Solothurn, Zentralbibliothek, Cod. S II 43
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Beschreibung für e-codices von Ian Holt, Zentralbibliothek Solothurn, Solothurn 2009.

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Titre du manuscrit: Historienbibel aus der Werkstatt von Diebold Lauber (vom Staal - Historienbibel)
Origine: Hagenau, Elsass
Période: um 1460
Ancienne Cote:
Support: Papier, aufgrund der Wasserzeichen datierbar auf 1458-1461 (Gutachten Gerhard Piccard , vgl. Schönherr, 197, Saurma 2008, 15; Anm. 2;3)
Volume: 450 + II Bl. (Pergament)
Format: 308 x 260 mm
Numérotation des pages: neuere Foliierung
Composition des cahiers: 45 V450; zwei Einzelblätter sind jeweils auf einen Falzstreifen montiert (vgl. Saurma 2008, 15, Bodemann, 36)
Mise en page: 2 Spalten, 30-34 Zeilen 255 x 175mm
Type d'écritures et copistes: Buchkursive von einer Hand
Décoration:
Reliure: Zeitgenössischer brauner Ledereinband auf Holzdeckel (restauriert); mit Streicheisenlinien (Rautenmuster); zehn Messingbuckel (teilweise erneuert); zwei nach vorne greifende Langriemenschliessen; Pergamentmakulatur (u.a. Strassburger Urkunde, datiert 1457) (vgl. ALTERMATT, 38; SCHÖNHERR, 197, SAURMA 2008, 20); 73 Ledersignakeln im Schnitt (erneuert) weisen auf die Abbildungen und die beiden Frontispizien hin
Langue principale: Schreibsprache: Niederalemannisch.
Sommaire:
  • 2r-412r Historienbibel Ib (B) In ihrer Textgestalt gehört die Solothurner Historienbibel im wesentlichen dem Typus der Redaktion Ib (Kompilation aus Historienbibel Ia und IIa) an (Vollmer). Nach Von Bloh bzw. Rapp : Untergruppe B
    • (2r- 308r) «Alte Ee»
      • (2ra-14vb) (Register) >Hie hebet sich an das register der bibelen der alten Ee […] < Das erste Capitel seit wie got sunne und mond beschůff und die engel darin …–… das ccclxiij. wie Josias für das volck opferte von hoffart
      • (15ra-17ra) Prolog (IIa) >Hie hebet sich an die bibel der alten e noch dem latin in tütsch gemacht blöslich nach dem texte und ouch die nüwe gar gerecht und gut< Richer got von himelrich und ertrichobe allen krefften swebet din krafft …–… wie got alle ding geordent het vß siner göttelichen grundelosen wißheit.
        • Vgl. Merzdorf, Bd. 2, 595-597
      • (17ra-18vb) Zweiter Prolog, Engellehre (Ia) >Wie got sunne und mond beschůff und die engel darin< Do got in siner magenkrafft swebete …–… >Von den niun koeren der Engel< (18rb) Die engel bringent als vil engel zů himel als vil in dem himel bestanden ist.
        • Vgl. Merzdorf, Bd. 1, 107-110
      • (18vb- 308ra) Text (Ia und IIa) >Hie hebet sich an die bibel, die fünf bücher her moyses< […] Jn dem anfange geschůff got himel und erde …–… … >ccclxiij. Wie Josias für das volck opferte von hoffart, darvmb verhenget got das er vssetzig wart vnd starp< […] vnd sullent got vor ougen haben, so wirt vns das ewige leben, das uns das allen wider fare, das helffe vns der vatter vnd der sun vnd der heilige geist. Amen.
        • Vgl. Merzdorf, Bd. 1, 110-132, Bd. 2, 133-575.
        • (33va-36v) (37va-52rb) Text (IIa)
          • (33va-36v) >xxx. Wie die cristenheit von iherusalem ist komen< Von japhet han ich geschriben funden das alle die diet der liut sint von ime komen …–… vnd were es das sie sintflut keme so soltent si alle dar in gon so werent si sicher do vor das inen kein leit geschehe
            • vgl. Merzdorf, Bd. 2, 606-610
          • (37va-52rb) >Von Meinrot dem risen wie der Babilonie buwete< Zu disen ziten do sich die geslechte hettent geteilt in manige lant […] (46v a/b) also han ich nu geseit von drien teilen durch alle lant als si sint genant vff der erden. Nu wil ich fürbas sagen wie es aber erging von der gelegenheit als ich vor geseit han […] vnd noch den ziten wurdent vil gesleht geboren als hernoch kunt wirt geton
            • Vgl. Merzdorf, Bd. 2, 612-626, 628-638
        • (225vb-231ra) Hohelied-Reimparaphrase >cccl. Dis sint Salomons gedihte von der heiden wegen et reliquia< Mich kuste ir mineklicher kuß …–… do sullent wir zeder holtze fügen das si werde stoltze
          • Vgl. Merzdorf, Bd. 1, 423-Bd. 2, 442
        Ausgabe
        • Theodor Merzdorf (Hrsg.): Die deutschen Historienbibeln des Mittelalters nach vierzig Handschriften, 2 Bde., Tübingen 1870 (Bibliothek des litterarischen Vereins in Stuttgart 100 und 101). (Ohne diese Handschrift, mit zahlreichen Abweichungen)
        Lit:
        • Christoph Gerhardt in 2VL 4 (1983) Sp. 67-75 + 2VL 11 (2004) Sp. 682

      • (308v-412r) «Neue Ee» (Prosaauflösung des Marienlebens von Bruder Philipp bzw. Heinrich von St. Gallen; am Schluss zwei Kapitel zur Apokalypse)
        • (308va-313vb) (Register) >Hie hebet sich an des bůches Cappittel vnd saget von dem leben vnser lieben frowen vnd irs lieben kindes vnd ist die nuwe Ee mit den figuren gemolet< Das erste Cappittel saget von der vorrede des bůches …–… Das clxxx von dem jungsten tage vnd wie got an dem jüngsten tage zů geriht sitzet
        • (315ra-412rb) (Text) >Hie vohet an das leben her Ioachims, vnser lieben frowen vatter vnd frowe Anna, vnser lieben frowen muter vnd sancta Marien vnd irs lieben kindes Ihesu Christi vnd ist das die nuwe E< (Prolog) Maria můter edele kiusche maget (315va) >Das ander cappittel von her Joachim< Uns leret das bůoch der alten Ee das in dem lande zů Galilea zů Nazareth was ein richer man gesessen (409va) Das uns dis alles sament wider faren müsse das verlich vns der vatter vnd der sůn vnd der heilige geist. …–… (Kapitel zur Apokalypse) >clxxix. von dem endecrist< (410v) >clxxx. von dem jungsten tage< das wir mit den erwelten ouch mit got ewige froüde habet das helffe vns der vatter vnd der sůn vnd der heilige geist. Amen.
        Lit:
        • Kurt Gärtner in: 2VL 6 (1987), Sp. 97-909, 2VL 7 (1989) Sp. 588-597 + 2VL 11 (2004) Sp. 123
        • Hardo Hilg: Das Marienleben des Heinrich von St. Gallen. München 1981. (= Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, MTU, 75), 409

      • (412v-450r) Marquard von Lindau OFM: Auszug der Kinder Israel (Prolog) >Das sint die Cappittel vnd sagent wie das volck von Israhel in das gelopte lant zoch vnd glichet sich einem menschen, der von der welte sich ziuhet vnd got nachvolget […] < Nolite timere sed descende in Egiptum…Also stot geschriben in dem ersten bůch der alten Ee …–… vnd darnoch ußzugent in das gelopte lant(413rb) >Zů dem ersten von Jacob< Darnoch wissest das wir lesent, das Jacob der Patriarch zwo frowen hat …–… also das du die blosse worheit in zit gebruchest vnd…das verlich vns got der vatter vnd der sůn vn der heilige geist. Amen.
        Lit:
        • Nigel F. Palmer: Art. Marquard von Lindau OFM, in: 2VL 6 (1987), Sp. 81-126, bes. 91-93 + 2VL 11 (2004), Sp. 978
Origine du manuscrit: Hagenau/Elsass, in der Werkstatt Diebold Lauber
Provenance du manuscrit: Auftraggeber nach Saurma (2008, 34-38) der Solothurner Stadtschreiber Hans vom Staal (1419-1499); 1r: Wappen vom Staal (Greifenklaue) auf Vorsatzblatt, darüber Verbalexlibris von Hans Jacob vom Staal (1463-1522): Dis bůch ist min Hanns Jacobs vom Stall Johannsen vom Stall Stattschriberß sun zů Soloturnn; 314r: gerahmtes Vollwappen; Beischrift in Kapitalis: Hanns Iakob vomm Stall, 1519. Weitere Beischriften von verschiedenen Händen des 15. bzw. 16. Jhs. zu einzelnen Zeichnungen: 314v: die ruote von Jesse stöt im múnster von vnser frowen; 337v: […] quem genuit adoravit; 339v: Gloria in excelsis deo et in terra pax
Acquisition du manuscrit: 1763 schenkte die Familie vom Staal ihre gesamte Bibliothek der neugegründeten Solothurner Stadtbibliothek. Im Katalog der Stadtbibliothek von 1766/71 ist die Historienbibel unter den Manuscripta als Nr. 42 verzeichnet (Historia biblica auf deutsch beschrieben, mit Gemählden)
Bibliographie:
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