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Teilprojekt: Indische Handschriften der Schweiz

Januar 2017

Status: Laufend

Beschreibung des Teilprojekts: Die Schweiz besitzt eine beachtliche Anzahl indischer Handschriften in verschiedenen Bibliotheken, Museen und privaten Sammlungen. Bisher sind diese Handschriften noch kaum erforscht. Ein Census der Handschriften fehlt. Das Projekt « Indische Handschriften der Schweiz » hat sich zum Ziel gesetzt, diese Handschriften mit wissenschaftlichen Beschreibungen der Forschung und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Alle Bibliotheken und Sammlungen

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 701
Papier · XI + 200 + IX ff. · 34.8 x 28 cm · Punjab (Nordwest-Indien) · 18. Jahrhundert
Bhāgavatapurāṇa, Buch 10

Die Handschrift enthält eine Bearbeitung in Panjabi/Braj Bhasha des 10. Buches des Bhāgavatapurāṇa, in Gurmukhi-Schrift. Es handelt sich um eine Geschichtensammlung über das Leben des Gottes Krishna in Versen (caupaī, kabitā, soraṭhā und andere). Im Gegensatz zu der Version in Sanskrit hat dieser Text keine klare Kapitelstruktur und weist eine kontinuierliche Nummerierung auf (880 Verse). Er ist reich verziert mit Szenen aus dem Leben des Gottes Krishna (mehr als 200 Miniaturen), und stellt eine freie Versversion des antiken Sanskrit-Textes dar, geschrieben in ślokas, der in Indien äusserst populär waren. (ser)

Online seit: 22.03.2018

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 703
Papier · IV + 58 + V ff. · 11.7 x 16.2 cm · Rajasthan · 19. Jahrhundert
Gedichtsammlung

Die in moderner Devanāgarī geschriebene Handschrift enthält eine Reihe von Auszügen aus Gedichten über Radha und Krishna sowie über nāyikās und nāyakas (Helden und Heldinnen), die verschiedene Zustände und Stadien erotischer Liebe zeigen. Zwei der Texte erwähnen in ihren jeweiligen Kolophonen den Namen des Autors oder des Kompilators: Rājānāgarī Dāsa (f. 55v) und der Ehrwürdige Kuvara Phakīra Siṃha - Kubar Fakīr Singh, geschrieben in Hindi (f. 58v). Die Handschrift ist illuminiert: fünf Miniaturen repräsentieren Radha und Krishna (f. 1v, 10r, 26v, 33r und 37v), und zwei weitere junge, verliebte Menschen (f. 52r, 52v). Die Gedichte sind in verschiedenen Formen, namentlich in copaī/caupaī, dohā, aralli, und soraṭha. Jedes davon hat eine fixe Anzahl von Zeilen, von Silben per Zeile und andere metrische Eigenheiten. Dieser Stil war in Nordwest-Indien seit dem 18. Jahrhundert sehr beliebt. Bevor die Handschrift an einem unbekannten Datum in die Sammlung Bodmer überging, war sie im Besitz von Oliver Henry Perkins (vorderes Spiegelblatt). (ser)

Online seit: 22.03.2018

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 704
Papier · IV + 165 + IX ff. · 7.5 x 12.5 cm · erste Hälfte des 18. Jahrhunderts
Bhagavadgītā und ergänzende Texte

Diese Handschrift enthält eine Sammlung von vier verschiedenen Texten. Der Haupttext besteht in der Bhagavadgītā („Der Gesang des Erhabenen“), ein Teil des Epos Mahābhārata, Buch 6, das aus 18 Kapiteln besteht, hier in einem von Kashmiri beeinflussten Devanāgarī geschrieben (f. 1v-165r). Es handelt sich um einen der meistkopierten Texte der Hindu-Tradition, der in einer sehr grossen Anzahl von Handschriften überliefert ist. Gemalte Porträts von Krishna und Arjuna eröffnen abwechslungsweise die 18 Kapitel. Der Bhagavadgītā geht das Prayāgatīrthasnānasaṃkalpa, apadoddhāraṇastotra voraus (V2r-V4v), „das Versprechen, ein Bad in Prayāga (Allahabad) zu nehmen“. Es folgt das Pañcavaktrahanumatkavaca (N1v-N7v), ein beschützendes Mantra von Hanuman, und schliesslich das Stavarāja (N8r-N8v), ein „Fürst unter den Lobliedern“, das auch als eine Art von Kolophon für die gesamte Sammlung dieser verschiedenen Texte dient. Diese drei ergänzenden Texte sind alle in gewöhnlicher Devanāgarī-Schrift geschrieben. Eine teilweise lesbare Notiz, die auf den 29. August 1781 datiert ist, identifiziert die Handschrift als „Gebetbuch eines Brahmanen“, das dem unbekannten Besitzer der Handschrift „bei seiner Abreise aus Indien“ geschenkt wurde (V1r). (ser)

Online seit: 22.03.2018

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 706
Papier · 121 ff. · 11 x 27.5 cm · wahrscheinlich Gujarat · 15. Jahrhundert (?)
Kalpasūtra, oder Ritualbuch

Diese ungebundene Handschrift enthält eine der meistkopierten Schriften der Shvetambara-Tradition (Schule des Jainismus), das Kalpasūtra, das seit dem 14. Jahrhundert in ganz Indien sehr populär war. Es handelt sich um eine Sammlung von Lebensgeschichten der grossen Tīrthaṅkāras. Geschrieben in Devanāgarī beginnt die Handschrift mit dem Leben des Mahāvīra Jīna, danach folgen die Biographien von Pārśvanātha und Neminātha. Der Text ist unvollständig, es fehlen die Blätter 32, 85, 97, 103 und 125, die Zeichnungen enthielten und wohl einzeln verkauft wurden. Ihr Inhalt kann jedoch anhand eines Vergleichs mit ähnlichen Handschriften rekonstruiert werden. Die Bilder, die sich nach wie vor in diesem Exemplar befinden (1v, 7r, 9v, 16v, 17v, 21r, 45v, 47v, 51r, 58r, 62v, 70r, 71v, 72v, 77v, 78r, 81v, 92r), repräsentieren die wichtigsten Ereignisse in den Leben der Personen des Kalpasūtras. Gemäss dem Stil dieser Malereien muss die Handschrift vom Ende des 15. Jahrhunderts stammen. (ser)

Online seit: 22.03.2018

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 708
Papier · 82 ff. · 21 x 31 cm · Nordindien, anscheinend in der Gegend von Kedarnath · Zwischen 1700 und 1800, wahrscheinlich gegen 1800
Kedārakalpa

Diese Handschrift aus dem 18. Jh. enthält die sogenannte Kedārakalpa, die selbst ein Teil der Nandīpurāṇa ist. Sie beschreibt zusammen mit den 61 hervorragenden Miniaturen eine religiöse Pilgerschaft einer Gruppe von Yogis in die Region von Kedarnath im Himalaya. Es handelt sich um einen Text des Shivaismus, d.h. die Gottheit ist Shiva, und das Hauptanliegen des Textes ist es, Leser dazu zu bewegen, sich auf eine Shiva-Pilgerschaft aufzumachen. (ser)

Online seit: 22.06.2017

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 709
Papier · III + 476 + II ff. · 9.3 x 14.5 cm · Kaschmir und Vrindavan · 1776 oder 1777
Sammlung von Texten zur Anbetung von Vishnu

Diese Sammelhandschrift, in von Kaschmiri beeinflusstem Devanāgarī geschrieben, vereint eine Anzahl von rituellen Texten, die sich mit der Anbetung von Vishnu befassen. 1. (ff. 1_1r-1_6r) vorbereitende Texte und Rituale (ohne Namen oder Titel). Zu Beginn steht eine wahrscheinlich von Pāñcarātra beeinflusste Serie von rituellen Praktiken, genannt nyāsas und dhyānas, d.h. die Zuordnung von Gottheiten und Silben zu verschiedenen Körperteilen und die Visualisierung der Hauptgottheit. 2. (ff. 1_6r-1_149v) Bhagavadgīta: der Haupttext in dieser Sammlung. Die Bhagavadgīta („der Gesang des Erhabenen“ - Vishnu / Krishna), die ein Teil des Mahābhārata Epos ist (Buch 6 von 18), ist einer der meistkopierten Texte der Hindutradition und in einer Vielzahl von Handschriften überliefert. 3. (ff. 2_1r-2_107v) Kopien von anderen Teilen des Mahābhārata, Śāntiparvaṇ, die alle im Zusammenhang mit Vishnu stehen. 4. (ff. 3_1r-6_31v) zwei Teile des Pāñcarātrika Sanatkumārasaṃhitā, die sich mit dem Lob von Vishnu beschäftigen, sowie Mantras wie (ff. 4_1r-4_21r) Pāṇḍavagītāstotra, (ff. 5_1r-5_20v) Gopālapaṭala, (ff. 6_1r-6_23r) Gopālalaghupaddhati und andere Texte. 5. (ff. 7_1r-7_37v) Teile der Tantras, a. Saṃmohanatantra, die das Lob von Vishnu behandeln, d.h. Gopālasahasranāmastrotra; b. Gautamītantra, der Gopālastavarāja genannte Teil. 6. (ff. 8_1r-10_8r) Zwei verschiedene Texte: 1. Niṃbarkakavaca, ein Werk von Vishnuismus-Anhänger, die Nimbarka verehrten. 2. Teile ritueller Texte des Sāmaveda, die sich mit den 5 saṃskāras befassen, dazu verschiedene vedische Mantras, wie z.B. das Gāyatrī, in ihren vishnuistischen Formen. 7. (ff. 11_1r-11_11v) Teil des Bhaviṣyotarapurāṇa, das die Anbetung der mit Vishnu verbundenen Steine aus dem Fluss Gaṇḍakī behandelt (die geläufige Bezeichnung ist shaligram). Die Handschrift enthält 3 illuminierte Titel und 12 Miniaturen, die meisten davon zeigen Krishna. Dem Kolophon gemäss (ff. 11_11v-11_12r) wurde der Text im Kaschmir von einer Gaṇeśa[bhaṭṭa?] Nandarāma genannten Person geschrieben, in einem Ahalyamath genannten Kloster im Jahre 1833 V.S., d.h. 1776 oder 1777 n. Chr. Der zweite Teil des Kolophons hingegen (fehlt teilweise) verknüpft die Geschichte der Handschrift mit Vrindavan. (ser)

Online seit: 14.06.2018

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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 728-3
Papier · 1 f. · 6.5 x 17.6 cm · Nordwesten von Indien · 19. Jarhundert
Śrīyogarāja, Guhyaṣoḍhā

Dieser Text mit dem Titel Guhyaṣoḍhā, verfasst von Śrīyogarāja (dessen Name „Glorreicher König des Yoga“ bedeutet, mehr ein Ehrentitel als ein richtiger Name), basiert zum Teil auf einem äusserst alten tantrischen Text mit dem Namen Rudrayāmal. Guhya[kālī]ṣoḍhā / Guhyaṣoḍha bezeichnet einen Text, der eine Abfolge von Mantras enthält, die ein Tantriker rezitieren muss um sich zu „reinigen“ und das Mantra, das der Rezitation des „Basis-Mantras“ der Gottheit vorausgeht. Dieser Text stellt eine Schnittstelle zwischen dem Hinduismus und dem Buddhismus dar. (ser)

Online seit: 26.09.2017

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