Cologny, Fondation Martin Bodmer
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Anzahl Handschriften: 74, angezeigt: 1 – 50
Signatur: Cod. Bodmer 7
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 7
Pergament · 59 ff. · 20.8 x 14.2 cm · Italien, Neapel · 15. Jahrhundert
Die lateinische Handschrift mit astronomischem Inhalt enthält Werke von Germanicus, Plinius dem Älteren und Hyginus. Der Codex weist zahlreiche Tuschzeichnungen auf, darunter eine Planisphäre aus fünf goldenen, konzentrischen Kreisen, die als Personen oder Tiere abgebildete Sternbilder enthalten. Die ins 15. Jahrhundert zu datierenden Zeichnungen werden Antonio di Mario im neapolitanischen Umland zugeschrieben.
Signatur: Cod. Bodmer 10
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 10
Pergament · 251 ff. · 26.6 x 19.3 cm · Frankreich · 13. Jahrhundert
Die wahrscheinlich für den didaktischen Gebrauch vorgesehene Handschrift CB 10 enthält Werke von Aristoteles, Avicenna, Nicolaus Damascenus, Qusta Ibn-Luqa und Alexander Aphrodisiensis. Diese auf Pergament des 13. Jahrhunderts geschriebene Handschrift gehörte vermutlich einem Studenten der Artesfakultät in Leipzig, wie sich aus einer im Codex enthaltenen Liste besuchter Vorlesungen aus dem Jahr 1439 schliessen lässt. Die Liste enthält ferner Namen der Professoren, Titel der behandelten Texte, Gehälter der Lehrer sowie Anfangs- und Enddaten der Vorlesungen.
Signatur: Cod. Bodmer 14
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 14
Pergament · 263 ff. · 43.5 x 27.2 cm · Italien, Bologna (?) · 14. Jahrhundert
Diese lateinische Pergamenthandschrift des 14. Jahrhunderts enthält einen umfassenden Kommentar von Bologneser Juristen zum Corpus Iuris Civils, so u.a. zum Codex Iustinianus oder den Digesten.
Signatur: Cod. Bodmer 18
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 18
Pergament · II + 268 + II ff. · 30.0 x 20.0 cm · Abtei Tongerloo, Diözese von Cambrai, Dekanat Antwerpen · Ende 13. Jahrhundert
In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurden lateinische Werke von Statius und Vergil oder auch Adaptationen Homers in die Volkssprache übersetzt. Mit der Übertragung dieser Texte in die «romanische» Sprache entstanden auch die ersten als «romans» bezeichneten französischen Versdichtungen. Die Pergamenthandschrift CB 18 enthält zwei dieser Werke, den «Roman de Troie» des Benoît de Sainte-Maure und den anonym verfassten «Roman de Thèbes».
Signatur: Cod. Bodmer 19
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 19
Pergament · 66 ff. · 10.6 x 8.0 cm · Zisterzienserabtei Maulbronn (Diözese Speyer, Württemberg) · 1480
Diese Handschrift von 1480 aus der Zisterzienserabtei Maulbronn (Diözese Speyer, Württemberg, cf. f. 44r) enthält Schriften Ekberts von Schönau, dem Bruder der Heiligen Elisabeth von Schönau, sowie von anderer Hand geschriebene Mariengebete.
Signatur: Cod. Bodmer 21
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 21
Pergament · 347 ff. · 28 x 23.5 cm · Spanien (?) · 13. Jahrhundert
Der in CB 21 enthaltene hebräische Text des Alten Testaments stammt aus dem maurischen Spanien, Al-Andalus, und gehört damit nicht zur aschkenasischen Tradition, wie die Mehrzahl der überlieferten Handschriften dieser Art, sondern ist Zeuge sephardischer Buchkultur des 13. Jahrhunderts. Der Buchschmuck ist stark von der kalligraphischen Kunst geprägt.
Signatur: Cod. Bodmer 25
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 25
Pergament · (2) 196+23 bis (2) ff. · 31,9 x 24,8 cm · Konstantinopel und Izmir · Ende des 10. Jahrhunderts
Eine bedeutende Handschrift vom Ende des 10. Jahrhunderts, die sicherlich in Konstantinopel oder Izmir erstellt wurde, vereinigt die vier Evangelien in griechischer Sprache. Der biblische Text ist umgeben vom Kommentar von Peter von Laodikeia (exegetische Kette) in kursiver Schrift. Das Buch ist geschmückt mit zwei wertvollen, ganzseitigen Miniaturen, die Lukas und Markus vor einem goldenen Hintergrund darstellen.
Signatur: Cod. Bodmer 28
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 28
Pergament · 416 ff. · 35.7 × 25 cm · Nordfrankreich (?) · 13. Jahrhundert
Diese lateinische Bibel, die im 13. Jahrhundert vermutlich im Norden Frankreichs abgeschrieben wurde, vereinigt in einem einzigen Band die Bücher des Alten und Neuen Testaments, denen in den meisten Fällen ein Prolog vorangeht. Sie überträgt den Standart-Text der Vulgata, der Pariser Fassung genannt wird, in eine Aufteilung der Kapitel, welche Stephen Langton zugeschrieben werden. Zudem fügt sie auf den letzten dreissig Seiten eine Interpretation der hebräischen Namen an. Historisierte Initialen eröffnen die verschiedenen biblischen Bücher und strukturieren das Buch. Eine kleinere Schrift als jene des restlichen Texts hat auf f. 1 den Kommentar des Baumes der Blutsverwandtschaft angefügt, ein Text, der üblicher Weise in juristischen Werken übermittelt wurde und hier durch die Darstellung eines Baumes unterstützt wird.
Signatur: Cod. Bodmer 30
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 30
Pergament · 163 ff. · Süddeutschland · um 1200 und 13./14. Jahrhundert
Dieser Codex aus Süddeutschland besteht aus zwei Teilen, zusammengebunden in einem deutschen Einband von 1569. Der erste Teil der Handschrift enthält rund hundert Blätter aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Er beginnt mit einem Kalender, der zahlreiche Sternzeichen und ganzseitige Illustrationen aufweist. Darauf folgen Gebete und liturgischen Gesänge. Der zweite Teil besteht aus dreissig Blättern und verzeichnet in sorgfältiger gotischer Schrift des 14. Jahrhunderts eine Folge von lateinischen Gebeten.
Signatur: Cod. Bodmer 39
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 39
Pergament · 95 ff. · 26.5 x 17.2 cm · Italien · 1467
Die Elegia di madonna Fiammetta, die den “verliebten Frauen” gewidmet ist, nennt die Gefühle der jungen Neapolitanerin Fiammetta in der ersten Person. Sie wurde von ihrem Geliebten Panfilo verlassen. Die Elegie, ein Prosawerk aus der Jugend Boccaccios, das für seine Feinheit und seinen psychologischen Ansatz gerühmt wurde, mischt autobiographische Elemente und offensichtliche Bezüge zur lateinischen Literatur. Sie wird in einem Manuskript, das 1467 von Giovanni Cardello da Imola abgeschrieben wurde, aufbewahrt, dessen regelmässige Kalligraphie von einer Verzierung mit bianchi girari hervorgehoben wird.
Signatur: Cod. Bodmer 40
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 40
Pergament · ff. · 17.6 × 12.4 cm · Frankreich · Ende des 13. Jahrhunderts
Jean Bodel, der Mitglied der Bruderschaft der Gaukler und Bürger von Arras war, verfasst sein Chanson des Saisnes (Chanson des Saxons) im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Dieses Epos in Alexandrinern berichtet vom Krieg, der von Karl dem Grossen gegen Guiteclin, den König der Sachsen geführt wurde. Der Text des Chansons existiert heute in drei Handschriften (eine vierte wurde während dem Brand der Bibliothek von Turin gänzlich zerstört) und zeigt, dass die unterschiedlichen Fassungen untereinander variieren. Die lange Version der Fondation Martin Bodmer befindet sich in einer „Gaukler-Handschrift“ von kleiner Dimension. Sie wurde sicherlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts angefertigt, ist von einfacher Ausführung und ohne Miniaturen und wurde auf häufig schlecht zugeschnittenes Pergament geschrieben, welches nur grob zusammengenäht wurde.
Signatur: Cod. Bodmer 43
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 43
Pergament · III + 208 + III ff. · 27.0 x 19.0 cm · Ende des 15. Jahrhunderts
Diese Pergamenthandschrift vom Ende des 15. Jahrhunderts enthält die «Chronik von London» sowie eine nur in CB 43 belegte Textversion der Paraphrase der Reimchronik des Robert von Gloucester. Die Handschrift wurde dem dialektalen Einschlag der Texte nach von einem Schreiber aus dem Süden der Midlands verfasst.
Signatur: Cod. Bodmer 44
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 44
Pergament · 132 ff. · 33.6 x 23.0 cm · Italien, wahrscheinlich Neapel · um 1480
Die Abschrift von Caesars «Commentarii» aus der Zeit um 1480 zeugt von der grossen Beachtung, die diesen Texten in der beginnenden Renaissance zuteil wurde (aus dem 15. Jahrhundert sind mehr als 240 Handschriften der «Commentarii» erhalten). Die Handschrift stammt aus dem Atelier des Illuminators Cola Rapicano in Neapel. Der «bianchi giari»-Buchschmuck und die verzierten Initialen, welche den Anfang der verschiedenen Bücher markieren, sind in den humanistischen Codices häufig anzutreffen. Die verzierte Initiale auf f. 1r hingegen zeigt den Kaiser in einer ungewöhnlichen Abbildung, als Reiter mit Rüstung.
Signatur: Cod. Bodmer 48
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 48
Papier · II + 247 + VI ff. · 28.7 x 19.5 cm · drittes Viertel des 15. Jahrhunderts
Die «Canterbury Tales» von Geoffrey Chaucer, des «Vaters der englischen Dichtung», wurden zwischen 1388 und 1400 geschrieben und haben sich in ungefähr 82 Handschriften und vier Inkunabel-Ausgaben erhalten. Die Handschrift CB 48, geschrieben von einem einzigen Schreiber aus dem 15. Jahrhundert, behielt ihren aussergewöhnlichen Originaleinband aus über Holzdeckel gespanntem Veloursleder.
Signatur: Cod. Bodmer 49
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 49
Pergament · 150 ff. · 28.0 x 20.0 cm · um 1460
Die Handschrift, die 1460 durch den bibliophilen Anton von Bourgogne in Auftrag gegeben wurde, enthält das «Epître d’Othea» von Christine de Pisan und ist mit rund hundert grossartigen Miniaturen verziert (vollständiger Bilderzyklus). Eine davon enthält die Dedikation des Werkes und zeigt vier Gestalten, die sich als Philipp der Gute, Karl der Kühne und die Bastarde David und Anton von Burgund identifizieren lassen.
Signatur: Cod. Bodmer 52
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 52
Pergament · II + 166 ff. · 19.9 x 14.7 cm · vermutlich Frankreich · Anfang des 12. Jahrhunderts
Während Cicero heute vor allem als Philosoph und Politiker wahrgenommen wird, galt er im Mittelalter in erster Linie als Lehrer der Redekunst. Davon zeugt CB 52, eine wohl aus Frankreich stammenden Abschrift von «De inventione» und dem lange Cicero zugeschriebenen Werk «Rhetorica ad Herennium». Die Handschrift wird ins beginnende 12. Jahrhundert datiert.
Signatur: Cod. Bodmer 53
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 53
Pergament · 168 ff. · 40 × 29 cm · Burgund · ca. 1470-1475
Die französische Übersetzung der Geschichte von Alexander, die dem zukünftigen Karl dem Kühnen bestimmt war, wurde von Vasco da Lucena, „Portugalois“, bestellt. Er diente der Infantin Isabelle, welche mit Philipp dem Guten verheiratet war. Der Rückgriff auf Quintus Curtius Rufus, ergänzt durch Texte von Plutarch, Valerius Maximus, Aulus Gellius oder Justin, erlaubt dem Autor, den mazedonischen Eroberer von aus der mittelalterlichen Überlieferung geerbten Legenden zu befreien. Wie ein „Miroir des princes“, der einen Held als Modell zeigt, ist dieser Text im Rahmen der humanistischen Bewegung entstanden, welche sich gegen Ende des Mittelalters im Umkreis der Herzöge von Burgund bildeten. Der CB 53 ist im Burgund nur einige Jahre nach der Verfassung des Textes abgeschrieben worden; er ist mit Miniaturen verziert, die im Kreis des Meisters von Margareta von York (ca. 1470-1475) entstanden.
Signatur: Cod. Bodmer 55
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 55
Papier · I + 163 + I ff. · 28.0 x 20.5 cm · erste Hälfte 14. Jahrhundert
Der «Codex Guarneri» wurde weniger als zwei Jahrzehnte nach dem Tod Dantes auf Papier geschrieben. Im Layout des Textes ist die Gedichtform der Terzine, der «terza rima», welche von Dante eingeführt wurde, auch graphisch umgesetzt: die Initiale der ersten Verszeile jeder Terzine ist mit roter Tinte hervorgehoben. Die Handschrift enthält lateinische Glossen.
Signatur: Cod. Bodmer 56
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 56
Papier · 218 ff. · 32.3 x 22.0 cm · Ende 14. Jahrhundert
Der «Codex Ricasoli Firidolfi», der am Ende des 14. Jahrhunderts auf Papier geschrieben wurde, ist ein wichtiger Zeuge für die Überlieferung der Commedia des Dante Alighieri. Die Initiale des einleitenden Verses zum Abschnitt der Hölle (inferno) zeigt das berühmte Profil des Autors, umrankt von Blumen.
Signatur: Cod. Bodmer 57
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 57
Pergament · 82 ff. · 33.4 x 22.3 cm · Italien · 1378
Der Codex Severoli, der 1378 von Francesco di maestro Tura von Cesena abgeschrieben wurde, welcher Datum und Unterschrift ans Ende seines Bandes setzt, eröffnet jeden der drei Gesänge der Commedia mit einer historisierten Initiale. Einige Interlinearglossen erläutern die Verse über das Paradies.
Signatur: Cod. Bodmer 59
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 59
Papier · 194 ff. · 20,2 x 14,7 cm · Konstanz und Ravensburg · Ende des 15. Jahrhunderts
Die Handschrift CB 59 vereinigt in einem zeitgenössischen Einband drei Manuskripte, die unabhängig voneinander abgeschrieben wurden. Alle drei sind vom alemannischen Dialekt geprägt und wurden gegen Ende des 15. Jahrhunderts erstellt. Sie bieten eine Auswahl von geschriebenen Predigten, die von Meister Eckhart oder vom Umfeld des Meisters der rheinischen Mystik geschrieben wurden. Der erste Teil könnte in einem Atelier in Konstanz oder Ravensburg ausgeführt worden sein. Er gehörte der Kartause von Buxheim. Man beachte die in die Papierblätter eingenähten Fäden, die als Buchzeichen dienten.
Signatur: Cod. Bodmer 61
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 61
Pergament · 108 ff. · 24.5 x 16.5 cm · Niederlande · ca. 1400-1405
Der Sachsenspiegel Eike von Repgows ist eines der ältesten Rechtsbücher in deutscher Sprache. Die Pergamenthandschrift CB 61 wurde Anfang des 15. Jahrhunderts abgeschrieben und enthält Land- und Lehenrecht.
Signatur: Cod. Bodmer 62
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 62
Papier · 51 ff. · 21.1 x 15.1 cm · Südostdeutscher Raum · Zweite Hälfte 14. Jahrhundert
Die Papierhandschrift aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts enthält Hartmann von Aues Gregorius, Frauenlobs Marienleich und das Rossarzneibuch von Meister Albrant.
Signatur: Cod. Bodmer 67
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 67
Pergament · I + 83 + II ff. · 27.7 x 22.0 cm · zweite Hälfte 13. Jahrhundert
Diese Handschrift des 13. Jahrhunderts bietet eine Auswahl an Texten zur legendenhaften Geschichte Britanniens: den Ritterroman «Gui de Warewic» und die anglonormannische Reimchronik des «Roman de Brut» von Wace, die berichtet, wie ein Urenkel des aus Troja entkommenen Aeneas die britische Insel erobert. Es folgen die «Prophéties de Merlin» in der Übersetzung von Helias. Das Corpus wird durch «Florence de Rome», ein Text, der sich als halb «chanson de geste», halb Abenteuerroman charakterisieren lässt, abgeschlossen.
Signatur: Cod. Bodmer 68
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 68
Pergament · 155 ff. · 25.5 x 21.9 cm · Deutschland · erste Hälfte des 9. Jahrhunderts
Die karolingische Reform hatte dem Wunsch nach religiöser Vereinheitlichung nachgegeben indem sie eine einheitliche Regel für die Mönche schuf, die Concordia regularum von Benedikt von Aniane. Im Zuge dieser Ereignisse versuchte man im Übergang vom 8. zum 9. Jahrhundert den mönchischen Status von kanonischen zu unterscheiden. Ludwig der Fromme liess 816 das Resultat des Konzils von Aix veröffentlichen; die Kanonischen Institutionen zeigen im ersten Teil die Satzungen der Väter und der vorgängigen Konzilien auf, im zweiten Teil erklären sie die Beschlüsse des Konzils. Das Aufschreiben dieses Werks wurde während langer Zeit Amalarius von Metz zugeschrieben, ein Schüler Alkuins und Berater Karls des Grossen; man muss jedoch einen anderen Autor für diese Gesamtheit von 118 Kapiteln suchen, welche teilweise sehr ausgedehnt ist, daher soll Benedikt von Aniane mitgearbeitet haben. Die Handschrift der Fondation Martin Bodmer wurde nur einige Jahre nach der Publikation des Textes (in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts) in einer schönen karolingischen Schrift geschrieben und gehörte der Benediktinerabtei des Heiligen Jakob von Mainz. Eine ganzseitige Zeichnung, welche die Kreuzung darstellt, wurde im 12. oder 13. Jahrhundert am Ende des Buches hinzugefügt.
Signatur: Cod. Bodmer 72
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 72
Pergament · 333 ff. · 34.5 x 25 cm · Nordwestböhmen/Oberfranken/südl. Vogtland · Erstes Viertel 14. Jahrhundert
Der so genannte «Kalocsa-Kodex» enthält mehr als zweihundert Texte aus der Zeit zwischen dem Ende des 12. und dem Anfang des 14. Jahrhunderts und ist ein herausragendes Zeugnis deutscher Lyrik des Mittelalters. Er überliefert auf rund 330 Pergamentblättern Gedichte Walthers von der Vogelweide, Konrads von Würzburg, Hartmanns von Aue, Reinmars von Zweter oder des Strickers sowie Texte in der Tradition der Fuchsdichtung und eine Reihe anonymer Werke. CB 72 ist eng verwandt mit einer von derselben Hand geschriebenen und teilweise kopierten Handschrift, die in der Universitätsbibliothek Heidelberg aufbewahrt wird (Cod. Pal. Germ. 341).
Signatur: Cod. Bodmer 74
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 74
Pergament · 128 ff. · 31.2 x 19.6 cm · 11. Jahrhundert (vor 1071)
Dieses Gradual wurde 1071 durch den Erzpriester der Kirche Sainte-Cécile du Transtévère erstellt und enthält die Notenschrift verschiedener Messgesänge. Die schriftlich festgehaltenen Melodien machen aus CB 74 das älteste Zeugnis des altrömischen Gesangs
Signatur: Cod. Bodmer 75
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 75
Pergament · 282 ff. · 46.3 x 29.2 cm · 13.-14. Jahrhundert oder zu Beginn des 14. Jahrhunderts
Diese Handschrift juristischen Inhalts des 13. oder beginnenden 14. Jahrhunderts zeigt die grosse Beachtung, welche im Mittelalter dem Decretum Gratiani geschenkt wurde. Der Text ist eingerahmt durch die Glossa Ordinaria des Johannes Teutonicus, in der ersten Überarbeitung des Bartholomäus von Brescia (vor 1245). Die Handschrift weist zahlreiche historisierte Initalen auf.
Signatur: Cod. Bodmer 77
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 77
Pergament · 112 ff. · 14.0 x 9.0 cm · 12. Jahrhundert
Diese aus Mittelitalien stammende Handschrift des 12. Jahrhunderts enthält musiktheoretische Werke von drei lateinischen Autoren. Darunter ist auch Guido Aretinus, ein toskanischer Mönch vom Ende des 10. Jahrhunderts, dem die Erfindung der Solmisation zugeschrieben wird. Einige Passagen der im Codex enthaltenen Texte lehnen sich an die Institutio musica von Boethius an.
Signatur: Cod. Bodmer 78
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 78
Pergament · 88 ff. · 32.5 x 23.0 cm · 14. Jahrhundert (um 1370?)
Die Pergamenthandschrift des 14. Jahrhunderts überliefert die Historia destructionis Troiae von Guido de Columnis. Die 187 Miniaturen wurden von Giustino da Forli ausgeführt und zeigen die wichtigsten Ereignisse des Trojanischen Krieges vor dem Hintergrund gotischer Architektur in Venedig. An den Rändern in der Handschrift finden sich schriftliche Spuren der Zusammenarbeit von Kopist und Illuminator: in venezianischem Dialekt notierte der Schreiber das für die Miniaturen vorgesehene Bildprogramm, welches der Illuminator dann getreulich umsetzte.
Signatur: Cod. Bodmer 83
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 83
Papier · 62 ff. · 30.0 x 20.0 cm · Hessen · drittes Drittel des 14. Jahrhunderts
Der Codex aus dem 14. Jahrhundert ist eine von sieben erhaltenen Handschriften, welche den Eneasroman Heinrichs von Veldeke, einem wichtigen Wegbereiter der mittelhochdeutschen Dichtung, vollständig überliefern. Bei Veldekes Werk handelt es sich um den ersten mittelhochdeutschen höfischen Roman und eine Bearbeitung des um 1160 entstandenen altfranzösischen Roman d'Eneas
Signatur: Cod. Bodmer 84
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 84
Pergament · 63 ff. · 22.3 x 17.2 cm · 9. Jahrhundert (1. Hälfte)
Diese Karolingische Handschrift aus der Zeit vor 850 stammt aus dem Kloster Fulda. Der Codex enthält in einziger Überlieferung die lateinische Version eines Textes, der fälschlicherweise Hippocrates zugeschrieben wurde: Die Schrift De victus ratione legt die Grundlagen der Diätetik und betont den Antagonismus der Elemente Feuer und Wasser im Körper. Zahlreiche Gelehrte und Ärzte haben sich im Laufe der Geschichte auf diesen Text berufen.
Signatur: Cod. Bodmer 85
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 85
Pergament und Papier · (3) + 206 + (3) pp. · 26,5 x 21 cm · Süditalien, Terra d’Otranto · 13. Jahrhundert
Die Handschrift CB 85, ein Manuskript auf Papier, wurde im 13. Jahrhundert in der Terra d’Otranto abgeschrieben, dem berühmten Zentrum der griechischen Kultur in Süditalien. Der Text von Homer wurde mit interlinearen Scholien und Marginalien und mit dem Kommentar des Byzantiners Johannes Tzetzes ergänzt.
Signatur: Cod. Bodmer 88
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 88
Pergament · 72 ff. · 25.3 x 19.5 cm · Ende des 10. Jahrhunderts / Anfang des 11. Jahrhunderts
Die Handschrift CB 88, welche die Odes, die Epodes und das Carmen saeculare – das Jahrhundertlied, welches von Kinderchören des römischen Adels während den säkularen Spielen interpretiert wurde – zusammenführt, ist ein aussergewöhnliches Zeugnis der Horaz-Handschriften des Übergangs vom 10. zum 11. Jahrhundert. Seine vielen Marginal- und Interlinear-Glossen, die häufig aus Notizen von Pseudo-Acro stammen, erklären Verse, deren metrische Genauigkeit und verbale Virtuosität gelobt wird. Die alphabetischen Tabellen und die Titel wurden im 14. Jahrhundert am Schluss des Buches angefügt.
Signatur: Cod. Bodmer 89
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 89
Pergament · 79 + 1 ff. · 21.2 x 12.5 cm · Frankreich · 12. Jahrhundert
Die zahllosen Rand- und Interlinearglossen in CB 89 zeugen von der Wiederentdeckung der Werke des Horaz im 12. Jahrhundert. Die Abschrift wurde in Frankreich erstellt.
Signatur: Cod. Bodmer 90
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 90
Pergament · 222 ff. · 15.5 x 10.2 cm · Italien · 15. Jahrhundert
Verschiedene Schreiber haben zu den Abschriften von Werken von Horaz, Vergil, Persius und Statius, die im CB 90 vereinigt sind, beigetragen. Diese humanistischen Schriften aus dem 15. Jahrhundert zeugen von der Rezeption der lateinischen Autoren im Italien der Renaissance. Zwei Blätter am Ende der Handschrift sind Palimpseste: ein Brief der Heroides von Ovid (von Sappho an Phaon) und ein Auszug der Epigramme von Martial, die auf den biblischen Text des Buches von Tobias übertragen wurden.
Signatur: Cod. Bodmer 91
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 91
Papier · 389 ff. · 29.2 x 20.0 cm · Südtirol (Kartause Allerengelberg?) · 1468
Die Handschrift aus Südtirol wurde von zwei Schreibern im Jahr 1468 erstellt und vereinigt in einem zeitgenössischen Einband das didaktische Werk «Der Renner» von Hugo von Trimberg sowie den Alexanderroman nach einer Kompilation von Hans Hartlieb. Der Codex enthält 91 Federzeichnungen. Anweisungen zur Ausführung dieser Zeichnungen sind am unteren Rand der jeweiligen Seite erhalten.
Signatur: Cod. Bodmer 92
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 92
Pergament · 124 ff. · 31.6 x 19.3 cm · Paris (?) · Ende des 13. Jahrhunderts
Das Hauptwerk des Bischofs von Sevilla, die Etymologien, die zu Beginn des 7. Jahrhunderts geschrieben wurden, zeigen in ihren drei ersten Büchern das erste Erscheinen der mittelalterlichen Aufteilung der Wissenschaften in Trivium (Grammatik, Rhetorik und Dialektik) und Quadrivium (Mathematik, Geometrie, Musik und Astronomie). Sich auf die – häufig unzuverlässige! – Etymologie der Wörter abstützend, sammelt Isidor in seinem Werk das gesamte antike Wissen, das er so vor dem Vergessen bewahrt. Die Handschrift wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts ausgeführt, vermutlich in der Umgebung der Pariser Universität und ist ein Zeuge des gewaltigen Erfolgs dieser umfangreichen Enzyklopädie.
Signatur: Cod. Bodmer 93
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 93
Pergament · 59 ff. · 23.2 x 16.2 cm · Ende des 14. Jahrhunderts
Die Pergamenthandschrift aus der Zeit um 1400 enthält das Werk des dominikanischen Predigers Jacques de Cessoles, der das Schachspiel als Gleichnis für seine moralischen Ausführungen verwendet. Dies wird auch in 16 Miniaturen bildlich dargestellt.
Signatur: Cod. Bodmer 94
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 94
Pergament · 116 ff. · 13.8 x 10.2 cm · 14. Jahrhundert
Die «Laudi» des italienischen Franziskaners Jacopone da Todi sind religiös inspirierte Gedichte, die als Balladen mit unterschiedlichen Versmassen verfasst sind und häufig die Form eines Dialogs aufweisen. CB 94 wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts durch vier verschiedene Schreiber erstellt.
Signatur: Cod. Bodmer 96-1
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 96-1
Pergament · II + 314 + II ff. · 35.0 x 25.0 cm · zu Beginn des 15. Jahrhunderts (1410-1430)
Die grossartig illuminierte Handschrift in zwei Bänden wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts verfasst und enthält den um 1235 entstandene Roman über die Väter der Helden der Tafelrunde, «Guiron le Courtois». In CB 96 sind die verschiedenen Erzählungen in einer nur hier überlieferten Ordnung enthalten.
Signatur: Cod. Bodmer 96-2
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 96-2
Pergament · II + 286 + II ff. · 35.0 x 25.0 cm · zu Beginn des 15. Jahrhunderts (1410-1430)
Die grossartig illuminierte Handschrift in zwei Bänden wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts verfasst und enthält den um 1235 entstandene Roman über die Väter der Helden der Tafelrunde, «Guiron le Courtois». In CB 96 sind die verschiedenen Erzählungen in einer nur hier überlieferten Ordnung enthalten.
Signatur: Cod. Bodmer 98
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 98
Pergament · 169 ff. · 30.0 x 20.5 cm · 9. Jahrhundert (1. Hälfte)
Die Handschrift enthält in lateinischer Übersetzung die ursprünglich im ersten Jahrhundert in griechischer Sprache abgefassten «Antiquitates Judaicae» des jüdischen Historikers Flavius Josephus. CB 98 wurde in der Benediktinerabtei San Silvestro di Nonantola (Provinz Modena) in einer sehr sorgfältigen vorkarolingischen Schrift geschrieben, ebenso wie die Handschrift CB 99, die auch Texte von Flavius Josephus enthält.
Signatur: Cod. Bodmer 99
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 99
Pergament · 210 ff. · 29.8 x 20.5 cm · 9. Jahrhundert (1. Hälfte?)
Der Codex enthält den im 1. Jahrhundert abgefassten «Jüdischen Krieg» des Historikers Flavius Josephus. «De bello Judaico» beschreibt in 7 Büchern den jüdischen Aufstand von 66 bis zum Fall von Masada im Jahr 73. CB 99 wurde wie die Handschrift CB 98 in der Benediktinerabtei San Silvestro di Nonantola (Provinz Modena) geschrieben, wohl aber später als CB 98 und von anderen Schreibern.
Signatur: Cod. Bodmer 105 a
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 105 a
Papier · 184 ff. · 38.3 x 27.5 cm · 15. Jahrhundert
Diese Papierhandschrift in vier Bänden aus dem 15. Jahrhundert vereinigt die Prosatexte «Lancelot Propre», «La Queste del saint Graal» und «La Mort le roi Arthu». Der erste Band enthält 42 aquarellierte Federzeichnungen, der vierte Band weist auf eingefügten Pergamentblättern zwei ganzseitigen Illustrationen auf.
Signatur: Cod. Bodmer 105 b
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 105 b
Papier · 184 ff. · 38.3 x 27.5 cm · 15. Jahrhundert
Diese Papierhandschrift in vier Bänden aus dem 15. Jahrhundert vereinigt die Prosatexte «Lancelot Propre», «La Queste del saint Graal» und «La Mort le roi Arthu». Der erste Band enthält 42 aquarellierte Federzeichnungen, der vierte Band weist auf eingefügten Pergamentblättern zwei ganzseitigen Illustrationen auf.
Signatur: Cod. Bodmer 105 c
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 105 c
Papier · 184 ff. · 38.3 x 27.5 cm · 15. Jahrhundert
Diese Papierhandschrift in vier Bänden aus dem 15. Jahrhundert vereinigt die Prosatexte «Lancelot Propre», «La Queste del saint Graal» und «La Mort le roi Arthu». Der erste Band enthält 42 aquarellierte Federzeichnungen, der vierte Band weist auf eingefügten Pergamentblättern zwei ganzseitigen Illustrationen auf.
Signatur: Cod. Bodmer 105 d
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 105 d
Papier · 184 ff. · 38.3 x 27.5 cm · 15. Jahrhundert
Diese Papierhandschrift in vier Bänden aus dem 15. Jahrhundert vereinigt die Prosatexte «Lancelot Propre», «La Queste del saint Graal» und «La Mort le roi Arthu». Der erste Band enthält 42 aquarellierte Federzeichnungen, der vierte Band weist auf eingefügten Pergamentblättern zwei ganzseitigen Illustrationen auf.
Signatur: Cod. Bodmer 109
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 109
Pergament · 169 ff. · 25.1 x 17.2 cm · Frankreich (oder Spanien?) · 14. Jahrhundert
Ramon Llull, der Begründer des Katalanischen als literarische und wissenschaftliche Sprache, wird in Mallorca geboren, wo sich die christliche, die muslimische und die jüdische Kultur vermischen. Die Handschrift CB 109, die von verschiedenen Kopisten im 14. Jahrhundert geschrieben wurde, sammelt philosophische und theologische Werke des katalanischen Denkers. Sie ist mit Bildern und Diagrammen verziert.
Signatur: Cod. Bodmer 111
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 111
Pergament · 44 ff. · 23.2 x 19.0 cm · 10. Jahrhundert (um 970?)
Diese Pergamenthandschrift des 10. Jahrhunderts enthält den Kommentar zum «Somnium Scipionis» von Macrobius, gefolgt von Auszügen aus der «Naturalis historia» Plinius des Älteren und aus «De institutione musica» von Boethius. Der Codex enthält bemerkenswerte Diagramme, in welchen u.a. die Erde oder auch Sternenkonstellationen abgebildet sind.