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Zürich, Braginsky Collection, S2
Pergament · 1 f. · 11.4 x ? cm · Schriftrolle: Venedig?, Mitte des 18. Jahrhunderts / Hülse: Ioannina, Griechenland, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Esther Rolle

Diese italienische Esther Rolle aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde höchstwahrscheinlich in Venedig gedruckt und handkoloriert. Sie wird in einer zylindrischen, mit floralen Motiven geschmückten Hülse aus feinen Filigrandrähten aufbewahrt, die typisch ist für die späteren und feineren Arbeiten der Ioanniner Silberschmiede. (red)

Online seit: 20.12.2016

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Zürich, Braginsky Collection, S7
Pergament · 1 f. · 9.5 x 243 cm · Elsass · zweite Hälfte des 18. Jahrhundert
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Esther Rolle

Die Esther-Geschichte in dieser Megilla wird nicht wie ein Historiendrama, sondern mehr wie eine witzige Persiflage behandelt. Die Eigenschaften des Lebens elsässischer Juden werden in der Verzierung der Rolle festgehalten: die skurrilen Bilder umfassen Bauernfiguren in farbenfrohen Trachten und Abspiegelungen von Volkshumor. Lebhafte Figuren, zum Teil spazierend und mit einem Stock in der Hand, werden abwechselnd mit Menschenbüsten und Eulen, wobei der Text auf oktogonale, ca. 6 cm hohe Rahmen verteilt ist. Die wenigen bekannten elsässischen Megillot weisen mehrere markante Unterschiede auf, wie etwa eine Palette von hellen Gelb-, Rot- und Grüntönen, stämmige, robuste Gestalten und grosse, leuchtend bunte Blüten. In dieser Esther Rolle tragen die Frauen rote oder blaue Gewänder mit gelben, vorne geschnürten Miedern, während die Männer unter anderem mit traditionellen weissen Halskragen, roten oder blauen Mänteln mit Culotten und mit verschiedenen Hüten dargestellt sind. (red)

Online seit: 13.10.2016

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Zürich, Braginsky Collection, S8
Pergament · 1 f. · 8 x 88 cm · Italien · Schriftrolle: Italien, 18. Jahrhundert / Hülse: Venedig oder Rom, 17. Jahrhundert
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Esther Rolle

Jüdische zeremonielle Objekte aus Gold, wie diese Megillahülse, sind aussergewöhnlich selten, da Gegenstände für den synagogalen oder privaten Gebrauch normalerweise aus Silber oder aus weniger wertvollem Material angefertigt wurden. Die zylindrische Hülse dieser Schriftrolle wurde mit feinen Filigranornamenten verziert. Aus einer Vase in der Mitte wächst eine grosse, naturalistische und blühende Ranke mit Zweigen und Blüten, die sich über die verzierte Oberfläche der Hülse erstrecken. Grosse Blüten stützen oder rahmen Gegenstände ein, die mit dem Tempel in Jerusalem assoziiert werden. Obwohl diese Motive häufig auf verschiedenen italienisch-jüdischen Kultgegenständen aus Metall gefunden werden, haben sie mit der Esther-Geschichte keine direkte Verbindung. Dazu erscheinen die Zehn-Gebote-Tafeln über dem grössten floralen Motiv, einem Kranz aus kleinen Blumen, die an Sonnenblumen erinnern. Es sind zwei ähnliche Hülsen dieser Art bekannt, die zweifellos vom gleichen Künstler geschaffen wurden. Sie werden nach Rom oder Venedig lokalisiert und ins 17. Jahrhundert datiert. Diese ungeschmückte Schriftrolle stammt wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert. (red)

Online seit: 22.03.2017

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Zürich, Braginsky Collection, S12
Pergament · 1 + 1 f. · 22.2 x 137 cm + 22.8 x 17.4 cm · Italien · um 1775
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Esther Rolle

Diese Megilla ist mit handgemalten, sich wiederholenden architektonischen Mustern versehen. Der Text steht abwechselnd zwischen geraden und gewundenen Marmorsäulen. Die italienischen Juden assoziierten gedrehte Säulen mit den Säulen des Salomon-Tempels, von denen sie glaubten, sie seien von Titus nach Rom gebracht und später im Petersdom platziert worden. Im Stil gleicht diese Schriftrolle den illuminierten Ketubbot, die in Ferrara und Mantua hergestellt worden waren. Zu dieser Schriftrolle gehört ein separates Pergamentblatt, das zusätzlich zu den Segenssprüchen den liturgischen Hymnus Kore Megilla enthält, den die italienischen Juden oft rezitierten. Die Rabbis waren sich nicht einig, ob eine Esther Rolle auch anderen Text als das Buch Esther enthalten dürfe. Dies führte in einigen Gemeinden zur Praxis, für die drei traditionellerweise vor der Lesung der Megilla rezitierten Segenssprüche ein ungebundenes Blatt zu erstellen. (red)

Online seit: 22.03.2017

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Zürich, Braginsky Collection, S13
Pergament · 1 f. · 24 x 225 cm · Venedig · 1746
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Esther Rolle

Der Schmuckrahmen dieser Esther Rolle wird von barocken Arkaden dominiert, die vier deutlich verschieden gemusterte Säulen aufweist. Über die Bögen zieht sich eine Balustrade, die Blumenvasen, leere Schilder, florale Ornamente und verschiedene Vögel trägt, unter anderem einen doppelköpfigen und gekrönten Adler und einen Pfau. Unter jede der neunzehn Textspalten wurden Szenen aus der Esther-Geschichte gesetzt. Der gedruckte Rahmen dieser Schriftrolle wurde vom italienischen Gelehrten, Künstler und Verleger Francesco Griselini (1717-1787) entworfen, dessen gedruckte Rahmenmuster im Italien des 18. Jahrhunderts sehr beliebt waren. Griselini widmete sich in diesen Zeichnungen speziell dem architektonischen Rahmen und der räumlichen Perspektive. Die gedruckte Unterschrift des Künstlers kann in der linken unteren Ecke jedes Blattes gefunden werden. Die letzte Szene, unter dem Schlussbogen, wird auf illustrierten Esther Rollen nur selten gefunden. Gezeigt wird der auf einem Esel reitende Messias, der die Rückkehr der vertriebenen Juden nach Jerusalem verkündet. Der Text dieser Schriftrolle wurde vom versierten Schreiber-Künstler Arje Leib ben Daniel geschrieben. In seinem Eintrag, der den Segenssprüchen am Ende folgt, informiert er den Leser, dass er diese Schriftrolle in Venedig, im Winter des Jahres 1746 geschrieben habe. (red)

Online seit: 22.03.2017

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Zürich, Braginsky Collection, S17
Pergament · 1 f. · 27.6 x 227 cm · Amsterdam · um 1675
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Esther Rolle

Diese reich illustrierte holländische Schriftrolle zeichnet sich vor allem durch ihre 38 in Sepia ausgeführten Zeichnungen aus. Die Dekoration der Schriftrolle beginnt mit einem Triumphbogen, der an römische Triumphbögen erinnert, die vom 15. bis zum 19. Jahrhundert europaweit für kaiserliche Feierlichkeiten konstruiert worden waren. Die Schriftrolle enthält ausserdem einige ungewöhnliche Darstellungen. Eine davon zeigt Mordechai als Gelehrten, der vor einer Bücherwand steht, was eventuell eine rabbinische Tradition reflektiert und seine beachtenswerte Kenntnisse von 70 Sprachen zeigen soll, die ihm dabei halfen, die Verschwörung gegen Ahasuerus aufzudecken. Eine weitere auffallende Illustration stellt zwei tanzende und musizierende Zwerge dar, die damit ihrer Freude über die Rettung der Juden Ausdruck geben. (red)

Online seit: 22.03.2017

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Zürich, Braginsky Collection, S24
Pergament · 1 f. · 22.2 x 176 cm · Norddeutschland · um 1750
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Esther Rolle

Diese Megilla aus dem 18. Jahrhundert wurde in Niedersachsen hergestellt und verweist in der Art ihrer folkloristischen Kunst, ihrer Ausschmückung und ihrer Farbpalette auf andere Megillot aus dieser Region. Das charakteristischste Bild in dieser Schriftrolle zeigt die Hängung Hamans. In Ketten gebunden hängt er vom Galgen. Eine giftige Schlange, Symbol des Bösen, windet sich oben um den Pfosten, unten dargestellt ist ein doppelschwänziger Löwe, die allegorische Verkörperung des jüdischen Volkes, der ein gekröntes Schild hält und hinauf auf die Hinrichtung blickt. Diese Megilla aus der Braginsky Collection ist eine von drei ähnlichen deutschen Schriftrollen, die charakteristische Bilder des gehängten Hamans enthalten. Inschriften zu Beginn und am Ende der Rolle weisen auf Berel, Sohn des Abraham Neumark aus Hamburg, als ihren Besitzer hin. (red)

Online seit: 22.03.2017

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Zürich, Braginsky Collection, S54
Pergament · 1 f. · 22.8 x 173 cm · [Wien] · [um 1740]
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Esther Rolle

Diese Schriftrolle enthält eine der am erlesensten ausgeführten Reihe von Illustrationen, die in verzierten Megillot gefunden werden können. Der äusserst versierte Künstler Wolf Leib Katz Poppers modellierte detaillierte Figuren, Szenen und Tiere mit filigranen Parallel- und Kreuzschraffuren, was einen Effekt erzeugt, der den Kupferstichen aus zeitgemässen Büchern sehr ähnlich ist. Die Textspalten, die zwischen einer Blattrankenbordüre mit Tieren am oberen Rand und einer ähnlichen mit Vögeln am unteren Rand platziert sind, werden durch acht Grossfiguren aus der Esther-Geschichte unterteilt. Unter jeder dieser Figuren befindet sich eine kleine Vignette, die Szenen aus der Purim-Geschichte zeigt. Es ist ungewöhnlich, dass die gekonnt gezeichneten Figuren, die diese Schriftrolle verzieren, in Gewänder des osmanischen Hofes gekleidet sind. Die Auswahl dieser Art von Kleidung ist verblüffend, und die vielleicht überzeugendste Begründung dieser Kombination ist, dass die Rolle für ein Mitglied der kleinen, aber wohlhabenden Gemeinde türkischer Juden angefertigt wurde, die sich nach 1718 in Wien niederlassen und dort Handel treiben durften, wobei sie nach wie vor Untertanen des türkischen Sultans waren. (red)

Online seit: 13.10.2016

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Zürich, Braginsky Collection, S58
Pergament · 1 f. · 20.2 x 702 cm · Indien · um 1900
Megilla Ester (מגילת אסתר) / Esther Rolle

Diese Esther Rolle, die in einzigartiger Weise indische und westliche Traditionen verbindet, enthält zwanzig kunstvoll illustrierte, die Textfelder flankierende Felder. Der Vorbeter wird umgeben von Fez tragenden Männern und Trommeln haltenden Kindern dargestellt. Mit den Trommeln soll jeweils der Name Hamans übertönt werden. In einem separaten Bereich mit der Inschrift ezrat nashim (Frauenabteilung) sind fünf Frauen abgebildet. Die Figuren in der Schriftrolle werden mit einer Mischung von zeitgenössischer westlicher und indischer Kleidung dargestellt, oft auch in ähnlich vermischt gezeichneten Innenräumen. Einige der Frauenfiguren, gelegentlich auch Esther, tragen das hinduistische bindi-Zeichen auf der Stirn. Diese Rolle kommt aus der Sammlung der bedeutenden jüdischen, aus Bagdad stammenden Familie Sassoon und war wahrscheinlich für ihren privaten rituellen Gebrauch bestimmt. Die Verschmelzung von jüdischen kalligraphischen Traditionen und indischen Gestaltungsformen widerspiegelt die tiefe Verwurzelung der Sassoon-Familie im kulturellen Leben Indiens. (red)

Online seit: 20.12.2016

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, AG 2760
Pergament · 1 f. · 12 x 400 cm · Bodenseeraum · um 1330-1345
Zürcher Wappenrolle

Die Zürcher Wappenrolle aus Pergament ist eines der wichtigsten und eigentümlichsten Dokumente der mittelalterlichen Heraldik. Die Rolle besteht heute aus vier unterschiedlich langen Teilen, die zu einer vier Meter langen Rolle zusammengefügt werden können. Dargestellt sind beidseitig 559, jeweils immer von einer Helmzier bekränzte schildförmige Wappen des hohen und niederen Adels aus der Nordschweiz, aus Süddeutschland und dem westlichen Österreich. Die Namen sind jeweils neben den Schilden beigeschrieben. Ergänzend kommen 28 Banner von deutschen Bistümern und Klöstern hinzu. Die Reihenfolge der heute vier Teile, die aus insgesamt 13 Pergamentblättern zusammengenäht wurden, ist wie folgt zu bestimmen: Teil I (6.5 cm) enthält auf der Versoseite die Wappen der Bistümer und Klöster (Zählung Merz-Hegi: I-XXVIII; die Zählung im Original stammt aus dem 16./17. Jh.) und auf der Rectoseite 22 Adelswappen (1-22). Teil 2 und 3 (255.5 cm) waren 1930 noch zusammengenäht. Teil 2, bestehend aus vier zusammengenähten Pergamentblättern, enthält auf der Rectoseite die Wappen 23-104 und 108-114 und auf der Versoseite die Wappen 214-220, 224-308. Teil 3, aus drei Pergamentblättern zusammengenäht, enthält auf der Rectoseite die Wappen 105-107, 115-162 und auf der Versoseite die Wappen 163-213, 221-223. Der vierte Teil (109 cm) mit fünf zusammengenähten Pergamentblättern, enthält auf der Rectoseite die Wappen 309-378 und auf der Versoseite die Wappen 379-450. Die Wappenrolle ist unvollständig. Der fehlende fünfte Teil dürfte 109 weitere Wappen enthalten haben, die dank einer Kopie der Rolle aus dem späten 18. Jahrhundert bekannt sind. Die Wappenrolle wurde wahrscheinlich in Zürich oder im Bodenseeraum hergestellt. Sie kann in die Jahre zwischen 1330 und 1345 datiert werden. Der Stil der Ausführung erinnert an den berühmten Codex Manesse, eine Gedichtsammlung in deutscher Sprache mit 137 Miniaturen, die ebenfalls in Zürich entstand, aber etwas älter ist. Die Zürcher Wappenrolle befand sich im Besitz des Zürcher Historikers und Naturforschers Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733), bevor sie in die Sammlung der Antiquarischen Gesellschaft Zürich und später in das Landesmuseum Zürich gelangte. (ber)

Online seit: 18.12.2014

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 1314
Pergament · 228 ff. · 11 x 9 cm · Süddeutschland (Augsburg?) · zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts (1460/90)
Stundenbuch

Kleines Stundenbuch auf Lateinisch, das stark zugeschnitten wurde und die sieben Psalmen, den Cursus beate virginis Marie, die Totenoffizien, den Cursus de passione Domini und verschiedene Gebete enthält. Der Buchschmuck besteht aus verschiedenen Blattrankeninitialen und einer ganzseitigen – leider teilweise beschädigten – Miniatur (5v), welche eine Ecce homo-Darstellung zeigt, vor welcher der Stifter mit seinem Wappen rechts von ihm kniet. Die Erwähnung des Ablasses der Päpste Gregor und Kalixt III. (1455-1458) (f. 139) erlaubt es, die Datierung auf die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts einzuschränken, während der Stil des Buchschmucks auf einen Ursprung in Süddeutschland, vielleicht in Augsburg, im Kreise des Buchmalers Johannes Bämler, hinweist. (ber)

Online seit: 23.06.2014

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 2799
Pergament · 74 ff. · 18.8 x 12.5 cm · Konstanz · 1487
Prozessionale von Münsterlingen (TG)

Das Rituale stammt aus dem Kloster Münsterlingen (Kanton Thurgau) und enthält eine Sammlung von Predigten und Gesängen, die die Nonnen zu Prozessionen im Kloster singen mussten, gefolgt von einer langen Totenmesse (54v-72v). Diese wird durch eine Miniatur eingeleitet, die den Hl. Michael darstellt, der die Seelen der Verstorbenen wägt. Die Rubriken sind teilweise auf Deutsch und Lateinisch geschrieben. Der Stil der drei enthaltenen Initialen wird dem Bodenseeraum zugeordnet. Bei einer Restaurierung um 1973 wurden zwei Pergamentblätter, die ursprünglich mit dem Innendeckel des Einbands verklebt waren, abgelöst; diese stammen aus einem Lektionar in vorkarolingischer Minuskel, die auf den Beginn des 9. Jhs. zu datieren ist (Mohlberg: 11. Jh.). (ber)

Online seit: 09.04.2014

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 4624.1
Pergament · I + 373 + II ff. · 21.2-21.5 x 15-15.5 cm · 1493
Brevier des Jost von Silenen, pars hiemalis

Brevier in zwei Bänden, 1493 für Jost von Silenen († 1498) hergestellt, den Bischof von Sitten von 1482 bis zu seiner Absetzung im Jahre 1497. Die reich verzierten Buchmalereien sind das Werk eines Wanderkünstlers, der während der letzten Jahrzehnte des 15. Jahrhunderts in Freiburg, Bern und Sitten aktiv war und für diese Arbeiten unter dem Namen Meister des Breviers des Jost von Silenen bekannt wurde. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts setzte er seine Tätigkeit in Aosta und Ivrea fort, wo ihm ein weiterer Name verliehen wurde, Meister des Georges von Challant. (ber)

Online seit: 20.12.2016

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 4624.2
Pergament · I + 438 + II ff. · 21.6-22 x 15-15.3 cm · 1493
Brevier des Jost von Silenen, pars aestivalis

Brevier in zwei Bänden, 1493 für Jost von Silenen († 1498) hergestellt, den Bischof von Sitten von 1482 bis zu seiner Absetzung im Jahre 1497. Die reich verzierten Buchmalereien sind das Werk eines Wanderkünstlers, der während der letzten Jahrzehnte des 15. Jahrhunderts in Freiburg, Bern und Sitten aktiv war und für diese Arbeiten unter dem Namen Meister des Breviers des Jost von Silenen bekannt wurde. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts setzte er seine Tätigkeit in Aosta und Ivrea fort, wo ihm ein weiterer Name verliehen wurde, Meister des Georges von Challant. (ber)

Online seit: 20.12.2016

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 22737
Papier · 226 pp. · 33.5 x 24.2 cm · um 1560
Porträts der Habsburger Familie und der Gefallenen der Schlacht bei Sempach (1386)

Der erste Teil (1-XX) dieser Bilderhandschrift aus Papier enthält Darstellungen von Personen des Hauses Habsburg, kniend in demütiger Haltung, dargestellt mit den entsprechenden Wappen. Diese geben die entsprechenden Abbildungen auf den heute nicht mehr vollständig erhaltenen Kirchenfenstern der Klosterkirche von Königsfelden wieder (1325-1340), welche zum Gedenken an Albrecht I. von Habsburg (ermordet 1308) von seiner Witwe Elisabeth gestiftet wurde. Prototyp dieses dynastischen Bilderzyklus ist der Ehrenspiegel des Hauses Österreich, der zwischen 1555 und 1559 von Johann Jakob Fugger in Augsburg in Auftrag gegeben wurde. Von diesem existieren weitere Kopien in Wien (ÖNB, Cod. 8614), München (BSB, Cgm 895 und Cod. icon. 330) und Luzern (ZHB Ms. 124 fol.). Im zweiten Teil (XXI-203) sind Porträts von Rittern in Rüstung und entsprechenden Wappen, die zusammen mit Leopold III. bei der Schlacht bei Sempach (1386) gefallen sind. (ber)

Online seit: 09.04.2014

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 24097
Pergament · 1 f. · 20.6 x 15.5 cm · 14. Jahrhundert
Schutzbrief

Dieses Pergament enthält ein seltenes Beispiel eines Schutzbriefs. Die zahlreichen Falze weisen darauf hin, dass das Blatt auf ein sehr kleines Format zusammengefaltet wurde, um so leicht mitgetragen werden zu können. Der Brief verspricht Schutz gegen Feinde, Hilfleistungen von Freunden und Erfüllung von Wünschen. Rote Kreuze und Initialen strukturieren den auf Lateinisch und Deutsch verfassten Text, der aus vollständigen Sätzen und einzelnen Buchstaben zusammengesetzt eine Mischung von christlichen und magischen Auffassungen enthält. Der Schutzbrief wurde wahrscheinlich für eine gewisse Greta verfasst, die im Text in der 54. Linie genannt wird. Das Blatt, das als „Amulett“ archiviert war, wurde 1701 in den Unterlagen der Adelsfamilie von Wellenberg gefunden. (ber)

Online seit: 09.04.2014

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 25893
Pergament und Papier · 2 ff. · 26.8 x 18.3 cm · Venedig · ca. 1491
„Commissione“ des Cristoforo Duodo, Prokurator von S. Marco de ultra

Fragment eines offiziellen Dokumentes der Republik Venedig, das eine illuminierte Seite und einen Teil des Index der (Amtspflicht) „Commissione“ des Cristoforo Duodo, Prokurator von San Marco de ultra von 1491 bis 1496, enthält. Die Prokuratoren übten nach dem Dogen das höchste Amt in der Serenissima aus und liessen bei ihrer Wahl Kapitularien verfassen, in der Regel illuminiert, die ihren Eid und die Liste ihrer „Commissione“ enthielten, d.h. ihrer spezifischen Aufgaben zu denen sie sich mit ihrem Schwur verpflichteten. Dieses Fragment schliesst sich an 21 „Commissione“ venezianischer Prokuratoren aus dem 15. Jahrhundert an, unter denen es sich einerseits durch seinen Buchschmuck auszeichnet, der einem venezianischen Meister von hohem Niveau, ausgebildet im Umfeld von Leonardo Bellini, zugeordnet wird, aber auch durch die seltene Darstellung des Namenspatrons nicht nur des Prokurators sondern auch seiner Frau. (poz)

Online seit: 20.12.2016

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 26117
Pergament · 314 ff. · 49 x 34.5 cm · St. Katharinenthal und Hochrhein · um 1312
Graduale aus St. Katharinenthal (Thurgau)

Das Graduale stammt aus dem Dominikanerinnenkonvent aus Katharinenthal und repräsentiert eines der wichtigsten Kunstwerke der Gotik in der Schweiz. Um 1312 im Konvent selbst angefertigt, wurde es wahrscheinlich in der Region um den Bodensee illuminiert. Es enthält mehr als 80 Fleuronné-Initialen, über 60 historisierte Initialen und 5 I-Initialen, die aus mehreren historisierten Medaillons bestehen. Von den zwei letzten I-Initialen, deren Medaillons ausgeschnitten und einzeln verkauft wurden, sind heute einige Teile bekannt, die in verschiedenen Museen und Bibliotheken verstreut aufbewahrt sind. Abgesehen von den Initialen sind in den Blumenfriesen zahlreiche kniende und betende Dominikanerinnen repräsentiert, oder auch andere, weltliche Spender (z.B. 3v, 18v, 90r, 159v, 161r etc.). Bis im 19. Jahrhundert wurde es im Konvent benutzt; gegen 1820 wurde es einem Antiquar in Konstanz überlassen, Franz Joseph Aloys Castell (1796-1844). Nach 1860 gehörte es den englischen Sammlern Sir William Amherst of Hackney und Sir Charles Dyson Perrins (1864-1958). Beim Tode des letzteren wurde seine Bibliothek durch Sotheby zum Verkauf angeboten und die Handschrift von der Schweizerischen Eidgenossenschaft mit der Unterstützung der Gottfried Keller-Stiftung und des Kantons Thurgau erstanden. (ber)

Online seit: 22.03.2017

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 29329.1
Pergament · 1 f. · 14 x 16.7 cm · St. Katharinenthal und Hochrhein · um 1312
Fragment mit Christus und Johannes dem Evangelisten aus dem Graduale von St. Katharinenthal (Thurgau)

Fragment der Seite f. 158a verso aus dem Graduale von St. Katharinenthal, das im 19. Jahrhundert entfernt wurde und dessen Miniaturen einzeln verkauft wurden. In der Initiale A wird der segnende Christus dargestellt, sowie der Evangelist Johannes, der seinen Kopf auf seine Knie stützt; zu ihren Füssen kniet ein betender Dominikaner, im seitlichen Fries eine Dominikanerin. Unterhalb der Initiale (heute in Zürich, Nationalmuseum, LM 29329.2), gab es einen Rahmen, in den die Mondsichelmadonna, begleitet vom Evangelisten Johannes gemalt ist, während unter zwei Arkaden zwei kniende Dominikaner beten. Ursprünglich gab es auf demselben Blatt eine Initiale V (heute in Wien, Graphische Sammlung Albertina, Inv. Nr. 32434) mit einer sehr fein ausgearbeiteten Darstellung der Maiestas Domini und des Jüngsten Gerichtes. Das Fragment gehört der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Gottfried Keller-Stiftung und dem Kanton Thurgau.  (ber)

Online seit: 22.03.2017

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Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, LM 29329.2
Pergament · 1 f. · 11 x 8.5 cm · St. Katharinenthal und Hochrhein · um 1312
Fragment mit der Mondsichelmadonna und Johannes dem Evangelisten aus dem Graduale von St. Katharinenthal (Thurgau)

Fragment der Seite f. 158a verso des Graduale von St. Katharinenthal, das im 19. Jahrhundert entfernt wurde und dessen Miniaturen einzeln verkauft wurden. Es stellt die Mondsichelmadonna dar, begleitet vom Evangelisten Johannes, während unter zwei Arkaden zwei Dominikaner knien und beten. Der Rahmen war unter einer Initiale A (heute in Zürich, Schweizer Nationalmuseum, LM 29329.1) platziert, in welcher der segnende Christus und der Evangelist Johannes, der seinen Kopf auf seine Knie stützt, abgebildet ist; zu ihren Füssen kniet ein betender Dominikaner, im seitlichen Fries eine Dominikanerin. Ursprünglich gab es auf demselben Blatt eine Initiale V (heute in Wien, Graphische Sammlung Albertina, Inv. Nr. 32434), mit einer sehr fein ausgearbeiteten Darstellung der Maiestas Domini und des Jüngsten Gerichtes. Das Fragment gehört der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Gottfried Keller-Stiftung und dem Kanton Thurgau.  (ber)

Online seit: 22.03.2017

Dokumente: 2179, angezeigt: 2101 - 2120