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Ort, Bibliothek Handschriften
Alle Bibliotheken und Sammlungen1189
Sion/Sitten, Archives du Chapitre/Kapitelsarchiv 5
Fribourg/Freiburg, Archives de l'Etat de Fribourg/Staatsarchiv Freiburg 13
Sion/Sitten, Archives de l'Etat du Valais/Staatsarchiv Wallis 1
Bern, Burgerbibliothek 31
Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne 19
Fribourg/Freiburg, Bibliothèque cantonale et universitaire/Kantons- und Universitätsbibliothek 16
Lausanne, Bibliothèque cantonale et universitaire de Lausanne 4
Genève, Bibliothèque de Genève 48
Engelberg, Stiftsbibliothek 56
Sarnen, Benediktinerkollegium 10
Neuchâtel, Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel 7
Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden 12
St. Gallen, Stiftsbibliothek 537
Dalpe, Archivio parrocchiale 1
Solothurn, Domschatz der St.-Ursen-Kathedrale 3
Schlatt, Eisenbibliothek 1
Fribourg/Freiburg, Couvent des Cordeliers/Franziskanerkloster 13
Cologny, Fondation Martin Bodmer 118
Flawil, Gemeinde Flawil 2
Wil, Dominikanerinnenkloster St. Katharina 12
Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek 13
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau 16
Sion/Sitten, Médiathèque du Valais 2
Orselina, Convento della Madonna del Sasso 4
Luzern, Provinzarchiv Schweizer Kapuziner Luzern 1
Aarau, Staatsarchiv Aargau 6
Beromünster, Stiftskirche St. Michael 4
Einsiedeln, Stiftsbibliothek 68
Schaffhausen, Stadtbibliothek 16
Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum 5
St. Gallen, Stiftsarchiv (Abtei Pfäfers) 10
Bremgarten, Stadtarchiv Bremgarten 1
Sarnen, Staatsarchiv Obwalden 1
Schaffhausen, Staatsarchiv 5
Torre, Archivio parrocchiale 2
Basel, Universitätsbibliothek 15
Utopia, armarium codicum bibliophilorum 14
St. Gallen, Kantonsbibliothek, Vadianische Sammlung 18
Solothurn, Zentralbibliothek 10
Zürich, Zentralbibliothek 46
Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek 15
Zofingen, Stadtbibliothek 2

Schweizer Handschriften im Ausland

Land Ort, Bibliothek Handschriften
Deutschland Überlingen, Leopold-Sophien-Bibliothek 2
Österreich St. Paul in Kärnten, Stiftsbibliothek St. Paul im Lavanttal 1

Verstreute Handschriftenteile im Ausland

Land Ort, Bibliothek Handschriften
Frankreich Paris, Bibliothèque nationale de France 1
USA Cleveland, The Cleveland Museum of Art 1
Russland St. Petersburg, National Library of Russia 1

Anzahl Handschriften: 44, angezeigt: 1 – 44

Bern, Burgerbibliothek, Cod. 85

Pergament · 147 ff. · 27–27.5 x 18 cm · Bretagne · 2. Hälfte 9. Jahrhundert

Biblia Latina (Vulgata): Evangelia

Handschrift aus der Bretagne, mit Texten der vier Evangelien sowie der Prologe und Kapitelverzeichnisse zu Markus, Lukas und Johannes. Die künstlerische Ausstattung umfasst die 12 Seiten der Kanontafeln, die Bilder der in priesterlichem Ornat gekleideten Evangelisten sowie Initialen jeweils zu Beginn der Capitula und der Evangelien. Die reiche Flechtbandornamentik weist auf insulare Einflüsse hin. (mit)

Online seit: 23.09.2014

Bern, Burgerbibliothek, Cod. 87

Pergament · 18 ff. · 35.5–37 x 28.5 cm · Luxeuil · 1004

(Pseudo-)Boethius: Geometria; Excerpta Agrimensorum Romanorum

Die aus Luxeuil stammende Handschrift beinhaltet die irrtümlich dem Boethius zugeschriebene Geometrie sowie geometrische und gromatische Exzerpte aus Cassiodor, Isidor und den Agrimensoren. Sie bildetete vermutlich zusammen mit den Aratea (Cod. 88) einen Codex und wurde von Bischof Werner I. dem Strassburger Münster geschenkt. (mit)

Online seit: 23.09.2014

Bern, Burgerbibliothek, Cod. 88

Pergament · 11 ff. · 37 x 28.5 cm · St. Bertin · Anf. 11. Jahrhundert

Aratus – Germanicus: Phaenomena

Die vom römischen Kaiser Germanicus ins Lateinische übertragenen Aratea beschreiben die 48 antiken Sternbilder und ihre Entstehungssagen. Sie zählen zu den beliebtesten Bilderzyklen mittelalterlicher Klosterschulen. Der in St. Bertin entstandene Bernensis ist eine Enkelhandschrift des Leidener Aratus und enthält nur hier überlieferte Scholien. (mit)

Online seit: 23.09.2014

Bern, Burgerbibliothek, Cod. 219

Pergament · 2 + 77 + 2 ff. · 30.5 x 23 cm · Frankreich: Fleury; Reims? · 699

Eusebius-Hieronymus: Chronicon

Die Handschrift enthält den zweiten Teil der Chronik des Eusebius in der lateinischen Übersetzung und Fortsetzung des Hieronymus. Die eigentlich doppelseitig angelegten Tafeln sind meistens auf eine Seite zusammengedrängt. Erstklassig ist der Buchschmuck als Zeugnis vorkarolingischer Handschriftenillustration des Frankenreiches und Oberitaliens. Aus den detaillierten Abgaben des Titelblattes ergibt sich das Abfasungsdatum 699; die Berner Eusebius Chronik ist damit die älteste datierte Handschrift der Schweiz. (mit)

Online seit: 23.09.2014

Bern, Burgerbibliothek, Cod. 234

Pergament · 69 ff. · 29.5 x 21.5 cm · Fulda / Reims (?) · zweites Viertel 9. Jh. und erster Drittel 9. Jh.

Cassiodorus, Augustinus, Alcuinus, Audax Grammaticus

Die den Artes gewidmete Handschrift des 9. Jh. besteht aus zwei Teilen, deren vorderer in Fulda etwa im 2. Viertel des 9. Jhs. geschrieben ist. Er enthält das zweite, dem weltlichen Wissen gewidmete Buch von Cassiodors Institutiones in einer ab dem 9. Jh. in mehreren Handschriften überlieferten interpolierten Fassung, die Cassiodors Ausführungen zu Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Musik, Geometrie und Astronomie durch Exzerpte aus Quintilian, Boethius, Augustinus und anderen ergänzt. Der zweite Teil ist wenig früher oder gleichzeitig im 1. Drittel des 9. Jhs. in Westfrankreich entstanden und umfasst Alcuins Dialectica und Exzerpte aus Audax Grammaticus. Beide Teile waren schon im 9. Jh. vereint und befanden sich in Frankreich. (stb)

Online seit: 23.09.2014

Bern, Burgerbibliothek, Cod. 348

Pergament · 219 ff. · 25 x 20 cm · Fleury · um 820

Biblia Latina (Vulgata): Evangelia

Evangeliar aus Fleury, mit den Texten der vier Evangelien sowie am Beginn jeweils zwei Kapitelverzeichnissen. Vorausgeheftet ist eine Quaternio mit Briefen des Hieronymus an Papst Damasus und des Eusebius an Cyprian. Die künstlerische Ausstattung umfasst 15 Kanontafeln sowie ein Bild der Hand Gottes mit den Evangelistensymbolen. (mit)

Online seit: 23.09.2014

Bern, Burgerbibliothek, Cod. 720.1

Pergament · 2 ff. · 33 x 22 cm · Frankreich/Deutschland (?) · 10./11. Jahrhundert

Annales Fuldenses (Fragment)

Fragment des 10./11. Jahrhunderts von unbekanntem Entstehungsort mit Teilen der Mainzer Fortsetzung (bis zum Jahr 887) der sogenannten Annales Fuldenses mit Einträgen zu den Jahren 871, 872 und 876. Aufgrund seiner Lesarten gehört das Stück zu einer Gruppe von Handschriften, die auch die sogenannte bayerische Fortsetzung der Annalen für die Jahre 882 bis 901 enthalten. (stb)

Online seit: 23.09.2014

Bern, Burgerbibliothek, Cod. 722.3

Pergament · 2 ff. · 21.5 x 17.5 cm · Fulda · 2. Viertel des 9. Jhs.

Cetius Faventinus: Artis architectonicae privatis usibus adbreviatus liber (Fragment)

Fragment einer in Fulda etwa im 2. Viertel des 9. Jahrhunderts entstandenen Handschrift mit den Auszügen des Cetius Faventinus (Ende 3./Anfang 4. Jh.?) aus Vitruvs De Architectura. Wann der Codex Fulda verließ, lässt sich nicht bestimmen. Zwei Fuldaer Bibliothekskataloge vom Anfang und der Mitte des 16. Jahrhunderts führen noch eine Faventinus-Handschrift auf. (stb)

Online seit: 23.09.2014

Beromünster, Stiftskirche St. Michael, C 5 fol.

Pergament · 252 ff. · 34.5 x 24.5 cm · Süddeutschland / Schweiz · 1474-1476

Hochdorfer Missale

Das Missale nach dem Gebrauch des Bistums Konstanz wurde vom Beromünster Pfründner Johannes Dörfflinger in den Jahren 1474-1475 für die Kirche in Hochdorf geschrieben. Die Handschrift wurde für die neue Kaplanei St. Peter und Paul, wahrscheinlich von ihrem Gründer, dem Leutpriester und Dekan Johannes Teller in Auftrag gegeben. Sie enthält erlesene, filigrane Initialen in den verschiedenen liturgischen Teilen und eine ganzseitige Miniatur mit einer Kreuzigungsgruppe (f. 106v), die das Te igitur einleitet. Auf einigen unbeschrieben gelassenen Seiten (f. 78r-82v) wurden die wichtigsten Urkunden betreffend der Einrichtung der Pfründe von St. Peter und Paul in Hochdorf kopiert. (ber)

Online seit: 23.09.2014

Beromünster, Stiftskirche St. Michael, Ms. C 14

Papier · 265 ff. · 21 x 15 cm · Beromünster · zweite Hälfte des 14. Jh. und 15. Jh.

‚Compendium morale de avibus / de quadrupedibus‘ – Heinrich von Langenstein, ‚De discretione spiritum‘ – Johannes Gerson, ‚Opus tripartitum de praeceptis Decalogi, de confessione, et de arte moriendi‘ – Bonaventura, ‚De praeparatione ad missam‘ – ‚Moralitates super evangelium sancti Lucae‘ – Jacobus de Cessolis, ‚De ludo scachorum‘ (Auszüge) – Marienpredigt

Kompositband katechetisch-aszetischen Inhalts, Papier, in Quartformat. Drei verschieden starke Faszikel. Der älteste, aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts, von der Hand eines Albert von Münnerstadt, Konventualen der Deutschordenskommende Hitzkirch, enthält Moralitates super evangelium sancti Lucae. Ihnen wurden vielleicht in Beromünster in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts zwei naturkundliche Compendia moralia (Auszüge aus der Enzyklopädie des Thomas von Cantimpré) und katechetische Traktate Heinrichs von Langenstein, Johannes Gersons und Bonaventuras vorgebunden. Gelehrte Gebrauchshandschrift aus dem Kontext der Seelsorge (flüchtige Hand mit zahllosen Abbreviaturen besonders im dritten Faszikel). (luz)

Online seit: 23.09.2014

Dalpe, Archivio parrocchiale, n. 1

Pergament · 6 ff. · 21/21.7 x 15 cm · Italien · 14. Jahrhundert

Passio s. Placidi

Das Pergamentheft des Pfarrarchivs von Dalpe (Leventina) enthält die Leidensgeschichte des Heiligen Placidus von Disentis. Obwohl der Text nicht vollständig ist, enthält er eine Stelle über das Martyrium des Heiligen, die in der Haupthandschrift des Textes der Zentralbibliothek Zürich (Ms. Rh. 5) nicht enthalten ist. Die Gemeinschaft von Dalpe besorgte sich diese Passio wahrscheinlich um jährlich eine Messe zu Ehren des Heiligen in der neuen Kapelle des Dorfes zu feiern, die ursprünglich der Gottesmutter gewidmet war, dann aber, wie urkundliche Quellen belegen, zwischen 1370 und 1426 das Patrozinium wechselte und dem heiligen Placidus gewidmet wurde. (ber)

Online seit: 23.09.2014

Einsiedeln, Stiftsbibliothek, Codex 36(364)

Pergament · 260 pp. · 28.3 x 20.8 cm · Einsiedeln · 11./12. Jh.

[Godefridus Babio], Expositio super Mathaeum

Der Hauptteil des Inhalts setzt sich aus einem anonym überlieferten Kommentar zum Matthäusevangelium, der Gottfried von Babion zugeschrieben wird, und anderen kurzen Texten zusammen, die nicht alle identifiziert werden konnten. Wahrscheinlich ist die Handschrift in Einsiedeln entstanden, befindet sich aber sicher seit dem 14. Jh. dort, wie verschiedene Anmerkungen und Lesezeichen von Heinrich von Ligerz bezeugen. (ber)

Online seit: 23.09.2014

Einsiedeln, Stiftsbibliothek, Codex 134(805)

Pergament · a-d + 380 + y-z pp. · 20.7 x 14.2 cm · Rätien · 9. Jh.

Hieronymus, in Evangelia

Im ersten Teil des Codex (S. 2-261) steht der Matthäuskommentar von Hieronymus und eine Isidor von Sevilla zugeschriebene Predigt (S. 261-262), während der zweite Teil (S. 263-378) eine Abschrift der Expositio quattuor evangeliorum des Pseudo-Hieronymus enthält. Verschiedene Kopisten haben die Handschrift mit einer vorkarolingischen Minuskel geschrieben, die Merkmale der rätischen Schrift enthalten könnten. Der Einfluss der rätischen Schrift ist zumindest deutlich sichtbar in einigen Initialen (siehe S. 2, 5 oder 65). (ber)

Online seit: 23.09.2014

Einsiedeln, Stiftsbibliothek, Codex 196(488)

Pergament · a-b + I-II + 442 + y-z pp. · 25.8 x 17.5 cm · Einsiedeln · 12. Jh.

Ivo Carnotensis, Panormia

Die Panormia enthält eine Sammlung von kanonistischen Texten, die Ivo von Chartres zugeschrieben werden, die von ihm offensichtlich nach 1095 redigiert wurden. Der Codex ist wahrscheinlich in Einsiedeln entstanden und wurde von einem einzigen Schreiber geschrieben, der eine regelmässige und kalligraphische karolingische Minuskel verwendete. Von den insgesamt acht Initialen die in ebenso viele Bücher eingeteilte Schrift einleiten, ist nur eine mit roter Farbe ausgeführt worden (S. 78), während bei den andern vorbereitende Zeichnungen zu erkennen sind. (ber)

Online seit: 23.09.2014

Engelberg, Stiftsbibliothek, Cod. 1003

Pergament · 122 ff. · 22.5 x 16 cm · 12./13. Jahrhundert

Antiphonarium cum notis musicis

Der Hauptteil der Handschrift besteht aus dem Antiphonale. Die vorwiegend neumierten Messgesänge zum Kirchenjahr und zu den Heiligenfesten (fol. 3v-83v) werden ergänzt von Prozessionsgesängen, Litaneien und einem Sequentiar (fol. 83v-109r). Vor- (fol. 1r-2v) und nachgebunden (fol. 109r-122v) sind Nachträge aus dem 13. Jahrhundert, darunter eine neumierte deutschsprachige Mariensequenz (fol. 115r) und ein Klagegedicht auf den Tod des 1208 ermordeten Stauferkönigs Philipp von Schwaben (fol. 117v). (keg)

Online seit: 23.09.2014

Fribourg/Freiburg, Couvent des Cordeliers/Franziskanerkloster, Ms. 51

Papier · A + XII + 167 + B ff. · 22 x 14.7 cm · Strassburg · 1364

Sammelhandschrift mit Quaestiones morales pulcrae et modernae

Der Sammelband wurde von Konrad von Sulzbach im Jahre 1364 als Student in Strassburg zusammenstellte. Nachdem der erste Teil der Sammlung mit dem Kommentar von Gregor von Rimini OESA verlorengegangen war, wurden 37 Quaestiones determinatae (f. 1r-110v) mit anderen Fragen (110v-119v und 153v-167r) und der Zusammenfassung der Sentenzen von Johannes de Fonte (f. 120r-153r) im letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts in Freiburg i.Ue. gebunden. Die 37 Quaestiones, in denen der Einfluss der englischen Franziskanerschule festgestellt werden kann, finden sich nur in dieser Handschrift. (flu)

Online seit: 23.09.2014

Fribourg/Freiburg, Couvent des Cordeliers/Franziskanerkloster, Ms. 60

Papier · 262 ff. · 21.5 x 14.5 cm · München (?) und Freiburg i.Ue. · vor 1419

Franziskanische Sammelhandschrift

Diese von Friedrich von Amberg fleissig benützte Sammelhandschrift enthält im ersten Teil (f. 1r-100v) ordensgeschichtliche Materialien und im zweiten, wohl bedeutendsten Teil (f. 109r-165v) Abhandlungen, Fragen und Streitschriften aus der Zeit der Auseinandersetzung von Papst Johannes XXII. mit dem in München residierenden Ludwig dem Bayer und den dorthin geflohenen franziskanischen Spiritualen. Mehrere dieser Schriften sind nur in dieser Handschrift überliefert, darunter eine Abhandlung über die Visio beatifica von 1332-1333 (f. 127v-153r), die nach Annelise Maier möglicherweise Wilhelm Ockham zugeschrieben werden kann, und eine Streitschrift (f. 153r-160r), in der Ludwig vor einem voreiligen Friedenschluss mit dem Papst in Avignon gewarnt wird. (flu)

Online seit: 23.09.2014

Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. fr. 76

Pergament · I-II + 263 ff. · 39 x 28 cm · Brügge · um 1475-1500

Quintus Curtius Rufus, Faits et gestes d’Alexandre

Vasco de Lucena übersetzte die Alexandergeschichte des Quintus Curtius auf Wunsch von Isabella von Portugal, Gattin von Philipp III., Herzog von Burgund. Er ergänzte den lückenhaften Text des römischen Schreibers, indem er sich hauptsächlich auf die Texte von Plutarch und Justinus stützte. Im Jahr 1468 vollendet, ist die Übersetzung Karl dem Kühnen, dem Sohn Isabellas gewidmet. Sie stellt Alexander als Eroberer dar, bar aller vererbten Legenden der höfischen Literatur. Dieses Exemplar, in der Bibliothèque de Genève aufbewahrt, wurde durch einen flämischen Künstler illuminiert, den Maître d’Edouard IV, der gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Brügge aktiv war, und durch eine zweite Hand, deren Identität nicht sicher festgelegt ist. (hoc)

Online seit: 23.09.2014

Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. fr. 160

Pergament · (I-III) + 200 + (IV-VI) ff. · 39 x 29 cm · Rouen · um 1450-1480

Brunetto Latini, der 'Trésor'

Der florentinische Schreiber und Notar Brunetto Latini ging 1260 ins Exil, nach der Niederlage der Guelfen in der Schlacht von Montaperti. Er liess sich bis 1266 in Frankreich nieder, wo er den Trésor verfasste, eine Enzyklopädie auf Französisch, die bis zum Ende des 15. Jahrhunderts weit verbreitet war. Der Buchmaler, der das in der Bibliothèque de Genève erhaltene Exemplar illuminierte, ist unter dem Notnamen "Meister der Genfer Latini" bekannt, oder auch als der "Meister der Schöffen von Rouen". Ursprünglich durch vier Frontispizien verziert, weist das Manuskript heute nur noch zwei davon auf, wovon eines eine berühmte Darstellung eines mittelalterlichen, städtischen Marktes ist. (hoc)

Online seit: 23.09.2014

Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, Ms. 4

Pergament und Papier · 200 ff. · 29 x 21 cm · Südwestdeutschland · 3. Viertel des 15. Jahrhunderts

Aristoteles, Ethica Nicomachea

Dieses Manuskript enthält eine lateinische Version der nikomachischen Ethik von Aristoteles, übersetzt und mit Glossen versehen von Robert Grosseteste (1175-1253), Bischof von Lincoln. Die Dekoration aus einfarbigen und rot-blauen Fleuronné-Initialen zum Kapitelanfang (z. B. 3r), sowie den farbigen Zierinitialen zum Beginn der Bücher (z. B. 1r), weist auf eine Herkunft aus Südwestdeutschland im 3. Viertel des 15. Jahrhunderts hin. Während der französischen Revolution gelangte das Manuskript aus der bischöflichen Bibliothek in das Kollegium von Porrentruy, im 20. Jahrhundert schliesslich wurde es in den Bestand der jurassischen Kantonsbibliothek aufgenommen. (wid)

Online seit: 23.09.2014

Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, Ms. 6a

Papier · 304 ff. · 40 x 29 cm · Südwestdeutschland (Basel?) · 2. Drittel des 15. Jh.

Biblia Sacra, pars prima

Erster Teil einer Bibel (2. Teil in Ms. 6b), mit Büchern des Alten Testamentes von Genesis bis Iesus Sirach. Die Handschrift entstand im selben Atelier wie die Ms. 6b und 6c, gemäss den Initialen in Südwestdeutschland im 2. Drittel des 15. Jahrhunderts. Die Verzierung besteht aus kleineren, blau-roten Filigran-Initialen für die Prologe und aus grösseren Zierinitialen für die Buchanfänge. Sie wird im Inventar des Fürstbischofs Philipp von Gundelsheim (1487-1553) erwähnt, im 18. Jahrhundert befand sie sich gemäss dem Eintrag f. 1r im Besitz des Jesuitenkollegiums von Porrentruy. Im 19. Jahrhundert ging die Handschrift in den Besitz des Collège de Porrentruy über, danach wurde sie in den Bestand der jurassischen Kantonsbibliothek aufgenommen. (wid)

Online seit: 23.09.2014

Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, Ms. 6b

Papier · 228 ff. · 40 x 29 cm · Südwestdeutschland (Basel?) · 2. Drittel des 15. Jh.

Biblia Sacra, pars altera

Zweiter Teil einer Bibel (1. Teil in Ms. 6a), wie die Ms. 6a und 6c in Südwestdeutschland im 2. Drittel des 15. Jahrhunderts entstanden. Die Handschrift besteht aus zwei Teilen, wovon der erste die restlichen Bücher des Alten Testamentes enthält (Isaia bis II Maccabeorum), der zweite die des Neuen Testamentes. Die Bücher des zweiten Teils (105r-219v) werden durch historisierte oder Zierinitialen eröffnet, für die Kapitelanfänge des zweiten Teils wurden blau-rote Filigran-Initialen benutzt. Die Handschrift wird im Inventar des Fürstbischofs Philipp von Gundelsheim (1487-1553) erwähnt, im 18. Jahrhundert befand sie sich gemäss dem Eintrag 1r im Besitz des Jesuitenkollegiums von Porrentruy. Im 19. Jahrhundert ging die Handschrift in den Besitz des Collège de Porrentruy über, danach wurde sie in den Bestand der jurassischen Kantonsbibliothek aufgenommen. (wid)

Online seit: 23.09.2014

Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, Ms. 10

Pergament · 212 ff. · 14.5 x 10 cm · Frankreich · zwischen 1463 und 1498

Pontifikale von Charles de Neufchâtel, Erzbischof von Besançon

Pontifikale des 15. Jahrhunderts. Die Zeremonien als Miniaturen auf einer Seite mit Zierinitialen, Randdekorationen und einigen Zeilen Text nach Art der Livres d'heures dargestellt, im Text finden sich viele farbige Bordüren sowie Zierinitialen, häufig mit den dazugehörigen liturgischen Gegenständen. Unter dem vielfach vorkommenden Wappen des Melchior von Lichtenfels, Fürstbischof von Basel (1554-1575), befindet sich das Wappen von Charles de Neufchâtel, Erzbischof von Besançon (1463-1498; sichtbar auf f. 1r), was auf die Entstehungszeit der Handschrift hinweist. Wie viele andere Handschriften aus religiösen Institutionen gelangte auch diese während der französischen Revolution in das Kollegium von Porrentruy, bis sie im 20. Jahrhundert von der jurassischen Kantonsbibliothek übernommen wurde. (wid)

Online seit: 23.09.2014

Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, Ms. 13

Papier · 331 ff. · 28 x 20 cm · Hildesheim · 1452

Vocabularius brevilogus

Dieser Vocabularius brevilogus wurde laut Kolophon f. 329v durch den Schreiber Martinus Hartmann im Jahre 1452 in Hildesheim kopiert. Die Lemmata sind durch rubrizierte Initialen unterteilt, für grössere Initialen wurde Platz freigelassen, die mit wenigen Ausnahmen jedoch nicht ausgeführt wurden. Die Handschrift wurde 1505 von ihrem Besitzer Johannes Hertlin aus Augusta Regia an die Kirche St. Alexander und Theodor in Ottobeuren verschenkt; im 20. Jahrhundert befand sie sich im Besitz der jurassischen Kantonsbibliothek in Porrentruy. (wid)

Online seit: 23.09.2014

Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, Ms. 17

Pergament · 92 ff. · 34 x 26 cm · Diözese Basel · 2. Hälfte des 15. Jh.

Psalterium-hymnarium basileense

Psalterium nach dem liturgischen Gebrauch der Stiftskirche St. Ursanne aus dem 15. Jahrhundert, das in Form und Inhalt eine perfekte Kopie der Basler Handschrift AN VIII 39 ist. Auf den beiden Spiegelblättern befinden sich Fragmente des Speculum historiale des Vincentius Bellovacensis, auf f. 36r findet sich eine Federzeichnung der heiligen Jungfrau aus dem 16. Jahrhundert. Die Handschrift befand sich in der Stiftskirche St. Ursanne, bis sie im 20. Jahrhundert in den Besitz der jurassischen Kantonsbibliothek gelangte. (wid)

Online seit: 23.09.2014

Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, Ms. 21

Pergament · 140 ff. · 17.5 x 12 cm · 13./14. Jh.

Florilegium

In diesem Florilegium aus dem 13./14. Jahrhundert werden hauptsächlich die Heiligen Bernard, Augustinus und Gregor zitiert, sowie biblische Bücher mit der Glossa ordinaria, Ambrosius, Seneca, Arisoteles und viele mehr. Die Spiegelseiten bestehen aus Pergamentfragmenten des 12. Jahrhunderts, auf denen einige Zeilen der Georgica von Vergil lesbar sind. (wid)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 334

Pergament · 480 pp. · 39.5 x 25.5 cm · Nordfrankreich? · um 1200

Petrus Lombardus, Collectanea in epistolas Pauli

Die Handschrift enthält den Kommentar des Petrus Lombardus (1095/1100-1160) zu den Paulusbriefen (Collectanea in epistolas Pauli). Auf dem Rückenschild und auf p. 1/2 ist dieser fälschlich Petrus Tarentaise (später Papst Innozenz V.) zugeschrieben. Der Codex ist zweispaltig angelegt und bietet in der linken, oft sehr schmalen Spalte den Bibeltext, in der rechten in halb so hohen Zeilen den Kommentar. Am Rand stehen in Rot Verweise auf die von Petrus Lombardus herangezogenen Autoren. Zu Beginn jedes Briefs finden sich zwei Initialen (für Bibeltext und Kommentar) in Deckfarbenmalerei auf Goldgrund p. (3, 5, 116, 202, 249, 287, 316, 334/335, 351, 371, 402, 409, 412). Diese weisen Merkmale des sog. „channel style“ auf, der um 1200 beiderseits des Ärmelkanals verbreitet war. (sno)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 442

Pergament · 159 pp. · 18.2 x 13.2 cm · Kloster St. Gallen (P. Heinrich Keller) · um 1555

Rituale aus dem nachreformatorischen Kloster St. Gallen

Handrituale für den persönlichen Gebrauch des St. Galler Fürstabts Diethelm Blarer (1530−1564; vgl. sein Wappen p. 8 und den Stempel für seine Privatbibliothek p. 7), geschrieben vom St. Galler Mönch Heinrich Keller (1518−1567) und illustriert von einem unbekannten Buchmaler aus dem Bodenseeraum um 1555. Derselbe Buchmaler illuminierte gleichzeitig auch die St. Galler Handschriften Cod. Sang. 357 und Cod. Sang. 439. Im kleinformatigen Band finden sich liturgische Texte zur Sakramentenspendung der Taufe (p. 9107), zur Wiederaufnahme der Frau in den Kreis der Gläubigen nach einer Geburt (p. 107114), zur Eheschliessung (p. 114141) sowie zur Austeilung von Wein am Festtag des St. Galler Gründerheiligen Gallus am 16. Oktober (p. 144a154). (smu)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 443

Pergament · 86 pp. · 21-22 x 16.5 cm · Kloster St. Gallen · 15. Jahrhundert und 1563

Rituale; Vorreden zu den mehrstimmigen Kompositionen von Manfred Barbarini Lupus in Cod. Sang. 542 und 543

Die aus zwei Teilen zusammengebundene Handschrift enthält im ersten Teil (p. 3-26) ein Rituale des 15. Jahrhunderts mit Anweisungen für Krankenbesuch, Sterbebegleitung und Bestattung (bricht p. 26 im Gebet am Sarg ab). Den zweiten Teil (p. 27-86) bilden zwei Verteidigungsreden der mehrstimmigen Musik, verfasst vom St. Galler Mönch Mauritius Enck (†1575) im Auftrag von Abt Diethelm Blarer (1530-1564). Sie sind als Vorreden zu den mehrstimmigen Kompositionen von Manfred Barbarini Lupus in Cod. Sang. 542 und 543 gedacht. Enck verteidigt die mehrstimmige Musik gegen weit verbreitete Kritik, etwa an ihrer angeblichen lascivia („Zügellosigkeit“), und postuliert als Idealform der Kirchenmusik eine Kombination aus Choral als Fundament und polyphoner Musik als Ausschmückung. Damit beschreibt er genau die Kompositionen von Barbarini Lupus. Enck nennt am Ende der ersten Rede (p. 47-48) die an Cod. Sang. 542 und 543 beteiligten Künstler sowie den Zeitraum ihrer Arbeit an den Handschriften (von 1561 bis 1563). (sno)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 452

Pergament · 268 pp. · 32 x 19/20 cm · Kloster St. Gallen (Fridolin Sicher) · 1542/43

Kapiteloffiziumsbuch mit der Ordensregel des heiligen Benedikt, einem Martyrologium und einem St. Galler Nekrologium

Der für den täglichen Gebrauch im Kapiteloffizium bestimmte Band wurde 1542/43 von dem aus Bischofszell gebürtigen Weltkleriker Fridolin Sicher (1490−1546) für den St. Galler Fürstabt Diethelm Blarer (1530−1564; vgl. Wappen auf p. 5 und p. 8 sowie p. 268) geschrieben und ging später in den Besitz der St. Galler Mönchsgemeinschaft über. Fridolin Sicher war vor und nach der Reformation als Münsterorganist und Kalligraph für das Kloster St. Gallen tätig. Vorne ist eine lateinische Abschrift der Benediktsregel (p. 572) geschrieben, im hinteren Teil folgen, zu einer Redaktion zusammengezogen, eine Kurzfassung des Martyrologium Romanum und ein aufs Kloster St. Gallen bezogenes Nekrologium (p. 83267). Dieses Kapiteloffiziumsbuch wurde unter Fürstabt Bernhard Müller (1594−1630) durch ein 1611 neu angelegtes Neckrologium (vgl. Cod. Sang. 1442) ersetzt, das die Benediktsregel nicht mehr enthielt. (smu)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 461

Pergament · 94 pp. · 17.5 x 14 cm · Kloster St. Gallen (Fridolin Sicher) · vor 1545

Liederbüchlein des Fridolin Sicher

Liedersammlung des St. Galler Klosterorganisten Fridolin Sicher, mit 49 drei- bis fünfstimmigen Liedern in Mensuralnotation des 16. Jhs. ohne Textunterlage. Unter den Komponisten finden sich u. a. Alexander Agricola, Loyset Compère, Josquin Desprez und Jacob Obrecht. Bei einigen Stücken sind Komponistennamen und Textinitien (französisch, italienisch, flämisch, lateinisch) angegeben. In der Regel füllt ein Stück eine Doppelseite, seltener sind alle (drei oder vier) Stimmen auf einer Einzelseite angeordnet. (dor)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 587

Papier · 463 pp. · 21 x 14.5/15 cm · St. Gallen · 14. Jh. und 15. Jh.

Viten des hl. Gallus und weiterer Heiliger, in Versen ∙ Das Buch Floretus ∙ Predigten von Peregrinus de Oppeln und Jacobus a Voragine

Sammelhandschrift mit metrischen Heiligenleben und weiteren theologischen Texten: Metrische Gallusvita (Vita Galli metrice), möglicherweise verfasst von einem irischen Gelehrten (Moengal?) um 850 (S. 3-175), metrische Marienwunder (Miracula Marie) (S. 176-191), metrische Vita sancti Viti (S. 192-204), metrische Vita scolastica des Bonvicinus de Ripa (S. 205-241), Facetus de vita et moribus (S. 242-267), Liber floretus eines Pseudo-Bernhardus (S. 268-287), Sermones des Peregrinus de Oppeln (S. 306-352), Sermones des Jacobus a Voragine (S. 353-363) und Sermones dominicales, pars aestivalis et per totum annum von Peregrinus de Oppeln und Jacobus a Voragine (S. 368-452). (dor)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 754

Papier · 171 pp. · 21.5 x 15.5 cm · Glarus · 1466

Deutsches Arzneibuch

Deutsche medizinische Sammelhandschrift. Anfang fehlt, dann die Ordnung der Gesundheit für Rudolf von Hohenberg (S. 3-60), diverse medizinische, magische und Nahrungsrezepte (S. 63-101), darunter u. a. Geier- und Verbenatraktat aus dem Bartholomäus (S. 64-69), „Verworfene Tage“ (S. 69-71), Essigrezept (S. 73-76), Auszug aus dem Buch der Natur des Konrad von Megenberg (S. 82-85), Rezepte mit Verwendung des „Schwalbensteins“ (S. 89-90), Neujahrs- und Donnerprognostik (S. 90-94), Weinrezepte (S. 95-101). Kräuterbuch mit Auszügen aus dem Macer Floridus des Odo von Meung (S. 101-146), medizinische Rezepte (S. 146-147), Anwendungsbereich der Arzneien nach dem Macer Floridus (S. 147-161), Rezept gegen den ritten (S. 162). Am Schluss auf S. 164 kolorierte Zeichnung der Agrimonia (Odermennig). Die Handschrift ist mit dem 2° Cod. 572 der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg verwandt. Sie stammt aus der Bibliothek von Aegidius Tschudi (Nr. 117). (dor)

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 755

Papier · 188 pp. · 22.5 x 16 cm · Ostschweiz · 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts

Deutsches Arzneibuch

Deutsche medizinische Sammelhandschrift. Medizinische Rezepte (S. 1-148) mit Register (S. 149-157), weitere Rezepte als spätere Nachträge (S. 158-168), Aderlasslehre (S. 169-184), deutsche und lateinische Beschwörungsformeln (S. 185-186), Auszüge aus De pestilentia von Theobaldus Loneti (S. 187-188). Die Handschrift stammt aus der Bibliothek von Aegidius Tschudi (Nr. 118). (dor)

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 756

Papier · 264 pp. · 21.5 x 15 cm · Süddeutschland/Schweiz · 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts

Sammelhandschrift zu Geomantie, Chiromantie, Iatromathematik, Astronomie, Alchemie und Medizin

Sammelhandschrift in lateinischer und deutscher Sprache. Die unsystematisch angeordneten Texte sind im Folgenden systematisiert. Geomantie: lat. Traktat mit schematischen Darstellungen (S. 1-152, 163-169), weitere geomantische Schemata (185, 236, 263 [falsch als 262 paginiert]). Medizin: Rezepte, dt. (S. 153-162 und 197-198); Blutschau nach dem Aderlass und Aderlasslehre, dt. (S. 193-196, 255-261). Iatromathematik: Lunar, lat. (S. 169-172); Planeten und die Eigenschaften der ihnen zugeordneten Stunden / unter ihnen geborenen Menschen, dt., teils gereimte Verse (S. 173-175, 178-179, 218, 240), Tafeln zur Bestimmung der Planeten als Stundenregenten (S. 200, 240); Tierkreiszeichen, ihre Eigenschaften und ihr Einfluss auf die unter ihnen geborenen Menschen, lat. (S. 180-185, 186 [Hexameter]) und dt. (S. 187-192), Anleitung und Tafeln zur Berechnung des Mondstandes in den Tierkreiszeichen (S. 177-178, 213-214, [215b]-216 [für die Jahre 1406-1480]), Tierkreiszeichenschema (S. 262), Zeichnung mit Fingergliedern, denen Tierkreiszeichen, Temperamente und Elemente zugeordnet sind (S. 264 [falsch als 263 paginiert]); Monatsregeln, lat. (S. 215-[215a]). Astronomie: Kalender (S. 201-212); Tafeln zur Kalenderberechnung (S. 237, 241-242, 254); Tabelle mit Mondfinsternissen für die Jahre 1422-1462, mit Zeichnungen des jeweiligen Bedeckungsgrades (S. 238-239 und 243). Prognostik: Donnerprognostik, dt. (S. 199), Neujahrsprognostik, lat. (S. 217). Alchemie: alchemistische Rezepte, lat. (S. 219-220) und dt. (S. 221-228). Chiromantischer Traktat, dt., beginnend mit einer kolorierten Federzeichnung von zwei Händen mit den Handlinien (S. 244-254). Sonstiges: Beschwörungen, dt. (S. 156) und lat. (S. 219); 4 Hexameter über Weinqualität, lat. (S. 264 [falsch als 263 paginiert]). Die von verschiedenen Händen geschriebene Handschrift stammt aus der Bibliothek von Aegidius Tschudi (Nr. 104). (dor/sno)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 760

Papier · 154 pp. · 21 × 15.5 cm · Süddeutschland/Schweiz · um 1450

Iatromathematisches Hausbuch aus dem süddeutsch-schweizerischen Raum

Die um die Mitte des 15. Jahrhunderts in einem weltlichen Umfeld in Süddeutschland oder der Schweiz entstandene Handschrift ist mit zahlreichen kolorierten Federzeichnungen illustriert. Darin werden die Tierkreiszeichen, die Planeten, die vier Temperamente und die vier Jahreszeiten in ihren Einflüssen auf die Gesundheit des Menschen beschrieben. Es folgen diätetische Richtlinien vor allem für den Aderlass, aber auch für Essen, Trinken, Schlafen, Wachen, Ruhe und Bewegung wie auch konkret fürs Baden (Bild p. 101) oder den Stuhlgang (Bild p. 120). Der Text dürfte ursprünglich um 1400 von einem sternkundlich interessierten Laienarzt aus dem süddeutschen Raum verfasst und zu einem Kompendium zusammengestellt worden sein. Dieser Text wurde nachher mehrmals ergänzt und verändert. Im letzten Teil (ab p. 128) folgen eine Prosa- und eine Versfassung des sog. Pseudo-Aristoteles-Briefs an Alexander den Grossen: Darin gibt der griechische Universalgelehrte dem König Ratschläge zur Erhaltung einer guten Gesundheit. (smu)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 777

Pergament · 108 pp. · 20.5 × 14.5 cm · wahrscheinlich Kloster St. Gallen · 12. Jahrhundert

Exzerpte aus Texten von Kirchenvätern zu Fragen der Kirche und der Taufe; Julian von Toledo, "Prognosticum futuri saeculi"

Die in einer zierlichen Schrift mit einiger Wahrscheinlichkeit im Kloster St. Gallen im 12. Jahrhundert geschriebene Sammelhandschrift enthält im vorderen Teil (p. 150) Exzerpte aus Schriften der Kirchenväter (Augustinus, Gregor der Grosse, Hieronymus etc.) über die Kirche (de catholica ecclesia) und über das Sakrament der Taufe. Im zweiten Teil (p. 5188) folgt eine Abschrift des Werks Prognosticum futuri saeculi des Julian von Toledo (um 644−690), das auch in Cod. Sang. 264 überliefert ist. Dieses Werk ist der erste Versuch einer umfassenden Sicht der christlichen Kirche über den Tod und die letzten Dinge. Am Ende der Handschrift, deren Pergament nach p. 99 immer grössere Löcher aufweist, findet sich eine Anzahl liturgischer Texte zu Ritualen, etwa zur Gewandung von Bischöfen, zur Messe oder zur Exkommunikation. (smu)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 928

Papier · 258 [260] pp. · 21.5 × 14.5 cm · Kloster St. Gallen · um 1440

Monastische Sammelhandschrift aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit den Consuetudines von Subiaco-Wiblingen und Kastl

Textgeschichtlich bedeutende Sammelhandschrift aus dem Kloster St. Gallen mit Abschriften monastischer Texte zu und von Reformbewegungen der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sie enthält unter anderen Texten die Consuetudines Sublacenses (p. 119), die Consuetudines eines Zisterzienserklosters in Böhmen (p. 2674; Directorium et consuetudines monasterii de Nepomuk ord. Cist. in Bohemia), allgemeine und liturgische Weisungen für das klösterliche Leben (p. 7487), abfällige Äusserungen eines in St. Gallen weilendenden Hersfelder Mönchs über die Reformbestrebungen der Generalkapitel (p. 98108) sowie (p. 113 bis 258) die Consuetudines Castellenses. Diese enthalten liturgische Anweisungen für den Gottesdienst und Vorschriften für das tägliche Leben und die Organisation der Klostergemeinschaft von Kastl in der Oberpfalz. Diese Consuetudines strahlten nachher weit aus und beeinflussten auch das monastische Leben in zahlreichen weiteren Klöstern im süddeutschen Raum inklusive St. Gallen. Cod. Sang. 928 überliefert singulär den Originalprolog des Abtes Otto Nortweiner von Kastl (1378−1399) zu diesen Reformen. Der Einband der Handschrift, ursprünglich ein Kopert-Einband, wurde im 19. oder frühen 20. Jahrhundert unter schwersten Eingriffen in die Originalsubstanz restauriert. (smu)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 932

Papier · 578 pp. · 15.2 × 11 cm · Kloster St. Gallen, möglicherweise zeitweise im Besitz P. Gallus Kemli · wohl 1437−1443

Monastische Sammelhandschrift aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts

Mehrere Schreiber waren zwischen 1437 und 1443 an der Niederschrift dieser kleinformatigen Handschrift tätig, darunter auch der St. Galler Wandermönch Gall Kemli (1417−1481). Die Handschrift, deren Rückenschild die Aufschrift Miscellanea Regularia Liturgica et Medica trägt, ist im originalen Einband erhalten und enthält neben den Consuetudines Sublacenses weiteres Reformschrifttum aus dem Umkreis der spätmittelalterlichen Reformbewegungen von Subiaco und Melk. Dazu gehören etwa u.a. Tischgebete, die während des Kirchenjahres je nach Fest wechseln (p. 99117), zahlreiche liturgische Texte und Kalenderberechnungen. Im hinteren Teil finden sich medizinische Traktate, darunter (p. 480) Merkverse über den Aderlass (p. 569571) und der in zahlreichen Handschriften überlieferte pseudo-aristotelische Brief Secretum Secretorum, eine Art enzyklopädischer Geheimlehre mit orientalischen Zügen. Das Inhaltsverzeichnis auf der vorderen Innenseite des Buchdeckels schrieb P. Magnus Hungerbühler (1732−1811) während seiner Tätigkeit als Klosterbibliothekar zwischen 1774 und 1780. (smu)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 947

Papier · 112 pp. · 21.8 x 15 cm · Kloster St. Gallen (?) · 15. Jahrhundert

Sammelhandschrift mit u. a. alphabetischen Auszügen aus Kirchenväter-Texten und einer Völkercharakteristik in mittellateinischen Versen

Die in einem originalen Kopert-Einband befindliche Handschrift enthält im Hauptteil (p. 188; Register p. 93) alphabetisch geordnete Auszüge aus Kirchenväter-Schriften in lateinischer Sprache zu verschiedenen theologischen Begriffen (De abiectione – De voto). Anschliessend folgen kürzere Texte: Auf p. 89 findet sich eine wenig bekannte Völker- und Stämmecharakteristik in mittellateinischen Versen (vor allem von Landesteilen Deutschlands), die mit Versus de provinciis überschrieben ist und mit Roma potens, reverenda Ravenna, Britannia pauper beginnt. Auf den Seiten 9092 ist ein Brief eines Pariser Universitätslehrers (Epistola cuiusdam egregii magistri parisiensis) über das Übel des Eigentums überliefert, dem sich p. 94−100 eine lateinische Vaterunser-Auslegung sowie weitere spirituell-aszetische Texte in lateinischer und (p. 106112) deutscher Sprache anschliessen. Die Inhaltsangabe auf der Innenseite des Vorderdeckels verfasste P. Jodocus Metzler (1574−1639), der während längerer Zeit Klosterbibliothekar war. (smu)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 958

Papier · 222 pp. · 22 × 15 cm · südliches Deutschland / nördliche Schweiz · 1521

Frau Tugendreich

Weltweit einzig erhaltene Abschrift der Prosaerzählung „Frau Tugendreich“, verfasst von einer unbekannten Autorin oder einem unbekannten Autor im Umfeld von Kaiser Maximilian (1508−1519) im zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts. Beim Text handelt es sich um eine Mischung von Zeitroman und Streitgespräch über den Wert oder Unwert der Frau. In einem äusseren Erzählrahmen diskutieren ein junger, dem höfischen Ideal verpflichteter Erzähler und sein erfahrener, dem traditionellen Frauenbild verhafteter Meister über Wert, Bedeutung und Wohlverhalten der Frau. Leider sind nach Seite 196 durch Blätterverlust wesentliche Textteile verloren gegangen. Die Abschrift, von einem Schreiber A. S. in ostschwäbischer Mundart geschrieben (p. 219), datiert aus dem Jahr 1521. (smu)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1442

Pergament · 132 pp. · 26 x 17.5 cm · Kloster St. Gallen · 1611

Nekrologium des Klosters St. Gallen

Nekrologium, im Auftrag von Fürstabt Bernhard Müller (1594-1630) im Jahr 1611 aus älteren Totenbüchern zusammengestellt; Ersatz für das Nekrologium in Cod. Sang. 452. Die Aufzeichnungen wurden bis 1847 fortgesetzt. Außer Äbten, Mönchen und Laienbrüdern des Klosters sind auch Personen verzeichnet, die als Wohltäter des Klosters in die Gebetsverbrüderung aufgenommen worden waren. Bei den späteren Nachträgen findet man auch Hinweise auf das Todesjahr, gelegentlich auch auf Sterbeort oder Grabstätte. Das Alter des Verstorbenen ist nur in Ausnahmefällen erwähnt. Auf den letzten Seiten (p. 126-131) stehen Hinweise zu Messen für Verstorbene und ähnlichen Formen des Totengedenkens. Gemäss einer Notiz von Franz Weidmann (p. 1) befand sich die Handschrift nach der Klosteraufhebung zeitweilig im Besitz von P. Aemilianus Hafner und wurde von diesem 1840 der Bibliothek übergeben. (sno)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 2106

Pergament · 4 ff. · 21-22 x 23 / 28-28.5 x 22.5-24 cm · Schweiz · Mitte oder 2. Hälfte 9. Jh.

Fragment eines Passionars: Vita sancti Galli vetustissima, Laudatio Lucae evangelistae, Passio Simonis et Iudae apostolorum

Die beiden Pergamentdoppelblätter wurden 1895 von Staatsarchivar Paul Schweizer in Bucheinbänden im Staatsarchiv Zürich gefunden; bis 2006 wurden sie dort unter der Signatur C VI 1 II 8a aufbewahrt. Zum Abschluss des lange Zeit zwischen St. Gallen und Zürich schwelenden Kulturgüterstreits schenkte der Kanton Zürich diese Fragmente am 27. April 2006 der Stiftsbibliothek St. Gallen. Die Blätter stammen aus einem Passionar und enthalten elf teils fragmentarische Kapitel der ältesten Fassung der Gallusvita (Vita sancti Galli vetustissima) sowie die Anfänge der Passiones des Evangelisten Lukas und der Apostel Simon und Juda. Letzterer Text (zum 28. Oktober) trägt die Nummer 80, woraus sich schliessen lässt, dass das Passionar einst mehr als 90 Texte umfasste. (sno)

Online seit: 23.09.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 2107

Pergament · 111 ff. · 15.2 × 10.5 cm · Schweiz/Süddeutschland, möglicherweise für einen St. Galler Mönch geschrieben · 1475/1500

Lateinisches Stundenbuch (aus dem Besitz eines St. Galler Mönchs?)

Spätmittelalterliche Gebetbuchhandschrift. Sie enthält im vorderen Teil ein unvollständiges Marienoffizium (fol. 1r-45v) mit Varianten für den Advent und die Zeit zwischen Weihnachten und Mariä Lichtmess (fol. 46r-51v), Absolutiones, Benedictiones, Orationes und weitere kurze Gebete (fol. 51v-68r). Dem Totenoffizium (fol. 69r-98v) mit Totenvesper, Totenvigil und Gebeten für Jahrzeiten von Priestern, Äbten und anderen Verstorbenen schliessen sich Ablassgebete an (fol. 99r-111v). Der Beginn des Marienoffiziums sowie ein möglicherweise vorausgehendes Kalendar sind verloren. An eine Provenienz aus dem Kloster St. Gallen lässt vor allem der Umstand denken, dass als einzige Heilige neben Maria und Benedikt die St. Galler Hausheiligen Gallus und Otmar (fol. 56r-56v; fol. 58r-58v) genannt werden. Die Handschrift, geschrieben in einer gotischen Buchschrift, ist mit zahlreichen mit Blattgold ausgeführten Initialen sowie auf einzelnen Seiten mit farbigem Rankenwerk an den Buchrändern ausgeschmückt. Den Beginn des Totenoffiziums ziert (fol. 69r) eine kleine Miniatur eines Totenkatafalks, der von zwei Benediktinermönchen gesäumt wird, von denen einer ein Gebetbuch in Händen hält. Bemerkenswert ist der Lederschnitteinband, den ein namentlich nicht bekannter Lederschnittmeister mit dem Monogramm S schuf. Auf den Deckeln sind, umgeben von üppiger Rankenornamentik, die beiden Apostelfürsten Petrus (Vorderdeckel, mit Buch und Schlüssel) und Paulus (Hinterdeckel, mit Buch und Schwert) dargestellt. Die Stiftsbibliothek St. Gallen konnte diese Handschrift im Juni 2006 an einer Auktion von Christie’s in New York aus der Sammlung des amerikanischen Bierbrauers Cornelius J. Hauck (1893−1967) aus Cincinnati (Ex-Libris auf der vorderen Innenseite des Buchdeckels) erwerben. (smu)

Online seit: 23.09.2014
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