Wil, Dominikanerinnenkloster St. Katharina, M 32

Mengis Simone, Schreibende Frauen um 1500. Scriptorium und Bibliothek des Dominikanerinnenklosters St. Katharina St. Gallen (Scrinium Friburgense 28), [erscheint] Berlin/New York 2012.
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Augustinus-Regel und Konstitutionen (dt.)
Période: 15. Okt. 1543
Support: Papier. WZ kleiner Bär, mit kurzem Kopf und winzigen Ohren, ein weiterer Bär mit längerer Schnauze
f.
87,
89, eine weitere Variante f.
90, mit weit geöffneter Schnauze u. Ohren wie eine Beule auf dem Kopf; die genaue Bestimmung der Bären-Marken ist schwierig, da immer nur Teile sichtbar, zudem das Pap. sehr dick.
Auf den leeren fol.
107 ff. spätere WZ: grosse Krone u. mindestens noch ein weiteres WZ.
-
Engler-Maurer, Regelbuch (1998) identifiziert das Bären-WZ, ohne Erwähnung von Varianten, mit
-
Piccard, Wasserzeichen XV/ 2 (1987), Abt. I, Nr. 287, ohne Angabe von Ort und Datierung (recte: Tuttlingen 1525).
Volume:
A-C + 112 + X-Z ff.
Format: 18,5 x 15
Numérotation des pages: Bleistiftfoliierung des 20. Jhs.
1-
112. Vorsatz A-C, Nachsatz X-Z; nach f.
70 und f.
71 je ein Bl. übersprungen.
Composition des cahiers: Pap. Vorsatz Binio, erstes fol. auf Spiegel VD geklebt. VI
2-
13, V
14-
23, VII
24-
37, V
38-
47, VII
48-
61, V
62-
70, VI
71-
81, V
82-
91, VII
92-
104, f.
105-
112 leer, do. Nachsatz X-Z.
Etat: Der Bd. hat teils starke Feuchtigkeitsschäden, v. a. f.
60 bis Schluss.
Mise en page:
Einspaltig 15/16 x 12/12,5, 21-25 Z., Schriftspiegel und Linierung braune Tinte.
Type d'écritures et copistes: -
Regula Keller
-
f. 104v subskribiert und datiert 1543 (d. h. in ihrem mittleren Lebensalter): Hie habend end die constitucion der schwesteren prediger ordens M ccccc xliij Iar daz bis buoch folendet ist vor sant gallen tag von schwester regel kellerin von zürich, die begert ein aue maria: deo gracias
. Unterstreichungen mit roter Tinte, von der Hand der Schreiberin.
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Duktus klassisch R'K', grosse Nähe besonders zu Cod. 1788, auch dieser auf Pap. mit WZ Bär, dieses sehr ähnlich
Piccard, Wasserzeichen Bd. XV/2 (1987), Abt. I, Nr. 237 (Kempten 1538/1539) und Nr. 240 (Memmingen 1539).
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Duktus-Vgl. mit Cod. 1788: Regelmässige Bastarda mit engen Buchstaben-Abständen und klaren Wortgrenzen; die schrägen Striche statt der i-Punkte hier Haarstriche, auch bei den y (Cod. 1788 kräftiger). Die Unterschlaufe der z ist geschlossen und durchschneidet an der Basislinie den Schlaufen-Ansatz. Auffällig zudem die k: neben den Schaft ist ein kleines rundes s gesetzt (ähnlich dem hochgestellten r). Bis f. 75r schreibt sie auch kursive d neben den unzialen. Wenig Kürzungen, nur die gängigen m/n, pri für patri.
Décoration: - Rote Init. (orn.) f. 2r, 1-2zeilige einfache rote Lombarden, Rubr. und Unterstreichungen im Text, unvollständige Zeilen mit primitiven Zierbändern in roter Tinte aufgefüllt.
- Tw. starke Bleioxidation der Mennige-Mischung, so f. 2r, f. 18r, f. 26r u. weitere;
Ajouts:
f.
11v kleine Korrektur einer aus anderen Katharinen-Hss. bekannten (Korrektur-) Hand des 17. Jhs.
Reliure:
Einband wohl zeitgenössisch (oder täuschend gut rest.?), Halbleder über Rücken bis 2 cm auf VD/HD gezogen, Rest Pap. (altrosé mit Muster [Rosen?]) auf Karton. Ehem. rot-/blaue Schnittfärbung. Zweifarbiges Kapital.
Sommaire:
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2r-9v
Augustinusregel, dt.
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9v-75r
Auslegung der Augustinusregel nach Hugo von St. Viktor
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75v-104v
Konstitutionen für Dominikanerinnen, dt.
-
105-Z
leer.
Provenance du manuscrit: Besitzeintrag f.
1v:
Dis buoch gehörtt dem gots hus S[ant] Cathrina [sic] zuͤ will jm durgoͤw, Hand um 1600/des 17./1 Jhs. Zeitgenössische Signatur von der Hand der
Regula Keller mit schwarzer Tinte:
m. i.i.
regula keller
Bibliographie:
- Von der Hand der Regula Keller auch Cod. 1788 (ihre "Alters-Hs."). Ob, gem. der (nicht begründeten) Zuweisung Voglers, S. 249, Nr. 66, auch Wil M 45 von ihrer Hand stamme, ist offen (s. u. zur Hs.). Ziemlich sicher ihre Hand auch in der Chronik, siehe dort;
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CMD-CH III (1991) Nr. 414, Abb. 678, 679;
-
Vogler S. 260, Nr. 88;
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Engler-Maurer, Regelbuch (1998) mit unserer Hs. (mit Siglum W), Beschreibung S. 58-60;
- bei Uffmann, Innen und aussen (2000) wird die Hs. als "St. Galler Statuten" zitiert (vgl. ibid. S. 192, Anm. 16);
- Das im CMD Gegebene Inhaltsinventar wird von Engler-Maurer, Regelbuch (1998), S. 59, Anm. 175, als "unvollständig resp. (mit) falsche(n) Foliierungsangaben" (wohl gemeint das Kolophon, das nicht f. 105v, sondern 104v steht) kritisiert.