
| Land | Ort, Bibliothek | Handschriften |
|---|---|---|
| Deutschland | Überlingen, Leopold-Sophien-Bibliothek | 1 |
| Österreich | St. Paul in Kärnten, Stiftsbibliothek St. Paul im Lavanttal | 1 |
| Land | Ort, Bibliothek | Handschriften |
|---|---|---|
| Frankreich | Paris, Bibliothèque nationale de France | 1 |
| USA | Cleveland, The Cleveland Museum of Art | 1 |
| Russland | St. Petersburg, National Library of Russia | 1 |
Anzahl Handschriften: 32, angezeigt: 21 – 32
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 33
Pergament · I + 187 + II ff. · 13.5 x 9.5 cm · Werkstatt im Westen Frankreichs gelegen, vielleicht in Nantes (Frankreich, Loire-Atlantik) · drittes Viertel des 15. Jahrhunderts
Dieses Stundenbuch nach Pariser Brauch ist reich illuminiert und wurde für die Diözese von Nantes im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts geschaffen. Im 17. Jahrhundert befand sich die Handschrift im Eigentum der Familie Petau. 1720 kaufte der Genfer Ami Lullin den Codex und schenkte ihn der Bibliothèque de Genève.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 37a
Pergament · II + 88 + II ff. · 31.5 x 15.0 cm · St. Gallen · zu Beginn des 10. Jahrhunderts (cf. A. von Euw)
Dieses im Kloster St. Gallen verfasste Epistolar diente für die Lesung im Gottesdienst. Die Handschrifte ist in karolingischer Minuskel geschrieben und die Initialen sind mit Gold, Silber und Minium verziert. Die Handschrift könnte durch Sintram zu Beginn des 10. Jahrhunderts abgeschrieben und illuminiert worden sein. Der Originaleinband bestand ursprünglich aus Elfenbein; Die Handschrift dürfte St. Gallen am Ende des 18. Jahrhunderts verlassen haben, nachdem sie zum Verkauf angeboten wurde. Erst in den 1860er Jahren tauchte der Codex wieder auf, als die Erben des Genfer Arztes Jean-Jacques de Roches-Lombard ihn der Bibliothèque de Genève übergaben.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 49
Pergament · 126 ff. · 31 x 22 cm · Padua oder Venedig · um 1480
Diese Prachthandschrift enthält die von Hieronymus übersetzte und in Spalten dargestellte Chronik von Eusebius von Caesarea, welche mit Ausführungen von Hieronymus und Prosper Tiro von Aquitanien versehen ist. Sie wurde um 1480 in Padua oder Venedig erstellt und wurde von Petrus V… illuminiert, der auf Bl. 10r eine ganzseitige majestätische Verzierung schuf. Ein Fehler beim Binden schadete leider dem schönen Anblick des gesamten Buches: die erste Lage müsste sich an der Stelle der zweiten befinden, und umgekehrt.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 54
Pergament · II + 80 ff. · 31.5 x 22.0 cm · um 1420
Diese Handschrift entstand um 1420 und enthält von Sallust die «Verschwörung des Catilina» und den «Krieg mit Jugurtha». Die Miniaturen in Grisaille wurden vom Bedford-Meister und seiner Werkstatt ausgeführt und folgten dabei den Angaben Jean Lebègues, der 1417 eine Anleitung über die Illustrierung der historischen Szenen in den genannten Werken Sallusts verfasst hatte. Im 17. Jahrhundert befand sich die Handschrift im Eigentum der Familie Petau. 1720 kaufte der Genfer Ami Lullin den Codex und schenkte ihn der Bibliothèque de Genève.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 70
Pergament · I + 110 ff. · 21.5 x 14.3 cm · Paris · Mitte des 13. Jahrhunderts
Diese Handschrift, die in einer Pariser Werkstatt Mitte des 13. Jahrhunderts entstand, enthält die Bücher I bis XVIII des Digestum vetus von Justinian mit einem Text, der Unterschiede zur "Vulgata" des Digests aufweist. Eine Darstellung in der Form eines vertikalen Bandes zeigt den Kaiser Justinian, der über den fünf zu Beginn des 3. Jahrhunderts wichtigsten Juristen steht, welche im Digest häufig zitiert werden.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 76
Pergament · I + 334 + I ff. · 30.8 x 21 cm · Paris · Ende des 13. Jahrhunderts
Diese Handschrift stammt aus einer Pariser Werkstatt vom Ende des 13. Jahrhunderts und enthält die lateinische Version von dreizehn Abhandlungen von Aristoteles oder solche, die ihm zugeschrieben wurden. Das Buch endet mit einem Fragment von De uno deo benedicto von Moses Maimonides. Vierzig Initialen verschönern den Text und eine grosse Zeichnung von Christus am Kreuz mit Maria und Johannes wurde auf dem letzten Folio hinzugefügt.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 84
Pergament · I-II + 44 f. + III-IV ff. · 25.8 x 23.0 cm · Fulda (?) · 9. Jahrhundert
Diese Handschrift aus dem 9. Jahrhundert enthält das Buch IV des De compendiosa doctrina von Nonius Marcellus, einem lateinischen Grammatiker, der im 4. Jahrhundert n. Chr. gelebt hat. Die Korrekturen, welche zum Text hinzugefügt wurden, werden Lupus von Ferrières zugeschrieben. Die Existenz eines kurzen Textes in tironischen Noten und eines Buchkatalogs (Liste von 21 Titeln) hat frühere Forscher zur Annahme verleitet, die Handschrift sei in Fleury-sur-Loire entstanden, doch neuste Untersuchungen verbinden sie mit dem Kloster Fulda in Deutschland.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 92
Papier · I + 170 + I ff. · 30.2 x 21.8 cm · 1460-1480
Diese Handschrift, die in den Jahren 1460-1480 kopiert wurde, enthält De regimine principum von Aegidius Romanus, geschmückt mit einer Miniatur, in der der Autor (Aegidius Romanus) das Buch dem König von Frankreich überreicht. Die letzten Blätter enthalten das Leben Äsops und die Fabeln vom selben Autor, die von Rinuccio d'Arezzo ins Lateinische übersetzt wurden. Die Handschrift gehörte François Bonivard († 1570), Prior im Cluniazenser Priorat Saint-Victor von Genf.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 97
Pergament · I + 33 + I ff. · 25.5 x 17.5 cm · zu Beginn des 16. Jahrhunderts
Die Handschrift datiert aus dem beginnenden 16. Jahrhundert und enthält zwei Gedichte Raoul Bollarts, von denen das erste den Sieg des Königs von Frankreich, Ludwig XII., gegen die Venezier im Jahr 1509 feiert. Das zweite Gedicht handelt von moralischen Werten und beschreibt das Bittgesuch armer Leute an einen Reichen. Alle in der Handschrift befindlichen Miniaturen wurden in Rouen ausgeführt und illustrieren verschiedene Szenen. Ihre Bildfolge zum moralischen Gedicht erinnert an das Konzept moderner Comics. Im 17. Jahrhundert befand sich die Handschrift im Eigentum der Familie Petau. 1720 kaufte der Genfer Ami Lullin den Codex und schenkte ihn der Bibliothèque de Genève.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 124
Papier · 2 + 28 ff. · 24 x 16 cm · 16. Jahrhundert
Abhandlung De tranquilitate animi von Plutarch in der lateinischen Übersetzung des 16. Jahrhunderts des französischen Humanisten Guillaume Budé (1505). Ihr geht ein Brief von demselben an den Papst Julius II. voran, an den die Übersetzung adressiert ist. Die Handschrift enthält keine Verzierungen, doch der Bucheinband des 16. Jhs. zeigt zwei Szenen, die der Jungfrau Maria geweiht sind: Maria Himmelfahrt und ihre Heiligsprechung durch die Dreifaltigkeit.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 172
Pergament · 108 + II ff. · 21.3 x 14 cm · Italien · Mitte oder gegen Ende des 15. Jahrhunderts
Dieser Band, der in Italien in der Mitte oder gegen Ende des 15. Jahrhunderts entstand, ist ein Briefsammelband, der Briefe von Phalaris, Diogenes von Sinope und Brutus zusammenträgt, die im Mittelalter als die wirklichen Verfasser dieser Briefe angesehen wurden. Sie wurden von Francesco Griffolini Aretino und Ranuccio d’Arezzo ins Lateinische übersetzt. Ornamente von "bianchi girari" begleiten den Textanfang bei jedem dieser drei Autoren. Am Ende des Bandes erscheinen zwei Fragmente aus De officiis ministrorum vom Heiligen Ambrosius.
Genève, Bibliothèque de Genève, Ms. lat. 357
Pergament · 245 ff. · 25 x 16 · Italien und Süditalien · 11. Jahrhundert und 13. und 14. Jahrhundert
Diese Handschrift wurde im Jahre 2007 von den Patres der Kongregation des Heiligen Franziskus von Sales (Genf, Institut Florimont) in der Bibliothèque de Genève hinterlegt. Es handelt sich um eine zusammengesetzte Handschrift, die zwei Texte vereint, welche früher getrennt waren: Priscians Institutiones Grammaticae, die im 13. und 14. Jahrhundert in Italien abgeschrieben wurden, und den Kommentar der Apokalypse von Beatus von Liébana. Dieser wurde mit 65 Miniaturen illustriert und im 11. Jahrhundert, vermutlich im Süden Italiens von Schreibern, die die Beneventana und die Karolingische Minuskel verwendeten, kopiert. Dieser bis anhin noch unbekannte, in Genf entdeckte Beatus kommt nun zu den bereits erfassten 26 illuminierten Exemplaren hinzu.