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St. Gallen, Stiftsbibliothek

Die Stiftsbibliothek St. Gallen ist eine der ältesten Klosterbibliotheken der Welt und der wichtigste Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Stiftsbezirk St. Gallen. Ihr wertvoller Bestand zeigt die Entwicklung der europäischen Kultur und dokumentiert die kulturelle Leistung des Klosters St. Gallen vom 7. Jahrhundert bis zur Aufhebung der Abtei im Jahr 1805. Das Herzstück der Bibliothek bilden die Handschriftensammlung mit ihrem herausragenden Korpus karolingisch-ottonischer Manuskripte (8. bis 11. Jahrhundert), eine bedeutende Sammlung von Inkunabeln und ein gewachsener Bestand an Druckwerken vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das Projekt e-codices wurde von der Stiftsbibliothek St. Gallen mtbegründet. Mit dem berühmten Barocksaal, in dem Wechselausstellungen gezeigt werden, gehört die Stiftsbibliothek St. Gallen zu den bestbesuchten Museen der Schweiz.

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 339

Pergament · II + 650 pp. · 34.2 x 17.8 cm · St. Gallen · um 1000 / um 980

Kalendar, Graduale, Sakramentar
Mess-Antiphonar aus der Zeit um das Jahr 1000 mit Kalendar, Graduale (geschrieben und mit feinen Neumen versehen wohl vom Mönch Hartker), Ordo Missae und Sakramentar. Ein unschätzbares Monument der Musikgeschichte. (smu)

Online seit: 12.06.2006

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 340

Pergament · I + 799 + I pp. · 24.5 x 17.5 cm · St. Gallen · drittes Viertel des 11. Jahrhunderts

Kalendar, Graduale, Sakramentar
St. Galler Prachtsakramentar aus der Zeit von Abt Norpert von Stablo (1034-1072) zur feierlichen Pflege des Gottesdienstes. Mit Kalendarium, Graduale und Sakramentarium, illustriert unter anderem mit fünf ganzseitigen Miniaturen zu den wichtigsten Hochfesten des Kirchenjahres (Weihnachten, Kreuzigung, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten) von hoher Qualität. (smu)

Online seit: 12.06.2006

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 341

Pergament · 738 pp. · 25.8 x 19.3 cm · St. Gallen · um 1070

Kalendar, Sakramentar
St. Galler Prachtsakramentar aus der Zeit von Abt Norpert von Stablo (1034-1072) zur feierlichen Pflege des Gottesdienstes mit Kalendarium (Verzeichnis der wichtigsten Heiligenfeste), einer Liste der Anfänge der gesungenen und gesprochenen Messtexte an den wichtigsten Heiligenfesten und dem eigentlichen Sakramentarium, letzteres illustriert mit vier glanzvollen ganzseitigen Miniaturen, zwei Initienseiten und zahllosen kleinen Initialen. (smu)

Online seit: 12.06.2006

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 342

Pergament · 844 pp. · 23.5 x 17.5 cm · St. Gallen · 10. Jahrhundert / 11. Jahrhundert

Kalendar, Lektionar, Graduale, Sakramentar
Ältestes vollständig erhaltenes St. Galler Graduale. Die verschiedenen Teile der Handschrift stammen aus unterschiedlichen Zeitepochen. Mit einer Vielzahl von Initialen und mehreren Federzeichnungen (vor allem im Sakramentar-Teil) illustriert. (smu)

Online seit: 12.06.2006

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 343

Pergament · 780 pp. · 28 x 18.7-19.2 cm · St. Gallen · 11. Jahrhundert / 14. Jahrhundert

Plenarmissale (Kalendar, Sequentiar, Graduale, Sakramentar, Lektionar)
Das in St. Gallen entstandene Plenarmissale, das alle Gesänge und Gebete der Messe enthält, besteht aus den folgenden, teils im 11., teils im 14. Jahrhundert geschriebenen Teilen: Liturgischer Kalendar; Sequenzen (ohne Melodien); Graduale; Messen (mit Gebeten, Lesungen und Propriumsgesängen); Canon missae; Sakramentar; Lektionar. Auf p. 232 (gegenüber dem Te igitur) findet sich ein ganzseitiges Kreuzigungsbild mit zwei knienden Mönchen. (sno)

Online seit: 20.12.2012

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 344

Pergament · 182 pp. · 27.5 x 19.5 cm · St. Gallen · 12. Jahrhundert

Sequentiar, Kalendar und Sakramentar
Sequentiar mit nicht neumierten Sequenzen des Notker Balbulus (S. 1-14), Kalendarium (S. 15-20) und Sakramentar (S. 21-182), beginnend S. 21 mit schöner M-Initiale (rot konturierte Ranke auf blauem und grünem Grund) und auf S. 22 Messkanon mit Te igitur-Initiale mit Kreuzigung. (dor)

Online seit: 23.06.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 345

Pergament · A-B + 280 pp. · 20.5 x 13.5 cm · Zürich · 14. Jahrhundert

Missale
Das Missale wurde sehr wahrscheinlich für das Zürcher Grossmünster geschrieben (gemäss Vergleich mit dem Liber Ordinarius des Grossmünsters); es enthält das Proprium de tempore, Proprium de sanctis (mit den Zürcher Hauptfesten), Commune sanctorum und Votivmessen. Die Gesänge sind durchgängig kleiner geschrieben, aber nur auf wenigen Seiten mit Melodien in Neumennotation versehen. Der Canon missae (p. 7383) beginnt mit einem schlichten Kanonbild. Abgesehen davon beschränkt sich der Buchschmuck auf meist zweizeilige rote Lombarden. (sno)

Online seit: 14.12.2022

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 346

Pergament · A–B + 480 pp. · 19 x 13.5 cm · Strassburg (?) · 1. Viertel des 14. Jahrhunderts

Missale
Das auf feinem Pergament geschriebene Missale dürfte gemäss den im Heiligenkalender (p. 617, die Monate in falscher Reihenfolge) besonders hervorgehobenen Heiligen aus einem der hl. Agnes gewidmeten Dominikanerinnenkloster stammen. Der Canon missae (p. 193204) wird von einem sehr qualitätsvollen Kanonbild eingeleitet, dessen Ähnlichkeit zu Kreuzigungsdarstellungen im Dominikanerkloster Konstanz in der kunsthistorischen Literatur hervorgehoben wird. Eine Entstehung der Handschrift in der Diözese Konstanz ist aber unwahrscheinlich, da im Kalender u. a. Gallus und Otmar fehlen; der Kalender spricht eher für eine Provenienz aus Strassburg. Das Missale ist reich mit roten und blauen Fleuronné-Initialen geschmückt. Auf p. 18 steht ein Exorcismus salis et aquae, im Anschluss an das Commune sanctorum finden sich Votivmessen (p. 426446) und Sequenzen (p. 447461). In St. Gallen spätestens seit dem 16. oder 17. Jahrhundert (Besitzeintrag auf p. 5). (sno)

Online seit: 14.12.2022

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 347

Pergament · 550 pp. · 22.7 x 16.5 cm · St. Gallen · 10. Jahrhundert

Lectiones. Psalterium.
Lektionar aus dem Kloster St. Gallen mit zahlreichen Predigten von Kirchenvätern zu verschiedenen Evangelienlesungen, geschrieben von mehreren Händen im 10. Jahrhundert in St. Gallen. Der kaum erforschte Band enthält ebenfalls Benediktionen und Orationen. Hinten angefügt (in kleinerer Schrift und zweispaltig) ein Psalterium. Die Handschrift wurde durch den intensiven Gebrauch stark schmutzig und weist vereinzelt auch Ergänzungen und Nachträge aus dem 11. und 12. Jahrhundert auf. (smu)

Online seit: 21.12.2009

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 348

Pergament · 376 pp. · 23 x 14.5 cm · Chur · um 800

Gelasianisches Remedius-Sakramentar
Das nicht ganz vollständig erhaltene gelasianische Remedius-Sakramentar, geschaffen um 800 zur Zeit des Churer Bischof Remedius in Chur, einer der wichtigsten liturgischen Textzeugen aus jener Zeit mit den Gebeten des Bischofs oder des Priesters in der Messe und bei der Sakramentenspendung, zugleich auch eines der Hauptwerke der rätischen Schriftkultur im karolingischen Zeitalter und geschmückt mit zahlreichen phantasievollen, noch von irischen Vorbildern beeinflussten Initialen. Schon um 850 im Kloster St. Gallen nachweisbar. (smu)

Online seit: 09.12.2008

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 349

Pergament · 124 pp. · 23 x 13.5-14 cm · St. Gallen (?) · 8. Jahrhundert

Orationes; Statuta Liturgica et Monastica
Liturgische Sammelhandschrift mit dem ältesten erhaltenen Beispiel eines Kollektars (enthält die beim feierlichen Chorgebet benötigten Orationen) und verschiedenen Statuta liturgica et monastica, geschrieben in einer alemannischen Minuskelschrift in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts im Kloster St. Gallen (oder sicher in der Bodenseegegend). (smu)

Online seit: 21.12.2009

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 350

Pergament · 58 pp. · 22.5 x 14.5 cm · Chur (?) · 8.-9. Jahrhundert

Sacramentarium Gelasianum
Liturgiewissenschaftlich bedeutsames Sakramentar-Fragment rätischer Provenienz (Sacramentarium Gelasianum), geschrieben gegen Ende des 8. Jahrhunderts in Chur, kurze Zeit später schon im Kloster St. Gallen nachweisbar. Die Handschrift ist eng verwandt mit dem ebenfalls rätischen Sacramentarium Gelasianum von Codex 348. (smu)

Online seit: 21.12.2009

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 353

Pergament · 186 pp. · 16–17 x 11–12.5 cm · St. Gallen (?) · 13. und 14. Jahrhundert

Graduale; Sequenzen
Die Handschrift, die in einen graublauen Pappeinband des 18./19. Jahrhunderts gebunden ist, besteht aus zwei zu unterschiedlichen Zeiten geschriebenen Teilen. Der erste Teil (p. 3120) ist ein am Anfang defektes Graduale (es beginnt mit dem Mittwoch nach dem dritten Advent), geschrieben im 13. Jahrhundert. Die Melodien sind in linienlosen Neumen notiert. An die Sonntage nach Pfingsten schliessen sich auf p. 118120 Alleluia-Verse an. Der zweite Teil (p. 121186) mit Sequenzen ohne Melodien stammt aus dem 14. Jahrhundert. An zwei Stellen des Codex ist jeweils eine Lage eines wohl im 13./14. Jahrhundert geschriebenen Graduales eingebunden: p. 1126 (mitten im Introitus zum Fest der Unschuldigen Kindlein) die Propriumsgesänge für den ersten Advent bis zum 1. Sonntag nach Weihnachten, auf p. 159174 (mitten in der Allerheiligensequenz) die Gesänge für die Zeit vom Mittwoch nach dem dritten Sonntag der Fastenzeit bis zum Karsamstag. (sno)

Online seit: 14.12.2022

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 354

Pergament · 178 pp. · 18.5 × 13.4 cm · Kloster St. Gallen · 11. Jahrhundert

Mess-Ordo
Praeparatio ad missam (S. 2-63) und Benedictiones (S. 66-177), geschrieben von einer einzigen Hand. Die schmucklos gestaltete liturgische Handschrift weist kaum Korrekturen oder spätere Ergänzungen auf und zeigt leichte Gebrauchsspuren. (dor)

Online seit: 13.12.2013

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 356

Pergament · 237 pp. · 36.5 x 26.1 cm · St. Gallen · 1463-1491

Missale
Pontifikal-Messbuch des St. Galler Abts Ulrich Rösch (1463-1491). Die Handschrift besteht aus zwei Teilen; der erste (p. 5-102) wurde vom Wiblinger Konventualen Simon Rösch geschrieben, der zweite (p. 103-236) wurde möglicherweise erst nach dem Tod von Abt Ulrich Rösch ergänzt. Lediglich die Präfationen (p. 83-102) sind mit Melodien in Hufnagelnotation auf 5 Linien versehen. Mit dem Wappen des Abts (p. 5), einem Kanonbild mit den vier Evangelistensymbolen in Medaillons (p. 70). Auf einigen Seiten Buchschmuck in Form von Randbordüren und Initialen, teils mit Blattgold. (sno)

Online seit: 07.10.2013

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 357

Pergament · 361 pp. · 37-37.5 x 26 cm · St. Gallen · 1555

Missale
Das Pontifikal-Messbuch des St. Galler Abtes Diethelm Blarer (1530-1564) - die schönste Handschrift der Schweiz aus dem 16. Jahrhundert. (smu)

Online seit: 31.12.2005

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 359

Pergament · 178 pp. · 28 x 12.5 cm · St. Gallen · um 922-925

Cantatorium
Das so genannte „St. Galler Cantatorium‟, die älteste vollständig erhaltene Musikhandschrift der Welt mit der mittelalterlichen Notation der Neumen. Enthält die solistisch vorgetragenen Gesänge der Messe und bildet eine der Hauptquellen für die Rekonstruktion des gregorianischen Messgesangs. Geschrieben und mit feinen Neumen versehen im Kloster St. Gallen zwischen 922 und 926. Eingebunden in einen Holzkasten mit (vorne) einer Elfenbein-Tafel, die um 500 wohl in Byzanz geschaffen wurde und Szenen aus dem Kampf des Dionysos gegen die Inder zeigt. Die Elfenbeintafel stammt aus dem Besitz von Kaiser Karl dem Grossen. (smu)

Online seit: 24.05.2007

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 360

Pergament · 34 pp. · 25.5 x 8 cm · St. Gallen · 12. Jahrhundert

Hymni (XXVII) Sangallenses in processionibus
St. Galler Processionale aus der Zeit um 1150, mitgeführt bei Prozessionen, sowohl im Klosterbezirk selbst als auch auf dem Gebiet der heutigen Stadt St. Gallen, und zum Schutz vor der Unbill der Witterung in ein längliches hölzernes Buchkästchen eingebunden. Enthält die anlässlich dieser Prozessionen gesungenen Hymnen und Litaneien, meist von St. Galler Mönchen des 9. und 10. Jahrhunderts gedichtet, mit Neumierung versehen. (smu)

Online seit: 09.12.2008

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 361

Pergament · 142 pp. · 29.5-30 x 19.5 cm · erste Hälfte des 12. Jahrhunderts

Graduale
St. Galler Graduale aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Enthält in sorgfältiger Notation und illustriert mit einigen kunstvollen Initialen die solistisch vorgetragenen Gesänge des Gottesdienstes. Vorne ein Kalendar mit nekrologischen Notizen aus dem Kloster St. Gallen zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert sowie an den unteren Rändern ein Verzeichnis der stiftsanktgallischen Reliquien des 14. Jahrhunderts. (smu)

Online seit: 24.05.2007

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 363

Papier · 335 pp. · 30.5 x 21.5 cm · Dominikanerinnenkloster St. Gallen (Elisabeth Muntprat) · 1483

Plenar aus dem Dominikanerinnenkloster St. Gallen
Deutschsprachige Epistel- und Evangelienlesungen gemäss dem Kirchenjahr (Proprium de tempore; Proprium de sanctis und Commune sanctorum) aus dem Dominikanerinnenkloster St. Katharina in St. Gallen, kopiert ab einer Vorlage aus dem Nürnberger Katharinenkloster im Jahr 1483 durch Elisabeth Muntprat, eine der fleissigsten Schreiberinnen dieses Frauenkonvents. Die Texte in der Handschrift wurden bei der Tischlesung der Dominikanerinnen vorgelesen. Die Handschrift, in die einzelne kolorierte Holzschnitte eingeklebt wurden, gelangte um 1780 in die Klosterbibliothek von St. Gallen. (smu)

Online seit: 20.12.2012

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