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Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsBN 49
Pergament · 184 ff. · 12.5 x 8.5 cm · Böhmen · Ende 14. / 1. Hälfte 15. Jh.
Gebetbuch

Die Handschrift enthält eine Gebetssammlung in böhmischer Sprache; acht Gebete werden Johannes von Neumarkt (um 1310-1380), früher Vertreter des böhmischen Humanismus, zugeschrieben. Die Handschrift ist mit einigen roten und blauen Lombarden verziert; auf f. 39r war ehemals ein Bild der Arma Christi eingeklebt, von welchem nur noch Leimspuren vorhanden sind. (sau)

Online seit: 18.12.2014

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Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettF 9
Pergament · 260 ff. · 30.5 x 21 cm · Basel (?) · zweites Viertel des 14. Jhs.
Petrus Comestor; Alexander de Villa Dei; Petrus Pictaviensis

Sammelhandschrift aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der Hauptteil enthält die Historia scholastica von Petrus Comestor (1r-235v), ergänzt mit verschiedenen Texten über die Genealogie Christi. Die Hs. enthält zahlreiche graphische Darstellungen und illuminierte Initialen, die auf eine Herkunft in Basel schliessen lassen. Die vielen Pergamentlöcher sind kunstvoll mit Stickereien geflickt. Die Hs. stammt aus dem Zisterzienserkloster Maris Stella, Wettingen. (sau)

Online seit: 18.12.2014

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Bern, Burgerbibliothek, Cod. 306
Pergament · 8 ff. · 28.5 x 23-23.5 cm · Frankreich: Fleury · erstes Drittel 11. Jh.
Abbo Floriacensis: Computus; Annales Floriacenses breves

Die Handschrift besteht aus einem einzelnen Quaternio, der dem heutigen Cod. 250 der Burgerbibliothek Bern angebunden war. Die Lage führt den komputistischen Inhalt des letztgenannten fort, hier mit Ostertafeln, welche am Rand die Annales Floriacenses erhalten. Die letzte Seite enthält den Text von Abbos zweitem Brief an Giraldus und Vitalis. (all)

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 133
Pergament · 124 ff. · 17 x 12 cm · Deutschland (Trier ?) · Ende 12. Jh.
Ps. Pilo, Liber antiquitatem biblicarum. Hildebertus Cenomannensis, Carmina (Auszüge)

Der wahrscheinlich auch in der Abtei St. Eucharius-Matthias zu Trier entstandene Codex gehörte sicher der Benediktinerabtei, wie das Ex libris auf f. 1r ausweist. Er enthält unter anderem den Liber antiquitatum biblicarum, der die biblische Geschichte von Adam bis König Saul, also von Buch Genesis bis Buch Samuel erzählt, ein Werk, das Philo von Alexandria (1. Jh. nach Chr.), dem hellenistischen Philosophen jüdischer Kultur zu Unrecht zugeschrieben wurde; ferner Auszüge der Carmina des Poeten und Bischofs von Tours Hildebert von Lavardin (1056-1133). (ber)

Online seit: 18.12.2014

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 141
Pergament · I + 80 + 1 ff. · 23.7 x 15 cm · Florenz · 1466
Properz, Elegies

Die Elegien von Properz wurden 1466 in Florenz von Gian Pietro da Spoleto in einer eleganten humanistischen Schrift geschrieben. Die Handschrift gehörte Antonello Petrucci d’Aversa (+ 1487) der in der aragonesischen Kanzlei tätig war und fand später in die Bibliothek der aragonesischen Könige in Neapel Eingang. Die Initialen zu Beginn der einzelnen Bücher und das Frontispiz sind mit bianchi girari geschmückt. Der im Lorbeerkranz freigelassene Raum für ein Wappen (f. 1r) ist leer geblieben. (ber)

Online seit: 18.12.2014

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 150
Pergament · III + 88 + III ff. · 23.4 x 16.5 cm · Südwestdeutschland · Ende 13. / Anfang 14. Jh.
Schwabenspiegel

Der Schwabspiegel enthält eine Sammlung von nationalen und feudalen Gesetzen, die im Spätmittelalter in Süddeutschland im Gebrauch war, die aber auch in Böhmen und in der heutigen Schweiz bis zur französischen Sprachgrenze verbreitet war. Die Handschrift wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jh. redigiert und gehört somit zu den ältesten von insgesamt mehr als 350 Textzeugen. (ber)

Online seit: 18.12.2014

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Engelberg, Stiftsbibliothek, Cod. 142
Pergament · 255 ff. · 16.4 x 12.4 cm · Reichenau · 2 Hälfte des 9. Jahrhunderts
Expositio Basilii episcopi et abbatis super regulam S. Benedicti abbatis

Es handelt sich um einen Vertreter der sog. Basilius-Version des Hildemar von Corbie (gest. um 850) zugeschriebenen Kommentars der Benediktsregel. Die Handschrift ist nach den Forschungen von Hafner auf der Reichenau in der zweiten Hälfte des 9. Jhs. entstanden. (keg)

Online seit: 18.12.2014

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Engelberg, Stiftsbibliothek, Cod. 153
Pergament · 146 ff. · 12 x 8.2 cm · 2. Hälfte 14. Jahrhundert
Henricus Suso OP, Büchlein der ewigen Weisheit

Der Dominikaner Heinrich Seuse (1295-1366) hat mit diesem kleinen „Büchlein der ewigen Weisheit“ ein im Spätmittelalters weit verbreitetes Werk geschaffen. Die Handschrift 153 gehört zum Handschriftenbestand des Frauenklosters St. Andreas in Engelberg und stellt mit cod. 141 einen sehr frühen Textzeugen dar. (keg)

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Engelberg, Stiftsbibliothek, Cod. 340
Pergament · 210 ff. · 21.1 x 14 cm · 15. Jahrhundert
Heinrich Seuse OP, Büchlein der ewigen Weisheit

Das auf Heinrich Seuse (1295-1366) zurückgehende Büchlein der ewigen Weisheit ist unbekannter Herkunft, eventuell entstanden im franziskanischen Milieu der westalemannischen Region. Der Text dürfte ein Jahrhundert nach den sehr frühen Zeugen in den codd. 141 und 153 entstanden sein. (keg)

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Estavayer-le-Lac , Paroisse catholique Saint-Laurent, Volume I
Pergament · 373 ff. · 57.5-58 x 39-39.5 cm · Bern, St. Vinzenz · um 1485/1490
Antiphonarium lausannense, pars hiemalis (vol. I)

Dieser erste Band ist Teil einer Gruppe von drei Antiphonaren, die in doppelter Ausführung für die Liturgie des Kollegiatstifts von St. Vinzenz der Stadt Bern, kurz nach seiner Gründung im Jahre 1484/85 erstellt wurde. Er enthält den ganzen Winterteil des Temporale und des Sanctorale und des Commune Sanctorum nach der Liturgie der Diözese Lausanne. Der Buchschmuck mit Miniaturen zu zahlreichen Initialen wird dem Meister des Breviers des Jost von Silenen, einem Wanderkünstler, der in Freiburg, Bern, Sitten und später in Ivrea und Aosta tätig war, zugeschrieben. Seinen Namen verdankt er einem Brevier, das in zwei Bänden um 1493 für den Sittener Bischof Jost von Silenen (1482-1496) erstellt wurde. Nach der Einführung der Reformation in Bern im Jahre 1528 und der darauf folgenden Säkularisierung des Kapitels, wurde die ganze Gruppe von Antiphonaren veräussert: vier davon wurden der Stadt Estavayer-le-Lac verkauft und wurden dort für die Liturgie der Kollegiatskirche St. Lorenz verwendet, die andern beiden – darunter ein Doppel dieser Handschrift – kamen unter Umständen, die noch nicht geklärt sind, nach Vevey und werden heute dort im historischen Museum aufbewahrt. (ber)

Online seit: 18.12.2014

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Estavayer-le-Lac , Paroisse catholique Saint-Laurent, Volume II
Pergament · 315 ff. · 58.5 x 41-41.5 cm · Bern, St. Vinzenz · um 1485/1490
Antiphonarium lausannense, pars aestiva, de Sanctis (vol. II)

Dieser Band gehört zu einer Gruppe von drei Antiphonaren, die in doppelter Ausführung für die Liturgie des Kollegiatstifts St. Vinzenz der Stadt Bern (gegründet im Jahre 1484/85) erstellt wurden. Er enthält das Proprium de sanctis und das Commune Sanctorum des Sommerteils (25. März bis 25. November) nach dem Ritus der Diözese Lausanne. Die Dekoration entspricht weitgehend derjenigen des ersten Bandes und kann einem anderen anonymen Buchmaler von geringerer Qualität zugeschrieben werden. In der Folge der Einführung der Reformation im Jahre 1528 und der daran anschliessenden Säkularisierung des Kapitels, wurde die ganze Gruppe von sechs Handschriften veräussert. Vier wurden der Stadt Estavayer-le-Lac verkauft und dort für die Liturgie der Kollegiatskirche St. Lorenz verwendet, die zwei anderen – davon ein Doppel dieses Bandes – gelangten unter noch nicht geklärten Umständen nach Vevey, wo sie heute im historischen Museum aufbewahrt werden. (ber)

Online seit: 18.12.2014

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Estavayer-le-Lac , Paroisse catholique Saint-Laurent, Volume III
Pergament · 120 ff. · 59 x 39.5-40 cm · Bern, St. Vinzenz · um 1485/1490
Antiphonarium lausannense, pars aestiva, de Tempore (vol. III)

Dieser dritte Band ist der letzte Teil von drei Antiphonaren, die in doppelter Ausführung für die Liturgie der Kollegiatskirche St. Vinzenz der Stadt Bern (gegründet im Jahre 1484/85) erstellt wurden. Er enthält den Sommerteil des De Tempore nach der Liturgie der Diözese Lausanne. Das Doppel ist im Band IV enthalten. Der Buchschmuck enthält fünf illuminierte Initialen, Fleuronnée-Initialen und Cadellen des Künstlers, der auch Band I verziert hat. In der Folge der Einführung der Reformation im Jahre 1528 und der daran anschliessenden Säkularisierung des Kapitels, wurde die ganze Gruppe von sechs Handschriften veräussert. Vier wurden der Stadt Estavayer-le-Lac verkauft und dort für die Liturgie der Kollegiatskirche St. Lorenz verwendet, die zwei anderen gelangten unter noch nicht geklärten Umständen nach Vevey, wo sie heute im historischen Museum aufbewahrt werden. (ber)

Online seit: 18.12.2014

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Estavayer-le-Lac , Paroisse catholique Saint-Laurent, Volume IV
Pergament · 116 ff. · 58.5-59 x 41 cm · Bern, St. Vinzenz · um 1485/1490
Antiphonarium lausannense, pars aestiva, de Tempore (vol. IV)

Dieser Band ist Teil einer Gruppe von drei Antiphonare, die in doppelter Ausführung für die Liturgie des Kollegiatstifts St. Vinzenz der Stadt Bern, das in den Jahren 1484/85 gegründet wurde, erstellt wurde. Er enthält den Sommerteil des De Tempore nach der Liturgie der Diözese von Lausanne. Das Doppel befindet sich in Band III. Der Buchschmuck eines anonymen Künstler enthält Cadellen, Fleuronnée-Initialen und eine illuminierte Initiale mit Bordure auf f. 1r. Im Zuge der Einführung der Reformation im Jahre 1528 und der daran anschliessenden Säkularisierung des Kapitels, wurde die ganze Gruppe von sechs Handschriften veräussert. Vier wurden der Stadt Estavayer-le-Lac verkauft und dort für die Liturgie der Kollegiatskirche St. Lorenz verwendet, die zwei anderen gelangten unter noch nicht geklärten Umständen nach Vevey, wo sie heute im historischen Museum aufbewahrt werden. (ber)

Online seit: 18.12.2014

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Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. fr. 5
Pergament · 182 ff. · 27.8 x 20.5 cm · um 1460
François Ximenes, Livre des anges (El Llibre dels àngels)

In diesem Werk, das am Ende des 14. Jahrhunderts in Valenzia verfasst wurde, beschreibt der Autor das Universum der Engel, inspiriert von Dionysios Areopagitas De triplici gerarchia. Der Text, der im 15. Jahrhundert weit verbreitet war, wurde auf Französisch übersetzt und in einer ersten gedruckten Edition in Genf im Jahr 1478 herausgegeben. Illuminiert durch den Meister des Boccaccio in Genf, enhält das Ms. fr. 5 die Wappen der Jeanne de Laval, zweite Frau des Königs René d’Anjou. (hoc)

Online seit: 18.12.2014

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Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 34
Pergament · 126 ff. · 16.5 x 10.8 cm · Atelier der Abtei St. Martin von Tours (Frankreich, Indre-et-Loire) (vgl. F. Huot) · zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts (vgl. Huot)
Stundenbuch für den Gebrauch der Abtei St. Martin von Tours

Dieses Manuskript aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ist ein Stundenbuch für den Gebrauch der Abtei St. Martin von Tours. Es bestehen noch sechs grosse Miniaturen, davon betreffen zwei das Leben Christi, zwei sind Mariae Verkündigung gewidmet, eine dem hl. Joseph und die letzte der hl. Barbara. Der Kalender gibt die dreizehn unheilvollen Tage (dies eger) des Jahres an. Mit seinem alten Einband aus karmesinrotem Samt, seiner gemalten Dekoration und seiner sorgfältigen Schrift hatte dieses Manuskript, bevor es nach Genf gelangte, die Sammlung der Familie Petau bereichert. (jeg)

Online seit: 18.12.2014

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Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 91
Pergament · 327 ff. · 20.5 x 14.2 cm · Frankreich · Ende des 15. Jahrhunderts (vgl. A. Dufour) oder gegen 1460 (vgl. B. Gagnebin)
Policraticus (Die Regierung des Staates) von Johannes von Salisbury

Mit einem schönen Einband à la "Du Seuil" ausgestattet, enthält dieses Manuskript aus dem 15 Jahrhundert den Policraticus (Die Regierung des Staates), ein Werk von Überlegungen über die Eitelkeiten der Höflinge, verfasst von Johannes von Salisbury (1115/1120-1180). Es wurde mit einer sorgfältigen Schrift kopiert und der Text mit einer grossen Miniatur verziert, die einen Autor zeigt, der seinen Text vor dem König von Frankreich liest. (jeg)

Online seit: 18.12.2014

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Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 99
Pergament · 314 pp. · 20.7 x 14.1 cm · Florenz · Ende des 15. Jahrhunderts (cf. H. Aubert und A. Dufour) oder gegen 1478-1480 (cf. B. Gagnebin)
Amyris. Gedicht zu Ehren des Sultans Mehmed II, von Gian Mario Filelfo

Man sagt, dass Gian Mario Filelfo die Amyris auf Anfrage seines Freundes Othman Lillo Ferducci von Ancona in den Jahren 1471-1476 geschrieben habe. Dieses lange, lateinische Gedicht war als Dank für Sultan Mehmed II bestimmt, der den Schwager von Ferducci, der während der Eroberung von Konstantinopel 1453 von den Türken gefangen genommen worden war, befreit hatte. Man sagt weiter, Gian Mario Filelfo habe dieses Manuskript in Florenz mit Verzierungen von der Art der "bianchi girari" ausstatten lassen, es in Urbino mit einem sehr schönen Einband der italienischen Renaissance binden lassen, und es dem Herzog von Urbino, Federico da Montefeltro, geschenkt, an dessen Hof er sich 1477 und 1478 befand. (jeg)

Online seit: 18.12.2014

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Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, P 6 4°
Pergament · 279 ff. · 14.5 x 11 cm · Paris, für das Bistum Bamberg · Ende des 15. Jahrhunderts
Stundenbuch

Das Stundenbuch stammt aus dem Besitz des Solothurner Stadtschreibers und Ratsherrn Franz Haffner (1609–1671). Es ist für den Gebrauch im Bistum Bamberg eingerichtet und in nordbaierischer Mundart geschrieben, gehört jedoch zu einer Gruppe von Andachtsbüchern, die in Paris hergestellt und anschliessend zum Verkauf nach Nürnberg exportiert wurden. (kam)

Online seit: 18.12.2014

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Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, P 33 4°
Pergament · 81 ff. · 24 x 16.5-17 cm · Um 1200
Berno Augiensis; Walahfridus Strabo

Die Handschrift enthält die Ulrichs-Vita des Bern von Reichenau und der Hl. Gallus und Othmar von Walahfrid Strabo, sowie die Abschrift einer Urkunde zur Frühgeschichte des Klosters St. Urban. Sie gehört zu den ältesten erhaltenen Handschriften in der St. Urbaner Bibliothek. (kam)

Online seit: 18.12.2014

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Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, P 34 4°
Pergament · 114 ff. · 22 x 15.5 cm · Ende des 12. Jahrhunderts
Isidorus Hispalensis

Die Handschrift enthält die Sententiae sowie einen Auszug aus den Etymologie Isidors von Sevilla, ausserdem als Nachträge Beschwörungen, eine Notiz zur frühen Wirtschaftsgeschichte des Klosters St. Urban und den Drei-Engel-Segen. (kam)

Online seit: 18.12.2014

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Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, P 37 4°
Pergament · 124 ff. · 28.5 x 20.5 cm · Anfang des 13. Jahrhunderts
Odalricus Virdunensis

Die Handschrift enthält den bisher einzigen bekannten Textzeugen des Breviloquium sententiarum artis theologicae, einer Bearbeitung der Sentenzen des Petrus Lombardus durch den Kanoniker Odalrich von Verdun. (kam)

Online seit: 18.12.2014

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Mulhouse, Bibliothèque municipale, AW 1
Pergament · 144 ff. · 23.5 x 15.5 cm · St. Gallen · 10. Jahrhundert
Evangeliar des Erchenbaldus

Dieses lateinische Manuskript aus dem 10. Jahrhundert stammt aus dem scriptorium von St. Gallen. Es war im Besitz des Bischofs von Straßburg Erchenbald (965-991) und wurde in der Kathedrale von Straßburg aufbewahrt. Der Humanist Wimpheling erwähnt, es in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts konsultiert zu haben. Aufgeführt im Verkaufskatalog der Sammlung Ambroise Firmin-Didot, wurde es von Armand Weiss (1821-1892) Stadtrat von Mülhausen, gekauft, der es bei seinem Tod der Industriegesellschaft Mulhouse vermachte. Das karolingische Evangeliar wurde auf Velllum geschrieben und enthält 300 mit Gold und Silber verzierte Initialen. Am Anfang und am Ende des Manuskriptes befinden sich historische Anmerkungen. Der Originaleinband existiert nicht mehr und wurde zum Zeitpunkt seiner Restauration in der Nationalbibliothek gegen 1970 mit einem zeitgenössischen Einband ersetzt. (lit)

Online seit: 18.12.2014

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 725
Papier · 362 pp. · 29 x 21 cm · Südwestdeutschland · 3. Viertel des 15. Jahrhunderts
Schwabenspiegel mit vorangehender Weltchronik

Weltchronik von Saturnus von Kreta bis Brenno, dem sagenhaften Herzog von Schwaben (Sp. 3a-17a). Anschliessend Schwabenspiegel mit Landrecht nach der 1. systematischen Ordnung in 79 Abschnitten bis Art. 343 (Sp. 17a-264b) und Lehnrecht bis Art. 158 (Sp. 264b-347a). Am Schluss Inhaltsverzeichnis der ganzen Handschrift (S. 350-361). (dor)

Online seit: 18.12.2014

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 726
Papier · 7-286 pp. · 29.5 x 21.5 cm · Südwestdeutschland · Ende 14./1. Hälfte 15. Jahrhundert
Schwabenspiegel

Schwabenspiegel, Landrecht, Art. 1-86 (Sp. 7a-58a), Art. 155-219 (Sp. 59a-100b), und Art. 220-377 (Sp. 101a-187b), nach Art. 40 eingeschoben Deutschenspiegel, Landrecht, Artikel 40§1 (Sp. 33a), ans Landrecht anschliessend Lehnrecht, Art. 1-120 und 122-154 (Sp. 187b-284a) und Art. 159 (Sp. 284a-285a). (dor)

Online seit: 18.12.2014

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 745
Pergament · 88 ff. · 39 x 24.5–25 (Teil I) cm; 42.5–43 x 29 (Teil II) cm · Italien · Mitte 13. / Beginn 14. Jh. (Teil I), 14. Jh. (Teil II)
Johannes de Deo: Liber iudicum · Bonus Johannes: Ordo iudiciarius · Manfredus de Arriago: Tabula decretalium · Dinus de Mugello: Super regulis iuris Libri Sexti

Die zweiteilige Handschrift wurde in der Zeit von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts in Italien geschrieben. Sie überliefert einerseits prozessrechtliche Schriften, darunter den wenig bekannten Ordo iudiciarius Quoniam ut ait apostolus, andererseits Findmittel und Überblickswerke zum Dekretalenrecht. Die Handschrift gelangte wohl über einen Zürcher Chorherrn in den Besitz des St. Galler Stadtbürgers Johannes Widembach († 1456), bevor sie spätestens im 16. Jahrhundert in die Stiftsbibliothek kam. (len)

Online seit: 18.12.2014

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 746
Pergament · 576 pp. · 28.5 x 24 cm · Italien · seconda metà del XIII sec. - prima metà del XIV sec.
Codex Justinianus

Die mit Fleuronnée und vereinzelten Federzeichnungen geschmückte Handschrift wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts oder spätestens zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Italien geschrieben. Sie überliefert den Codex Justinianus (Bücher 1–9), den dazugehörigen Glossenapparat des Accursius sowie massenhaft weitere Glossen auf den Seitenrändern. Die Handschrift gelangte über die beiden St. Galler Stadtbürger Conrad Särri und Johannes Widembach († um 1456) spätestens im 16. Jahrhundert in die Stiftsbibliothek. (len)

Online seit: 18.12.2014

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 749
Pergament · 137 pp. · 39 x 24.5–25 (Teil I) cm; 42.5–43 x 29 (Teil II) cm · Italien und Frankreich (?) · 2. Hälfte 13. Jh. – 1. Hälfte 15. Jh.
Tres Libri Codicis cum glossis anteaccursianis et glossa ordinaria · Libri feudorum · Glossa ordinaria in libros feudorum

Die vierteilige Handschrift wurde hauptsächlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bzw. in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Italien und vielleicht teilweise in Frankreich geschrieben. Sie überliefert die Tres libri Codicis (die Bücher 10–12 des Codex Justinianus) samt Glossen, die Libri feudorum, die dazugehörige Glossa ordinaria sowie weitere kleinere Schriften. Besonders wertvoll sind die voraccursischen Glossen, die teilweise in ursprünglicher Gestalt zu den Tres libri Codicis erhalten geblieben sind. Die Handschrift gelangte über den St. Galler Stadtbürger Johannes Widembach († um 1456) spätestens im 16. Jahrhundert in die Stiftsbibliothek. (len)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B28
Pergament · 43 ff. · 10.6 x 7.6 cm · Amsterdam, Baruch ben Schemaria · 1795
Sefirat ha-Omer (Omer-Zählen) und andere Gebete

Das Omer-Zählen bezeichnet das rituelle Zählen der 49 Tage zwischen Pessach und Schawuot, dem Wochenfest. In der Handschrift werden diese Tage mit entsprechenden Ziffern in 49 Vierpass-Schildern benannt. Auf f. 18r wird eine Menora dargestellt in dessen sieben Arme des Leuchters in Mikroschrift die sieben Verse des Psalms 67 eingetragen sind. Der aus Brest-Litovsk (Weissrussland) stammende Schreiber Baruch ben Schemaria hat diese Handschrift im Jahre 1795 in Amsterdam für Aaron ben Abraham Prinz, von Alkmaar in den Niederlanden geschrieben (siehe Titelseite). Die als kalligraphische Schmuckseite gestaltete Zeichnung auf f. 1r, stellt den Riesen Samson, der nach der rabbinischen Tradition mit übermenschlichen Körperkräften ausgestattet war, in der Pose eines Atlanten dar. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B52
Pergament · 20 ff. · 11.5 x 8 cm · Hamburg, Uri Feiwesch ben Isaak Segal · 1750
Tikkun ha-mohel (Gebete für die Beschneidungszeremonie)

Der Codex enthält Gebete für die Beschneidungszeremonie. Diese Zeremonie wird auf f. 10r dargestellt. Sie findet in der Synagoge statt. Der Prophet Elias, der kommen wird, um die Ankunft des Messias anzukündigen, wird als anwesend betrachtet. Die Illustration auf f. 18r stellt den Segen über den Wein dar. Der Buchschmuck ist ein Werk des Illustrators Uri Feiwesch ben Isaak Segal, der für die Produktion illuminierter Handschriften des 18. Jahrhunderts ein markanter Vertreter der sogenannten „Hamburg-Altonaer Schule“ war, und der neben dieser Handschrift nach dem heutigen Stand der Forschung mindestens fünf weitere Handschriften produzierte. Die Titelseite enthält den Namen des Besitzers, Joseph ben Samuel und ein noch nicht identifiziertes Wappen, das den Elefanten-Orden trägt, den höchsten Verdienstorden des dänischen Königshauses. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B67
Pergament · 60 ff. · 14.2 x 9.5 cm · Korfu · um 1720
Harrison Mischhandschrift

In diesem Codex sind Gebete, Segenssprüche und Gedichte für die Hochzeitszeremonie nach den religiösen Gebräuchen der Juden auf der Insel Korfu enthalten. Weitere Poeme schliessen sich an, einige stammen von Dichtern aus dem Goldenen Zeitalter der Juden im mittelalterlichen Spanien, andere von lokalen Autoren wie Elieser de Mordo. Einen grossen Stellenwert verleiht dieser Handschrift ein Zyklus von 60 ganzseitigen Illustrationen, die in Gouache ausgeführt sind. Die Illustrationen zum Buch Genesis, werden mit erklärenden, vorwiegend Bibelversen entnommenen Inschriften begleitet. Es handelt sich um ein Werk eines Künstlers, der wahrscheinlich in Venedig ausgebildet wurde und der sein Monogramm in unterschiedlicher Schreibweise (MC oder M.C. MF.) fast in alle Illustrationen eingetragen hat. Die begleitenden Texte stehen in keinem direkten Zusammenhang mit den Illustrationen. Die Anordnung der Seiten von links nach rechts lässt vermuten, dass zunächst ein christlicher Künstler malte und erst in einem zweiten Schritt die hebräischen Texte eingetragen wurden. Diese auf der Insel Korfu entstandene Handschrift aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stellte wahrscheinlich ein Brautgeschenk eines Mitglieds der Familie de Mordo dar, die in der Zeit der Verteidigung der venezianischen Oberherrschaft gegen die osmanischen Angriffe keine geringe Rolle spielte. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B125
Papier · 111 ff. · 18.8 x 13.3 cm · Italien · ca. 1470
Hippokrates, Aphorismen

Die Handschrift enthält die hebräische Übersetzung der sieben Kapitel der Aphorismen von Hippokrates von Hillel ben Samuel von Verona (ca. 1220 – ca. 1295), der im Unterschied zu anderen überlieferten Übersetzungen sich eher auf die lateinische Bearbeitung von Constantinus Africanus (ca. 1020-1087) als auf die arabische Übersetzung aus dem Griechischen stützte. Die Übersetzung ist begleitet von einem Kommentar von Moses ben Isaak von Rieti (1388 – nach 1460), Oberrabbiner von Rom und Dichter. Sein Kommentar stützt sich zu grossen Teilen auf denjenigen von Moses Maimonides (1138-1240) und auf Galen von Pergamon (2. Jh. n. Chr.). Diese Handschrift überliefert die erste von zwei bekannten Versionen des Kommentars. Die Datierung stützt sich auf die Identifizierung des Wasserzeichens. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B217
Pergament · 24 ff. · 9.5 x 5.2 cm · Deutschkreutz · 1751
Birkat ha-mason (Tischsegen und andere Gebete und Segenssprüche)

Die Handschrift aus der Mitte des 18. Jahrhunderts enthält neben dem Seder birkat ha-mason („Gebetsordnung des Tischsegens“) des Weiteren die Birchot ha-nehenin („Segenssprüche vor dem Genuss von Dingen“), die Schalosch mizwot naschim („Drei Gebote für Frauen“) und die Seder keri’at schema al ha-mitta („Ordnung des Schema-Gebets zur Nacht vor dem Einschlafen“). Die darin enthaltenen Abschnitte über die drei den Frauen auferlegten Pflichten weisen darauf hin, dass das Buch als Brautgeschenk gedacht war. Neben dem Bild auf der Titelseite sind durch das Buch hindurch 22 kleinere farbige Illustrationen zu finden. Eine hebräische Formulierung auf dem Titelblatt verweist auf den Entstehungsort Deutschkreutz im Burgenland (Österreich). Aufgrund von stilistischen Eigenschaften der Schrift und der künstlerischen Ausführung kann das Manuskript dem Schreiber und Illustrator Aaron Wolf Herlingen zugeordnet werden. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B250
Pergament · 247 ff. · 27 x 19 cm · Italien · spätes 13. oder frühes 14. Jahrhundert
Zedekia ben Abraham, Schibbole ha-leket (Ährenlese)

Die halachische Schrift Schibbole ha-leket („Ährenlese“) von Zedekia ben Abraham Anaw von Rom (ca. 1225-1297) enthält eine der ersten Bemühungen, das jüdische Religionsgesetz in Italien zu kodifizieren und einen systematischen Überblick zu schaffen. Inhaltlich befasst sich der Text, der in 12 Grossabschnitte mit insgesamt 372 Paragraphen unterteilt ist, mit den Vorschriften über die Ordnung der Gebete und die Regeln für den Sabbat, die Feier- und Festtage, neben weiteren halachischen Themen, die in einer ausgesprochen aschkenasischen Perspektive stehen. Die Handschrift ist nicht datiert. Sie wurde von den Kopisten Moses und Samuel entweder schon zu Lebzeiten oder kurz nach dem Tod des Autors geschrieben und ist damit eine der frühesten erhaltenden Abschriften des Textes. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B251
Pergament · 81 ff. · 18.7 x 13.7 cm · Italien · 14./15. Jh.
Abraham Abulafia (1240–nach 1291), Chajje ha-olam ha-ba («Das Leben in der Welt des Jenseits»)

Der spanische Kabbalist Abraham Abulafia (1240- nach 1291) vertrat ein Konzept der Kabbala, das wenig oder nichts mit den bekannten Richtungen zu tun hatte. Er verstand diese weder als eine Form der Gnosis noch als eine Art theosophischer Philosophie, die sich auf Sefirot konzentrierte, die Emanation des göttlichen Wesens. Stattdessen versuchte er einen Zustand prophetisch-mystischer Ekstase zu erreichen, ausgehend von seiner Überzeugung, dass die Erfahrung der Propheten ekstatischer Natur und alle wahren Mystiker Propheten gewesen seien. Das vorliegende Werk war besonders populär und war unter den Titeln Chajje ha-olam („Das Leben in der Welt des Jenseits“) oder Sefer ha-Schem („Buch des göttlichen Namens“) oder Sefer ha-iggulim („Buch der Kreise“) verbreitet, wird aber in dieser Handschrift Sefer ha-Schem ha-meforasch („Buch des unaussprechlichen Namens“) genannt. Das Manuskript zeigt zehn in konzentrischen Kreisen verlaufende Inschriften in Schwarz und Rot sowie 128 nur in Schwarz. Diese enthalten detaillierte Anweisungen für die mystische Meditation. Bei der Betrachtung dieser Kreise sollte der 72 Buchstaben zählende Name Gottes rezitiert werden, der durch eine Kombination des Zahlenwerts der Buchstaben in den Namen der zwölf Stämme Israels, der Patriarchen und der neun Buchstaben des Wortes Schiwte Jisra’el) („Stämme Irasels“) zustande kommt. Der lesende Betrachter sollte jeden der dreifachen schwarz-roten Kreise an der Stelle „betreten“, der durch einen kleinen Federstrich gewissermassen als „Eingang“ bezeichnet ist. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B252
Pergament · 54 ff. · 19 x 13.5 cm · [Norditalien] · letztes Drittel des 15. Jahrhunderts
Minhagim (Religiöse Gebräuche)

Das Buch Minhagim („Religiöse Gebräuche“) wird Samuel von Ulm zugeschrieben, die Autorschaft ist aber nicht eindeutig geklärt. Inhaltlich findet man verschiedene Belehrungen, welche auf den Auffassungen von Jakob Moellin (1360-1427) basieren. Er gilt als einer der grössten geistigen Autoritäten der aschkenasischen Welt. Vermutlich wurde die Handschrift im letzten Drittel des 15. Jahrhundert in Norditalien verfasst, da die Federzeichnungen in der norditalienischen Tradition dieser Zeit stehen. Verschiedene im Manuskript enthaltene Motive wie ein Kopf mit ausgeprägter Höckernase und schweren Augenlidern, die sich aus einem Ornament entwickeln oder eine langgestreckte Stadtmauer mit Rundtürmen werden als typisch für Joel ben Simeon betrachtet, dem bedeutenden Vertreter der Norditalienischen Illustrationstradition. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B253
Pergament · 118 ff. · 13.5 x 9.4 cm · wahrscheinlich Rheinland · um 1400
Gebetbuch nach dem askenasischen Ritus

Die offensichtlich benützte Handschrift ist in allgemein gutem Zustand und wurde in einer eleganten quadratischen und halbkursiven aschkenasischen Schrift geschrieben. Sie enthält tägliche Gebete und piyyutim für Festtage und spezielle Gelegenheiten. Zudem ist der ganze Text der Haggadah enthalten, der schon in dieser Zeit meistens separat überliefert wird. Die Handschrift enthält einen interessanten Hinweis auf den Einfluss der Zensur. Im Gebet Alenu le-shabbeah glaubte man im Mittelalter eine Beleidigung des Christentums zu entdecken. Die umstrittene Passage wurde hier, wie auch in vielen anderen Fällen, vom Schreiber weggelassen (f. 19r-v). Der ganze Codex wurde im 16. Jahrhundert von Dominico Irosolimitano in Mantua, einem der aktivsten Zensoren von jüdischen Schriften in Italien, gesichtet. Dieser säuberte jedoch den Text von keiner einzigen Passage, sondern zeichnete lediglich die letzte Seite der Handschrift (f. 112v) und bestätigte damit seine Kontrolle. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B257
Pergament · 23 ff. · 9.3 x 7 cm · Wien · 1719
Perek shira (Kapitel des Liedes) und Kiddusch-le-jom tow (Heilung [des Weins] am Feiertag)

Der anonyme Hymnus an den Schöpfer Perek schira ist in über hundert Handschriften überliefert. Die meisten bedeutenden hebräischer Buchillustratoren des 18. Jahrhunderts illustrierten den Hymnus. Die vorliegende Handschrift wurde für Hertz ben Leib Darmstadt aus Frankfurt am Main geschrieben und enthält Federzeichnungen von Meschullam Simmel ben Moses aus Polna/Böhmen, der aber diese Handschrift wahrscheinlich in Wien verfertigte. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B259
Pergament · 60 ff. · 13.5 x 10 cm · Italien · letztes Drittel des 15. Jahrhunderts
Mischhandschrift zum jüdischen Lebenszyklus

Vermutlich war diese Sammelhandschrift zum jüdischen Lebenszyklus aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts ein Hochzeitsgeschenk. Kopiert wurde sie von Leon ben Joschua de Rossi aus Cesena. Es beinhaltet: Gebete für die Beschneidungszeremonie; das Formular eines Heiratsvertrags aus Correggio 1452 (ohne Namenseinträge); Texte zum Hochzeitsritus, dazu einen Hymnus mit dem Akrostichon El’asar; einen Hochzeitsvertrag, 1420 in Parma zwischen Juda, Sohn des Elchanan von Ascoli Piceno, und Stella, Tochter des Solomon von Mantua geschlossen; Friedhofsgebete mit einem für Trauernde bestimmten Tischgebet; ein Ritual zur Vermeidung böser Träume; Ka’arat kesef, ein ethisches Poem des provenzialischen Dichters Jehoseph ben Hanan ben Nathan Ezobi aus dem 13. Jahrhundert; schliesslich – in fremder Hand hinzugefügt – ein persönliches Gebet von Moses Latif für Joab Immanuel Finzi. Gleich anschliessend an den Vertrag findet sich die Darstellung eines Brautpaars (f. 10v). Da Frisur, Kleidung und Schleier der Braut der zeitgenössischen Ferrareser Mode entsprechen, liegt es nahe, dass auch die Handschrift aus Italien stammt, vielleicht sogar aus Ferrara selbst. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B262
Pergament · 23 ff. · 32 x 20.4 cm · Zentral- oder Nordeuropa · 1730
Haggadah von Nathan ben Simson von Mezeritsch

Diese Pessach Haggada mit einer jiddischer Übersetzung der Hymne Had Gadya (f. 23r) wurde von Nathan ben Simon von Mezeritsch (heute Velke Mezirici, CZ) kopiert und illustriert. Sie enthält u.a. eine geschmückte Titelseite, ein Zyklus mit Darstellungen der Zeremonien des Sederabends des jüdischen Pessach-Fests, neun Textillustrationen und ein Zyklus für den Schlusshymnus Had Gadya (f. 23r). (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B282
Papier · 13 ff. · 13.3 x 8.5 cm · Amsterdam · 1752
Kalonymus ben Kalonymus, Massekhet Purim

Der in dieser Handschrift enthaltene Massekhet Purim ist eine Purim Parodie des provenzialischen Autors und Übersetzers Kalonymus ben Kalonymus (Arles 1286- nach 1328), der dieses Werk in den frühen 1320er Jahren in Rom verfasste. Es handelt vom Essen, Trinken und der Trunkenheit an Purim. Mit Humor imitierte der Autor den Text und den Stil des Talmuds. Die Illustrationen enthalten Darstellungen von Harlekinen, einem Strassenmusiker und sieben Spielkarten dargestellt als ein selten in hebräischen Handschriften vorkommendes trompe l’œil. Der Codex wurde in Amsterdam im Jahre 1752 kopiert, in einer Zeit als dieses Werk in der aschkenasischen hebräischen Gemeinschaft sich grossen Interesses erfreute. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B284
Pergament · 22 ff. · 26.8 x 16.2 cm · Wien · 1725
Herlingen Haggada, mit jiddischen Anweisungen und Übersetzungen

Die Handschrift ist ein Meisterwerk der jüdischen Buchkunst von der Hand Aaron Wolf Herlingens, einem Künstler, der in Gewitsch in Morawien um 1700 geboren wurde und der unter anderem in Pressburg (heute Bratislava) und Wien tätig war. Von ihm sind heute noch etwa 40 von ihm unterzeichneten Handschriften bekannt. Die Handschrift schmücken insgesamt 60 gemalte Illustrationen und drei Zierfelder mit Initialwörtern. Die Titelseite zeigt die Figuren Moses und Aaron zu beiden Seiten des Titeleintrags. Im unteren Feld wird thematisiert, wie beim Zug der Israeliten durch die Wüste Manna vom Himmel fiel, und zwar im Beisein von Moses, Aaron und ihrer Schwester Miriam. Die sehr unübliche Darstellung von Miriam lässt vermuten, dass diese Haggada für eine Frau dieses Namens angefertigt wurde. Am Ende des Textes sind die zwei hebräischen bzw. aramäischen Lieder Echad mi-jodea und Chad gadja, die das Sederfest beenden, in jiddischer Übersetzung beigefügt. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Braginsky collection, B288
Pergament · 8 ff. · 17 x 10.6 cm · Nitra · 1816
Seder Tefillot u-Wirchot ha-Mohel (Ordnung der Gebete und Segenssprüche für die Beschneidungszeremonie)

Dieses nur wenige Blätter umfassende Buch mit Gebeten für den Mohel, der das Beschneidungsritual vornimmt, war gemäss Vermerk auf dem Titelblatt ein Geschenk von Mendel Rosenbaum für seinen Schwager Joseph Elsas von Nitra (deutsch Neutra, Slowakische Republik, früher Ungarn). Die Arbeit des unbekannten Künstlers Leib Sahr Sofer (Schreiber) zeigt eine enge formale Verwandschaft mit den Werken des in Nitra wirkenden Kalligrafen und Illustrators Mordechai ben Josel (alias Marcus Donath). Die Schlussseite einhält ein Kalligramm einer Moses-Figur, die in einer Hand die Gesetzestafeln hält und mit der anderen auf den Pentateuch zeigt. (red)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, AG 2760
Pergament · 1 ff. · 12 x 400 cm · Bodenseeraum · um 1330-1345
Zürcher Wappenrolle

Die Zürcher Wappenrolle aus Pergament ist eines der wichtigsten und eigentümlichsten Dokumente der mittelalterlichen Heraldik. Die Rolle besteht heute aus vier unterschiedlich langen Teilen, die zu einer vier Meter langen Rolle zusammengefügt werden können. Dargestellt sind beidseitig 559, jeweils immer von einer Helmzier bekränzte schildförmige Wappen des hohen und niederen Adels aus der Nordschweiz, aus Süddeutschland und dem westlichen Österreich. Die Namen sind jeweils neben den Schilden beigeschrieben. Ergänzend kommen 28 Banner von deutschen Bistümern und Klöstern hinzu. Die Reihenfolge der heute vier Teile, die aus insgesamt 13 Pergamentblättern zusammengenäht wurden, ist wie folgt zu bestimmen: Teil I (6.5 cm) enthält auf der Versoseite die Wappen der Bistümer und Klöster (Zählung Merz-Hegi: I-XXVIII; die Zählung im Original stammt auf dem 16./17. Jh.) und auf der Rectoseite 22 Adelswappen (1-22). Teil 2 und 3 (255.5 cm) waren 1930 noch zusammengenäht. Teil 2, bestehend aus vier zusammengenähten Pergamentblättern, enthält auf der Rectoseite die Wappen 23-104 und 108-114 und auf der Versoseite die Wappen 214-220, 224-308. Teil 3, aus drei Pergamentblättern zusammengenäht, enthält auf der Rectoseite die Wappen 105-107, 115-162 und auf der Versoseite die Wappen 163-213, 221-223. Der vierte Teil (109 cm) mit fünf zusammengenähten Pergamentblättern, enthält auf der Rectoseite die Wappen 309-378 und auf der Versoseite die Wappen 379-450. Die Wappenrolle ist unvollständig. Der fehlende fünfte Teil dürfte 109 weitere Wappen enthalten haben, die dank einer Kopie der Rolle aus dem späten 18. Jahrhundert bekannt sind. Die Wappenrolle wurde wahrscheinlich in Zürich oder im Bodenseeraum hergestellt. Sie kann in die Jahre zwischen 1330 und 1345 datiert werden. Der Stil der Ausführung erinnert an den berühmten Codex Manesse, eine Gedichtsammlung in deutscher Sprache mit 137 Miniaturen, die ebenfalls in Zürich entstanden, aber etwas älter ist. Die Zürcher Wappenrolle befand sich im Besitz des Zürcher Historikers und Naturforschers Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733), bevor sie in die Sammlung der Antiquarischen Gesellschaft Zürich und später in das Landesmuseum Zürich gelangte. (ber)

Online seit: 18.12.2014