Titel des Werks auch die Namen des Widmungsträgers, Bischof Jakob Sigismund von Reinach-Steinbrunn (1737–1743), und des Kopisten, Jean-Baptiste Grillon, den Ort der Abschrift, Saint-Ursanne, und das Datum, 1738. Der Text, der von späterer Hand Pater Claude Sudan (1579-1655), zugeschrieben wird, findet sich in zwei Handschriften aus dem vorangehenden Jahrhundert (A1399 und A1399a) wieder. Er behandelt die Geschichte des Bistums Basel zwischen 1623 und 1638. Vor dem eigentlichen Text befinden sich die Widmung an den Bischof, datiert und signiert von Grillon (S. V7-V12), sowie eine ganze Seite mit einer lavierten Zeichnung des Bischofswappens von Jakob Sigismund von Reinach-Steinbrunn (S. V5), das auch in den Wappenbüchern des ehemaligen Bistums Basel (N.C.6, f. 16 und A3754, f. 15) abgebildet ist. Ein ausführlicher Index rerum (S. N1-N37) vervollständigt die Handschrift.
Online seit: 11.12.2025
Der polnische Gelehrte und Schriftsteller Jan Potocki (1761–1815) ist der Autor des Romans Manuscrit trouvé à Saragosse („das Manuskript, das in Saragossa gefundenen wurde“), das er von Anfang an auf Französisch verfasste. Die Abschrift in der jurassischen Kantonsbibliothek überliefert einen Teil des Texts in einer seiner letzten Redaktionsetappen und erzählt zehn Tage aus dem Leben von Alphonse van Worden (entspricht der Ausgabe von 1814, die auf Gallica verfügbar ist). Sie wurde vermutlich auf der Grundlage des gedruckten Texts angefertigt und nicht umgekehrt, wie François Rosset, der Herausgeber der kritischen Edition von Potockis Werk, festhält. Die Handschrift besitzt ein längliches Format. Sie wird durch ein Aquarell eingeleitet, das die Venta Quemada (S. 6), also einen der mythischen Orte, der in einer der Geschichten dieses Romans erscheint, darstellt. Ähnlich wie zuvor in Tausendundeiner Nacht sind im Roman mehrere Erzählungen ineinander verschachtelt.
Online seit: 11.12.2025
Die in Mainz im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts entstandene Handschrift enthält die Bücher I-X der Etymologien des Isidor von Sevilla. Vermutlich ab der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts befand sie sich in St. Gallen. Dort wurde sie gemeinsam mit weiteren Abschriften der Etymologien (Zofingen, Stadtbibliothek, Pa 32, St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 236, Cod. Sang. 231, Cod. Sang. 232) reich mit Annotationen versehen. In Schaffhausen ist sie Ende des 15. Jahrhunderts nachgewiesen. Bemerkenswert sind die prächtigen Schemazeichnungen auf fol. 152v–154r.
Online seit: 11.12.2025
Die Handschrift wurde von einer einzigen Hand in sorgfältiger Bastarda geschrieben und überliefert eine Reihe von Texten des Dominikanerpredigers Meister Eckhart (um 1260-1308). Das Werk ist in deutscher Sprache (alemannischer Schreibsprache) abgefasst. Die verschiedenen Texte sind auf der Website „Predigt im Kontext“ verzeichnet und identifiziert. Gemäss einem Eintrag (p. 356) schenkte eine gewisse Verena Gelter, die 1450 verstarb, das Buch den Schwestern zu Teufen, also dem späteren Frauenkloster Wonnenstein bei Teufen. Der Besitz der Handschrift wird durch zusätzliche Einträge für das 15. und 17./18. Jahrhundert (p. B) belegt. Sie wurde zusammen mit einer Gruppe von vier weiteren Handschriften (Cod. Sang. 973, 976, 977 et 991) zwischen 1780 et 1792 für die Stiftsbibliothek erworben (p. 1).
Online seit: 11.12.2025
Die Handschrift zählt zu den ältesten datierten Papierhandschriften der Stiftsbibliothek (p. 136). Cod. Sang. 1045 überliefert Predigten über die Evangelien während der Fastenzeit (p. 9-136) und dann ein officium lugubri (p. 137-152). Die einspaltige Abschrift des Texts in älterer gotischer Buchkursive ist regelmässig und weist einfache Initialen zu Beginn der Predigten, Paragraphenzeichen und rubrizierte Buchstaben auf. Zahlreiche spätere Anmerkungen präzisieren, um welchen Werktag es sich handelt. Die Falzverstärkungen der Lagen bestehen aus Fragmenten mehrerer Pergamenthandschriften. Die Handschrift gehörte gemäss einem Besitzeintrag (p. 9) schon sehr früh dem Kloster St. Gallen, was später durch den zwischen 1553 und 1564 angebrachten Bibliotheksstempel von Fürstabt Diethelm Blarer bestätigt wird (p. 154). Der Holzdeckeleinband ist mit rotem Leder bezogen und stammt aus dem 14. oder 15. Jahrhundert.
Online seit: 11.12.2025
Die Handschrift ist als Kopert gebunden und enthält ebenso viele leere (p. 167-326) wie beschriebene Seiten. Sie wurde von mehreren Händen im 14. und 15. Jahrhundert geschrieben und überliefert diverse Texte. Sie beginnt mit Gebeten zur Jungfrau Maria und zu Christus (p. 2-26). Danach folgen Auszüge aus Texten von (Pseudo-)Bernhard von Clairvaux (p. 27-36), eine Sammlung von patristischen Textfragmenten über die Tugenden der Messe (p. 37-44), die Meditatio super missam von Iohannes de Brunswig (p. 133-164) sowie eine Reihe von Augustinus zugeschriebenen Predigten wie der Sermo ad Heremitas (p. 44-60), De miseria mundi (p. 60-65), De duodecim gradibus abusionum (p. 119-122), etc. Eingestreut zwischen diesen Texten befindet sich De proprietatibus (oder Epistola Ameti), eine eher wenig verbreitete Übersetzung aus dem Arabischen von Kitāb al-khawāss von Ahmad ibn Ibrâhîm ibn al-Jazzâr aus Qayrawân († 1009). Es handelt sich dabei um einen Traktat über organische Magie, die sich mit den Eigenschaften von Tieren, Pflanzen und Mineralien beschäftigt (p. 97-106).
Online seit: 11.12.2025
Die Papierhandschrift überliefert Predigten, die nach dem Kirchenjahr geordnet sind. Die Lagen sind durchgezählt, enden mit Reklamanten und weisen in ihrer Mitte pergamentene Falzverstärkungen auf. Der erste Teil, dessen Beginn fehlt, enthält Predigten, die ein gewisser Bruder Antonius aus dem Dominikanerorden, über dessen Herkunft nichts steht (p. 332), zusammenstellte. Eine Lage wurde in diese Predigtreihe eingefügt, die mit Ausnahme von drei Seiten (p. 296-298) ohne Text geblieben ist und den Bibliotheksstempel von Fürstabt Diethelm Blarer aus der Zeit zwischen 1553 und 1564 (p. 295) aufweist. Der zweite Teil wurde ebenfalls von einem Dominikaner, einem Mitglied des Konvents in Zürich, geschrieben, wie das teilweise ausgewischte Explicit offenbart (p. 442: Explicit liber in nomine domini amen. Hec frater Iohannes … ordinis praedictorum domus Thuricensis). Auf dem Einbandrücken befindet sich neben dem Titelschild mit der aktuellen Signatur ein altes Schild mit der Signatur „N“, die dem Bibliothekskatalog des Klosters St. Gallen von 1461 entspricht.
Online seit: 11.12.2025
Diese Predigtsammlung reicht von Pfingsten bis in den Advent. Ihr ist ein langer Themenindex vorangestellt (p. 3-18). Vor dem eigentlichen Index besagen einige Textzeilen, die identisch in Cod. Sang. 993, p. 387 zu finden sind, dass ein Teil des Predigtmaterials dem Werk von Jacobus de Voragine entstammen (p. 3). Die Predigten wurden einspaltig abgeschrieben und sind durch Überschriften in grösserer Schrift als der Text eingeleitet. Die Bibelverweise stehen auf den Seitenrändern. Die Handschrift wurde als Kopert gebunden; die Lagen wurden direkt in Langstich auf den mit zwei Lederstücken verstärkten Rücken des Lederumschlags geheftet.
Online seit: 11.12.2025
Die Papierhandschrift überliefert ein Dutzend verschiedener Texte in Latein und in Deutsch. Neben Predigten (p. 10-22; 47-57) findet man Texte über die Messe (p. 1-10; 95-134; 135-246; 247-272), über die Traumdeutung (p. 41-42; 76-85) und sogar einen Fischkalender (p. 74-75). Dazwischen gibt es zahlreiche leere Seiten. Die Texte wurden von verschiedenen Händen geschrieben, darunter jener von Johannes Schenklin, der ein auf 1416 datiertes Explicit hinterlassen hat (p. 134). Der Bibliotheksstempel von Abt Diethelm Blarer aus der Zeit zwischen 1553 und 1564 wurde zweimal in der Handschrift angebracht (p. 184, 246).
Online seit: 11.12.2025
Das Explicit und der Rückentitel der Handschrift lauten: Postilla Bernensis super evangelia. Wie bereits Scherrer festgestellt hat, muss es richtig „Parmensis“ heissen. In der Tat ist der Autor dieser hier abgeschriebenen Predigten der Dominikaner Antonius de Azaro Parmensis. Sie sind in zwei Teile gegliedert, nämlich die Postillae super evangelia de tempore (p. 15-98) und die Sermones quadragesimales (p. 99-355). Die Handschrift trägt den Bibliotheksstempel von Fürstabt Diethelm Blarer aus der Zeit zwischen 1553 und 1564 (p. 356). Der rote Ledereinband datiert aus dem 14. oder 15. Jahrhundert.
Online seit: 11.12.2025
Teil 1 (S. 3-35) umfasst chronikalische Notizen des Sakristans und Speisgadenmitarbeiters Br. Gallus Beerle (1734–1815) über die Jahre 1790–1794 (Speisgaden und Kellerei) sowie 1804–1809 (Sakristan). Der für die Geschichte der Stiftsbibliothek wichtige Teil 2 (S. 1-65) enthält das bis zu dieser aus dem Jahr 1841 stammenden Abschrift durch Stiftsbibliothekar Franz Weidmann (1774–1843) in St. Gallen unbekannte Verzeichnis der St. Galler Handschriften in der Bibliothek von Zürich, das Johann Jakob Scheuchzer (1672–1733) 1713 nach dem Toggenburgerkrieg und der Verschleppung der Bestände nach Zürich angefertigt hatte (Zürich, Zentralbibliothek Ms C 366), ergänzt durch Zusätze insbesondere aus dem Katalog von Waser (S. 63–65). Weidmann überprüfte den Bestand und machte ein Kreuzzeichen bei den Handschriften, die er in St. Gallen vorfand und somit zurückgegeben worden waren. Auf Seite 62 kopierte er zudem eine Datierung mit „Z[ürich], 16. Jenner 1841“ und den Namen „J. Horn“, möglicherweise sein Mittelsmann in Zürich. Die Handschrift bildete die Grundlage für die Liste der in Zürich vermuteten Handschriften in der gedruckten Bibliotheksgeschichte Weidmanns (S. 423–438).
Online seit: 11.12.2025