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Schlatt, Eisenbibliothek

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 8
Papier · 1 + 288 + 1 pp. · 34 x 24 cm · Italien (Toskana) · ca. 1577-1591
Libro di ricordanze del Granduca di Toscana riguardante l'amministrazione fatta da Roberto Pandolfini delle Vene di Ferro dell'Isola dell'Elba 1579

Bei der in Pergament gebundenen Papierhandschrift handelt es sich um ein Exemplar der Textgattung der „libri di ricordanze“, die bei Florentiner Kaufleuten weit verbreitet waren. Bei dem vorliegenden „libri di ricordanze“ des Grossherzogs der Toskana handelt es sich vermutlich um Aufzeichnungen (und Abschriften) eines gewissen Roberto di Pandolfo Pandolfini im Zusammenhang mit der Verwaltung der Eisenbergwerke auf der Insel Elba. Dazu gehören auch Listen, in denen vermutlich Preise von Eisen(erz) festgehalten sind. – Auf Elba wurden ergiebige Eisenerzlagerstätten abgebaut, deren Erz sich durch seinen hohen Eisengehalt auszeichnete; es wurde schwerpunktmässig nach Mittelitalien exportiert. – Im Anschluss an die eigentlichen Aufzeichnungen folgen zunächst acht eingeklebte Beilagen kleineren Formats (S. 52a-d, S. 54a-d, S. 56a-b, S. 59, S. 61, S. 62a-b, S. 65, S. 67) sowie dann zahlreiche unbeschriebene Blätter (S. 68-288), aus denen der Band zum grössten Teil besteht. – Die Handschrift ist 1957 in Florenz erworben worden. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 13
Papier · 1 + 32 ff. · 33 x 24.5 cm · Italien · 1786
Disegni, e spiegazione della Fonderia principio, e termine della Campana di S. Pietro, fusa dal Cavalier Luigi Valadier, e Giuseppe di lui figlio nell'anno 1786 – per ordine di N. S. PP. Pio Sesto […]

In dieser prächtig gestalteten und inhaltlich aussergewöhnlichen Handschrift beschreibt der italienische Architekt und Städtebauer Giuseppe Valadier (1762-1839) in Text und mit 14 aquarellierten Federzeichnungen den Guss des Campanone, der grössten Glocke des Petersdoms. Der Auftrag für die Glocke war vom Vatikan an den Giessereibetrieb seines Vaters Luigi Valadier vergeben worden, der allerdings während der Arbeiten an der Glocke 1785 verstarb. Sein Sohn Giuseppe brachte den Auftrag zum Abschluss und fertigte 1786 das Manuskript darüber an, in dem jeder Zeichnung eine schriftliche Beschreibung in Form einer Legende gegenübersteht. Zu Anfang zeigt Valadier das Giessereigebäude (2v-7r), dann in fast photographischem Detailreichtum und leuchtenden Farben den Prozess der Glockenherstellung in der Technik der falschen Glocke und den Bronzeguss (8v-21r). Schliesslich wird die fertige Glocke (22v-23r) auf einem hölzernen Schlitten durch die Strassen von Rom transportiert (24v-25r), um von Papst Pius VI. geweiht zu werden (26v-27r). – Die Handschrift wurde 1948 in Bern erworben. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 14
Papier · 1 + 127 + 1 ff. · 28.5 x 20.5 cm · Italien · vor 1828
L’architettura pratica

Die Handschrift des italienischen Architekten und Städtebauers Giuseppe Valadier (1762-1839) bildet höchst anschaulich unterschiedlichste Aspekte von Architektur und Technik ab. Sie umfasst 127 Tafeln mit in leuchtenden Farben kolorierten Federzeichnungen (Tav. CI bis Tav. CCXXXV, etliche Tafeln fehlen), die vor 1828 entstanden sind. Thematisch sind die Tafeln teilweise nach Werkstoffen gruppiert (z.B. Holz fol. 1r-8r, Eisen fol. 9r-24r, Kupfer fol. 25r-31r, Bronze fol. 32r-58r), teilweise nach Themen des Bauens (z.B. Konstruktion von Mauern fol. 103r-117r). Die Zeichnungen dienten als Vorlagen für einen Teil der insgesamt rund 320 Tafeln in den beiden Tafelbänden von Valadiers Werk „L’architettura pratica dettata nella scuola e cattedra dell’insigne Accademia di San Luca“, das 1828-33 in Rom gedruckt wurde und auf Vorlesungen basiert, die er an der Accademia di San Luca in Rom gehalten hatte. Die Nummerierung der Tafeln in der Handschrift und im Druckwerk stimmen überein. – Die Handschrift wurde 1956 in Italien erworben. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 20
Pergament · 100 ff. · 23.5 x 17.5 cm · Italien · letztes Drittel des 13. Jahrhunderts
Aristoteles-Albertus-Magnus-Handschrift

Die Handschrift des 13. Jahrhunderts besteht aus drei Teilen. Der erste Teil enthält aristotelische und pseudo-aristotelische Werke in lateinischen Übersetzungen. Im zweiten Teil folgt auf 'De mineralibus' 'De natura loci' von Albertus Magnus. Der dritte Teil besteht aus dem Kommentar von Michael Scotus zum Werk von Johannes de Sacrobosco über die Himmelssphären, einem anonymen Kommentar zur Arithmetik des Boethius und dem Kommentar von Averroes zu 'De longitudine et brevitate vitae' von Aristoteles. Die Handschrift zählt zu den qualitativ hochstehenden Stücken der italienischen profanen Buchproduktion aus dem letzten Drittel des 13. Jahrhunderts und zu den frühen illuminierten Aristoteleshandschriften. (pil)

Online seit: 24.03.2006

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 23
Papier · 208 pp. · 17-18 x 21.5-22 cm · 1856-1857
H. [Hermann] Wedding, Über die Freiberger Hütten; Freiberger Hütten Proceße. Abschrift nach einem Hefte des H. Th. [Hieronymus Theodor] Richter; H. [Hermann] Wedding, Verschiedene Notizen

Bei der vorliegenden Handschrift handelt es sich um ein Konvolut von Notizen, die der spätere Professor für Eisenhüttenkunde an der Berliner Bergakademie, Hermann Wedding (1834-1908) bei Besuchen der Freiberger Hütten (Sachsen) 1856/57 zusammengestellt hat. Die Notizen entstanden während seines Studium an der Bergakademie Freiberg. Gegenstand der Notizen sind zum einen seine eigenen Beobachtungen zu den Verfahren auf verschiedenen Silber- und Bleihütten in der Umgebung von Freiberg. Die Notizen enthalten zum anderen auch Abschriften einschlägiger wissenschaftlicher Publikationen zu den metallurgischen Verfahren, die in Freiberg angewendet wurden. (ham)

Online seit: 14.12.2017

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 24
Papier · 98 pp. · 17.5 x 20.5 cm · 1858
H. [Hermann] Wedding, Reise durch Thüringen, Bayern, Saarbrücken, Lothringen, Rhein, Westphalen

Das vorliegende Reisetagebuch führte der spätere Professor für Eisenhüttenkunde, Hermann Wedding (1834-1908) während einer Studienreise im August und September 1858. Zu dieser Zeit war er Student an der Freiberger und Berliner Bergakademie. Ziel der Reise waren die Mitte des 19. Jahrhunderts neu entstehenden Zentren der deutschen Montanindustrie, insbesondere das Saar- und das Ruhrgebiet. Weddings tägliche Einträge dokumentieren seine Besuche in Kohlezechen, Hüttenwerken und metallverarbeitenden Betrieben. Darin beschrieb er die Betriebsanlagen und Produktionsverfahren der besuchten Werke. In dem Tagebuch spiegelt sich ein ausgesprochen breites naturwissenschaftliches Interesse an den jeweiligen geologischen Verhältnissen wider, in das die Betriebsbeschreibungen eingebettet sind. (ham)

Online seit: 14.12.2017

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 25
Papier · 328 + 48 pp. · 17-18.5 x 21-23.5 cm · 1860-1862
Hermann Wedding, Metallurgisches Reisetagebuch durch Deutschland, Belgien und England

Das Manuskript dokumentiert mehrere Reisen des späteren Professors für Eisenhüttenkunde, Hermann Wedding (1834-1908), nach Großbritannien in den Jahren 1860 und 1862. Wedding unternahm die Reisen als Referendar der preussischen Bergverwaltung. Auf dem Weg über Belgien nach Grossbritannien schrieb er in täglichen Einträgen seine Beobachtungen zu Betriebsanlagen und Produktionsverfahren auf Hüttenwerken und Bergbaubetrieben nieder. Zu den beschriebenen Werken gehörten die Eisenhütte in Seraing (Belgien), die Hüttenwerke in Südwales, die Mitte des 19. Jahrhunderts als besonders fortschrittlich galten, und die ersten Stahlwerke, die mit dem Bessemerverfahren arbeiteten. In den Tagebucheinträgen spiegelt sich auch die Vernetzung Weddings in der zeitgenössischen Fachcommunity wider.  (ham)

Online seit: 14.12.2017

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 28
Papier · 1 + 67 + 1 ff. · 21.5 x 15 cm · Südfrankreich · 1421
Registre manuscrit, contenant plus de 70 actes notariés, concernant Bollène, Département Vaucluse

Die Papierhandschrift enthält Abschriften von 70 notariellen Urkunden, die einen Bezug zur Stadt Bollène im südfranzösischen Departement Vaucluse haben. Thematischer Schwerpunkt sind Hammerschmieden. – Die Handschrift wurde 1955 in Paris erworben. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 30
Pergament · 2 + 102 + 2 pp. · 20 x 16 cm · ca. 1700
Belli Esperimenti Sopra li Metalli e Minerali Scritti e Mandati Alla Maesta Cesarea del Imperatore Leopoldo Da Giouanni Baptista Coene Di Passauia Pho.

Die um 1700 entstandene Papierhandschrift nennt im Titel Kaiser Leopold (I., reg. 1658-1705). Die Identität des als Verfasser genannten Giovanni Baptista Coene aus Passau bleibt im Dunkeln, über ihn liegen keine weiteren Informationen vor. – Die Namen von Metallen und anderen Stoffen, mit denen Coene Experimene anstellt, sind im Text nicht ausgeschrieben, sondern durch alchemistische Symbole dargestellt (Planetenzeichen etc.). Da sie in grosser Zahl vorkommen, ist der Text nicht ohne weiteres les- und verstehbar. Auf die Verwurzelung des Manuskripts in der Alchemie verweist auch, dass sich Coene auf Paracelsus (1493/94-1541) bezieht, z.B. im kurzen letzten Kapitel mit der Überschrift „Che cosa il Balsamo Samech di Paracelso“ (S. 101-102), und das „Testamentum“ nennt (S. 99-100), als dessen Verfasser Coene noch Raimundus Lullus (1232/33-1315/16) angibt, das heute aber zu den pseudo-lullischen Schriften gerechnet wird. – Innerhalb der Kapitel sind die einzelnen Absätze durchnummeriert, im letzten Viertel der Handschrift scheint diese Nummerierung erst nachträglich hinzugefügt worden zu sein (S. 81-102). Zum Ende der Handschrift ist die Paginierung offensichtlich fehlerhaft (anstelle von S. 70 ff. muss es richtig heissen S. 97 ff.). – Die Handschrift wurde 1952 in Italien erworben. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 38
Papier · 1 + 444 + 1 pp. · 17 x 11 cm · 1526
Anno domini 1526 am tag fabiany vn[d] Sebastiany ayn liblichs piechel angefange[n] durch mych wocken pniowsky von aylem-berk obristem Sudy des margrafftum yn marhern […]

Der Verfasser der Handschrift nennt sich eingangs selbst (S. 3): Wok Pniowsky von Eulenberg (tsch. Vok Pňovský ze Sovince) stammte aus dem mährischen Adelsgeschlecht von Eulenberg (tsch. ze Sovince), dessen Wappen in der Handschrift abgebildet ist (S. 130). Wok ist 1499-1531 nachweisbar, er bekleidete 1518-1525 das Amt des Oberstlandrichters von Mähren. Im Jahr 1526 hat er mit dem vorliegenden Manuskript ein frühes Probierbuch verfasst, in dem Verfahren zur Analyse und Weiterverarbeitung verschiedener Erze und Metalle behandelt werden. Der erste Teil der Handschrift gliedert sich in 40 Kapitel (S. 4-130), im zweiten Teil sind die Abschnitte nicht nummeriert (S. 133-420). Angebunden ist ein später (17. Jh. ?) entstandenes Inhaltsverzeichnis (S. 429-444), das kurze Zusammenfassungen der Kapitel bietet. Die Probierkunst besass für die Praxis des frühneuzeitlichen Bergbaus und Hüttenwesens grosse Bedeutung. In der Nähe der Eulenburg (tsch. hrad Sovinec), dem Stammsitz des Geschlechts in Nordmähren, engagierte sich Wok selbst im Bergbau auf Edelmetalle (Papajík 2005, S. 198-200). In Woks Person fielen demnach der Montanunternehmer und der Probierer zusammen. Die Handschrift gehörte vor 1924 zum Bestand der Bibliothek des Gymnasialmuseums (tsch. Knihovna gymnazijního muzea) in Troppau (tsch. Opava), einer Vorgängerinstitution der heutigen Bibliothek des Schlesischen Landesmuseums (tsch. Knihovna Slezského zemského muzea). Seit 1924 gilt die Handschrift als verschollen. Nach einem verheerenden Brand im Frühjahr 1945, dem auch alle Akzessionsjournale zum Opfer gefallen sind, gibt es in der Museumsbibliothek heute keinerlei Unterlagen zur Handschrift mehr (Auskunft vom 16.07.2015). Den aktuellen Kenntnisstand der tschechischen Forschung fasst David Papajík zusammen: "Vok beschäftigte sich auch mit theoretischen Aspekten des Bergbaus. Im Jahre 1526 verfasste er darüber ein umfangreiches, 420 Seiten umfassendes deutschsprachiges Werk, das zwar bis in die jüngste Vergangenheit erhalten geblieben und in der Bibliothek des Museums von Opava aufbewahrt worden, aber schon 1924 verschollen war. Wir kennen lediglich eine Beschreibung aus dem Jahr 1881, die Josef Zukal angefertigt hat. [...]. Es ist ungemein schade, dass sich dieses einzigartige Dokument der damaligen Auffassungen des Bergbaus nicht bis in die Gegenwart erhalten hat" (Papajík 2005, S. 200). Die erwähnte Beschreibung von 1881 bietet zusätzlich folgende Informationen: «Ms. chart. sec. XVI. Kl. Oct. kunstlos in schwarzes Leder geheftet, 420 Seiten [...]. Die Gegend von Eulenberg hatte im 15. und 16. Jahrhundert einen schwunghaften Bergbau; dem praktischen Bedürfniss [sic!] verdankt also das vorliegende Werk seine Entstehung. Es ist zweifelsohne Wok’s Originalmanuscript und gewährt einen interessanten Einblick in den [d]amaligen Stand der Metallurgie. Der beigefügte Index stammt von einer andern Hand aus viel späterer Zeit; dieser Umstand sowie die starke Abnützung zeigen, dass das Buch lange gebraucht worden ist» (Zukal 1881, S. 15 f.). Die Handschrift wurde 1955 in New York erworben. (ruh)

Online seit: 17.03.2016

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 57
Papier · 24 ff. · 48 x 34 cm · 1802
Prozhekt mosta chrez reku Nevu dlja udobnosti prokhozhdenija su-dov vo vsjakoe vremja 1802 [Transkription].

Der grossformatige Manuskriptband (die Übersetzung des Titels aus dem Russischen lautet „Projekt einer Brücke über den Fluss Newa zur Bequemlichkeit der Durchfahrt der Schiffe zu jeder Zeit, 1802“) stellt ein Brückenbauprojekt über die Newa in St. Petersburg vor. Nach dem Titelblatt mit einer dekorativen Umrahmung in grauer Lavierung (fol. 2) und dem Inhaltsverzeichnis (fol. 3) folgen zwölf Tafeln mit aquarellierten Zeichnungen, die das Projekt im Überblick und in Details vorstellen. Sieben Abbildungen sind doppelseitig, eine davon hat ein ausklappbares Blatt. Alle Texte in der Handschrift sind russisch und in kyrillischer Schrift. – Die Brücke wurde von Charles Baird (1766–1843) projektiert, einem aus Schottland stammenden Ingenieur, der in St. Petersburg einen Giesserei-, Maschinenbau- und Werftbetrieb aufgebaut hatte und 1805/06 in dessen Nähe eine gusseiserne Brücke errichtete. Das vorliegende Brückenprojekt sieht hingegen eine Kombination aus Schwimm- und Zugbrücke vor: Die auf Pontons ruhende Schwimmbrücke gabelt sich im Fluss in zwei Arme, welche in der Nähe des eines Ufers in zwei Zugbrücken münden (fol. 4a-5), so dass die Überquerung der Brücke auch während der Durchfahrt eines Schiffes möglich ist. Weitere Tafeln zeigen z.B. den in Pfeilern verborgenen Zugmechanismus (fol. 14a, 16, 17) und eines der im Flussbett der Newa verankerten, bootsähnlichen Pontons (fol. 20a-21). – Die Handschrift wurde 1978 in Kopenhagen erworben. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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