Schaffhausen, Stadtbibliothek, Gen. 10
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Gamper Rudolf, Katalog der mittelalterlichen Handschriften der Stadtbibliothek Schaffhausen, Dietikon-Zürich 1998, S. 97-99.

Titolo del codice: Heinrich Beck, Münchner Oswald, Christus und die sieben Laden
Luogo di origine: Schaffhausen
Datazione: 1472
Supporto materiale: Papier
Dimensioni: 122 Blätter
Formato: 21,5 x 14,5 cm
Numerazione delle pagine: Neuere Foliierung I. II. 1-120; 65-107 mit älterer Paginierung (1-86), 108-118 separat foliiert (1-11). Zum Zitieren wird die durchlaufende Foliierung empfohlen.
Composizione dei fascicoli: Lagen (seit 1958): (VI-1)11 + 4 VI59 + (V-5)64; (VI+1)77 + V87 + (V+1)98 + (IV+1)107; (VI-1)118. Vor Bl. 1 fehlt das ehemalige Spiegelblatt. Beim Neubinden wurden 1958 nach 64r 4 leere Bl. herausgetrennt (vgl. die Wasserzeichen), ein weiteres Bl. war bereits 1889 verloren (Volksbücher, S. XII); der Buchbinder klebte Bl. 77 an Bl. 76 und Bl. 88 an Bl. 89, in der Lage 99 /107 verband er die Einzelblätter in neuer Zusammensetzung zu Doppelblättern, nach 107v trennte er 4 leere Bl. heraus; Bl. 118 war beim alten Einband in den Spiegel geklebt. Ursprüngliche Lagenformel: 5 VI + V; 2 VI + V + VI; VI.
Legatura:
  • Brauner Ledereinband, 1958. Notiz auf dem hinteren Spiegelblatt: «Diese Handschrift wurde im Herbst 1958 durch Hanns Vorster im Rathausbogen neu gebunden. Vom alten Einband blieb dabei nichts erhalten, da derselbe weder erhaltenswert noch restaurierfähig war.» Spiegel- und Vorsatzblätter (I, II, 119, 120) neu. Die Metallschliesse des alten Einbands wurde nicht rekonstruiert.
  • Vorder- und Hinterdeckel des alten Einbands mit dem roten Einbandleder sind in Gen. 108 erhalten. Darin Leimabdrucke von zwei Urkundenfragmenten:
    • 1. Papsturkunde, die Schenkung der Kirche Illnau (Kt. Zürich) durch Graf Adalbert [von Morisberg] an das Kloster Allerheiligen betreffend, 12. Jh., wohl 1125/30;
    • 2. Urkunde des päpstlichen Grosspoenitentiars Nikolaus [de Albergatis] für einen Geistlichen der Pfarrkirche Schaffhausen vom 14. Juli 1440.
Lingua principale: Teile 1 und 2 in nördlichem Hochalemannisch, Teil 3 weiter südlich, in Zürich oder dessen Umkreis, geschrieben (freundliche Auskunft von K. Ruh, Brief vom 16. Feb. 1997).
Acquisizione del manoscritto: Müller, Catalogus, 224r [In 4o]: 3. 1. Betrachtung des Leidens Jesu. Sine titulo. Deutsch. «Heinrich Beck, p. t. socius divinorum et capellanus in Scaffusa scripsit. A. d. 1472. In schwäbischer Mundart (z. B. Raut für Rath, etc.) 2. Ein Heldengedicht von «sant Oschwald in Engellandt». Anfang: «Wolt jr hören stil gedagen [...]». 43 Blätter, ungefähr 3420 Verse. dd (?) 1472. Der Dialect scheint aus dem 15. höchstens dem Ende des 14 Jh. zu seyn. 3. Eine Legende von einem Kaufmann, der ein Einsiedler ward, alsdann wieder zur Welt umkehrte, dem aber Christus in Gestalt eines Fuhrmanns mit einem Wagen erschien und ihm 7 Wunder erklärte, die er, in 7 Kästen verborgen, mit sich führte. Ist ungefehr aus dem gleichen Zeitalter mit vorigen.
Alte Signatur der Stadtbibliothek nach Deutsche Volksbücher: Ms. 71. Ir und 1r Stempel der Stadtbibliothek, 20. Jh.
Bibliografia:
  • Das Gedicht von St. Oswald, hrsg. v. [Joseph von Ittner], in: Erheiterungen, Bd. 1, Aarau 1811, S. 823;
  • Sant Oswaldes Leben, hrsg. v. L. Ettmüller, Zürich 1835, S. Vf.;
  • Deutsche Volksbücher, hrsg. v. A. Bachmann und S. Singer, Tübingen 1889, S. XII;
  • Boos, Verzeichnis, S. 69f., verwechselt den Text 108r-118r mit Gen. 20, 139r-148r;
  • Vetter, [Beschreibung], 4 Bl.;
  • R. Frauenfelder, Ein Kreis von Got- tesfreunden im spätmittelalterlichen Schaffhausen, in: SchBeitr. 13 (1936), S. 78-81;
  • M. Curschmann, Der Münchener Oswald und die deutsche spielmännische Epik, München 1964, S. 201f.;
  • Der Münchner Oswald, hrsg. v. M. Curschmnann, Tübingen 1974, S. XVf.;
  • CMD-CH, Bd. 3, Nr. 314 und S. 294;
  • vgl. die Einleitung, oben S. 26f.
Unità codicologica: Teil 1 164v
Titolo del codice: Heinrich Beck, Passionshistorie.
Datazione: 1472
Supporto materiale: Wasserzeichen Ochsenkopf Piccard I 735 (1474-1475).
Condizione: Teilweise starker Tintenfrass.
Disposizione della pagina: Begrenzung des Schriftspiegels mit Blindlinien. Schriftraum 15-16 x 9, 24-29 Zeilen.
Tipo di scrittura e mani: Buchkursive von einer Hand.
Decorazione: Rubriziert, Bibelzitate rot unterstrichen mit roten Nachweisen der Evangelien am Rand, teilweise beschnitten. Bei den Kapiteln 3-10zeilige rote und blaue Lombarden, teilweise gespalten.
Aggiunte: Korrekturen von der Hand des Schreibers, marginal. 64r (1412). 1477. von zwei Händen des 19. Jhs.
Contenuto:
  • 1r-64r
    • >Passio domini nostri Ihesu Christi< Vorwort: Paulus der hailig zwelfbott das liecht der cristenhait, schribet in der epistel zu den Römern an dem fünften capitel
    • (2v) Text: >Die zertailung deß lidenß ûnserß herren< Das liden ûnserß herren nauch der concordantz der fier ewangelisten wirt getailt in fier tail …–… ze bruchen und ze niessen in dem ewigen leben. Amen. >Hainricus Beck pro tunc socius divinorum et capellanus in Scaffusa, familiariter pro simplicibus Cristi devotis vulgarisavit committens se pio correctori. Anno domini 1472. Bittend got für in<
    Theologische Auslegung der Passionsgeschichte. Verfasserlexikon 21 (1978), Sp. 655f., Art. Beck, Heinrich (K. Ruh).
  • 64v leer.
Origine del manoscritto: Als Verfasser von Teil 1 nennt sich 64r Heinrich Beck, Kaplan an der Schaffhauser Stadtkirche St. Johann, 1472. Wahrscheinlich ist Heinrich Beck auch der Schreiber dieses Teils. Er stammte aus Bregenz und ist seit 1467 in Schaffhausen belegt; 1496-1523 Prediger in verschiedenen Franziskanerklöstern.
Unità codicologica: Teil 2 65r-107v
Titolo del codice: Der Münchner Oswald.
Datazione: 1472
Supporto materiale: Wasserzeichen Ochsenkopf Piccard I 721 (1471-1474) und I 731 (1461-1473).
Disposizione della pagina: Begrenzung des Schriftspiegels mit Tinte. Schriftraum 16 x 10-10,5, 39-42 Zeilen.
Tipo di scrittura e mani: Kursive von einer Hand.
Decorazione: Rubriziert.
Contenuto:
  • 65r-107v Der Münchner Oswald. Wölt ir hören stil gedagen / so wil ich üch künden und sagen …–… damit sant Oschwaldts leben ain end haut / und behut unß got vor aller nott. Amen. >1472<
    Münchner Oswald, a. a. O. S. 1-188, Varianten der Hs. unter der Sigle S, zur Stellung in der Textüberlieferung S. XXXIV- XXXVI; Verfasserlexikon 26 (1987), Sp. 766-772, Art. Münchner Oswald (M. Curschmann).
Origine del manoscritto: Der zweite Teil ist 107v ebenfalls auf 1472 datiert.
Unità codicologica: Teil 3 108r-118r
Titolo del codice: Christus und die sieben Laden (Christus als Kaufmann).
Supporto materiale: Wasserzeichen Ochsenkopf Piccard I 220 (1461-1464).
Disposizione della pagina: Begrenzung des Schriftspiegels mit Blindlinien. Schriftraum 15 x 10, 31-33 Zeilen.
Tipo di scrittura e mani: Kursive von einer Hand.
Decorazione: Rubriziert, bei den Kapiteln 3zeilige rote Lombarden und freier Raum für (nicht ausgeführte) Illustrationen.
Aggiunte: Marginalien mit Bleistift, 19. Jh.
Contenuto:
  • 108r-118r Christus und die sieben Laden (Christus als Kaufmann). Es spricht der her Ihesus Cristus in dem ewangelio Luce in dem xiiii capittel: Wer nit alles das uff git, das er besitzet …–… und wir dz ouch vervolgent. Das hilff uns got der vatter, gott der sun, gott der helig geyst. Amen. >A. H. B.(?) Das ist das. 4(?)<
    Volksbücher, a. a. O., S. 249-258, Varianten der Hs. S. 390-398 unter der Sigle S; Verfasserlexikon 21 (1978), Sp. 1241-1243, Art. Christus und die sieben Laden (K. Ruh).
  • 118r-120v leer.
Origine del manoscritto: Das Kolophon im dritten Teil 118r A. H. B. (?) in verschnörkelter Schrift.