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St. Gallen, Stiftsbibliothek

Die Stiftsbibliothek St. Gallen ist eine der ältesten Klosterbibliotheken der Welt und der wichtigste Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Stiftsbezirk St. Gallen. Ihr wertvoller Bestand zeigt die Entwicklung der europäischen Kultur und dokumentiert die kulturelle Leistung des Klosters St. Gallen vom 7. Jahrhundert bis zur Aufhebung der Abtei im Jahr 1805. Das Herzstück der Bibliothek bilden die Handschriftensammlung mit ihrem herausragenden Korpus karolingisch-ottonischer Manuskripte (8. bis 11. Jahrhundert), eine bedeutende Sammlung von Inkunabeln und ein gewachsener Bestand an Druckwerken vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das Projekt e-codices wurde von der Stiftsbibliothek St. Gallen mtbegründet. Mit dem berühmten Barocksaal, in dem Wechselausstellungen gezeigt werden, gehört die Stiftsbibliothek St. Gallen zu den bestbesuchten Museen der Schweiz.

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1402
Papier · 268 pp. · 23.5 x 29.5 cm · Stiftsbibliothek St. Gallen, P. Ildefons von Arx · 1827
Handschriftenkatalog der Stiftsbibliothek St. Gallen, zusammengestellt von Pater Ildefons von Arx von 1827

Der grossformatige Band, eingebunden in Holzdeckel mit Lederüberzug und mit Beschlägen in der Art eines barocken Missale ausgestattet, enthält den vom damaligen Stiftsbibliothekar P. Ildefons von Arx (1755−1833) einheitlich zusammengestellten Handschriftenkatalog der Bibliothek des aufgehobenen Klosters St. Gallen aus dem Jahr 1827. Es ist der älteste Handschriftenkatalog von St. Gallen, der die Manuskripte in der Reihenfolge der 1780/82 eingeführten neuen und bis heute gültigen Handschriftensignaturen von Cod. Sang. 1 bis Cod. Sang. 1399 auflistet. Eröffnet wird der Katalog durch eine kurze Geschichte der stiftsanktgallischen Handschriftenkatalogisierung bis zu seiner Zeit (p. 1). In Rubriken und Spalten werden anschliessend (p. 2239), für einen Codex sich jeweils über eine Doppelseite erstreckend, die nachfolgend genannten, in der Regel sehr knappen Informationen vermittelt: a) Handschriftensignatur; b) Datierung (meist nach Jahrhundert); c) Format des Codex und alte Signatur aus dem Handschriftenkatalog von P. Pius Kolb (vgl. Cod. 1400/1401); d) Verfasser und Überschrift des Manuskriptes, teilweise kurze Inhaltsangabe; e) Incipit der Handschrift; f) Angabe der Ziffer der letzten Seite, teilweise Explicit der Handschrift; g) Schreiber, Schrift, Beschreibstoff, Einband, früherer Besitzer; h) allgemein Wissenswertes über den Codex. Im Jahr 1846 hat der spätere Leiter der Stiftsbibliothek, Carl Johann Greith (1807−1882), in seinen letzten zwanzig Lebensjahren Bischof von St. Gallen, den Katalog mit den identisch angeordneten Informationen zu den Codices 1400 bis 1500 ergänzt (p. 240-257). Die letzten Seiten sind leer. (smu)

Online seit: 25.06.2015

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1403
Papier · 450 pp. · 20.5 x 14.8 cm · Stiftsbibliothek St. Gallen, P. Franz Weidmann · um 1840/43
Handschriftenkatalog der Stiftsbibliothek St. Gallen, zusammengestellt von Stiftsbibliothekar P. Franz Weidmann um 1840, Teil 1: Codices 1−337A

Erster Band des handschriftlichen Manuskriptenkatalogs von Stiftsbibliothekar P. Franz Weidmann (1774−1843; Stiftsbibliothekar 1836−1843) zu den Handschriften Nrn. 1 bis 337A der Stiftsbibliothek St. Gallen. Weidmanns Handschriftenbeschreibungen sind materialreich und ausführlich, aber, so Johannes Duft in seiner Geschichte der Handschriften-Katalogisierung der Stiftsbibliothek St. Gallen 1983, „unausgeglichen“. Die Codices sind in der Regel folgendermassen beschrieben: Signatur, Format, Beschreibstoff, Anzahl Seiten, am Ende der Beschreibung folgt der „Character“ der Handschrift und deren Datierung. In Cod. Sang. 1689 ist der Entwurf der ersten beiden Teile des Weidmann’schen Handschriftenkatalogs (Cod. Sang. 1–689) enthalten. (smu)

Online seit: 08.10.2015

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1404
Papier · 575 pp. · 38.2 x 24.5 cm · Stiftsbibliothek St. Gallen, P. Franz Weidmann · um 1840/43
Handschriftenkatalog der Stiftsbibliothek St. Gallen, zusammengestellt von Stiftsbibliothekar P. Franz Weidmann um 1840, Teil 2: Codices 337B−689

Zweiter Teil des handschriftlichen Manuskriptenkatalogs von Stiftsbibliothekar P. Franz Weidmann (1774−1843; Stiftsbibliothekar 1836−1843) zu den Handschriften Nrn. 337b bis 689 der Stiftsbibliothek St. Gallen. Weidmanns Handschriftenbeschreibungen sind materialreich und ausführlich, aber, so Johannes Duft in seiner Geschichte der Handschriften-Katalogisierung der Stiftsbibliothek St. Gallen 1983, „unausgeglichen“. Die Codices sind in der Regel folgendermassen beschrieben: Signatur, Format, Beschreibstoff, Anzahl Seiten, am Ende der Beschreibung folgt der „Character“ der Handschrift und deren Datierung. In Cod. Sang. 1689 ist der Entwurf der ersten beiden Teile des Weidmann’schen Handschriftenkatalogs (Cod. Sang. 1–689) enthalten. (smu)

Online seit: 08.10.2015

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1405
Papier · 567 (p. 671 – p. 1142) pp. · 35 x 22.5 cm · Stiftsbibliothek St. Gallen, P. Franz Weidmann · um 1840/43
Handschriftenkatalog der Stiftsbibliothek St. Gallen, zusammengestellt von Stiftsbibliothekar P. Franz Weidmann um 1840, Teil 3: Codices 690−1399

Entwurf eines dritten Teils des handschriftlichen Manuskriptenkatalogs von Stiftsbibliothekar P. Franz Weidmann (1774−1843; Stiftsbibliothekar 1836−1843) zu den Handschriften Nrn. 690 bis 1399 der Stiftsbibliothek St. Gallen. Weidmanns Handschriftenbeschreibungen sind materialreich und ausführlich, aber, so Johannes Duft in seiner Geschichte der Handschriften-Katalogisierung der Stiftsbibliothek St. Gallen 1983, „unausgeglichen“. Die Beschreibungen enthalten oftmals seitenlange Ausführungen über den Inhalt der Codices, der oft bis in die Einzelheiten ausgebreitet wird. Die Codices sind in der Regel folgendermassen beschrieben: Signatur, Format, Beschreibstoff, Anzahl Seiten, am Ende der Beschreibung folgt der „Character“ der Handschrift und deren Datierung. P. Franz Weidmann konnte die Reinschrift der ersten beiden Bände seines Handschriftenkatalogs noch abschliessen; vor Inangriffnahme des dritten Teils seines Handschriftenkataloges starb er. Deshalb liegt nur dieser Entwurf im Cod. Sang. 1405 vor. (smu)

Online seit: 08.10.2015

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1413
Papier · 422 pp. · 39.3 x 24.5 cm · Kloster St. Gallen (P. Johann Nepomuk Hauntinger) · 1798
Das Diarium Sangallense – Tagebuch von Klosterbibliothekar P. Johann Nepomuk Hauntinger vom 10. März bis 31. August 1798, mit Abschriften von Briefen und Dokumenten aus der Zeit der Besetzung der Fürstabtei St. Gallen

Der von Klosterbibliothekar Johann Nepomuk Hauntinger (1756−1823) angelegte und wohl grösstenteils von ihm selbst geschriebene Band enthält Tagebuchnotizen und eine grosse Zahl von Abschriften von Briefen und Dokumenten über die Ereignisse im Kloster St. Gallen und in der fürstäbtischen Landschaft zwischen dem 10. März und dem 31. August 1798. Der Inhalt widerspiegelt das damals herrschende Chaos: die Invasion französischer Truppen in St. Gallen, die sich überstürzenden Geschehnisse im Kloster und in den fürstäbtisch-sanktgallischen Landen, die Flüchtung von Klosterbibliothek und Klosterarchiv ins benachbarte Ausland, die Vertreibung und die Schicksale von St. Galler Mönchen, deren Kontakte zu den helvetischen Behörden, die hektischen diplomatischen Bemühungen um eine Abwendung des unausweichlichen Schicksals, die Verzweiflung mancher Mönche (p. 228: Domine, salva nos, perimus!). Die Briefe geben sowohl die internen Korrespondenz von Konventualen des Klosters untereinander als auch die Aussenkontakte der in Auflösung begriffenen Mönchsgemeinschaft wieder; sie sind meist in deutscher, vereinzelt auch in lateinischer Sprache verfasst. (smu)

Online seit: 13.10.2016

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1426
Papier · 110 ff. · 32.7 x 20.8 cm · Kloster St. Gallen, P. Joseph Bloch · 1793
Geschichte des Brüderhauses des Klosters St. Gallen

Der St. Galler Konventuale P. Joseph Bloch (1754−1799) stellte diese Geschichte der Laienbrüder im Kloster St. Gallen im Jahr 1793 aus zahlreichen Quellen zusammen. Der Text ist teilweise in lateinischer, teilweise in deutscher Sprache abgefasst. In einem ersten Teil (fol. 6r21r) stellt Bloch das Institut der Laienbrüder vor. Er schreibt über die Wohnhäuser der Laien- oder Konversbrüder im Laufe der Jahrhunderte, spricht von ihren Aufgaben und Pflichten, über ihren Umgang mit weltlichen Gütern und von ihrem Siegel. Im zweiten Teil erzählt er in chronologischer Reihenfolge wichtige Episoden und Geschichten rund um die Laienbrüder vom 15. Jahrhundert bis zum Jahr 1793 (fol. 22r79v). In einem dritten Teil folgt die Aufzählung der Namen aller Laienbrüder, die der Gemeinschaft von der Abtszeit von Eglolf Blarer (1426−1442) bis 1793 angehörten (fol. 89r101r). Zwischen die Teile 2 und 3 rückte der Verfasser protokollartig eine von einer anderen Hand geschriebene ernsthafte Ermahnung von Fürstabt Beda Angehrn (1767−1796) an die Laienbrüder aus dem Jahr 1775 ein (fol. 80r83v). Wegen verschiedener Missstände hatte der St. Galler Abt sämtliche Laienbrüder vor sich zitiert. Das Frontispiz der Handschrift (fol. 4v) zeigt einen Laienbruder in der Bekleidung des 16. Jahrhunderts. (smu)

Online seit: 25.06.2015

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1442
Pergament · 132 pp. · 26 x 17.5 cm · Kloster St. Gallen · 1611
Nekrologium des Klosters St. Gallen

Nekrologium, im Auftrag von Fürstabt Bernhard Müller (1594-1630) im Jahr 1611 aus älteren Totenbüchern zusammengestellt; Ersatz für das Nekrologium in Cod. Sang. 452. Die Aufzeichnungen wurden bis 1847 fortgesetzt. Außer Äbten, Mönchen und Laienbrüdern des Klosters sind auch Personen verzeichnet, die als Wohltäter des Klosters in die Gebetsverbrüderung aufgenommen worden waren. Bei den späteren Nachträgen findet man auch Hinweise auf das Todesjahr, gelegentlich auch auf Sterbeort oder Grabstätte. Das Alter des Verstorbenen ist nur in Ausnahmefällen erwähnt. Auf den letzten Seiten (p. 126-131) stehen Hinweise zu Messen für Verstorbene und ähnlichen Formen des Totengedenkens. Gemäss einer Notiz von Franz Weidmann (p. 1) befand sich die Handschrift nach der Klosteraufhebung zeitweilig im Besitz von P. Aemilianus Hafner und wurde von diesem 1840 der Bibliothek übergeben. (sno)

Online seit: 23.09.2014

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1452B
Pergament · VI + 80 + VI pp. · 36.7 x 27–27.5 cm · 1691
Vesperale

Pontifikalvesperale des St. Galler Fürstabts Cölestin Sfondrati (Abt 1687–1696). Es wurde 1846 unter den Büchern des St. Galler Klosterbruders Notker Hager († 1836) gefunden. Der Band enthält die Vespergesänge (Antiphonen und Hymnen) für die Herren- und Heiligenfeste des Kirchenjahres. Nur die Incipits sind jeweils in Hufnagelnotation auf fünf Notenlinien notiert. Jedes Fest ist mit Initialen im Groteskenstil und mehreren Randminiaturen geschmückt (auf p. 56 die älteste kolorierte Ansicht des Klosters St. Gallen). Der Band gliedert sich in Proprium de tempore (p. 130), Proprium sanctorum (p. 3163), Commune sanctorum (p. 6474) und Festum sanctorum reliquiarum monasterii sancti Galli (p. 7577). (sno)

Online seit: 25.06.2015

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1513
Papier · XLV + 131 pp. · 34 x 16.5 cm · Kloster St. Gallen · 1775
Confessio fidei Armenicæ ecclesiæ auf Armenisch und Lateinisch

Die Handschrift wurde 1775 von Fr. Romano (Romanus) Fromenwiller für den Fürstabt Beda Angehrn aus St. Gallen kopiert, höchstwahrscheinlich im Kloster St. Gallen. Es handelt sich um eine gekürzte Abschrift der zwei Teile des Buches Thesaurus linguæ Armenicæ (Արամեան լեզուին գանձ), das 1711 in Amsterdam von Joachim Schröder publiziert wurde. Hauptinhalt der Handschrift ist die Ecclesiæ armenicæ confessio (Teil 3 des Thesaurus linguæ Armenicæ), gefolgt von einer alphabetischen Übersicht. Diese ist begleitet von einer Transkription der armenischen Buchstaben in lateinische Zeichen, kopiert aus Teil 2 des Theasaurus linguæ Armenicæ. (gri)

Online seit: 26.09.2017

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1718a
Papier · VII + 691 + 82 + 60 pp. · 31.7 x 21 cm · Kloster St. Gallen (P. Gregor Schnyder) · 1693 (mit zeitgenössischen Nachträgen bis 1793)
Das Hierogazophylacium Monasterii Sancti Galli – das Verzeichnis des Kirchenschatzes im Gallusmünster aus dem Jahr 1693

Band 1 des sechsbändigen sogenannten Sacrarium Sancti Galli (der zum Zeitpunkt der Handschriftenkatalogisierung von Gustav Scherrer vor 1875 nicht auffindbar war). Die Bände 2 bis 6 des Sacrarium tragen die Signaturen Cod. Sang. 1719−1723. Dieser Band verzeichnet die im Jahr 1693 im Kirchenschatz des Klosters St. Gallen befindlichen Kultgegenstände wie Kelche, Statuen, Monstranzen, Leuchter, kleine Altärchen, Patenen, Rauchfässer, Reliquiare etc. Diese von Pater Gregor Schnyder (1642−1708) zusammengestellte und geschriebene, dem damaligen St. Galler Fürstabt Cölestin Sfondrati (1687−1696) gewidmete Übersicht umfasst historische Informationen zu den einzelnen Kultgegenständen und illustriert die Objekte mit 60 naturgetreu gezeichneten Deckfarbenbildern. Da bei den militärischen Einmärschen von Zürcher und Berner Truppen im Jahr 1712 und von Franzosen im Mai 1798 sowie bei der 1805 erfolgten Säkularisierung des Klosters und der anschliessenden Liquidierung eines grossen Teils des Stiftsbesitzes viele dieser Gegenstände verloren gingen, in Beschlag genommen oder eingeschmolzen wurden, kommt diesem Verzeichnis hohe Bedeutung zu. Verschiedene Arbeiten von namhaften Gold- und Silberschmieden der Frühen Neuzeit (u.a. Hans Jacob Bayr, Augsburg; Heinrich Domeisen, Rapperswil; Fidel Ramsperg, Appenzell; Johannes Renner, Wil) sind nur dank dem Hierogazophylacium (verdeutscht: Heiligschatzbehälter) rekonstruierbar. Andere Kultgegenstände sind heute noch im Domschatz von St. Gallen erhalten, so etwa der heute noch in liturgischem Gebrauch befindliche Löffel des heiligen Gallus (p. 170b) oder die kleine Reliquienmonstranz mit Teilen des Bussgürtels und des Bussgewandes des heiligen Gallus (p. 168b). Ein besonderes Augenmerk richtete P. Gregor Schnyder in seiner Zusammenstellung auf die in den verschiedenen Gegenständen enthaltenen Reliquien; er nannte ihre Herkunft und kopierte Atteste über ihre Echtheit. Der Band wird durch ein in Brauntönen gehaltenes Frontispiz (fol. IIIr) eingeleitet, das die Gründungslegende des Klosters St. Gallen vor dem Hintergrund des Gallusmünsters in der Zeit um 1693 zeigt. (smu)

Online seit: 17.03.2016

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1719
Papier · 765 pp. · 32 x 20.5 cm · St. Gall Abbey (P. Gregor Schnyder) · 1699
Sacrarium Sancti Galli, Bd. II: Translationen von Heiligen auf dem Gebiet der Fürstabtei St. Gallen, 7. bis 17. Jahrhundert

Der fast ausschliesslich in lateinischer Sprache verfasste Band enthält eine aus zahlreichen älteren Quellen geschöpfte Zusammenstellung von Translationen von Heiligen auf dem Gebiet der Fürstabtei St. Gallen. Der primär in chronologischer Reihenfolge geordnete Text wurde vom St. Galler Mönch und Kustos Gregor Schnyder (1642−1708) zusammengestellt, abgefasst und am 19. April 1699 dem Abt Leodegar Bürgisser (Abt 1696−1717) zu dessen Namenstag überreicht. Die Illustrationen in Deckfarbenmalerei fertigte Pater Gabriel Hecht (1664−1745) an. Beschrieben werden eingangs die verschiedenen Translationen der Reliquien des heiligen Gallus zwischen ca. 640 und 1484 (fol. IXv – p. 20) und des heiligen Otmar zwischen 759 und 1692 (p. 24b99). Es folgen Berichte über die Translationen der Reliquien des Notker Balbulus inklusive der Seligsprechung von 1513 (p. 104b163) und der zwischen 1623 und 1628 wegen des Neubaus der Otmarskirche notwendig gewordenen Dislokationen der Reliquien von Otmar und Notker (p. 169286). Es schliessen sich (p. 287354) Berichte über die Schenkung von Reliquien verschiedener Heiliger von und aus dem Kloster St. Gallen an, unter anderem über die Ankunft von Reliquien der in der Gallusabtei besonders verehrten Heiligen Magnus (898), Constantius von Perugia (904), Remaclus von Stavelot (1035), Fides von Agen (1084), Karl Borromäus (1611), Sigisbert und Placidus aus dem Kloster Disentis (1624) sowie von Bischof Landolo von Treviso (1631). Im hinteren Teil der Handschrift finden sich Aktenzusammenstellungen und Berichte über die Translationen von römischen Katakombenheiligen im 17. Jahrhundert auf das Gebiet der Fürstabtei St Gallen: Geschildert werden (jeweils mit der entsprechenden Vorgeschichte und der Festivitäten) die Translationen von Honoratus in die Klosterkirche St. Gallen 1643 (p. 367b453), von Antoninus und Theodorus in die Klosterkirche St. Gallen 1654 und in die Klosterkirche Neu St. Johann 1685 und Antoninus 1654 in die Klosterkirche St. Gallen (p. 458507), von Leander 1652 ins Kapuzinerinnenkloster Maria der Engel bei Wattwil (p. 508513), von Marinus 1657 in Lichtensteig (p. 518530), von Theodora 1662 ins Zisterzienserinnenkloster Magdenau (p. 533539), von Pancratius 1672 in Wil (p. 541571), von Constantius 1672 in Rorschach (p. 573644), von Laureatus 1676 in Wildhaus (p. 647682) sowie von Sergius, Bacchus, Hyacinthus und Erasmus 1680 in die Klosterkirche von St. Gallen (p. 687747). (smu)

Online seit: 26.09.2017

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1721
Papier · 352 ff. · 33.5 × 20 cm · Kloster St. Gallen (P. Kolumban Brändle; Bruder Gall Beerle) · nach 1769 (Bindung: 1785)
Sacrarium Sancti Galli, Bd. IV: Beschreibung der Festlichkeiten anlässlich von Translationen von (Katakomben-)Heiligen in Kirchen und Klöster der Fürstabtei St. Gallen im 17. und 18. Jahrhundert

In diesem vorwiegend in deutscher Sprache geschriebenen Band schildern der St. Galler Kustos P. Kolumban Brändle (1720−1780) als Verfasser und Kompilator und Bruder Gall Beerle (1734−1816) als Schreiber im Band die Festlichkeiten, die rund um die Translationen von Katakombenheiligen im 18. Jahrhundert auf dem Gebiet der Fürstabtei St. Gallen stattfanden. Der allgemeinen Einleitung (fol. Vr – fol. VIIIr) folgen teilweise umfangreiche Dokumentationen über die Translationen des Benedikt ins Kapuzinerinnenkloster St. Scholastika in Rorschach 1732 (fol. IXv2v), des Justinus nach Gossau 1743 (fol. 63v68v), des Julian ins Kapuzinerinnenkloster Notkersegg 1748 (fol. 69v77v), des Valentinus nach Goldach 1761 (fol. 78v129v), des Cölestin nach Waldkirch 1763 (fol. 130v167r), der Clementia ins Benediktinerinnenkloster St. Wiborada in St. Georgen 1769 (fol. 168v226v), des Theodorus nach Neu St. Johann 1685 (fol. 228v237r), von Placidus, Felicissimus, Victor, Prosper und Redempta 1689 nach Neu St. Johann (fol. 238v246r), über das 100-Jahr-Jubiläum der Translation des Theodorus nach Neu St. Johann 1755 (fol. 247r265r) und das 100-Jahr-Jubiläum der Translation des Marinus nach Lichtensteig 1757 (fol. 266v291r) sowie über die Translation des Theodorus nach Berneck 1766 (fol. 292v352v). Die Berichte sind von Aquarellmalereien der in festliche Gewandungen gekleideten Katakombenheiligen begleitet. Überdies finden sich im Band Akten, Dokumente und Berichte über die von Rom erlangte Berechtigung, Eusebius vom Viktorsberg auf dem Gebiet der Fürstabtei St. Gallen als Heiligen verehren zu dürfen (fol. 3v54v) sowie zur Ordnung der Pankratius-Prozession in Wil im Jahre 1738 (fol. 55r62v). Im Band befindet sich auch eine mit Tinte ausgeführte, wenig bekannte Skizze der Burg Iberg bei Wattwil (fol. 238v). (smu)

Online seit: 26.09.2017

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1722
Pergament · 244 (246) + 111 (113) + 67 (72) ff. · 13.5-36.5 x 9.5-46.5 cm · Kloster St. Gallen, P. Ambrosius Epp · 1785
Sacrarium Sancti Galli, Bd. V: De sacra Suppellectili et alia („Über die heiligen Geräte“)

Das Konvolut wurde 1785 vom Custos des Klosters St. Gallen, P. Ambrosius Epp (1752–1817), zusammengestellt. Es enthält in mehreren Teilen Zeichnungen, Beschreibungen und Inventare eines Teils des St. Galler Kirchenschatzes (der sogenannten heiligen Geräte), sowie Dokumente, die im Zusammenhang damit stehen. Teil 1 (p. 1157) umfasst Federzeichnungen von Kelchen, Messkännchen, Platten, Wappen, Leuchtern etc., ferner Zeichnungen von 4 Altären. Teil 2 (fol. 1240, mit Index auf p. 161166 des ersten Teils) enthält Inventare des Kirchenschatzes aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Einige Inventare sind undatiert, andere datiert (auf 1665, 1691, 1712, 1720, 1723, 1739 und 1781). Teil 3 (fol. 1104, mit Index auf fol. 242244 des zweiten Teils) ist eine Sammlung von Dokumenten zu den zuvor behandelten Gegenständen – Rechnungen, Briefe, Tagebuchaufzeichnungen etc., weitestgehend chronologisch geordnet. Teil 4 (p. 167 und fol. 6895, mit Index auf fol. 107110 des dritten Teils) sind Privilegien und Indulgentien, handschriftlich und gedruckt.  (sno)

Online seit: 22.03.2018

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1757
Pergament · 308 pp. · 55 x 35/36 cm · 1473 / 16./17. Jahrhundert
Graduale de sanctis, Ordinarium missae

Die grossformatige Handschrift, die mit Cod. Sang. 1758 eine Einheit bildet, besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil (p. 1-214) von 1473 (Datierung in Initiale p. 1) wurde im 16./17. Jahrhundert ergänzt. Beide Teile sind aber nicht vollständig, vielfach sind ausserdem Stücke getilgt und durch andere ersetzt worden. Der Band umfasst Gesänge für die Messe – Proprium de sanctis, Commune sanctorum, Ordinarium missae (teils tropiert), Sequenzen und Tractus – in Hufnagelnotation in einem Fünfliniensystem. Gemeinsam mit Cod. Sang. 1758 bietet der Codex die älteste systematische St. Galler Aufzeichnung von Sequenzen auf Notenlinien. Auf einigen Seiten Buchschmuck in Form von Bordüren und Initialen, teils mit figürlichen Darstellungen. Die Handschrift wurde bis 1930 in der Chorbibliothek (zunächst des Klosters, später der Kathedrale St. Gallen) aufbewahrt. (sno)

Online seit: 07.10.2013

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1758
Pergament · 478 pp. · 50/50.5 x 33/34 cm · zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts (um 1473?) / 16. Jahrhundert / Ergänzungen 18. Jahrhundert
Graduale de tempore, Ordinarium missae, Sequentiar

Die grossformatige Handschrift, die mit Cod. Sang. 1757 eine Einheit bildet, enthält Gesänge für die Messe – Proprium de tempore, Ordinarium missae (teils tropiert), Sequenzen und Votivmessen – in Hufnagelnotation in einem Vierliniensystem. Vielfach sind Stücke getilgt und durch andere ersetzt worden. Gemeinsam mit Cod. Sang. 1757 bietet der Codex die älteste systematische St. Galler Aufzeichnung von Sequenzen auf Notenlinien. Auf einigen Seiten Buchschmuck in Form von Initialen (einige vorzügliche Bildeinschlussinitialen, teils mit Blattgold) und Randbordüren. Schwere Buchbeschläge mit Tierköpfen und Fabelwesen. Die Handschrift wurde bis 1930 in der Chorbibliothek (zunächst des Klosters, später der Kathedrale St. Gallen) aufbewahrt. (sno)

Online seit: 07.10.2013

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1759
Papier · 628 pp. · 51 x 36 cm · Kloster St. Gallen (P. Martin ab Yberg; P. Notker Grögle) · um 1770
Antiphonarium officii für die Stiftskirche St. Gallen, Winterteil

Winterteil eines grossformatigen zweibändigen Antiphonars (Sommerteil in Cod. Sang. 1760) für das Stundengebet der St. Galler Mönche, geschrieben um 1770 vom St. Galler Mönch Martin ab Yberg (1741−1777) und reich illuminiert mit kleinen, von blühenden Rokoko-Rahmen umschlungenen Aquarellmalereien von Pater Notker Grögle (1740−1816). Zeitlich umfasst dieser mit prachtvollen barocken Messingbeschlägen ausgestattete Band die Gesänge der St. Galler Mönche für die Herren- und Heiligenfeste zwischen dem ersten Adventssonntag und dem Fest Christi Himmelfahrt. Er gliedert sich in die Teile Proprium de tempore (p. 1357), Proprium sanctorum (p. 358500) und Commune sanctorum (p. 501559). Es schliessen sich Suffragien und werktägliche Antiphonen und Responsorien an (p. 560616). Nachgetragen sind Gesänge zu den Festtagen des Erzengels Gabriel und der heiligen Scholastica (p. 617626). Die Melodien sind in gotischer Hufnagelnotation auf fünf Notenlinien notiert. Der Band gelangte 1930 aus der Chorbibliothek der Kathedrale St. Gallen in die Stiftsbibliothek. (smu)

Online seit: 26.09.2017

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1760
Papier · IV + 462 pp. · 50 × 35,5 cm · Kloster St. Gallen (P. Martin ab Yberg; P. Notker Grögle) · 1770
Antiphonarium officii für die Stiftskirche St. Gallen, Sommerteil

Sommerteil eines grossformatigen zweibändigen Antiphonars (Winterteil in Cod. Sang. 1759) für das Stundengebet der St. Galler Mönche, geschrieben im Jahr 1770 (in Silber gehaltenes Chronogramm auf dem Frontispiz) vom St. Galler Mönch Martin ab Yberg (1741−1777) und reich illuminiert mit kleinen, von blühenden Rokoko-Rahmen umschlungenen Aquarellmalereien von Pater Notker Grögle (1740−1816). Zeitlich umfasst dieser mit prachtvollen barocken Messingbeschlägen ausgestattete Band die Gesänge der St. Galler Mönche im Stundengebet an Herren- und Heiligenfesten zwischen Pfingsten und dem letzten Sonntag nach Pfingsten Herren. Es sind dies die Teile Proprium de tempore (p. 1113), Proprium sanctorum (p. 114353) und Commune sanctorum (p. 354400). Es schliessen sich Suffragien und werktägliche Antiphonen und Responsorien an (p. 401431). Nachgetragen sind Gesänge an den Festtagen des heiligen Joachim und des Erzengels Raphael (p. 432440). Die Melodien sind in gotischer Hufnagelnotation auf fünf Notenlinien notiert. Der Band gelangte 1930 aus der Chorbibliothek der Kathedrale St. Gallen in die Stiftsbibliothek. (smu)

Online seit: 26.09.2017

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1762
Papier · IV + 300 pp. · 48.5 x 35 cm · Kloster St. Gallen: Dominikus Feustlin · 1757
Antiphonar, Winterteil

Winterteil eines ursprünglich auf zwei Bände angelegten und beim Binden in vier Bände aufgeteilten Antiphonars. Das Antiphonar, dessen weitere Bände in Cod. Sang. 1763, 1764 und 1795 erhalten sind, wurde geschrieben und sehr wahrscheinlich auch mit Buchschmuck versehen von P. Dominikus Feustlin (1713–1782). Sein Stil zeichnet sich durch farbintensive Rahmen aus Tausenden von kleinen Stäbchen um Initialen und Titelkartuschen aus. Titelblatt mit den Wappen von St. Gallen, St. Johann, dem Toggenburg und Abt Cölestin Gugger von Staudach (1740–1767) auf p. III. Weitere verzierte Titelkartuschen auf p. 1, 45, 48, 53, 101, 104, 162, 178, 202 und 214. Der Winterteil umfasst das Proprium de tempore für den 1. Advent bis Aschermittwoch (p. 1161), das Proprium de Sanctis für November bis Februar (p. 162213), das Commune Sanctorum (p. 214251), Votivmessen (p. 252272) und Antiphonae feriales (p. 272297). (sno)

Online seit: 22.03.2018

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1767
Pergament · IV + 556 pp. · 55.5–56 x 39.5–40 cm · um 1500/1520
Graduale de tempore

Graduale de tempore, geschrieben im Auftrag von Fürstabt Franz Gaisberg (1504–1529, Wappen p. 1) und illuminiert vom Augsburger Buchmaler Nikolaus Bertschi (Initialen, Miniaturen und Bordüren mit Ranken und Tieren). Das Spruchband auf p. 55, das mit etc. 156 endet, gibt möglicherweise einen (fehlerhaften) Hinweis auf die Datierung (1506 oder 1516?). Die Messgesänge sind in Hufnagelnotation in einem Fünfliniensystem notiert. Der Codex ist die grösste Handschrift der Stiftsbibliothek St. Gallen. Sie war ursprünglich noch grösser, die Seiten wurden aber bei einer Neubindung stark beschnitten, wie man etwa am eingefalteten unteren Rand von p. 1 oder an der beschnittenen Bordüre auf p. 444 erkennen kann. Einband mit schweren Beschlägen auf rotem Samtuntergrund. (sno)

Online seit: 22.06.2017

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St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1859
Papier · 614 pp. · 14 x 10.5 cm · Strassburg (Dominikanerinnenkloster St. Agnes oder St. Margaretha; später im Dominikanerinnenkloster St. Katharinen in Wil SG) · Ende des 15. Jahrhunderts
Sammelband mit deutschsprachigen spirituellen und aszetischen Texten aus einem Strassburger Dominikanerinnenkloster (St. Agnes oder St. Margaretha)

Eingeleitet durch ein dominikanisches Kalendar aus Strassburg, enthält der Band unter anderem mehrere Texte des italienischen Theologen und Philosophen Bonaventura (1221-1274), die Regula monachorum ad Eustochium des Kirchenvaters Hieronymus, Auszüge aus dem aszetisch-mystischen Traktat Stimulus amoris, die Anweisungen des Franziskaners Heinrich Vigilis von Weissenburg für ein klösterliches Leben und David von Augsburgs Werk De compositione exterioris et interioris hominis, alles in deutscher Sprache. Der Band, von Kurt Ruh als franziskanisches „Encheiridion asceticum“ bezeichnet, dürfte 1590 mit anderen Strassburger Handschriften (Codd. Sang. 1904, 1915 und evtl. 1866) ins Dominikanerinnenkloster Wil gelangt sein. (smu)

Online seit: 07.10.2013

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