
| Land | Ort, Bibliothek | Handschriften |
|---|---|---|
| USA | Cleveland, The Cleveland Museum of Art | 1 |
Anzahl Handschriften: 96, angezeigt: 1 – 20
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 3
Papier · 55 ff. · 21 x 14.3 cm · Ende des 15. Jahrhunderts
Der Dichter Aischylos überragt die Geschichte der griechischen Tragödie. Seine Kunst kristallisiert sich in der Schrift Perses (5. Jahrhundert vor Christus). Dieses Stück, eines der wenigen uns erhaltenen Werke, ist das älteste von diesen.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 5
Papier · 96 ff. · 21.0 x 15.4/15.6 cm · ca. 1491
Obwohl die äsopische Tradition im Mittelalter dank der Verbreitung der lateinischen Übersetzungen einen grossen Erfolg hatte, wurde der griechische Text des Fabeldichters erst in der Renaissance wiederentdeckt. Der CB 5, welcher gegen das Ende des 15. Jahrhunderts auf Papier abgeschrieben wurde, vereint etwa 150 Fabeln, die diesem Dichter zugeschrieben werden und von denen sich auch La Fontaine inspirierte. Darauf folgen, unter anderem, die delphischen Weisungen des Pseudo-Pythagoras, in denen man auch das bekannte „Erkenne ich selbst“ lesen kann, und Die Wolken, jene Komödie, die den Athener Dichter Aristophanes berühmt machte.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 6
Pergament · 48 ff. · 28.8 x 18 cm · England? · 14.-15. Jahrhundert
Die Historiae de preliis Alexandri Magni gehört zur umfangreichen lateinischen Literatur des abendländischen Mittelalters, die Alexander dem Grossen gewidmet ist. Diese Handschrift, die auf Pergament im 14. oder 15. Jahrhundert (vielleicht gegen 1400) geschrieben wurde, ist nach ihrer ziemlich runden gotischen Schrift zu beurteilen vermutlich englischen Ursprungs. Die Titel sind rubriziert und einige zeitgenössische Glossen und Korrekturen wurden am Rand angefügt.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 7
Pergament · 59 ff. · 20.8 x 14.2 cm · Italien, Neapel · 15. Jahrhundert
Die lateinische Handschrift mit astronomischem Inhalt enthält Werke von Germanicus, Plinius dem Älteren und Hyginus. Der Codex weist zahlreiche Tuschzeichnungen auf, darunter eine Planisphäre aus fünf goldenen, konzentrischen Kreisen, die als Personen oder Tiere abgebildete Sternbilder enthalten. Die ins 15. Jahrhundert zu datierenden Zeichnungen werden Antonio di Mario im neapolitanischen Umland zugeschrieben.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 8
Papier · 247 ff. · 33.0 x 22.4 cm · gegen 1541
Mehrere Abhandlungen von Archimedes, insbesondere Kugel und Zylinder und Die Quadratur der Parabel sind in dieser Handschrift vereint, die gegen 1541 auf Papier geschrieben wurde. Ihnen gehen die Kommentare vom Geometer Eutocius zu den Abhandlungen des berühmten Mathematikers Heron von Alexandrien über die Messinstrumente voran.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 9
Pergament · I + 81 ff. · 19.8 x 12.3 cm · [Frankreich] · 11./12. Jahrhundert und 12. Jahrhundert
Während des ganzen abendländischen Mittelalters waren die Texte von Aristoteles und Boethius reichlich in Umlauf und inspirierten zahlreiche Denker. Diese beiden grossen Philosophen werden in diesem Band, der aus zwei unterschiedlichen Handschriften besteht, vereint. Die erste, die zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert datiert werden kann, enthält Werke von Aristoteles. Darin befindet sich ein sehr interessantes Schema (fol. 27) sowie grün hervorgehobene oder mit Rankenornamenten verzierte Initialen. Der Text von Boethius, der etwas später entstand, wurde im 12. Jahrhundert abgeschrieben. Man kann darin einige Korrekturen und Glossen aus dem 14. Jahrhundert finden.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 10
Pergament · 251 ff. · 26.6 x 19.3 cm · Frankreich · 13. Jahrhundert
Die wahrscheinlich für den didaktischen Gebrauch vorgesehene Handschrift CB 10 enthält Werke von Aristoteles, Avicenna, Nicolaus Damascenus, Qusta Ibn-Luqa und Alexander Aphrodisiensis. Diese auf Pergament des 13. Jahrhunderts geschriebene Handschrift gehörte vermutlich einem Studenten der Artesfakultät in Leipzig, wie sich aus einer im Codex enthaltenen Liste besuchter Vorlesungen aus dem Jahr 1439 schliessen lässt. Die Liste enthält ferner Namen der Professoren, Titel der behandelten Texte, Gehälter der Lehrer sowie Anfangs- und Enddaten der Vorlesungen.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 11
Pergament · 80 ff. · 26.3 x 18.0 cm · 13. Jahrhundert
In der Estoire de la guerre sainte, die Ambroise d'Evreux zugeschrieben wird, wird uns berichtet, dass die Soldaten von Richard von Löwenherz und Philipp August, die in Sizilien stationiert waren, während des Winters 1190, durch die Erzählungen des Chanson d'Apresmont (Lied von Apremont) Unterhaltung fanden. Dieses Chanson de Geste in gereimten Zehnsilbern und Alexandrinern berichtet vom Feldzug Karls des Grossen in Italien, gegen den heidnischen König Agolant und seinen Sohn Helmont. Die anglo-normannische Handschrift, die in der Fondation Martin Bodmer aufbewahrt wird, wurde im 13. Jahrhundert abgeschrieben, und enthält interlineare und marginale Korrekturen, die von einer zweiten Hand angefügt wurden, welche etwas jünger ist als jene, welche den Text abgeschrieben hat. Da diese Zusätze ohne Zweifel anhand einer Kontroll-Handschrift vorgenommen wurden, kann so die grosse Komplexität der Überlieferung dieses Textes erkannt werden.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 14
Pergament · 263 ff. · 43.5 x 27.2 cm · Italien, Bologna (?) · 14. Jahrhundert
Diese lateinische Pergamenthandschrift des 14. Jahrhunderts enthält einen umfassenden Kommentar von Bologneser Juristen zum Corpus Iuris Civils, so u.a. zum Codex Iustinianus oder den Digesten.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 18
Pergament · II + 268 + II ff. · 30.0 x 20.0 cm · Abtei Tongerloo, Diözese von Cambrai, Dekanat Antwerpen · Ende des 13. Jahrhundert
In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurden lateinische Werke von Statius und Vergil oder auch Adaptationen Homers in die Volkssprache übersetzt. Mit der Übertragung dieser Texte in die «romanische» Sprache entstanden auch die ersten als «romans» bezeichneten französischen Versdichtungen. Die Pergamenthandschrift CB 18 enthält zwei dieser Werke, den «Roman de Troie» des Benoît de Sainte-Maure und den anonym verfassten «Roman de Thèbes».
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 19
Pergament · 66 ff. · 10.6 x 8.0 cm · Zisterzienserabtei Maulbronn (Diözese Speyer, Württemberg) · 1480
Diese Handschrift von 1480 aus der Zisterzienserabtei Maulbronn (Diözese Speyer, Württemberg, cf. f. 44r) enthält Schriften Ekberts von Schönau, dem Bruder der Heiligen Elisabeth von Schönau, sowie von anderer Hand geschriebene Mariengebete.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 21
Pergament · 347 ff. · 28 x 23.5 cm · Spanien (?) · 13. Jahrhundert
Der in CB 21 enthaltene hebräische Text des Alten Testaments stammt aus dem maurischen Spanien, Al-Andalus, und gehört damit nicht zur aschkenasischen Tradition, wie die Mehrzahl der überlieferten Handschriften dieser Art, sondern ist Zeuge sephardischer Buchkultur des 13. Jahrhunderts. Der Buchschmuck ist stark von der kalligraphischen Kunst geprägt.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 25
Pergament · (2) 196+23 bis (2) ff. · 31.9 x 24.8 cm · Konstantinopel und Izmir · Ende des 10. Jahrhunderts
Eine bedeutende Handschrift vom Ende des 10. Jahrhunderts, die sicherlich in Konstantinopel oder Izmir erstellt wurde, vereinigt die vier Evangelien in griechischer Sprache. Der biblische Text ist umgeben vom Kommentar von Peter von Laodikeia (exegetische Kette) in kursiver Schrift. Das Buch ist geschmückt mit zwei wertvollen, ganzseitigen Miniaturen, die Lukas und Markus vor einem goldenen Hintergrund darstellen.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 28
Pergament · 416 ff. · 35.7 × 25 cm · Nordfrankreich (?) · 13. Jahrhundert
Diese lateinische Bibel, die im 13. Jahrhundert vermutlich im Norden Frankreichs abgeschrieben wurde, vereinigt in einem einzigen Band die Bücher des Alten und Neuen Testaments, denen in den meisten Fällen ein Prolog vorangeht. Sie überträgt den Standart-Text der Vulgata, der Pariser Fassung genannt wird, in eine Aufteilung der Kapitel, welche Stephen Langton zugeschrieben werden. Zudem fügt sie auf den letzten dreissig Seiten eine Interpretation der hebräischen Namen an. Historisierte Initialen eröffnen die verschiedenen biblischen Bücher und strukturieren das Buch. Eine kleinere Schrift als jene des restlichen Texts hat auf f. 1 den Kommentar des Baumes der Blutsverwandtschaft angefügt, ein Text, der üblicher Weise in juristischen Werken übermittelt wurde und hier durch die Darstellung eines Baumes unterstützt wird.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 30
Pergament · 163 ff. + 16 ff. ff. · 22.7 x 15.7 cm · Süddeutschland · um 1200 und 13./14. Jahrhundert
Dieser Codex aus Süddeutschland besteht aus zwei Teilen, zusammengebunden in einem deutschen Einband von 1569. Der erste Teil der Handschrift enthält rund hundert Blätter aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Er beginnt mit einem Kalender, der zahlreiche Sternzeichen und ganzseitige Illustrationen aufweist. Darauf folgen Gebete und liturgischen Gesänge. Der zweite Teil besteht aus dreissig Blättern und verzeichnet in sorgfältiger gotischer Schrift des 14. Jahrhunderts eine Folge von lateinischen Gebeten.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 39
Pergament · 95 ff. · 26.5 x 17.2 cm · Italien · 1467
Die Elegia di madonna Fiammetta, die den “verliebten Frauen” gewidmet ist, nennt die Gefühle der jungen Neapolitanerin Fiammetta in der ersten Person. Sie wurde von ihrem Geliebten Panfilo verlassen. Die Elegie, ein Prosawerk aus der Jugend Boccaccios, das für seine Feinheit und seinen psychologischen Ansatz gerühmt wurde, mischt autobiographische Elemente und offensichtliche Bezüge zur lateinischen Literatur. Sie wird in einem Manuskript, das 1467 von Giovanni Cardello da Imola abgeschrieben wurde, aufbewahrt, dessen regelmässige Kalligraphie von einer Verzierung mit bianchi girari hervorgehoben wird.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 40
Pergament · II + 122 + II ff. · 17.6 × 12.4 cm · Frankreich · Ende des 13. Jahrhunderts
Jean Bodel, der Mitglied der Bruderschaft der Gaukler und Bürger von Arras war, verfasst sein Chanson des Saisnes (Chanson des Saxons) im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Dieses Epos in Alexandrinern berichtet vom Krieg, der von Karl dem Grossen gegen Guiteclin, den König der Sachsen geführt wurde. Der Text des Chansons existiert heute in drei Handschriften (eine vierte wurde während dem Brand der Bibliothek von Turin gänzlich zerstört) und zeigt, dass die unterschiedlichen Fassungen untereinander variieren. Die lange Version der Fondation Martin Bodmer befindet sich in einer „Gaukler-Handschrift“ von kleiner Dimension. Sie wurde sicherlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts angefertigt, ist von einfacher Ausführung und ohne Miniaturen und wurde auf häufig schlecht zugeschnittenes Pergament geschrieben, welches nur grob zusammengenäht wurde.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 43
Pergament · III + 208 + III ff. · 27.0 x 19.0 cm · England · Ende des 15. Jahrhunderts
Diese Pergamenthandschrift vom Ende des 15. Jahrhunderts enthält die «Chronik von London» sowie eine nur in CB 43 belegte Textversion der Paraphrase der Reimchronik des Robert von Gloucester. Die Handschrift wurde dem dialektalen Einschlag der Texte nach von einem Schreiber aus dem Süden der Midlands verfasst.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 44
Pergament · 132 ff. · 33.6 x 23.0 cm · Italien, wahrscheinlich Neapel · um 1480
Die Abschrift von Caesars «Commentarii» aus der Zeit um 1480 zeugt von der grossen Beachtung, die diesen Texten in der beginnenden Renaissance zuteil wurde (aus dem 15. Jahrhundert sind mehr als 240 Handschriften der «Commentarii» erhalten). Die Handschrift stammt aus dem Atelier des Illuminators Cola Rapicano in Neapel. Der «bianchi girari»-Buchschmuck und die verzierten Initialen, welche den Anfang der verschiedenen Bücher markieren, sind in den humanistischen Codices häufig anzutreffen. Die verzierte Initiale auf f. 1r hingegen zeigt den Kaiser in einer ungewöhnlichen Abbildung, als Reiter mit Rüstung.
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 45
Pergament · 301 ff. · 23 x 33 cm · Spanien · um 1470
Sammlung von spanischen Gedichten, die an Don Alvar Garcia de Santa Maria, Berater des Königs Johann II. von Kastilien, gerichtet ist. Die Sammlung enthält alle Proverbios von Inigo Lopez de Mendoza, Marquis von Santillana, und die Gedichte von Juan de Mena, Diego del Castilla, Fernando de Escobar, Gomes Manrique, Juan Angras, Jean de Duenas, Juan Rodrigues de la Camara, etc. Die Handschrift wurde von Pedro Fernandez de Velasco, dem ersten Grafen von Haro, in Auftrag gegeben, einem der mächtigsten Notabeln des 15. Jahrhunderts, der als Staatsmann, Privatgelehrter, Dichter und Bücherliebhaber bekannt war.