Dokumente: 59, angezeigt: 1 - 50

Alle Bibliotheken und Sammlungen

Preview Page
Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettF 10
Pergament · 127 ff. · 29-29.5 x 19.5-20 cm · zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts
Evangeliare OCist

Die „Evangelia ad Missas“ genannte Handschrift enthält die Evangelienlesungen der Messe im Jahreslauf nach der zisterziensischen Liturgie. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts geschrieben und ist damit älter als das 1227 gegründete Zisterzienserkloster Wettingen. Nicht bekannt ist, in welchem Kloster sie geschrieben und mit mehrfarbig ausgeführten Rankeninitialen ausgestattet wurde. (gam)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettQ 3
Pergament · 128 ff. · 22 x 17.5 cm · drittes Viertel des 13. Jahrhunderts
Collectarius OCist („Collectaneum“)

Der zisterziensische Collectarius stammt aus dem dritten Viertel des 13. Jahrhunderts. Er enthält liturgische Gebete für das ganze Jahr. Der Entstehungsort der Handschrift ist unbekannt; aus mehreren historischen Notizen geht hervor, dass sie früh in Wettingen verwendet wurde. Im Kalendar sind Gedenktage für die Klosterstifter eingetragen und die kurzen Notae dedicationum Wettingenses berichten von der Gründung und der Ausstattung des Klosters. (gam)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettQ 4
Pergament · 486 pp. · 17 x 12.5 cm · erstes Viertel des 14. Jahrhunderts
Breviarium OCist

Das umfangreiche Brevier verzeichnet die Texte für das Stundengebet im Zisterzienserorden durch das ganze Kirchenjahr. Der Heiligenkalender wie auch die Festgrade entsprechen dem Stand des letzten Drittels des 13. Jahrhunderts. Aufgrund der Schrift lässt sich das Brevier ins frühe 14. Jahrhundert datieren. Unklar bleibt, seit wann die Handschrift im Kloster Wettingen in Gebrauch war. (gam)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettQ 5
Pergament · 115 ff. · 19 x 14 cm · zweites Drittel des 13. Jahrhunderts
Consuetudines OCist

Die zisterziensischen Consuetudines aus dem mittleren Drittel des 13. Jahrhunderts umfassen die grundlegende Carta caritatis und massgebliche Usanzen für den Gottesdienst, für das Leben der Laienbrüder, für das Generalkapitel und für weitere Bereiche bis hin zur Setzung von Akzenten in den Handschriften. Beteiligt waren mehrere Schreiber. Noch im 13. Jahrhundert trug ein weiterer Schreiber auf unbeschriebenen Seiten medizinische Rezepte in deutscher Sprache ein. (gam)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettQ 6
Pergament · 34 ff. · 18.5 x 13.5 cm · letztes Drittel des 15. Jahrhunderts; 16. Jahrhundert
Pontificale OCist

Im zisterziensischen Pontifikale für den Abt aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts sind verschiedene Benediktionen und liturgische Formulare zur Weihe von Mönchen und Nonnen und zur Einsetzung einer Äbtissin zusammengestellt. In den Formularen für Weihen in zisterziensischen Frauenklöstern sind die Texte teilweise in deutscher Sprache abgefasst. (gam)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Basel, Pharmaziemuseum der Universität Basel, Cod. H154
Pergament · 71 ff. · 23.8 x 16.2 cm · 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts
Abschrift des Antidotarium Nicolai

Die Pergamenthandschrift stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Auf 72 Blatt sind rund 300 Arzneirezepte samt Hinweisen zur Herstellung, Anwendung und Wirkung der Arzneien beschrieben. Der Text orientiert sich am Antidotarium des Nicolò Perposito aus der medizinischen Schule von Salerno. Grundsätzlich verfügt die Handschrift über eine schlichte Textgestaltung. Einige kleine Initialen in roter und blauer Tinte, teils mit Verzierungen, schmücken das Textbild. Aus Beilagen lässt sich vermuten, dass Herr Ludwig Bertalot (1884-1960) wahrscheinlich als Vorbesitzer der Handschrift in Frage kommt. Das Pharmaziemuseum konnte die Handschrift 2017 in Daniel Thiersteins Buchantiquariat in Biel kaufen. 2019/2020 restaurierte Friederike Hennig die Handschrift in Basel. (wan)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Basel, Universitätsbibliothek, A XI 72
Papier · 184 ff. · 14.5 x 10.5 cm · 15. Jahrhundert
Sammelband (Theologie)

Die einfach ausgestattete Sammelhandschrift stammt aus der Basler Kartause. Sie wurde geschrieben von verschiedenen Händen des 15. Jahrhunderts. Die Handschrift enthält eine Miniatur, von einer zweiten sind auf einer herausgerissenen Seite nur noch Reste zu erkennen. An zwei Stellen sind dem Text Musiknoten beigegeben. Die Texte, die der Band versammelt, sind fast ausschliesslich Gebete. Die meisten sind recht kurz, manchmal nehmen sie nicht mehr als eine halbe Seite in der ohnehin schon kleinformatigen Handschrift ein. Einige Gebete sind in Prosa, andere in Versen. (fis)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Basel, Universitätsbibliothek, B XI 9
Pergament · 263 ff. · 11.5 x 9 cm · 1478
Meditationes de sanctis mulieribus virginibusque

Die kleinformatige Pergamenthandschrift stammt aus der Kartause Basel, wo sie im Jahr 1478 vom Schreiber Johannes Gipsmüller fertiggestellt wurde. Die zahlreichen Andachtstexte zu verschiedenen weiblichen Heiligen sind weitgehend anonym überliefert, einige – wie die zu Margareta, der Patronin der Basler Kartause – können wahrscheinlich Heinrich Arnoldi zugeschrieben werden. Verziert ist der Codex mit ganzseitigen Abbildungen von im Text behandelten Heiligen sowie zahlreichen Initialen, letztere in ganz unterschiedlichen Stilen. (mue)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Chur, Staatsarchiv Graubünden, B 1
Papier · 191 ff. · 20.5 x 14 cm · Raum der Diözese Konstanz · Ende 15. Jh.
Lucidarius, Konstanzer Weltchronik und Zürcher Chronik aus dem 15. Jahrhundert

Die Handschrift enthält drei verschiedene Texte: Der deutsche Lucidarius (1r-32v), ein Lehrdialog zwischen Meister und Schüler, ist ein um 1190 entstandenes mittelhochdeutsches Prosawerk, das das zeitgenössische theologische und naturwissenschaftliche Wissen seiner Zeit darstellt. Die Konstanzer Weltchronik (117r-150v) ist ein knappes wohl im 14. Jh. in Konstanz entstandenes universalhistorisches Kompendium. Die Zürcher Chronik (153r-191r), deren älteste Redaktion im 14. Jh. entstand, gehört zur Gattung der deutschen Städtechroniken des Spätmittelalters. Die Handschrift entstand im Raum der Diözese Konstanz. Der ursprüngliche Besitzer war ein nicht näher identifizierter Hans von Endiner. Im 18. Jh. war die Handschrift in Besitz von Georg Litzel, Ulmer Theologe und Philologe. Wie sie den Weg nach Chur gefunden hat, ist unbekannt. (dec)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 24
Pergament · 25 ff. · 27.5 x 17.5 cm · Cod.: 1910-1916; Fragm.: Ende 4.-7. Jahrhundert (obere Schrift)
Fragmente aus dem Einband einer syrischen Handschrift aus Harput

Der vorliegende Band aus 25 Blättern wurde zwischen 1910-1916 hergestellt, um acht Fragmente aus fünf griechischen Pergamenthandschriften zu bewahren. Die Fragmente, beinahe alle Palimpseste, waren um 1896 im Einband eines unidentifizierten syrischen Evangeliums aus Harput (Anatolien) gefunden worden. A: Fragm. 1-2 (4. Jh. ex / 7. Jh. in): Teile des Kap. 15 der Didascalia apostolorum; B: Fragm. 3-4 (6. Jh.): Teile der Kap. 3-4 des Briefes von Paulus an Timotheus; C: Fragm. 5, in äusserst schlechtem Konservierungszustand: Inhalt und Datierung unbekannt; D: Fragm. 6 (7. Jh.): Teile des Prologes und Anfang der Scholien von Buch 24 der Ilias; E: Fragm. 7-8 (7. Jh.): Teile der Psalmen 108, 114 und 115. Der Inhalt der unteren Schriften der Palimpseste ist nicht bekannt und nicht datiert. (and)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 118
Papier · II + 94 ff. · 32.9 x 22.5 cm · Region Basel · gegen 1520-1530?
De rebus bellicis und Notitia dignitatum

Die zwei Texte, De rebus bellicis (ff. 5r-17v) und Notitia dignitatum (ff. 19r-94r), die in dieser Handschrift vereint sind, gehen bis auf die Antike zurück. Das erste Werk präsentiert die Kriegsmaschinen, welche die römische Armee benutzte, im zweiten Text wird die spätrömische militärische Organisation im West- sowie im Ostreich dargestellt. Sie wurden von Anfang an, vom Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts, mit Illustrationen konzipiert, deren älteste bekannte Kopie, die auf das Ende des 9. bis Anfang des 10. Jahrhunderts zurückgeht, in der Bibliothek des Speyerer Doms aufbewahrt wurde (heute ist von dieser Kopie nur noch ein einzelnes Blatt übrig). Das Speyerer Exemplar wurde 1436 vom Kardinal Pietro Donato ausgeliehen, als er sich am Konzil zu Basel befand, wo mindestens zwei Kopien davon hergestellt wurden, die von Péronet Lamy illuminiert wurden (Oxford, Bodleian Library, Ms. Canon. Misc. 378; Paris, BnF, lat. 9661). Die Handschrift der Fondation Bodmer ist eine neuere Abschrift dieser Kopien, die weniger als ein Jahrhundert später angefertigt wurde. Möglicherweise wurde sie für die Edition dieser beiden Texte (inklusive Bilder) benutzt, die Sigismundus Gelenius 1552 bei Froben in Basel herausgab. (rou)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 12
Pergament · XV + 278 ff. · 26.4 x 19.6 cm · 21. Juni 1407
Nicolaus Bertrucius: Collectorium in parte practica medicinae

Die von Heinricus Tierli (wahrscheinlich identisch mit Heinricus Tierlin, Schaffner in Schuttern und Prokurator in Freiburg im Breisgau) verfasste Handschrift kann mit Hilfe des Explicit (f. 278vb) auf den 21. Juni 1407 datiert werden. Der Haupttext (ff. 1r-278v) wird eingeleitet mit Incipit Collectorium Bertrucii in parte practica medicine [...] (ff. V1r-V14r). Anschliessend folgen: Tabula primi libri (ff. V14r-V14v), Tituli secunde sectionis (ff. V14v-V15r), Tituli tercie sectionis (ff. V15r-V15v) und Tituli quarto sectionis (f. V15v). Titel und Textüberschriften wurden in Rot gehalten sowie einzelne Initialen in Blau oder Rot. Die Handschrift hat einen zeitgenössischen Ledereinband, Metallschliessen und einen im Jahr 1978 restaurierten Einbandrücken. Eine beschnittene mittelalterliche Urkunde (siehe hinteres Spiegelblatt) wurde eingebunden. Folgende Besitzeinträge sind zu finden: Hic liber pertinet Leonhardo hemerly de constancia (f. 278vb), Sum Bernhardi Stoppelij M[edicinae] Doctoris (von einer Hand des 17. Jahrhunderts, f. V1r) und Magister petrus hemmerlis (ursprüngliches, nicht mehr vorhandenes, vorderes Spiegelblatt). (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 39
Pergament · A, B + 90 + H-Z ff. · 27.3 x 19.7 cm · Italien, Rom · 1464-1471
Nicolaus Cusa: Cribratio Alcorani und Contra Bohemos

Die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstandene einspaltige Handschrift wurde von einem Schreiber sehr sorgfältig in einer humanistischen Minuskel verfasst. Im Werk enthalten sind die zwei Texte Cribratio Alcorani (ff. 1r-70r) und Contra Bohemos (ff. 70v-90r) von Kardinal Nikolaus von Kues (1401-1464). Er versuchte mit Cribratio Alcorani eine präzise philologische und historische Untersuchung des Korans vorzunehmen und setzte sich in Contra Bohemos mit dem Hussitentum auseinander. Die Titelseite (f. 1r) ist mit bianchi girari (Weissrankenornamenten) geschmückt. Zwei Medaillons mit Wappenschildern sind in der Bordüre integriert. Die Wappen zeigen einen weissen Löwen auf blauem Hintergrund und werden mit den päpstlichen Insignien gekrönt. Das Wappen kann Papst Paul II. (Pietro Barbo, 1464-1471) zugeordnet werden, was zeigt, dass die Handschrift im Auftrag des Papstes oder zumindest unter seinem Pontifikat entstanden ist. Die jeweiligen Anfangsinitialen sind golden mit einem Hintergrund in Blau und Grün. Einzelne Initialen wurden stärker hervorgehoben und eine dem Titelblatt entsprechend mit Weissrankenornamenten geschmückt. Der mit Pflanzenornamenten, Medaillons und Heiligendarstellungen reich verzierte Einband der Handschrift stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das zentrale Medaillon auf der Vorderseite zeigt Maria mit dem Jesuskind. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 48
Papier · A + 217 ff. · 31.8 x 22.5 cm · 1475
Gebetbuch

Das Gebetbuch ist im Jahre 1475 (f. 217v) entstanden. Der Entstehungsort ist unbekannt. Eingeleitet wird der Text mit dem Incipit Diss büchlin ist von anis und zwantzig festen und von sextechen hochziten die durch das gantz jahr begangen werdent [...] (f. 1r). Die Initialen und das Incipit wurden in Rot hervorgehoben. Ansonsten kommt der Text schmucklos daher und wurde gesamthaft von einer Haupthand einspaltig in brauner Tinte verfasst. In zahlreichen Lagenmitten wurden Fälze eingebunden, die aus einem Missale (geschrieben in einer Textualis) aus dem 14. Jahrhundert stammen. Der zeitgleich zur Handschrift entstandene Ledereinband wurde mit diagonal angeordneten Streicheisenlinien und Ornamentstempeln verziert. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 59
Pergament · A-F + 222 ff. · 22.7 x 17.6 cm · 1390; 21. März 1391
Opera Gregorii Magni

Die einspaltige Handschrift wurde von einer sorgfältigen Hand aus dem 14. Jahrhundert geschrieben. Der Band enthält Omelie (ff. 1r-103r), Dialogi (ff. 103v-170r) und Liber pastoralis (ff. 172r-219v) von Papst Gregor I. (542-604). Die Überschriften wurden mit Rot verfasst und die Handschrift weist auf f. 103r und 172r rot verzierte Initialen auf. Zudem wurde der Haupttext der Handschrift durch diverse Annotationen einer etwas späteren Hand ergänzt. Datiert werden kann die Handschrift mit Hilfe verschiedener Einträge auf f. 103r. Die Haupthand schrieb Expliciunt omelie sancti Gregorij pape. Anno Nonagesimo. Zwei weitere Hände vermerkten über dem Haupttext domini 130° und daneben 1390. Auf f. 219 notierte die Haupthand zudem Explicit Pastorale beati Gregorij pape Etc. Anno Millesimo ccc°. Nonagesimo primo. Finitus est liber iste in die s. Benedicti. Auf derselben Seite befindet sich überdies ein erster Besitzvermerk Iste liber est domus throni sancte trinitatis in pletriach, der auf die Kartause Pletriach in Slowenien verweist. In die Kantonsbibliothek Thurgau kam der Band über die Kartause Ittingen (Besitzvermerk des 18. Jahrhunderts auf f. 1r). Der weisse Platteneinband mit zwei Schliessen stammt aus dem Jahr 1553 (Datierung im Motiv von Esaia zu finden). Genau wie bei der Handschrift Y 39 weist auch dieser Einband Pflanzenornamente und Heiligenabbildungen auf. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 62
Papier · I + 254 ff. · 30 x 20.7 cm · 1394
Sammelband scholastischen Inhalts

Im Sammelband aus dem Jahre 1394 ist ein Extrakt des Super libros sapientie (ff. 1r-192r) von Robertus Holcot (ca. 1290-1349) enthalten. Zudem ist auf f. 1r ein Besitzvermerk Jste liber est h. wahter prespiteri et detur filijs fratris mei (et johanni . heinrici von einer anderen Hand) in remedium anime mee zu finden, der Heinrich Wachter (Priester) als Besitzer nennt. Geschrieben wurde die einspaltige Handschrift in einer Kursive von zwei verschiedenen Händen. Heinrich Wachter eindeutig zugeordnet werden können ff. 1r-86v. Die ff. 87r-192r wurden von einer unbekannten zweiten Hand verfasst. Der Rest des Sammelbandes kann ebenfalls, wenn auch nicht ganz eindeutig, den beiden zuvor genannten Händen zugeschrieben werden. Die Spiegel, das Vorsatzblatt und die Fälze stammen aus einem Namensregister, vielleicht aus einer Kanzlei. Der Holzledereinband ist zeitgenössisch. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 74
Papier · II + 162 pp. · 20.5 x 15.3 cm · St. Katharinental · 1. Drittel 15. Jahrhundert
St. Katharinentaler Schwesternbuch

Das Schwesternbuch von St. Katharinental ist im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts in Katharinental bei Diessenhofen entstanden. Es gehört zur Gattung der klösterlichen Vitenliteratur und enthält die Lebensgeschichten und die darin enthaltenen Gnadenerfahrungen von 58 Klosterbewohnerinnen. Der Einband wurde von Antonia Bögin bzw. Botzin (Archivarin, † 1763) aus Kaufbeuren folgendermassen beschriftet: Lebensbeschreibung viler in allhiessigem gottshauss heylig-mässig gelebter closter-jungfrawen. Von späterer Hand sind ebenso das Inhaltsverzeichnis auf dem vorderen Spiegelblatt, die Kapitelüberschriften mit den Namen der im Schwesternbuch vorkommenden Konventualinnen von St. Katharinental und eine Zählung der Nonnenviten an den Blatträndern. Geschrieben wurde die zweispaltige Handschrift von zwei verschiedenen Händen. Die Haupthand (S. 1a-144a) schrieb die Nonnenviten sowie ein Gebet. Ein weiteres Gebet (S. 144b-154a) stammt von der zweiten Hand. Der Pergamenteinband mit Schliessbändern stammt aus dem 18. Jahrhundert. Dem vorderen Vorsatzblatt kann zudem ein Besitzvermerk entnommen werden: diss buoch ist schwester Margreten von Ulm († 1583) closterfrow in Sankt Kattrinen thal by Diessenhofen. Für das Jahr 1720 ist auf S. 104 Schwester Antonia vermutlich als neue Besitzerin des Schwesternbuches eingetragen. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 128a
Papier · A + 82 + Y, Z ff. · 30.7 x 22.8 cm · Überlingen · 4. Nov. 1495
Sammelband homiletischen Inhalts

Entstanden ist der Sammelband homiletischen Inhalts 1495 in Überlingen. Dem Explicit kann nicht nur der Entstehungsort der Handschrift, opido ùberlingen, sondern auch der Name ihres Schreibers – scribebat Stephanus hamgarter nomen –, Stephanus Hamgarter von Stein (ehemaliger Pfarrhelfer in Seefelden bei Überlingen), entnommen werden (f. 38vb). Im Sammelband enthalten sind die Sermones dominicales de tempore (ff. 1ra-38vb) von Peregrinus de Oppeln (ca. 1260-1335), ein Sermo de passione domini (ff. 59ra-66va) und weitere Predigten (ff. 66va-82v). Der Band wurde 1965 von Hans Heiland und Sohn restauriert und mit einem neuen, grünen Ledereinband ausgestattet. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 131
Pergament · 190 ff. · 37.7 x 29 cm · Fischingen? · 10. Dez. 1498
Psalterium feriatum ad usum ecclesiae Fischingensis

Dem Kolophon (Finitus est liber Iste feria secunda Post festum Concepcionis virginis Marie. Anno domini 1498. Per fratrem iohannem Coci Conuentualem huius monastery. Iiij ydus decembris Laus deo, f. 186r) kann entnommen werden, dass der Psalter von Johannes Koch (erscheint im Fischinger Jahrzeitbuch sowie urkundlich zwischen 1498 und 1514, Pfarrer in Bichelsee (TG) ab 1483) geschrieben und im Jahr 1498 beendet wurde. Auffallend ist, dass die Schrift auf ff. 98r-110r von einer späteren Hand mit schwarzer Tinte nachgezogen wurde. Die Papierseiten mit einer Hymne (ff. 187r-188v) wurden wahrscheinlich erst nachträglich eingebunden. Die Notenseiten zeigen Corpora von 5 roten Linien mit Hufnagelnotation. Zudem besitzt die Handschrift einen einfachen roten Titel (f. 1r): Incipit psalterium in nomine domini. Anschliessend folgt direkt die Ferialangabe. Überschriften wurden ebenfalls in Rot gehalten. Im Vorder- und Rückdeckel gibt es zudem noch einen Abklatsch der einst vorhandenen Spiegelblätter. Der zeitgenössische gelbe Ledereinband mit Renaissancepressmuster aus dem 15. bzw. 16. Jahrhundert hat zwei Schliessen und Eckbeschläge. Zudem gibt es auf dem Vorderdeckel die unverkennbar auf das Benediktinerkonvent Fischingen hinweisende Papieretikette aus dem 18. Jahrhundert mit der Signatur C:XV. S:13. Notat: 10. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 156
Pergament · A + 106 + Z ff. · 23 x 17 cm · 1418?
Wilhelm von Tocco: Das Lesen [!] Sant Thomas von Aquino

Das in deutscher Sprache geschriebene Werk enthält das Leben des Thomas von Aquin, verfasst von Wilhelm von Tocco (1240-1323). Auf f. 106v findet sich überdies ein Vermerk zum Schreiber und zur möglichen Auftraggeberin des Werkes: Dis buoch hat ze tùtsche bracht gemachet vnd geschriben pfaff Eberhard von Rapreswil kilcherr zu Jonen (Nachtrag anno 1418 von einer Hand aus dem 16. oder 17. Jahrhundert). Dem sol Got vnsri frow sant Thoman der heilig lerer vnd die erwirdig frow die Stoeklerin ze Toess wol lonen. Diesem Eintrag nach geht die Hand des 15. Jahrhunderts auf Eberhard von Rapperswil zurück. Er war Pfarrer in Jona im Kanton St. Gallen. Als Auftraggeberin gilt die Klosterfrau Stöklerin aus Töss (wahrscheinlich Elsbeth Stükler). Damit gehört das Werk zu den wenigen deutschen Übersetzungen vom Leben des Thomas von Aquin. Einzelne Initialen wurden nicht nur rot hervorgehoben, sondern ebenfalls ornamental verziert. Die Handschrift hat einen himbeerroten Ledereinband mit Schliessen, der im 20. Jahrhundert restauriert wurde. Die losgelösten Spiegelblätter vorne und hinten stammen aus einer neumierten Handschrift (wahrscheinlich ein Kyriale) des 13. Jahrhunderts. In der Handschrift sind zwei Besitzvermerke eingetragen: Dijs buoch ist erhart blarer von Wartensee zuo Kemten, guothsher zuo kemtem vnd zuo Werdeg (f. 106v) und Monasterij apud D.[ivam] Yddam in Visch.[ingen] (f. 1r). Dementsprechend gehörte die Handschrift Fürstabt Johann Erhard Blarer von Wartensee in Kempten, dessen Wirkungsdaten für 1587-1594 belegt sind und ging anschliessend in den Besitz des Klosters Fischingen über. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 222
Papier · A + 163 + Z ff. · 26.2 x 20.2 cm · Italien? · 20. Dez. 1453
Marcus Tullius Cicero: Liber officiorum

Die einspaltige Papierhandschrift ist auf den 20. Dezember 1453 datiert (f. 163r). Geschrieben wurde das Liber officiorum von einer Haupthand, die in der gesamten Handschrift ebenfalls rote Marginalien angebracht hat. Für die Interlinearglossen, weitere Marginalien und rote Handweiser ist eine zweite Hand verantwortlich. Kapitelüberschriften und Lombarden wurden durchgängig in Rot gehalten. Die drei Teile des Werkes werden jeweils durch eine Initiale mit figürlichem Inhalt eingeleitet (f. 1r, 69r, 112v). Fol. 1r wurde zusätzlich noch mit einem Rahmen aus Pflanzenornamenten geschmückt. Das Exlibris im vorderen Spiegel stellt uns den aus Frauenfeld stammenden Georg Alfred Kappeler (1839-1916, Theologe und Pfarrer) als Besitzer der Papierhandschrift vor. Die Familie Kappeler ist nachweislich seit 1443 in Frauenfeld ansässig. Durch ihre einflussreichen Tätigkeiten wie Statthalter, Lehrer oder Pfarrer gehörte die Familie Kappeler im 19. Jahrhundert zum Bildungsbürgertum, dem auch Georg Alfred Kappeler angehörte. Das Erbe von Georg Alfred Kappeler lebt durch einige wertvolle Handschriften und Drucke noch heute in der Kantonsbibliothek Thurgau weiter. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 235
Papier · A + 190 + Z ff. · 30.5 x 22.5 cm · Ittingen? · 1490
Johannes Algrinus de Abbatisvilla: Tractatus super epistolas dominicales et ewangelia a pentecostes vsque ad aduentum domini, secunda pars

Die am Ende des 15. Jahrhunderts entstandene Handschrift gehört zu den frühesten Werken des Bestandes der Karthäuserbibliothek Ittingen. Als Schreiber der Handschrift (mit Ausnahme von ff. 179r-180v) gilt Jacobus Saurer von Blaubeuren (gestorben 1514): […] Jacobum Sënger alias Säurer propria ipsius manu conscriptus. Die zweispaltige Papierhandschrift beinhaltet das Tractatus super epistolas dominicales des französischen Scholastikers Johannes Algrinus de Abbatisvilla und seine Einträge zu den Pfingstevangelien. Der Text ist sehr gleichmässig und in einer sorgfältigen Kurrent geschrieben. Der braune Holzledereinband mit Schliessen ist zeitgenössisch und wurde mit Streicheisenlinien und ornamentalen Stempeln geschmückt (Sterne und Blattornamente). (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 237
Papier · A + 342 + Z ff. · 30 x 22.5 cm · Rottweil · 1431-1448; 12. Dez. 1471
Breviarium constantiensis dioecesis

Das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstandene Brevier beinhaltet Texte für die Feier des Stundengebets. Besitzer der Handschrift ist Niklaus Hass (Primissarius in Allenbach): Iste liber pertinent Nicolao Hass primissario in Allenspach (f. 1r). Wahrscheinlich ist die Papierhandschrift wegen der guten Beziehungen des Kreuzlinger Stiftes zum Konstanzer Kapitel nach Kreuzlingen gelangt. Geschrieben wurde das zweispaltige Brevier von sechs verschiedenen Händen, wobei diejenige von Nikolaus Marschalk (gestorben 1448, Kustos und Chorherr des Stiftes zu St. Johann in Konstanz, siehe Eintrag auf f. 1r) als Haupthand (ff. 33ra-287vb, 290ra-303ra, 310ra-340rb und 342r) genannt werden kann. Eine zweite Hand ist die Anlagehand des Kalendars und des Brevieranfangs (ff. 1r-8r, 12r-28vb und 309r-309v). Weitere Einträge stammen von vier zusätzlichen Händen (dritte Hand: ff. 28vb-32ra, vierte Hand: ff. 288r-289v, fünfte Hand: ff. 303ra-304rb, sechste Hand: ff. 305ra-308rb). Verfasst wurde die Handschrift in einer Kurrent. Auffallend ist der zeitgenössische Holzledereinband mit einer Schliesse und Messingbuckeln. Das Kreuzlinger Wappen wurde als Supralibros erst nachträglich auf der Vorderseite eingetrieben. (glo)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Fribourg/Freiburg, Bibliothèque cantonale et universitaire/Kantons- und Universitätsbibliothek, Ms. L 2057
Pergament · 264 ff. · 37 x 31 cm · Damaskus · 1495
Samaritanischer Pentateuch

Diese Handschrift enthält den Pentateuch, die ersten fünf Bücher der Bibel. Die Gemeinschaft der Samaritaner, eine israelitische Gemeinde, die heute noch im Westjordan und in der israelischen Stadt Cholon lebt, anerkennt nur diese fünf Bücher als heilige Schrift. Der hebräische Text ist in samaritanischen Schriftzeichen verfasst und weist verschiedene Kryptogramme auf. In einem davon steht der Name des Kopisten, Ya’akov ben Yossef ben Meshalma, der seine Arbeit im Jahr 901 der Hedschra (1495 n. Chr.) in Damaskus beendete. Einige Seiten dieser gepflegten Handschrift haben Schmutzflecken (z.B. f. 132r, 170r), die durch ein besonderes Ritual verursacht wurden, während dem das Pergament mit der blossen Hand berührt wird. Die Herkunftsgeschichte dieser Handschrift ist zum Teil unbekannt: Sie wurde 1902 in Kairo verkauft und tauchte erst im Jahr 2000 wieder in einer Privatsammlung auf, worauf die Kantonsbibliothek Freiburg sie erstand. (ber)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Fribourg/Freiburg, Couvent des Cordeliers/Franziskanerkloster, Ms. 137
Papier · 331 ff. · 13.5-14.5 x 10-10.5 cm · Freiburg (?); Strassburg · 1416, 1446 und Mitte des 15. Jahrhunderts
Exercitamenta; Sermones; Moralia; Aristotelica

Die Sammelhandschrift besteht aus vier Teilen, deren ältester auf 1416 datiert ist (Teil 2). Er enthält Predigten und weitere kurze Texte mit Bezug zur Seelsorge. Die Teile 3 und 4 gehörten ursprünglich dem Strassburger Mönch Johannes Rüeffel, der sie während des Studiums in England und 1446 in seiner Heimatstadt schrieb. Sie umfassen Einführungen in die scholastische Philosophie und Quästionen. Teil 1 mit französisch-lateinischen Übersetzungsübungen und anderen Schultexten dürfte um die Mitte des 15. Jahrhunderts im Umfeld von Freiburg i. Ue. entstanden sein. Zusammengestellt wurde der Band wohl von dem Guardian des Freiburger Franziskanerklosters Jean Joly. (fue)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Lausanne, Bibliothèque cantonale et universitaire - Lausanne, IS 5482
Papier · 167 ff. · 21.5 x 15.5 cm · wahrscheinlich französische Schweiz · Ende 15. Jh.
Das sogenannte „Manuscrit de besace“ von Jehan Farcy

Diese kleinformatige Handschrift mit Kopert-Einband fällt in die Kategorie der „livres de besace“: Sie enthält hauptsächlich eine Zusammenstellung medizinischer Texte (Guy de Chauliac, Jean Le Lièvre, Jean Jacme, Guillaume de Saliceto, anonyme Herbarien), die grösstenteils auf Mittelfranzösisch übersetzt wurden, ausserdem Kalender und Lieder. Die Haupthand schrieb in einer Schrift aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, dazu sind Anmerkungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert vorhanden. Sein erster bekannter Besitzer (genannt auf f. 9r) ist Jehan Farcy, der 1484 und 1496 in Lausanne als Bader bezeugt ist. Federproben und Wappen (Valangin und Aarberg, f. 57v) weisen ebenfalls auf einen regionalen Kontext hin. Auch das Pergament, aus dem der Einband hergestellt wurde, ist eine Wiederverwendung einer am 25. April 1448 im Waadtland erstellten Notariatsurkunde. 2006 erstand die Bibliothèque cantonale et universitaire - Lausanne diese Handschrift mit der Unterstützung privater Stiftungen. (anm)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Lausanne, Bibliothèque cantonale et universitaire - Lausanne, V 1762
Papier · 263 pp. · 21.4 x 15 cm · Frankreich oder französische Schweiz · 15. Jahrhundert
Petrarca, De vita solitaria

De vita solitaria ist eines der lateinischen Werke des berühmten italienischen Dichters Francesco Petrarca (1304-1374), der dieses im Jahr 1346 schrieb und in den folgenden Jahre mehrmals überarbeitete. In zwei Büchern wird das zurückgezogene, einsame, dem Studium und der Meditation gewidmete Leben gepriesen. Diese Papierhandschrift weist eine gewisse Eleganz auf, sowohl in der Seitengestaltung wie in den beiden Goldinitialen (S. 7, 103). Ihre Herkunft ist unbekannt, jedoch war sie vor 1892, als sie von der Bibliothek erstanden wurde, im Besitz der Chorherren von Lausanne und einer Notarenfamilie aus Muraz (Wallis). Der Einband bestand ursprünglich aus einer Reihe von Papierfragmenten aus dem 14. Jahrhundert, die in zahlreichen Schichten zusammengefügt wurden und später abgelöst und restauriert wurden. Bei einigen dieser Fragmente handelt es sich um päpstliche Privilegien, die an Mitglieder verschiedener französischer Diözesen adressiert sind, andere sind auf Italienisch aus der Toskana, und eines enthält einen hebräischen Text. (ber)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, A2445
Papier · 182 pp. · 34.9 x 21.1 cm · 1814
Historicum insignis Ecclesiae collegiatae Monasterii Grandis-Vallis

Dokument in zwei Teilen. Der erste Teil stammt von François Jacques Joseph Chariatte (1700-1765), Propst des Stiftes Moutier-Grandval, und erzählt die Geschichte der Abtei von Moutier-Grandval seit ihrer Entstehung im 7. Jahrhundert bis 1764 (S. 1-139). Die Handschrift wird 1814 vom Chorherren Jean Germain Fidèle Bajol, dem Neffen Chariattes, vollendet (S. 147-162). (rer)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, A2449
Papier · 72 pp. · 44 x 25.5 cm · 1748
Copie du Roole de la Prévôté de Moutier-Grandval, du 20e juillet 1652

Enthält Kopien von Verordnungen und Abkommen, die zwischen der Probstei Moutier-Grandval und verschiedenen Regionen der französischen Schweiz unterzeichnet wurden. (rer)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, A2467
Papier · 294 pp. · 21 x 17.6 cm · 1797?
Histoire chronologique du chapitre de Moutier-Grandval

In dieser auf französisch geschriebenen Handschrift wird von der Geschichte des Stiftes Moutier-Grandval berichtet: „où sont rapportés les événements les plus remarquables qui sont arrivés dans l’Evêché de Bâle depuis l’origine et fondation du monastère de M.G.V. jusqu'à nos jours”. Es folgt ein lateinischer Druck, „Pièces justificatives” (S. 103-220). Der Band enthält einen Index (S. N1-N4), und am Ende vier Seiten mit dem Titel: „Mémoire des liaisons helvétiques du chapitre de Moutier-Grand-Val” (S. N5-N8). Das Schriftstück wurde sehr wahrscheinlich von Jean Germain Fidèle Bajol geschrieben, der sich weitgehend von der lateinischen Handschrift Historicum insigni ecclesiae collegiatae Monasterii Grandis-Vallis von François Jacques Joseph Chariatte (s. A2445) hatte inspirieren lassen. (rer)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, A2494
Papier · 150 pp. · 21.1 x 25.5 cm · 1793
Receuil [sic] des droits, revenùs [sic] et coutumes du Chapitre de Moutier Grandval

Der erste Teil dieser Handschrift (S. V1-1_0135) enthält die von einem Inhaltsverzeichnis (S. V1-V2) eingeleitete Sammlung von Rechten, Einkommen und Bräuchen des Stiftes Moutier-Grandval. Es folgt ein „Extrait des protocoles du chapitre de Moutier Grand Val depuis l’an 1500 jusqu’en l’an 1788“ (S. 1_0138). (rer)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Porrentruy, Bibliothèque cantonale jurassienne, A2495
Papier · 560 pp. · 36.9 x 23.9 cm · um 1800
Recueil des matériaux et notes pour servir à l’histoire des ci-devant mère abbaye de Moutier-Grandval

Die Handschrift enthält eine topographische Beschreibung der Region von Moutier-Grandval, Dekrete, welche die politische Geschichte der Abtei Moutier-Grandval nachzeichnen, und vereinzelte Artikel über die Rolle der Propstei Saint-Ursanne. Der Text wurde auf Lateinisch geschrieben und in der zweiten Spalte auf französisch übersetzt. (rer)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Sion/Sitten, Archives de l'Etat du Valais/Staatsarchiv Wallis, AV 62/4
Pergament · I + 45 + II ff. · 33.5 x 29 cm · 23. Mai 1571
Statuten des Wallis

Die Statuten des Wallis oder Landrecht vom 23. Mai 1571 (Statuta et decreta inclitae patriae Vallesii noviter sedulo recognita, multis in loci aucta et in subsequentem ordinem redacta), die unter dem Episkopat von Hildebrand I. von Riedmatten verfasst wurden, repräsentieren die Kodifizierung alter Sitten sowie auch eines neuen Rechts für das Wallis, mit römischem Einfluss und fortan gültig für das gesamte Gebiet der Diözese Sitten. Gemäss Jean Graven, einem führenden Experten für altes Recht, sind diese Statuten „par leur valeur intrinsèque et par leur aspect, la pièce royale, l'honneur et le couronnement de notre législation valaisanne“. Das Dokument erhielt nach seiner Niederschrift zahlreiche Nachträge, Ergänzungen und Kommentare, die vom Walliser Landrat amtlich verabschiedet wurden. Eine umfassende Revision wurde erst 1780 durchgeführt. Dieses „kantonale“ Recht blieb während 200 Jahren gültig, bis zur schwierigen Phase beim Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert, ein Zeichen für seine ungewöhnliche Beständigkeit. Die Statuten des Wallis enthalten sowohl rein rechtliche (Verfahren, Organisation der Justiz, Stellung der Notare) wie auch strafrechtliche (Vergehen gegen den Staat, gegen den Glauben, gegen Individuen; Strafen und Bestrafungen) und zivilrechtliche Aspekte (Beziehungen zwischen Einzelpersonen, Familienrecht, Verpflichtungen, Vermögen, Erbschaft). Die neun Wachssiegel, die in Metallschachteln aufbewahrt werden, sind die Autoritätssymbole der sieben Zenden (Teilgebiete der Grafschaft Wallis), des Bischofs und des Domkapitels von Sitten. (ren)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Sion/Sitten, Archives de l'Etat du Valais/Staatsarchiv Wallis, AVL 506
Pergament · III + 147 + IV ff. · 49.5 x 34 cm · Norditalien ( ?) · Ende des 15. Jahrhunderts
Franziskanisches Graduale (Sanctorale)

Dieses eindrucksvolle Graduale enthält das Sanctorale, das Commune Sanctorum, Votivmessen und ein Kyriale. Die eingetragenen Feste für die zwei Heiligen Franziskus von Assisi und Antonius von Padua, die wichtigsten Heiligen der Franziskaner, beweisen, dass es für den Gebrauch der Minderbrüder bestimmt ist. Auch die erste der acht verzierten Initialen (f. 1r, 7v, 29r, 32r, 34v, 43r, 46v, 121v) bestätigt den franziskanischen Gebrauch: Das D(ominus secus mare) enthält den Namen Jesu in Form des Trigrammes „yhs“ umringt von Sonnenstrahlen, welches das Attribut des franziskanischen Predigers und Heiligen Bernhardin von Siena (1388-1440) ist. Die schönen Initialen auf Goldgrund werden mit Blättern, mehrfarbigen Blüten und Goldperlenfächern in die Bordüren verlängert, zum Teil erscheinen auch Vögel und Schmetterlinge (f. 1r, 34v, 46v). Die Herkunft der Handschrift ist völlig unbekannt. Sie kann höchstens mit einer weiteren Handschrift aus dem Staatsarchiv Wallis verglichen werden, mit dem franziskanischen Antiphonar AVL 507, da beide Werke im 18. Jahrhundert in derselben Werkstatt gebunden wurden, was ein Indiz ihrer wahrscheinlich gemeinsamen Herkunft ist. Der Einband wurde seither von Andrea Giovannini restauriert (1989). (rou)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Sion/Sitten, Archives de l'Etat du Valais/Staatsarchiv Wallis, AVL 507
Pergament · 224 ff. · 49.5 x 36 cm · Italien (Emilia-Romagna?) · Ende des 13. Jahrhunderts
Antiphonarium fratrum minorum (temporale, pars hiemalis)

Dieses von einer einzigen Hand kopierte Antiphonar (Winterteil des Temporale) weist eine Anzahl von Textlücken auf (es fehlt zum Beispiel der Anfang). Die verschiedenen Einteilungen der Gesänge in Quadratnotation sind entweder durch einfache, abwechselnd blaue und rote Initialen markiert, oder durch grössere Initialen mit teilweisem Fleuronné. Zudem ist die Handschrift mit vier historisierten Initialen geschmückt, aus denen elegante, geradlinige und beringte Schäfte mit Goldpunkten herauswachsen, die in langen, farbigen, sich ein- und wieder aufrollenden Blättern enden (f. 54v, 89v, 108v, 210r). Farblich und stilistisch sind sie der Produktion aus dem Ende des 13. Jahrhunderts in Emilia nahe. Anstatt der traditionellen Ikonographie, die König David im Gebet vor Gott zeigt, präsentiert die Initiale, die den Gesang „Domine ne in ira“ (f. 108v) einleitet, einen Kleriker mit Tonsur – St. Franziskus oder einen Franziskaner? – , was sich vermutlich auf die Tatsache bezieht, dass die Handschrift für den Gebrauch der Minoriten bestimmt ist. Sowohl der Konvent, für den die Handschrift ursprünglich bestimmt war, wie auch die spätere Provenienzgeschichte sind unbekannt. Man kann diese Kopie höchstens mit einer weiteren Handschrift aus dem Staatsarchiv Wallis assoziieren, mit dem franziskanischen Graduale AVL 506, da beide Werke im 18. Jahrhundert in derselben Werkstatt gebunden wurden, was ein Indiz ihrer wahrscheinlich gemeinsamen Herkunft ist. Der Einband wurde seitdem durch R. Bommer in Basel restauriert (1998). (rou)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Sion/Sitten, Archives de l'Etat du Valais/Staatsarchiv Wallis, Ms. litt. 10/1
Pergament · 1 f. · 30 x 20 cm · um 1300
Chanson de la Reine Sebile (Fragment)

Das Chanson de la Reine Sebile oder Macaire ist ein Werk aus dem Ende des 12. Jahrhunderts, das zu den französischen Epen aus dem Mittelalter gehört, genauer zu den Epen, die sich auf die „poetische Biographie von Karl dem Grossen“ beziehen: Macaire, der in die Königin Sebile, Gattin von Karl dem Grossen, verliebt ist, schmiedet ein Komplott, weswegen diese ungerechtfertigterweise des Ehebruchs angeklagt, verstossen und ins Exil geschickt wird, um schlussendlich rehabilitiert zu werden. Mehr als 200 Alexandriner aus diesem Heldenepos sind bekannt. Sie stammen aus fünf verschiedenen Fragmenten, die nicht Teil derselben Ursprungshandschrift waren und heute in Brüssel, Königliche Bibliothek Belgiens (ms. II 139, ff. 3r-4r: 2 Fragmente des 13. Jahrhunderts), in Sheffield, University Library (ms 137: 2 Fragmente des 13. Jahrhunderts) und in Sitten, Staatsarchiv Wallis aufbewahrt werden. Das Fragment von Sitten wurde 1925 von Leo Meyer, Kantonsbibliothekar und Staatsarchivar, in einem alten Einband entdeckt und herausgelöst. Danach wurde es von Paul Aebischer ediert (1950), der es auf ca. 1300 datierte. Das Fragment, das an einer Stelle ein Loch hat, enthält 168 Verse in zwei Spalten. Es ist nur mit roten Initialen zu Beginn der Strophen geschmückt. (rou)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Sion/Sitten, Archives de l'Etat du Valais/Staatsarchiv Wallis, de Rivaz, Rz 222
Pergament · 59 ff. · 18.5 x 13 cm · Savoyen (?) · 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts
Missale speciale OFM

Dieses Missale speciale aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts für den Gebrauch des Franziskanerordens enthält die Messformulare für die wichtigsten Feste des liturgischen Jahres, für Votivmessen und einige Rituale. Dank seinem kleinen Format konnte es mühelos auf Reisen mitgenommen werden. Leisibach situiert seinen Ursprung in savoyischem Gebiet, was die kaum sichtbaren Wappen der Familie de Sales zu bestätigen scheinen (f. 59v). Das Missale kam in den Besitz von Charles Emmanuel de Rivaz (1753-1830), einem bedeutenden Politiker im Wallis. Auf dem Vorsatzblatt kann eine Notiz von seiner Hand gefunden werden, die den Inhalt des Missale aufführt (f. A1r-v). Seine Bibliothek wurde 1978 von seinen Nachfahren dem Staatsarchiv Wallis überlassen. (rou)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
St. Gallen, Kantonsbibliothek, Vadianische Sammlung, VadSlg Ms 327
Pergament · 72 ff. · 18 x 13 cm · flämisch oder französisch · Mitte des 15. Jahrhunderts
Stundenbuch

Das Stundenbuch stammt aus der Werkstatt des Goldranken-Meisters, die vermutlich in Brügge angesiedelt und auf die Herstellung von Stundenbüchern spezialisiert war. Es wurde Mitte des 15. Jahrhunderts wohl für jemanden in Flandern hergestellt. Entgegen der üblichen Abfolge der Textteile steht in diesem Stundenbuch das Marienoffizium nach den Kreuz- und Geistoffizien. Als das Stundenbuch neu eingebunden wurde, fügte man eine Serie von ausgeschnittenen, historisierten Initialen ein, die die Bildthemen der Miniaturen aufnehmen. 1615 schenkte der bibliophile St. Galler Kaufmann Jakob Studer das Stundenbuch der städtischen Bibliothek. (kra)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
St. Gallen, Stiftsarchiv (Abtei Pfäfers), Cod. Fab. XXVIII
Papier · 244 ff. · 15 x 10 cm · 1598
Stammbuch des Jakob Hygel

Das 1598 in Dillingen angelegte Stammbuch des Feldkircher Studenten Jakob Hygel wurde später am Bodensee und in Graubünden fortgeführt. Die Einträge enthalten kolorierte Wappen mit Beischriften in Gedicht- und Prosaform, teilweise auch ganzseitige Miniaturen. Zwischen 1622 und 1645 entstanden Einträge für den Ragazer Pfarrer Petrus Higelius, einen Verwandten (Bruder?) von Jakob Hygel. Lokalgeschichtlich gilt das Stammbuch als „erstrangiges kulturgeschichtliches Schaustück“ (Burmeister). (kur)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 57
Pergament · 170 pp. · 28 x 19.5 cm · St. Gallen (?) · um 1200
Bibel (Mt) mit Glossa ordinaria

Der Codex enthält das Matthäusevangelium mit dem monarchianischen Prolog (Stegmüller, Repertorium Biblicum, Nr. 590; p. 14), einem anonymen Prolog (Stegmüller, RB 589; p. 23, Rand), der Glossa ordinaria und weiteren Glossen (u. a. Stegmüller, RB 10451 [2]). Die in einen romanischen Einband gebundene Handschrift wurde vermutlich gegen Ende des 12., möglicherweise auch zu Beginn des 13. Jahrhunderts geschrieben. Es ist unklar, ob sie in St. Gallen entstanden ist, doch weist der Besitzeintrag Liber sancti Galli aus dem 13. Jahrhundert (Vorsatzblatt) darauf hin, dass sie sich zu der Zeit bereits im Kloster St. Gallen befand. (sno)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 58
Pergament · 158 pp. · 27.5-28 x 19 cm · St. Gallen (?) · um 1200
Bibel (Mc) mit Glossa ordinaria

Der Codex enthält das Markusevangelium mit dem monarchianischen Prolog (Stegmüller, Repertorium Biblicum, Nr. 607; p. 38) und der Glossa ordinaria. Die in einen romanischen Einband gebundene Handschrift wurde vermutlich gegen Ende des 12., möglicherweise auch zu Beginn des 13. Jahrhunderts geschrieben. Es ist unklar, ob sie in St. Gallen entstanden ist, doch weist der Besitzeintrag Liber sancti Galli aus dem 13. Jahrhundert (p. 2) darauf hin, dass sie sich zu der Zeit bereits im Kloster St. Gallen befand. (sno)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 59
Pergament · 232 pp. · 26.5 x 17.5 cm · St. Gallen (?) · um 1200
Bibel (Lc) mit Glossa ordinaria

Der Codex enthält das Lukasevangelium mit der Glossa ordinaria. Die in einen romanischen Einband gebundene Handschrift wurde vermutlich gegen Ende des 12., möglicherweise auch zu Beginn des 13. Jahrhunderts geschrieben. Es ist unklar, ob sie in St. Gallen entstanden ist. Der Buchschmuck besteht aus zwei Spaltleisteninitialen: Auf p. 1 findet sich ein rotes Q mit grüner und blauer Füllung, dessen Cauda von einem Drachen gebildet wird, auf p. 2 eine rot gerahmtes und golden ausgefülltes F mit grünen Ranken mit blauer Füllung. (sno)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 62
Pergament · 222 pp. · 22.5 x 15.5 cm · St. Gallen (?) · um 1200
Bibel (Io) mit Glossa ordinaria

Der Codex enthält das Johannesevangelium mit dem monarchianischen Prolog (Stegmüller, Repertorium Biblicum, Nr. 624; p. 37), einem anonymen Prolog (Stegmüller, RB 628; p. 37, Rand) und der Glossa ordinaria. Die in einen romanischen Einband gebundene Handschrift wurde vermutlich gegen Ende des 12., möglicherweise auch zu Beginn des 13. Jahrhunderts geschrieben. Es ist unklar, ob sie in St. Gallen entstanden ist, doch weist der Besitzeintrag Liber sancti Galli aus dem 13. Jahrhundert (p. 2) darauf hin, dass sie sich zu der Zeit bereits im Kloster St. Gallen befand. (sno)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 515
Papier · 185 ff. · 14 x 10 cm · um 1500
Deutsches Privat-Gebetbuch

Das kleinformatige Gebetbuch in deutscher Sprache enthält Gebete zu Christus, zur Passion und zur Kommunion, zur Gottesmutter Maria und zu verschiedenen Heiligen, weitere Gebete zu diversen Themen, Betrachtungen zur Passion und Andachten nach Johannes Gerson. Auf f. 38v und 39r finden sich zwei ganzseitige Miniaturen. Sie zeigen Christus am Kreuz mit Maria und Johannes (f. 38v) sowie die Pietà mit den Marterwerkzeugen (Arma Christi, f. 39r). Die Handschrift wurde vermutlich für einen Frauenkonvent oder weibliche Benutzerinnen geschrieben, obgleich in den Gebeten auch einige männliche Formen vorkommen. Laut Besitzeintrag auf f. 185r gehörte sie im 17. Jahrhundert dem Benediktinerinnenkloster St. Wiborada in St. Georgen oberhalb von St. Gallen. (sno)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Zürich, Braginsky Collection, S86
Pergament · 1 f. · 33 x 156 cm · Osteuropa · um 1900
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Estherrolle

Die Hülse dieser Megilla, die 47 cm hoch ist, kann stilistisch der religiösen jüdischen Kunst im östlichen Europa zugeordnet werden. Das Silber ist punziert, getrieben, gegossen und teilvergoldet. Der doppelköpfige Adler ist das Wappentier der Habsburger und des russischen Zaren. Auf dem Schild wird aus Esther 8:16 zitiert: „Den Juden aber war ein Licht und Freude und Wonne und Ehre gekommen“, und zu beiden Seiten des Schildes steht auf den Flaggen: „Und die königliche Krone soll man auf sein Haupt setzen“ (Esther 6:8). Zahlreiche Ornamente aus Blumen, Früchten und Blättern und darin eingeflochtenen Tierdarstellungen bedecken die Hülse. Die Rolle kann mit einem Griff, der einen kleinen Löwen darstellt, herausgezogen werden. (flu)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Zürich, Braginsky Collection, S90
Pergament · 1 f. · 30.5 x 461 cm · Italien · um 1650
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Estherrolle

Die Eingangspartie dieser Megilla (auf 4 Blättern mit 34 Textkolumnen) zeigt einen sich aufrichtenden Löwen mit einem Palmzweig umgeben von vier Vögeln und Insekten. Darüber steht auf einer Inschrift der Name des möglichen Erstbesitzers „Salomon Marinozzi“. Rechts davon wurde wohl später eine Kartusche mit dem Besitzereintrag seines Sohnes hinzugefügt: „Diese Rolle gehört Mordechai, dem Sohn des Salomon Marinozzi, gesegnet sei sein Andenken, und sie wurde gekauft von Salomon […] im Jahr 1652.“ (flu)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Zürich, Braginsky Collection, S91
Pergament · 1 f. · 17 x 216 cm · Marokko (Meknes?) · um 1800
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Estherrolle

Beeinflusst von der islamischen Kultur Nordafrikas verzichtet diese Megilla (auf drei Blättern mit 19 Textkolumnen) auf figürliche Darstellungen und benützt mit den vielfältig variierten Ornamenten die Formensprache der islamischen Kunst. Der Text wird von einer sich über die ganze Rolle erstreckenden Arkade geschmückt. Der Dekor steht einigen Ketubbot aus der Stadt Meknes in Marokko am nächsten. (flu)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Zürich, Braginsky Collection, S93
Pergament · 1 f. · h: 40.6 cm · Osteuropa · 1913
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Estherrolle

Die Megilla (auf drei Blättern mit 10 Textkolumnen) stammt aus Osteuropa und ist vermutlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Die kunstvolle Hülse wurde von Ezechiel Josua Maisels 1913 in Dolyna in Galizien (heute westliche Ukraine) hergestellt. Sie ist geschmückt mit geschnitzten Bildern, Ornamenten und hebräischen Inschriften und enthält unten Szenen aus der Purimgeschichte und im oberen Teil die Hängung Hamans. Im Mittelteil wird die Krone (keter malchut), Symbol der Königsherrschaft, von zwei geflügelten Löwen gehalten. Auf das Habsburgerreich verweist der doppelköpfige Adler. (flu)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Zürich, Braginsky Collection, S94
Pergament · 1 f. · 7.9 x 301 cm · Italien · Mitte des 18. Jh.
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Estherrolle

Der Text ist auf dieser Estherrolle (auf 5 Blättern mit 42 Textkolumnen) auf ungewöhnlich schmalen Kolumnen geschrieben, welche von goldenen Rahmen auf grünlichem Hintergrund eingefasst werden. Die sechseckige Hülse aus gegossenen, getriebenem, gravierten und granuliertem Silber weist die Silbermarken der Stadt Rom und des Herstellers Giovanni Battista Sabatini von 1778 bis 1780 auf. Die Initialen Alef, Resch und Samech verweisen auf den Auftraggeber und Besitzer. Aussergewöhnlich ist, dass in diesem Fall das vollständige originale Set von Rolle, Hülse und Lederetui erhalten ist. (flu)

Online seit: 10.12.2020

Preview Page
Zürich, Braginsky Collection, S95
Pergament · 1 f. · 30.8 x 195 cm · Venedig · 1748
Megilla Esther (מגילת אסתר) / Estherrolle

Der Kalligraph und Künstler Arje Leib ben Daniel, der diese Megilla schuf (auf drei Blättern mit 12 Textkolumnen und einem separaten Blatt mit Segenssprüchen), stammte aus Gorai bei Zamość in Kleinpolen. Von ihm sind insgesamt 28 Megillot erhalten, acht davon sind von ihm signiert und datiert. Diese sogenannte ha-melech-Rolle, bei der jede einzelne Kolumne mit „ha-melech“ („der König“) anfängt, wird mit der für Leib ben Daniel typischen Sepiazeichnung 1748 in Venedig geschaffen. Einflüsse der Rahmengestaltung von Salom Italia und der osteuropäischen Volkskunst sind sichtbar. Der Name des Künstlers in der Inschrift wurde später durch denjenigen von Juda Capsuto ersetzt, der die Rolle Ephraim Isaak Capsuto als Purimgabe übereignete. (flu)

Online seit: 10.12.2020

Dokumente: 59, angezeigt: 1 - 50