Solothurn, Domschatz der St.-Ursen-Kathedrale, Cod. U 1

Schönherr Alfons, Die mittelalterlichen Handschriften der Zentralbibliothek Solothurn, Solothurn, 1964, S. 215-223.
Visione d'insiemeFacsimileCaricare PDFCaricare XMLStampare descrizioneTitolo del codice: Sacramentarium Sancti Petri Gamundiensis
Luogo di origine:
Datazione: 10. Jahrh. (letztes
Viertel)
Nome alternativo: Hornbacher Sakramentar
Supporto materiale: Ungleichmäßig starkes, nahezu fehlerfreies Schafpergament.
Dimensioni:
228 Bl. (+ 222bis;
213-222bis. 227. 228 = Pap.) + II (+ 1 Bl. Pap.).
Formato: 26/20 cm
(ursprgl. ca. 27/22 cm).
Numerazione delle pagine: Moderne Bleistiftfoliierung, bei der Katalogisierung
durchkontrolliert; unbeschrieben:
11v
12r und
208r.
Composizione dei fascicoli: Ohne Lagensignaturen; es alternieren sich regelmäßig bis
zum Schluß je 1 Ternio und je 1 Quinio (an der Spitze der Hs.
drei Ternionen).
Disposizione della pagina:
Haarseiten-Blindlinierung (,stylus recentior') mit beidseitig
doppelten Begrenzungslinien und (fast ausnahmslos) 18 Zeilen pro
Seite.
Tipo di scrittura e mani: -
Gepflegte karolingische Minuskel in der Spätform des ottonischen
Stils von einem einzigen Schreiber, der sich (8r) im 1. der vier Widmungsgedichte als
Eburnant vilis […] scriptor […] quem porrigo,
libri vorstellt und den Codex im Auftrag des
Adalbertus
venerabilis abbas geschrieben und illuminiert
hat. Die außer den Nomina sacra sparsame, im Schriftbild kaum
auffallende Verwendung von Kürzungen entspricht der älteren
karolingischen Norm für gepflegte Texte und Liturgiebücher; an
besonderen paläographischen Merkmalen haben sich die regelmäßig
durchgeführten Ligaturen rs und rt mit hoher, gekrümmter Spitze
erhalten. Als Interpunktion dient auf der Zeile stehender Punkt
und (für Satzende) hochgestellter Schlußpunkt. Bei
Eburnant, der sich vor seinem
Auftraggeber ausdrücklich als fidelis, semper ubique tui
promptissimus assecla voti bezeichnet, handelt es
sich offenbar um einen der Abtei Hornbach
zugehörigen Schreibermönch. Tatsächlich erscheint noch 1019
Oktober 6 in der Zeugenreihe einer für
Hornbach ausgestellten Schenkungsurkunde
als letzter Kleriker ,Eburnant prepositus', vgl. das
ausführliche Regest bei Bauerreiß, Reichenauer Malschule
4-8 und Anm. 5; siehe dazu (neben Beyerle, a.
a. O. 326) auch Messerer: «Dem Hornbacher Eburnant ist natürlich gegenüber dem
[…] Fuldaer Mönch gleichen Namens der Vorzug zu
geben»
(a. a. O. 14-2 Anm. 10). Der im Nekrolog von Marbach i. E. (zum 13. September)
erwähnte Eburnant kann hier als Schreiber nicht in Frage kommen.
Der Auftraggeber (10r, Vers 5:
meus ut mihi credidit abbas) ist eindeutig
mit Abt Adalbert von Hornbach (ca. 970 bis
990) zu identifizieren; vgl. auch NA 23 (1898), H7-S61 und
Neubauer, Regesten 10-11 Nrn.2S-28; über
Hornbach im besonderen siehe
Studien und Mitteilungen zur Geschichte des
Benediktinerordens 32 (1911I) 20 Nr. 122 und zuletzt
A. Doll, Das Pirminskloster Hornbach: Archiv f.
mittelrheinische Kirchengeschichte 5 (1953) 108-14-2.
Mit dem Schreibernamen und mit der Hornbacher Abtszeit Adalberts
sind auch die entscheidenden Hinweise für den Bestimmungsort und
für die Datierung der Hs. verbunden.
- Fest- bzw. Tagesbezeichnungen und Formelüberschriften in roter
Capitalis rustica, für besonders feierliche Incipitzeilen in
Capitalis mit karolingischer Halbunziale vermischt; vgl. B.
Bischoff, Paläographie (Sonderdruck aus Deutsche Philologie im
Aufriß 2 1956) 24-.
Decorazione: - Für Hauptabschnitte und Festtage größere und kleinere
Zierbuchstaben in Gold und Silber, für die einzelnen Formeln
einfache rote Majuskeln. Für die Hauptfeste des Jahreszyklus große
Flechtwerkinitialen in Gold und Silber über farbigen Feldern, z. T.
mit gespaltenem Schaft und durch Ranken im Rahmen verknotet; für
gewisse Hochfeste ist außerdem der Formularbeginn (die 1. Textzeile)
durch Goldschrift auf goldgerahmtem Purpurstreifen ausgezeichnet:
22r
25v
70r
109v
121r und 131r.
- Nach dem Kalender bilden vier ganzseitige Widmungsbilder mit
Rahmen aus punktierten mennigfarbigen Streifen, von je einer
prunkvoll umrahmten Textzierseite (Widmungsgedichte) auf
purpurfarbenem Grund begleitet, den kostbaren Vorspann der
Handschrift: 1. 7v der Schreibermönch
Eburnant überreicht das Werk seinem Abt Adalbert; 2. 8v Adalbert widmet das Sakramentar dem hl.
Pirminius; 3. 9v Pirminius übergibt den
Codex dem hl. Petrus; 4. 10v Christus
nimmt das Buch aus der Hand Petri entgegen.
- Nach den Widmungsbildern und -gedichten ist dem eigentlichen
Sakramentartext eine weitere Folge von fünf reich ornamentierten
Zierseiten vorangestellt: 12v Buchtitel in
großer ottonischer Zierkapitale (weiß) auf glattem Purpurgrund,
13r Präfationsbeginn, 13v Vere Dignum, 14r Praefatio communis und 14v
Canonanfang (Te igitur) in goldener Rustikakapitale (z. T. im
Wechsel mit Halbunziale und Capitalis) ebenfalls auf Purpur und
wechselweise mit perspektivischem Mäander, mit Zackenband,
Akanthusborte oder einem Rautenmuster umrahmt.
- Für die nähere stilistische Charakterisierung wie für die
kunstgeschichtliche Stellung des Codex sei hier auf W.
Gernsheim, Die Buchmalerei der Reichenau (Diss. München 1934)
19-22 und besonders auf die eingehenden Ausführungen von
P. Bloch, Das Hornbacher Sakramentar (mit
Abbildungen) verwiesen; vgl. auch Die Kultur der Abtei
Reichenau 2 (1925) 958-969. Sehr nachhaltig hatte auf die
Forschung eingewirkt, daß G. Swarzenski eine Gruppe von
Handschriften um das Hornbacher Sakramentar seinerzeit als
«Eburnant-Gruppe» zusammenfaßte und auf der
Reichenau lokalisierte (siehe
Repertorium f. Kunstwissenschaft 26 [1903] 393);
diese Zuweisung blieb nämlich bis in die neueste Zeit unangefochten,
obschon nicht allein die namengebende Leithandschrift der
sogenannten Eburnant-Gruppe (d. i. der vorliegende Solothurner
Codex), sondern auch andere Hss. aus dem engsten stilistischen
Umkreis derselben, wie z. B. das aus Trier stammende, um 980
datierbare Lektionar in Cambridge (Fitzwilliam-Museum, McClean
Collection cod. 30) oder der Egbert-Psalter in Cividale (Museo
archeologico cod. 136) jeder gesicherten Grundlage für eine
Lokalisierung auf der Reichenau entbehren.
Weder aus Beobachtungen stilkritischer Art, noch viel weniger aber
aus dem codicologischen und textkritischen Befund des Sakramentars
lassen sich konkrete Verbindungen ableiten, die auf eine nähere oder
unmittelbare Berührung mit der Reichenau schließen lassen könnten.
Auf Grund ihrer künstlerischen Überlieferung lassen sich die
goldenen Zierbuchstaben und eleganten Textinitialen des
Eburnant-Stiles «ganz deutlich von der karolingischen Schule zu St.
Gallen ableiten», doch tritt der Einfluß dieser durch Sicherheit der Zeichnung
und harmonisches Variationsvermögen gekennzeichneten stilistischen
Grundhaltung bald in allen deutschen Schulen hervor.
Bezeichnenderweise scheint auch die Initialornamentik des
sogenannten Gregorius-Meisters von Trier sowie alle Stilkomponenten
der Gruppe um das Registrum Gregorii (Trier, Stadtbibliothek) in
einer Linie und «in direktem Zusammenhang mit der Eburnant-Gruppe zu stehen»
(C. Nordenfalk, Buchmalerei 199-200); mit Bloch wird man sie sogar als Gemeinschaftsarbeit
Eburnants mit dem Gregor-Meister betrachten dürfen, denn beide
Künstler verbindet ein identisches Stilempfinden, das sich im 3.
Dedikationsbild des Hornbacher Sakramentars besonders deutlich
offenbart (Bloch, a. a. O. 98-99 und 114-115). Der
Gregor-Meister, der heute allgemein als der «führende Künstler der ottonischen Buchmalerei in
Trier» charakterisiert wird (vgl. Münchner Jahrbuch der
Bildenden Kunst, 3. F., 1 [1950] 61), war aber zweifellos
in Trier seßhaft; seine höchste künstlerische Vollendung kommt im
Lorscher Sakramentar zu Chantilly (Musée Condé ms 40) und in dem aus
Lorscher Vorlage geflossenen Sakramentar aus St. Maximin in Trier
(Paris BN, ms. lat. 10501) zum Ausdruck. Eine enge
Stilverwandtschaft, die sich sowohl im Dekor der Zierseiten wie in
der delikaten Farbgebung offenbart, verbindet den Eburnant-Codex
auch mit dem Gero-Codex in Darmstadt (Hessische Landesbibliothek
cod. 1948); die Dedikationsverse dieses vor 969 (bzw. vor 976)
vollendeten Evangeliars wiederholen sich stellenweise fast wörtlich
im Hornbacher Sakramentar, teilweise klingen sie aber auch nach in
den Widmungsversen der Buchminiatur des um 983 entstandenen
Registrum Gregorii sowie in einer gleichzeitigen
Evangelienhandschrift aus St. Maximin in Trier (New York,
Pierpont Morgan Library ms. 23). Auch seitens des
Egbert-Evangeliars (Trier, Stadtbibliothek cod. 24),
dem zentralen Werk der damaligen Trierer Schule, war von Gernsheim
(a. a. O. 19) ein «offensichtlicher künstlerischer Einfluß in Form und
Farbe» auf den Eburnant-Codex erkannt worden. Stil und Eigenart der
Eburnant-Formen stehen somit in enger Beziehung zu einer Gruppe von
gleichzeitigen Handschriften, die alle derselben Stilstufe bzw.
Schule angehören, deren Sitz in Trier zu suchen ist. Seitdem sich
Erzbischof Theoderich I. Mönche des
lothringischen Reformklosters Gorze (bei Metz) in die
Benediktinerabtei St. Maximin des nahen Trier geholt hatte, war
diese zum Hauptzentrum der Gorzer Klosterreform für den ganzen
nord-, mittel- und süddeutschen Raum geworden; dabei hat sich die
Bedeutung von St. Maximin naturgemäß auch im Buchwesen und auf dem
Gebiet der Buchmalerei ausgewirkt, so daß hier die Bedingungen einer
«Schule» reichlich gegeben waren (vgl.
Schiel, Textband 95. 96). Von St. Maximin aus wurde
972 auch die Reichenau reformiert, und unter der Leitung des
Gregor-Meisters haben dann die beiden Reichenauer Mönche
Kerald und Heribert im
Trierer Skriptorium an der Ausführung des Egbert-Evangeliars
mitgearbeitet. Der Einfluß von Trier auf Hornbach läßt sich durch
den bereits um 950 erfolgten Anschluß Hornbachs an das
Trierisch-Gorzische Reichsmönchtum erklären. Erwiesen ist zudem, daß
sich diese Reformklöster namentlich seit Erzbischof Egberts Zeiten
(977-993) für ihre Buchproduktion einen Ausgangspunkt im
karolingischen Erbe suchten. Wie für den Gero-Codex, den Eburnant in
Wort und Bild bereits gekannt haben muß, eine im Kloster Lorsch
verwahrte, aus der Hofkapelle Karls d. Gr. stammende
Evangelienhandschrift als Vorlage gedient hatte, so ist ähnliches
für den Eburnant-Codex und eine Reihe weiterer seinem Stilkreis und
seiner Zeit zuzuweisender Hss. anzunehmen; jedenfalls stand auch für
das Hornbacher Sakramentar eine aus dem Nazariuskloster
Lorsch stammende Vorlage zur Verfügung, die Eburnant
für Hornbach kopierte, und zwar kaum in Hornbach selbst, sondern
(nach den stilistischen Zusammenhängen der Miniaturen und nach der
hagiologischen Struktur des Kalendariums zu beurteilen) in Trier.
Alte Trierer Hss. hatten umgekehrt bereits im frühen 9. Jahrhundert
als Vorlage für Lorscher Codices gedient; selbst ein Evangeliar der
sogenannten «Ada-Gruppe», deren Skriptorium heute mit
guten Gründen in St. Maximin lokalisiert wird, befand sich bereits im
9. Jahrhundert in der Abtei St. Nazarius in Lorsch (vgl. W.
Koehler, Karolingische Miniaturen 2 [1958] 88). Alte und
enge Verbindungen mit entsprechenden gegenseitigen
Austauschbeziehungen zwischen den beiden Reichsabteien Maximin und
Lorsch sowie mit der im Jahre 973 von Trier aus neubesiedelten
oberlothringischen Abtei Echternach haben
jedenfalls noch weiterbestanden, als im 10. Jahrhundert die Gorzer
Reformbewegung St. Maximin zu ihrem Hauptstützpunkt und
Umschlagplatz erkor. Daneben waren die Klöster Lorsch und Hornbach
sehr früh schon auch durch gewisse historische und güterrechtliche
Beziehungen verbunden. Blochs Beweisführung aber hinsichtlich der
Entstehung des Hornbacher Sakramentars auf der Reichenau, die ja
ausschließlich auf kunsthistorischen Überlegungen beruht, «fällt schon dadurch in sich zusammen […] daß Eburnant
kein Reichenauer Mönch gewesen ist und das Hornbacher
Sakramentar in Solothurn mit der Reichenau nichts zu tun
hat»
(Schiel, Textband 84)
. Der Kalligraph Eburnant ist somit gar nicht als Typ einer
bestimmten Gruppe illuminierter Hss. der Reichenau anzusprechen; die
Reichenauer Konventslisten und «Nekrologien kennen ihn nicht […] und man wird ihn als
nicht in den reichenauischen Konvent gehörig buchen müssen»
(Beyerle, a. a. O. 326); er ist vielmehr (wie oben gezeigt) mit Eburnant
von Hornbach zu identifizieren. Mit der
Identifizierung Eburnants aber und mit der Lokalisierung seiner
Tätigkeit nach Trier fällt schließlich auch jene immer wieder
empfundene Verlegenheit dahin, nämlich «das seltsame Phänomen, daß von einem gewissen Zeitpunkt
ab jene Maler, die bisher das Vielfältige Bild Reichenauer
Malereien bestimmten: der Gregor-Meister, Eburnant und auch
Ruodprecht, die Insel verlassen»
(vgl. Bloch 116). Tatsächlich findet sich die künstlerische Nachfolge des
Gregor-Meisters eben nicht auf der Reichenau, sondern vorwiegend in
dem Trier benachbarten Echternach und in Niederlothringen; vgl.
H. Swarzenski, Miniaturen des frühen Mittelalters (1951)
16;
Schiel, Textband 69 und 107. Den bisherigen
Beobachtungen über einen formgebenden Einfluß des Trierer
Gregorius-Meisters auf Eburnant und über dessen Tätigkeit im Atelier
dieses Trierer Meisters läßt sich nun eine weitere, nicht
unbedeutende Feststellung rein technischer Natur beifügen, die
Tatsache nämlich, daß die Bilder im Hornbacher Sakramentar seit
langem mehr oder weniger starke Farbabbröckelungen aufweisen. Dieser
Umstand läßt sich in gleicher Weise bei allen Miniaturen des
Gregorius-Meisters beobachten. Die Farbabbröckelung auf den
Dedikationsbildern des Solothurner Eburnant-Codex - die, wie die
jüngsten Feststellungen zeigen, keineswegs als Folge äußerer
Einwirkungen wie Aufbewahrung u. dgl. zu betrachten ist - läßt sich
nun am überzeugendsten «damit erklären, daß der Maler hier mit dem gleichen
Bindemittel wie der Gregor-Meister gearbeitet hat»
(Schiel, a. a. O. 74)
Legatura:
Über Aussehen und Gestalt des ursprünglichen Einbands ist nichts
überliefert. Im 16. Jahrhundert (um 1550) erhielt
das Sakramentar einen violett-braunen
Samteinband mit zehnteiligen Silberbeschlägen. So
hat auch B. F. Zurlauben das Buch im Jahre 1750 gesehen. Von
diesem Einband sind noch zwei Silberspangen bzw. Buchschließen
(ohne Zeichen) erhalten; von den acht silbernen Stützknöpfen
sind noch 5 erhalten (3 verloren und durch Bronzeknöpfe
ersetzt). In der Zeit um 1795/1800 wurde der Einband auf
Veranlassung des Solothurner
Chorherrn Ludwig
Hippolyth Glutz-Blotzheim erneuert; diesmal wurde
roter Samt verwendet und die silbernen Deckelbeschläge durch
bronzevergoldete Gußbeschläge ersetzt: auf dem
Vorderdeckel mit den 4
Evangelisten, Mittelstück mit Gottvater; auf dem
Rückdeckel mit den 4 Kirchenvätern,
Mittelstück mit Gnadenstuhl. Zwecks feierlich wirkender
Schnittvergoldung wurde der Codex
damals in Höhe und Breite empfindlich beschnitten. Rücken
fünfbündig. Bei der Restaurierung der Hs. (1946) wurde der rote
Samteinband erneuert, die Deckelornamente beibehalten.
Contenuto:
Das Hornbacher Sakramentar (Eburnant-Codex). Für die dem
W. Petrus geweihte Abteikirche in Hornbach
(siehe die Dedikationsbilder mit den Widmungsgedichten und Bl.
158v die
missa
pro congregatione s. Petri apostoli) bestimmtes Sacramentarium
mixtum, wobei der Anhang
Alkuins in ein Exemplar (Vorlage aus Lorsch)
des hadrianischen Gregorianum eingearbeitet ist (nach A.
Ebner, Missale
Romanum im Mittelalter 390 als «
unvollständig fusioniertes Gregorianum» zu bezeichnen), und zwar so, daß im Temporale besonders eigentümliche Formulare des
Hadrianum beibehalten sind, im Sanctorale aber auch solche Heilige
fehlen, die nicht im Sanctorale des hadrianischen Gregorianum stehen. -
Dictionnaire d' archéologie chrétienne et de liturgie 10,2 (1932) 1690
n. 300 und 15,1 (1950) 283 n. 137
-
Vorangestellt
- 1.
(Bl. 1r-6v)
Kalendarium plenum [seu Martyrologium
abbreviatum]
mit Eintrag der liturgischen Rangbezeichnungen. Aus einer vom
Sakramentartext unabhängigen, monastischen Vorlage der
Mitte des 10. Jahrhunderts Der Kalender ist
bemerkenswert wegen verschiedener martyrologischer Kurzvermerke,
wegen der chronologisch-astronomischen Beigaben (rot), die zur
ursprünglichen Niederschrift gehören sowie wegen des in die
spezifisch deutsch-französisch Sakrallandschaft seiner Vorlage
eingebauten Hornbacher Lokalcharakters. Auszugsweise und
stark gekürzt wiedergegeben bei M. Gerbert, op. cit.
469-481. Unter den von der Primärhand stammenden
Einträgen zu bemerken: (29.I.) Depositio Valerii ep. Treveris; (6.III.) S.Quiriaci presbiteri
[Treverensis]
, dessen Gebeine
769 von Trier nach Taben a. d. Saar überführt worden waren; (3. V.) S. Philippi conf. =
Philippus Cellensis (die Hornbach unterstellte und von
Abt Adalbert restaurierte ehemalige
Benediktinerpropstei Zell i.d.Rheinpfalz); (29. V.) Treveris s. Maximini ep.;
(25. VI.) S. Bodardi con.
[Pictaviensis]
= Titularheiliger
der Hornbach inkorporierten Pfarrkirche von Münchweiler bei
Wartenberg a. d. Alsenz; (7. VII.) Adventus ss. Basilidis et
Bodardi ad Hornbach; (23. VII.) an 2. Stelle Ordinatio s. Perminii
ep.; (31.VIII.) Treveris
s. Paulini ep. et corif.; (3. XI.) Natale s. Perminii corif.
in Capitalis, mit Oktavfeier; (20.XI.) Adventus s. Fabiani pape ad
Hornbach = Titularheiliger des Stiftes St. Fabian in
Hornbach; vgl. A. Neubauer, Regesten des ehemaligen
Benediktinerklosters Hornbach = Mitteilungen des
Historischen Vereins der Pfalz 27 (1904) 7 Nr. 19 und Anm.
2; (23. XII.) das spezifisch trierische Heiligenfest s. Gregorii mart.=
Gregorius von Spoleto. Die auf der Reichenau besonders verehrten
Heiligen fehlen. Als Nachtrag von Solothurner Hand saec. XV/2
(zum 30. IX.): Ursi et
Victoris cum sociis mart.;
- 2.
Bl. 7v-11r vier ganzseitige
Widmungsbilder mit den entsprechenden Textzierseiten
(Widmungsgedichten):
-
(8r)
Pastor Adalberte, summa cate caelitus arte
-
(9r)
Presul Permini, fulgens lux aurea mundi
-
(10r)
lanitor etheree, commissis clavibus aulae
-
(11r)
Virtutum doctor, pie noster ad ethera ductor
Ediert (K. Strecker): Monumenta Germaniae Historica, Poetae
latini 5 (1939) 427-428;
neuerdings vollständig abgedruckt bei P. Bloch, Das
Hornbacher Sakramentar (1956) 23-27.
- 1.
12v-19r
Überschrift, Praefatio communis und Canon missae.
In nomine Domini. Incipit liber sacramentorum de circulo anni
compositus a sancto gregorio papa, qualiter missa romana celebratur
(qu. - c. / in leicht
größerem Schriftgrad ausgeführt).
Per omnia secula saeculorum […] Vere dignum […] Sanctus
sanctus sanctus dominus.
-
Te igitur ~miserere nobis.
Der Meßkanon (Rezension B) ohne Rubriken, im 11. Jahrhundert mit
Korrekturen und Zusätzen nach Rezension A überarbeitet. Damals wurde
den Heiligen im Nobis quoque noch Eugenia beigefügt; die Heiligenliste des Embolismus schließt mit […]
Laurentio. Cyriaco. Nazario. Iohanne et Paulo.
- 2.
[Missae de circulo anni]
- 1.
(19r-28v)
Von der Weihnachtsvigil bis Epiphanie:
VIIII Kalendas ianuarii.
Vigilia natalis Domini.
Deus qui nos redemptionis nostre …–…
et digno percipiamus effectu.
Per (= In octava
theophaniae).
Dazwischen die Heiligenfeste Stephani, Iohannis ev.,
Innocentum und Silvestri;
- 2.
(28v-36v)
Die Heiligenfeste bis Ostern (um die strukturelle Eigenart des Hornbacher
Sakramentars erstmals näher zu präzisieren, sei hier die
vollständige Festfolge aufgereiht): Felicis in
pincis (14. Jan.), Marcelli (16),
Priscae (18), Fabiani mart.
(20) als Hochfest, Sebastiani (20),
Agnae (21), Vincentii (22),
Conversio s. Pauli (25), an dieser Stelle
eingeschoben (31v) Dominica
post Theophaniam; dann octava Agnetis
(28), Yppapanti (2. Febr.),
Agathae (5), Valentini (14),
Cathedra s. Petri (22), Gregorii
papae (12. März) mit zwei Formularen, das hadrianische
(Lietzmann 30, 1-3) an 2. Stelle; Depositio s.
Benedicti (21), Annuntiatio s. Marie
(25);
- 3.
(36v-79r)
Von Septuagesima bis Ostern:
Dominica In septuagesima …–…
Dominica I post albas.
Zu bemerken:
-
(61r-63v)
der Exultet-Text in
der recensio mixta;
-
(63v)
vor den Lesungen am Karsamstag die Oratio Deus qui
divitias; hierauf an erster Stelle die
Leseordnung mit den XII Lectiones der gelasianischen Reihe;
mit der Überschrift Alius incipit ordo eiusdem diei
orationum apud canonicos celebrandus schließt
(67r) unmittelbar die
Leseordnung mit den IV Lectiones des Gregorianum an, die
ebenfalls mit der Oratio Deus qui divitias eingeleitet wird. Der
Eburnant-Codex unterscheidet hier bewußt eine römische bzw.
monastische Leseordnung und eine nichtrömische oder
kanonikale;
- 4.
Die Heiligenfeste von Ostern bis Pfingsten:
Tiburtii et Valeriani (14. April),
Georgii (23), Marci ev. (25),
Letania maior (25), Vitalis
(28), Philippi et Jacobi (1.Mai),
Alexandri, Eventii et Theodoli (3), Inventio
s. Crucis (3), Gordiani et Epimachi
(10), Pancratii (12); dann In
vigilia dominice ascensionis und (84r) In ascensa Domini; zuletzt
Urbani papae (25);
- 5.
Die Festreihe der
Nachpfingstzeit. Vorangestellt (85v-91r) Incipiunt orationes die sabbato
Pentecosten (mit IV Lektionen), Pfingsten mit Oktav;
dann der Reihe nach: Nicomedis (1. Juni),
Marcellini et Petri (2), Marci et
Marcelliani (18), Gervasii et
Protasii (19), Iohannis Baptistae
(23-24), Iohannis et Pauli (27), Leonis
papae (28), Petri et Pauli (28-29),
Pauli (30) und Octava apostolorum;
Processi et Martiniani (2. Juli), VII
fratrum (10), Natale s. Benedicti abbatis
(11), Iacobi (25), Felicis,
Simplicii (29), Abdon et sennis (30),
Ad vincula s. Petri (1. Aug.),
Stephani mart. (2), Xisti ep. et
mart. mit benedictio uve (Lietzmann
138,4), Cyriaci (8) als Hochfest,
Laurentii (9-10), Tiburtii
(11), Ypoliti (13), Eusebii (14),
Assumptio s. Marie(14-15),
Agappiti (18), Timothei (22),
Bartholomei (24), Hermetis
(28), Decollatio Iohannis Bapt. (29),
Sabinae (30), Felicis et
Audacti (cod.; 30), Adriani (8. Sept.),
Natale s. Marie (8), Proti et
Yacinthi (11), Cornelii et Cypriani (14),
Exaltatio s. Crucis (14), Nicomedis
mart. (15), Eufemiae virg. (16),
Luciae et Geminiani (16), Mathei
apo (20-21I); hierauf (113v-115v) die dominico
mensis septimi [cum feriis de
ieiunio]
; dann Cosme et Damiani
(27), Dedicatio basilicae s. Michahelis (29),
Marci papae (7. akt.), Calisti
papae (14), Galli conf. (16),
Lucae ev. (18), Simonis et iude
(27-28), Vigilia omnium sanctorum (31),
Festivitas omnium sanctorum (1.Nov.),
Cesarii (1), Natale s.
Perminii (3) als Hochfest, ss.
Coronatorum (5), Theodori (9),
Mennae mart. (11), Martini
(11), Cecilie (22), Clementis
(23), Felicitatis (23), Crisogoni
(24), Saturnini (29), Andree ap.
(29-30) und Luciae virg. (13. Dez.).
- 3.
126r-131r
[Missae communes de sanctis]
In vigilia unius apostoli …–…
In natale sanctarum virginum
. Daran: (131r-132r) In anniversario dedicationis
basilice.
- 4.
132r-149r
[Missae dominicales per annum]
Dominica I-IIII de adventu
Domini, Dominicae duae post Natale, Dominicae sex post Theophaniam, Dominicae
IV post octavas Paschae,
Dominica I post Ascensam und
Dominicae XXV post
Pentecosten. Daran: 149r-153r
[Missae cottidianae].
- 5.
153r-183r
[Orationes vel missae de diversis causis. I.]
Missa ad suffragia poscenda sanctorum; […] (158v) [12.] Missa pro congregatione
Petri apostoli; zur Bezeichnung ,congregatio sancti
Petri' für den Konvent von Hornbach siehe auch Neubauer, Regesten des ehemaligen Benediktinerklosters Hornbach (1904) 2
Nr. 5; die Namensnennung des Patrons (petro apostolo tuo) ist hier
in zwei Formeln bereits von der Primärhand über Rasur eingesetzt
worden; der ursprünglich ausgeschriebene Name nicht mehr zu
ermitteln; (173r) [36.] Missa s.
Sigismundi regis […] profebricitantibus mit Volltext
und Eigenpräfation; (179v-180v)
[41.] Missa communis; darin wird in zwei Formeln pro cuncta sancti perminii
congregatione ac familia eius gebetet ~ [43.] ltem
missa communis. Daran: (183r-193v) [Missae pro
defunctis].
- 6.
[Orationes diversae]
- 1.
194r-198r
Pro peccatis
(Lietzmann 201,1);
- 2.
198r-204v
Incipiunt orationes cottidianae
(Lietzmann 202, 1);
- 3.
204v
Orationes matutinales
(Lietzmann 203, 1-8);
- 4.
205r-207v
Orationes vespertinales vel matutinales
(Lietzmann 204, 1-37);
- 5.
208v-209r
[Orationes ad suffragia poscenda]
-
Ergänzungen und Nachträge
- 1.
(209r-v, auf
leergebliebenem Raum) von Hand saec.XII/I
(mittelrheinisch-oberrheinisch?) [Oratio ad sponsas
velandas] = Lietzmann 200, 1. 2.4 und
6-11;
- 2.
210r-212v fünf noch von
Primärhand an dieser Stelle nachgetragene Formulare: II
idus Iunii. Natale ss. Nazarii, Basilidis, Naboris;
(6. VIII.) Felicissimi et Agapiti; Kalendis Augusti.
Natale septem fratrum Machabeorum; (22. IX.)
Mauricii et commilitonum; das
Commune-Formular Plurimarum virginum;
- 3.
in Solothurn beigefügte Nachträge:
- a.
von der Hand des Stiftskustos Urs
Häni: 213r
In natali Domini. [Missa
tertia]. Im Drei-Lektionen-System und mit der
Sequenz Natus ante saecula (RH 11903);
(216r) [Missa]
in die solenni S. Paschae. Mit der Sequenz
Laudes salvatori (RH 10417); (219r) [Missa]
in festo Pentecostes. Mit der Sequenz
Sancti Spiritus (RH 18557);
- b.
von Hand saec. XVII: (222v-222bis) das Matthäusinitium = Matth. I, 1-16 [Mt 1 1];
- c.
von Hand saec. XVIII: (224r-228r) [Initia IV
Evangeliorum] mit den Stationsgebeten für die
Fronleichnamsprozession und andere Segensprozessionen
[juxta morem ecclesiae collegiatae
Solodorensis].
Provenienza del manoscritto:
- Zur Provenienz: 1. 1r Verbalexlibris aus der
Hand des Solothurner Propstes Felix Hemmerli
(beim Neubinden der Hs. im 16. Jahrh. teilweise beschnitten):
Iste liber est ecclesie Sancti Ursi Solodorensis.
Die Zuweisung des Eintrags an Hemmerlis Hand ist durch exakte
Schriftvergleiche hinreichend gesichert. Die Bedeutung dieses
Besitzeintrags wurde u. W. erstmals durch B. F. Zurlauben (siehe
oben) und dann wieder durch Fr. Fiala (a. a. O. f. 16r)
gewürdigt; in neuester Zeit wurde die Existenz dieses Besitzvermerks
sogar in Abrede gestellt (vgl. Bloch, a. a. O. 2 0);
- 2. 7r Eintrag von Solothurner Hand der Zeit
um 1550: Scriptum est hoc Missale tempore Caroli martelli,
qui Gubernator erat totius regni Francie, Anno .724.
(wiedergegeben bei Bloch, a. a. O. 23). Vgl. dazu
C. Lang, Grundriß der […] christlich-katholischen Helvetia
I (1692) 989 Nr.34. Auf Grund dieses Eintrags, der den
damaligen Auffassungen und den Tendenzen einer wohlgemeinten
Geschichtskonstruktion entspricht, wurde die Entstehung des Codex,
namentlich in Verbindung mit dem darin als Hochfest ausgezeichneten
St. Pirminstag mit Vorliebe in die (angeblich von Pirminius
gegründete) churrätische Abtei Pfäfers
verlegt; vgl. z. B. L. Traube, Vorlesungen und Abhandlungen.
Hg. Fr. Boll 1 (1909) 239 Nr. 298. In Wirklichkeit wurde
der Pirminskult aber erst im 15. Jahrhundert in Pfäfers eingeführt
und erreichte zur Barockzeit seinen Höhepunkt. Auch Zurlauben, der
das Sakramentar am 1. Februar 1750 persönlich in Solothurn
eingesehen, spricht sich, der damals vorherrschenden Ansicht
folgend, für die Herkunft der Hs. aus Pfäfers und deren bereits in
alter Zeit erfolgte Übertragung nach Solothurn aus. - Auf welchem
Wege oder unter welchen Umständen der Codex aber spätestens in der
1. Hälfte des 15. Jahrhs. und zwar ungeachtet des im 2.
Widmungsgedicht ausgesprochenen Anathema (9r, Vers 7. 8: Aedibus ex istis ferat hoc si
frivolus hostis, Ulcio divinae quod crimen vindicet
irae), nach Solothurn gelangte, ist noch nicht restlos
geklärt. Der in die 1. Hälfte des 12. Jahrhs. datierbare
(möglicherweise aus oberrheinischer Hand geflossene) Nachtrag mit
dem Formular (209r-v)
«ad sponsas velandas» beweist immerhin, daß das
Sakramentar schon relativ frühzeitig an einer Seelsorgskirche
Verwendung gefunden; wo aber dieser zweite Aufbewahrungsort genau zu
suchen ist, kann an dieser Stelle nicht endgültig entschieden
werden.
Acquisizione del manoscritto:
- Die Hs. ist erstmals erwähnt im Bücherverzeichnis der
Kapitelbibliothek zu St. Ursen, und zwar an allerletzter Stelle (Nr.
38: 'Colleccionarius Antiquus') der von Propst Hemmerli noch
eigenhändig vorgenommenen Ergänzungen des von ihm um 1424/25
angelegten Verzeichnisses. Aus dieser in die Zeit um 1439
datierbaren Nachtragsstellung darf anscheinend mit Recht gefolgert
werden, daß der Eburnant-Codex erst damals als Neuzuwachs in die
Büchersammlung des St. Ursenstiftes gelangt ist. Der von einer
anonymen Hand der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts (es ist dieselbe
Hand, die den einzigen Solothurner Kalendereintrag vorgenommen hat)
unmittelbar anschließend (Nr. 39 der Gesamtliste) verzeichnete
'Collectionarius novus' konnte zwar bis zur Stunde nicht mit
wünschenswerter Sicherheit identifiziert werden, ist aber bestimmt
mit einern ebenfalls noch in vorreformatorischer Zeit nach Solothurn
verbrachten Sakramentar gleichzusetzen; höchstwahrscheinlich handelt
es sich dabei um jenes turonische Prachtsakramentar aus dem 2.
Viertel des 9. Jahrhunderts, Perg. ca. 26/19 cm, 16 Zeilen
(Zuweisung und Datierung durch B. Bischoff), das leider nur mehr
fragmentarisch in den Sammlungen des Staatsarchives Solothurn
erhalten ist.
- Die Hs. ist dann wieder erwähnt im Inventarium Custodiae S. Ursi von
1646 (Staatsarchiv Solothurn, St. Ursenstift), Seite 48: 'Ein altes Mäßbuoch mit Sammet überzogen und mit Silber
beschlagen'. Wie Fiala (a. a. O. f. 16r) mitteilt, wurde
das Hornbacher Sakramentar früher an hohen Kirchenfesten auf dem
Choraltar im St. Ursenmünster neben den Heiltümern des Gotteshauses
als Festzierde aufgestellt.
- Solothurnische Altertümerkommission, Inv. -Nr. 63 .
Literatur
- An Literatur über den vorliegenden Codex sind u. a. zu erwähnen
die ungedruckte Studie a. d. Jahre 1750 von B. F. Zurlauben, Dissertation
sur le Sacramentaire ou Missel du VIII siècle conservé à Soleure
dans le Trésor du Chapitre Royal de Saint-Urs;
- Aarau KB, Ms. Bibl. Zurl. 4 = Miscellanea Helveticae historiae 2,
f. 365r-377r (siehe G. E. Haller, Bibliothek der Schweizer Geschichte 3, 1786, 479
Nr. 1446) und die ebenfalls ungedruckte Untersuchung a. d. Zeit um
1880 von Fr. Fiala,
Analecta historica 9 (= Martyrologien und Kalendarien des
Mittelalters);
- ZBS, cod. S 141/9, f. 6-19;
- M. Gerbert, Monumenta
veteris liturgiae Alemannicae I (1777) Praefatio, C4-D2;
- G.-F. Chèvre, Un
manuscrit du X Siècle: Revue de la Suisse catholique 17 (1886)
440-446;
- P. Bloch, Der heilige
Pirminius und das Hornbacher Sakramentar zu Solothurn: Solothurner
Zeitung v. 7. November 1953/ Nr. 259;
- ders., Das Hornbacher Sakramentar und seine Stellung innerhalb der
frühen Reichenauer Buchmalerei = Basler Studien zur Kunstgeschichte
15 (1956) mit weiteren Literaturnachweisen.
- Ferner sind zu nennen: C. Nordenfalk, Die Buchmalerei: Die Malerei des frühen
Mittelalters (1957) 87-218 (besonders 199-200);
- R. Bauerreiß, Gab es
eine ,Reichenauer Malschule' um die Jahrtausendwende?: Studien und
Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens 68 (1957) 40-71,
speziell 48-49;
- Fr. Beyerle, Auf der
Spur reichenauischer Miniatoren: ZGO 105 (1957) 325-327;
- W.Messerer, Über
einen neuen Vorschlag zur Lokalisierung ottonischer Miniaturen:
Zeitschrift f. bayerische Landesgeschichte 22 (1959) 139-145,
besonders 142 Nr. 35;
- Codex Egberti der Stadtbibliothek Trier. Textband von H. Schiel (1960) 60,67-69,
84 und 96;
- Das Sakramentar ist kurz erwähnt, z. B. bei Schmidlin I, 164;
- O. Feger, Geschichte
des Bodenseeraumes I (1956) 217.