Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 116
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Beschreibung von Marianne Luginbühl und Maria Solovey, Kantonsbibliothek Thurgau, Frauenfeld, 2017.

Handschriftentitel: Geschichte des Grossmünsters Zürich
Entstehungsort: Kartause Ittingen
Entstehungszeit: zwischen 1614 und 1638
Frühere Signatur: M 41g
Beschreibstoff: Papier
Umfang: 26 Bll.
Format: 310 x 200 mm
Seiteneinrichtung: Schriftraum 265 x 170 mm, einspaltig, 48-54 Zeilen
Buchschmuck: 1r Blaulavierte Federzeichnung mit der Mutter Gottes und den Schutzpatronen des Grossmünsters Felix, Regula und Exuperantius, die ihre abgeschlagenen Köpfe in der Hand halten, dazwischen ein Wappen; durchgängig ausgesparter Raum für die Wappen der Äbte des Grossmünsters.
Einband: Papier über Pappe, blaugrün gesprenkelt, 19. Jh.
Inhaltsangabe:
  • Ir-v leer
  • 1r-22r Heinrich Murer: Chronik des Zürcher Grossmünsters
    • (1r) Divae virginis Mariae sanctorum que Faelicis, Regulae et Exsuperantii martyrum collegiata maior ecclesia Thuricensium. Von Stifftung, auff unnd zunemmen des Grosen Munsters unser Lieben Frauwen Mariae und der hailigen Martÿrer Felicis, Regulae auch Exuprantii in der Stadt Zurich.
      Darunter die oben erwähnte Federzeichnung der Kirchenpatrone.
    • (1v-2v) Entstehung der Stadt Zürich
    • (2v-10r) Die Geschichte des Zürcher Grossmünsters von der Gründung durch Karl den Grossen als Tribut an die Heiligen Felix und Regula bis zum Jahr 1185 wird gleichzeitig von einer historischen Darstellung der Stadt Zürich begleitet.
    • (5v-6r) Schenkungsurkunde Karls des Grossen, Zürich 810 (Fälschung). MGH DD Karol., Bd. 1, Hannover 1906, S. 416-418.
    • (8r-10r) Heinrich Murer nummeriert und benennt die Kaiser und die unter ihnen stehenden Herrscher über das Herzogtum Schwaben (darin ebenfalls Zürich und der Thurgau) im 10. bis 12. Jahrhundert von Kaiser Konrad I. (gest. 918) bis Kaiser Heinrich VI. (gest. 1197). Die Nummerierung wird in der Beschreibung des dritten Propstes Werner I. (es handelt sich eigentlich um Werner II. 1240-1258) weitergeführt (14r).
    • (10v-22r) Geschichte der Pröpste von Walter I. (1185-1188) bis Heinrich III. (Annenstetter, 1428-1439). Darin auch einige Urkundenabschriften bis 19v.
    • (12v) Kaiser Friedrich II. nimmt das Beromünster-Stift im Jahr 1217 unter seinen Schutz (MGH DD F. II., Bd. 14 T. 2, Hannover 2007, S. 483-489).
  • 22v-25v leer
Entstehung der Handschrift: Darüber, welche Quellen Heinrich Murer für die Chronik des Zürcher Grossmünsters verwendet hat, ist nichts bekannt.
Provenienz der Handschrift: Die Handschrift Murers mit der Chronik des Zürcher Grossmünsters war nach ihrer Fertigstellung wie die anderen Chroniken für das „Theatrum Ecclesiasticum Helvetiorum“ vorgesehen.
Erwerb der Handschrift: Vermutlich ist sie erst nach der Aufhebung der Thurgauischen Klöster im Jahre 1848 in die Kantonsbibliothek Thurgau gelangt, wo sie wahrscheinlich auch gebunden wurde und die alte Signatur M 41g erhielt.
Bibliographie:
  • Meyer von Knonau, Gerold: Heinrich Murer. in: ADB 23 (1886), S. 60.
  • Meier, Gabriel: Der Karthäuser Heinrich Murer und seine Schriften. Stans 1900 (SA: Der Geschichtsfreund; Bd. 55), S. 3-38.
  • Helfenstein Ulrich und Sommer-Ramer Cécile: SS. Felix und Regula (Grossmünster) in Zürich. In: Die weltlichen Kollegiatstifte der deutsch- und französischsprachigen Schweiz, Bern 1977 (Helvetia Sacra, Abt. II, Teil 2), S. 565-596.
  • Guisolan, Michel: Heinrich Murer (1588-1638). Kartäusermönch und Historiker. In: Thurgauer Köpfe 1, hrsg. v. André Salathé, Thurgauer Beiträge zur Geschichte, Bd. 132 (1995), Frauenfeld 1996, S. 233-240.
  • Hafner, Urs: Kult, Macht und Glaube. Eine kleine Geschichte des Zürcher Grossmünsters. Zürich 2007.