Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 108
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Beschreibung von Marianne Luginbühl und Heinz Bothien, Kantonsbibliothek Thurgau, Frauenfeld, 2008.

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Manuscript title: Heinrich Murer: Monast[eriu]m SS. Udalrici & Affrae in Crutzlingen
Place of origin: Kartause Ittingen
Date of origin: nach 1626
Support: Papier
Extent: 10 Bll. und 1 eingeklebtes Bl.
Format: 308 x 200 mm
Collation: V10
Page layout: 253 x 155 mm, einspaltig, 43-47 Zeilen
Binding: Papier über Pappe, blaugrün gesprenkelt, 19. Jh.
Contents:
  • Bl. 1r Der angegebene Titel: Monast[eriu]m SS. Udalrici & Affrae in Crutzlingen. Von Stifftung Auff- und Zunemmen des Gottshauses Sant Ulrich unnd Affern zu Creutzlingen. Sampt was sich bey den Ersten Probsten und in des Abbts Regierunng zeyten zu getragen.
    Darunter: Federzeichnung mit den Kirchenpatronen von Kreuzlingen Sankt Ulrich und Sankt Affra. Dazwischen das Wappen des Klosters Kreuzlingen mit dem charakteristischen Malteserkreuz und einem Abt- oder Bischofsstab (möglicherweise dem Stab des Bischofs von Konstanz, zu dem Kreuzlingen ja eine enge Beziehung hatte), darüber die Mitra mit eingelegtem Abtsstab. Beide Kirchenpatrone sind mit ihren Attributen dargestellt: Die heilige Affra auf brennenden Holzscheitern stehend und an einen Baumstab gebunden. Dies soll auf ihr Martyrium, den Flammentod, hindeuten. Der heilige Ulrich ist, gemäss seiner Funktion als Bischof von Augsburg, mit dem bischöflichen Ornat bekleidet und trägt in der Hand den Bischofsstab und ein Buch, darüber einen Fisch. Während er schon in frühen Darstellungen mit Stab und Buch ausgestattet ist, kommt der Fisch erst seit dem 14. Jahrhundert vor. Er soll an die Legende erinnern, nach der sich auf wunderbare Weise ein Gänsebein, das dazu hätte dienen sollen, den Bischof als Fastenbrecher zu denunzieren, in einen Fisch verwandelt haben soll.
  • pp. 1v-3v Angaben über die geographische Lage und Umgebung Kreuzlingens sowie seine Gründungsgeschichte, einleitend ein sprachwissenschaftlicher Exkurs über die verschiedenen Bezeichnungen für den Bodensee.
  • Bl. 5v Angaben über einen zweiten Propst Heinrich, zu dessen Regierungszeiten Papst Luzius II. in einer Bulle vom 14. Oktober 1144 dem Kloster Kreuzlingen alle Rechte und Freiheiten bestätigt, die seinem Vorgänger bereits von Papst Honorius gewährt worden sind. Schon Heinrich Murer erwähnt, dass über diesen Heinrich keine Nachrichten existieren als die schon erwähnte Bulle. In der neueren Forschung wird angenommen, dass es sich bei diesen Pröpsten gleichen Namens um ein und dieselbe Person handelt, nämlich um Heinrich von Bätershausen, der dem Kloster Kreuzlingen von 1125-1149 vorstand. Allerdings wird eingeräumt, dass im Umkreis des Konstanzer Domstifts und des Hospizes zwischen ca. 1080 und 1120 verschiedene Personen mit diesem Vornamen existieren.
  • pp. 6r-10v Leer, mit zur Beschriftung vorbereiteten Blättern
  • Zwischen Bl. 5v und 6r Ein eingeklebtes Blatt mit einem Verzeichnis der Äbte von Kreuzlingen von Heinrich I. (1125-1149) bis Jakob Denkinger (1625-1660) von anderer Hand. Die Liste endet mit dem Jahre 1626.
Origin of the manuscript:
Provenance of the manuscript: Die Handschrift Murers mit der Chronik des Klosters Kreuzlingen ist nach ihrer Fertigstellung wie die anderen Chroniken, die für das „Theatrum Ecclesiasticum“ vorgesehen waren, in der Kartause Ittingen geblieben.
Acquisition of the manuscript: Vermutlich ist sie erst nach der Aufhebung der thurgauischen Klöster im Jahre 1848ff. in die Kantonsbibliothek Thurgau gelangt, wo sie wahrscheinlich auch gebunden wurde. Heute ist sie in einem Kulturgüterschutzraum untergebracht.
Bibliography:
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