Wil, Dominikanerinnenkloster St. Katharina, Konventsbuch
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Mengis Simone, Schreibende Frauen um 1500. Scriptorium und Bibliothek des Dominikanerinnenklosters St. Katharina St. Gallen (Scrinium Friburgense 28), [erscheint] Berlin/New York 2012.

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Titolo del codice: Konventsbuch [früher: Chronik]
Datazione: Datierung ca. 1481/82-1528
Segnatura precedente: Chronik
Supporto materiale: Papier.
Wasserzeichen mehrheitlich die bereits aus anderen Katharinen-Hss. bekannten: Die charakteristischen OK in verschiedenen Varianten, darunter der OK mit Augen u. Nüstern, mit Stange und Z, z. B. f. 3, wie in Codd. 363 u. 1916 (s. dort; hier das rechte Auge höher sitzend, das rechte Ohr nach unten hängend, die rechte Wange eingedrückt); f. 4 mitra-ähnliche Marke (wie in Codd. 363, 406, 1916, siehe dort); f. 19 ff. kleine Krone Cod. 1066, f. IIII-xlii, siehe dort); f. 106ff. Frauenkopf, wie im Urbar-Registerheft (s. dort).
Aus anderen Katharinen-Hss. nicht bekannte Wasserzeichen: ein kleiner, etwas unförmiger OK mit kleinen Augen, kleinen, runden Ohren und schmalen, sehr flach und weit auseinandergebogenen Hörnern f. 66-69, recht gut sichtbar f. 67, entfernt ähnlich Piccard, Wasserzeichen II/2 (1966), Abt. VII, Nr. 226 (Basel, Strassburg 1489), nur dass dieses Modell als Beizeichen Stange mit Stern hat (hier ev. das Beizeichen nicht sichtbar?), nicht bei Briquet; des weiteren f. 135 Kelch, sehr gut sichtbar f. 155 u. f. 167, sehr ähnlich Briquet, Filigranes II (1907), Nr. 4546 (u. a. Sitten 1490, Luzern 1492, Freiburg i. Br. 1494); gegen Schluss noch eine grosse Krone, f. 175 der untere, f. 180 der obere Teil, nie ganz sichtbar.
Dimensioni: 187 fol.
Formato: 29 (28, 5) x 21,5 (21)
Composizione dei fascicoli: II[1]-4, VIII[5]-20, VI21-32, VII33-46, X47-66, VIII68-82, IV83-90, VIII91-106, IV107-114, dann vermutl. III[+1]115-121, IV122-129, f. 130-134 unklar: II[+1?] oder III[-1?]?, III140-145, VIII135-150, IX[+1]151-169, IX[+1]170-187. VD u. HD Spiegelbl. Pap., vorne u. hinten je ein pap. Schmutzbl., vorne zusätzlich die bischöfliche Rückgabeerklärung eingebunden (nach dem Schmutzbl.).
Tipo di scrittura e mani:
Legatura: Einband neu: Karton, mit schwarzer Leinwand (Kunstleder?) überzogen, keine Schliessen.
Contenuto:
In der Chronik finden sich Berichte und Notizen aus den verschiedensten Bereichen der zeitgenössischen Konventsgeschichte: Die Anlagehand der Angela Varnbühler setzt (ex post) ein mit ihrer Wahl zur Priorin 1476, und fährt fort mit einem Verzeichnis der Konventualinnen sowie mit Berichten von der Durchführung der ersten Schritte zur Reformierung des Klosters. Die weiteren Einträge, in chronologischer Abfolge, betreffen die verschiedensten Begebenheiten aus dem alltäglichen Konventsleben: Eintritte von Novizinnen und deren spätere Profess; Todesnachrichten (von Konventualinnen, Angehörigen und Freunden); Stiftungen (von Jahrzeiten und Zinsen) und Schenkungen; Bücherherstellung im Scriptorium; Ökonomie des Klosters (Jahresrechnungen der Schaffnerin, Verwaltung, Landerwerb (Äcker, Wald, Rebberge)); Aus- und Umbau sowie künstlerische Ausstattung der Klostergebäude; zeitgenössische Geschehnisse aus der Kloster- und Ordensgeschichte - sogar das Ereignis der Sonnenfinsternis im Jahre 1485 hat mit einem Eintrag der Priorin Eingang in die Chronik gefunden (f. 45r).

P. Pius Kolb, St. Galler Stiftsbibliothekar im 18. Jh., nannte die Hs. “Hausbuch der Angela Varnbühler”; Lehmann sprach von der ”Hauschronik“, seit Vogler heisst sie nur noch “Chronik”; Rüther/Schiewer bezeichnen sie als “Reformchronik”. In der Hs. selbst findet sich kein dem heute gebräuchlichen Titel “Chronik” entsprechender Eintrag von zeitgenössischer Hand; auch in den Bücherverzeichnissen von 1484 und 1507 ist die Hs. nicht explizit genannt. Dasselbe gilt für das sog. “Schwesternbuch”.

Zur Abfassungszeit der Chronik vgl. ibid. f. [5]v: in einem eigenhändigen Eintrag berichtet A'V' u. a. von der Verwundung der Subpriorin Ursula Eberli in den Tumulten anlässlich des Beginns der gemaind im Jahr 1459; jedoch habe Ursula Eberli danach noch xxij Jahre gelebt; daraus ergibt sich als Todesjahr für U'E' 1481; d. h. die Chronik kann nicht vor 1481 angelegt worden sein, daher Beginn der Eintragungen vermutlich 1481/82: Vorne ist ein Binio (f. [I]-4) eingeheftet, leer bis auf f. [I]r, mit der Jahresrechnung der Schaffnerin zum Jahr 1481. Die ersten "gebundenen" Einträge erfolgten demnach ex post: Auf die autobiographischen Einträge der A'V' und das Konventsverzeichnis (f. 6r-v) folgen f. 7r-v Einträge zu Land- und Walderwerb (datiert ins Jahr 1476), sodann die Jahresrechnung der Schaffnerin zum Jahr 1477 sowie Eintritte von Novizinnen im selben Jahr. Die WZ (s. u.) lassen keine exakte Datierung, nur eine ungefähre chronologische Einordnung (in die 1480er Jahre) zu.
Bibliografia:
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