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St. Gallen, Stiftsbibliothek

Die Stiftsbibliothek St. Gallen ist eine der ältesten Klosterbibliotheken der Welt und der wichtigste Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Stiftsbezirk St. Gallen. Ihr wertvoller Bestand zeigt die Entwicklung der europäischen Kultur und dokumentiert die kulturelle Leistung des Klosters St. Gallen vom 7. Jahrhundert bis zur Aufhebung der Abtei im Jahr 1805. Das Herzstück der Bibliothek bilden die Handschriftensammlung mit ihrem herausragenden Korpus karolingisch-ottonischer Manuskripte (8. bis 11. Jahrhundert), eine bedeutende Sammlung von Inkunabeln und ein gewachsener Bestand an Druckwerken vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das Projekt e-codices wurde von der Stiftsbibliothek St. Gallen mtbegründet. Mit dem berühmten Barocksaal, in dem Wechselausstellungen gezeigt werden, gehört die Stiftsbibliothek St. Gallen zu den bestbesuchten Museen der Schweiz.

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1029

Pergament · 80 pp. · 16–16.5 x 11–11.5 cm · 13./14. Jahrhundert

Predigten, Briefe u. a.
Die von mehreren Händen geschriebene kleinformatige Handschrift enthält zum überwiegenden Teil Predigten (p. 349). Sie sind von einer späteren Hand, die auch die Überschrift Sermones de tempore und den Besitzeintrag Liber s. Galli auf p. 3 geschrieben hat, am Rand durchgezählt (1–39). Gemäss Schneyer, Repertorium der lateinischen Sermones des Mittelalters für die Zeit von 1150–1350, II.766 und IV.49, und Hamesse, Repertorium initiorum manuscriptorum latinorum medii aevi, Nr. 31477, sind unter den Autoren der Predigten Lothar von Segni (der spätere Papst Innozenz III.), Hugo von Saint-Cher und Nicolaus de Gorra zu finden. Ab p. 49 folgen sehr unterschiedliche Texte: p. 4951 sieben kurze Briefe oder Briefformeln (unter anderem vom Abt von Isny an den Abt von Blaubeuren, vom Herzog von Bayern an zwei Truchsessen, von Eltern an ihren in Padua studierenden Sohn und vom Studenten an seine Eltern); p. 51 Merkverse über die Hostie, die Aufgaben eines Beichtvaters, die sieben Sakramente etc.; p. 52 eine weitere Predigt (von Lucas de Bitonto; Schneyer, Repertorium, IV.56, Nr. 88); p. 53 die Fünfzehn Vorzeichen des Jüngsten Gerichts; p. 54 die Parabola De rustico et eius domino des Odo von Cheriton; p. 5562 ein Tractatus naturalis, Inc. Cum alterius nature sit truncus, alterius surculus; p. 6377 ein Kommentar zu Aristoteles, De anima, Inc. Bonorum honorabilium noticiam [...] subiectum huius libri de anima est anima prout est coniuncta corpori. Die schmucklose Handschrift ist in einen frühneuzeitlichen Pappeinband eingebunden, der mit Fragmenten eines gedruckten Missales überzogen ist. (sno)

Online seit: 25.04.2023

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1030

Pergament · 186 pp. · 17 x 12 cm · 14. Jahrhundert

Sermones et exempla
Die Handschrift besteht aus drei kodikologischen Teilen (p. 576, p. 77168, p. 169184), die sich in der Einrichtung und der Schrift unterscheiden. Sie überliefert hauptsächlich Predigten, dazu auch einige Marienwunder im zweiten Teil (z.B. p. 118). Manche Feste und Heilige wie Mariä Himmelfahrt (p. 94-96, 171-175), Johannes der Täufer (p. 88, 175-178, 183-184) und allen voran die heilige Katharina (p. 65, 106-109, 148153) tauchen in mehreren oder allen Teilen auf. Der Einband ist mit rotem Leder bezogen und datiert aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. (rou)

Online seit: 11.12.2024

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1031

Pergament · 166 pp. · 17 x 12.5 cm · 14. Jahrhundert

Sermones varii
Die Handschrift besteht aus sieben kodikologischen Einheiten (p. 5-52, 53-76, 77-92, 93124, 125140, 141156, 157164), die manchmal unvollständig und unterschiedlicher Einrichtung, Schrift und Ausstattung sind. Sie überliefern alle Predigten und wurden im 14. Jahrhundert geschrieben. Nur die erste Predigtsammlung (p. 5-46) besitzt ein Inhaltsverzeichnis (p. 46-52). Zu Beginn derselbe brachte man zwischen 1553 und 1564 den Bibliotheksstempel von Abt Diethelm Blarer auf einem Fragment an, das vorne eine Predigt (p. 3) und hinten ein Wunder über einen Wucherer enthält (p. 4). Der Pappeinband mit lederverstärkten Ecken und lederverstärktem Rücken ist mit einem gedruckten Brevierfragment bezogen und stammt aus dem 17./18. Jahrhundert. (rou)

Online seit: 11.12.2024

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1032

Pergament · 688 pp. · 17 x 11–11.5 cm · 14. Jahrhundert

Legenda aurea; Exempla
Die Handschrift enthält rund ein Drittel des Bestands der Legenda aurea von Jacobus de Voragine, wobei einzelne Texte doppelt vorkommen. Der erste Teil (p. 1-267) beginnt mit dem Advent und endet mit Allerseelen und Kirchweih. Die Überschrift über dem ersten Text (Sermo de adventu domini, p. 1) ist irreführend und hat zu einer falschen Identifizierung des Inhalts der Handschrift als sermones geführt. Der zweite Teil (p. 271665) beginnt mit Matthias (24.2.) und endet mit Thomas (21.12.). Dieser Bestand wird durch einige Texte aus dem sogenannten Provincia-Anhang (Oswald, Ulrich, Pelagius, Verena, Gallus, Otmar, Konrad) ergänzt, die an der jeweiligen Stelle im Verlauf des Kirchenjahrs eingefügt sind. Dazwischen (p. 267270) stehen sieben kurze Exempla, deren erste drei auf Texte aus den Verba seniorum zurückgehen. Zwei Schreiber waren an der Herstellung der Handschrift beteiligt. Der Handwechsel auf p. 382/383 (am Lagenende, aber mitten im Wort) geht mit einem Wechsel der Dekoration einher: Während im vorderen Teil nur einzelne mehrzeilige rote Initialen mit einfachem roten Fleuronné verziert sind, ist das Fleuronné im hinteren Teil zweifarbig (rot/blau), üppiger und feiner. Es ähnelt dem Fleuronné in der Handschrift Fribourg, BCU, ms. L 34, ist allerdings verglichen damit etwas weniger raffiniert. Im ersten Teil fallen mehrfarbige dekorative Nähte und mit Nadelarbeit gefüllte Löcher ins Auge (p. 55/56, 75/76, 115/116, 123/124, 131/132, 143/144 und 147/148). Am oberen Seitenrand von p. 7664 steht eine alte Foliierung (III–CCCXXXI). Der Pappeinband, mit weissem Pergament bezogen und mit grünen Seidenbändern als Verschlüssen, stammt aus dem 18./19. Jahrhundert. (sno)

Online seit: 25.04.2023

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1034

Papier · 429 pp. · 20 x 14 cm · Teil I: 18. Juli 1458, Teil II: 14. Jh.

Peregrinus de Oppeln, Sermones de sanctis et de tempore
Der Band besteht aus zwei papierenen Handschriftenteilen (p. 1-238, 239-429) mit Predigten des Peregrinus von Oppeln (ca. 1260-1333), eines Dominikanerpriors und Provinzials der Ordensprovinz Polen. Der erste Teil wird im Explicit (p. 218) auf den 18. Juli 1458 datiert und enthält Peregrinus’ Sermones de sanctis (p. 3-218). Die folgenden Seiten (p. 218-236) stammen von der Hand desselben Schreibers und umfassen auch Auszüge aus dem Leben der Heiligen Wiborada (p. 220-236). Der zweite Teil der Handschrift überliefert die Sermones de tempore desselben Peregrinus von Oppeln (p. 237-429), jedoch in einer Abschrift des 14. Jahrhunderts. Dieser Teil wird von einer ornamentalen Initiale (p. 239) eingeleitet, ist sehr gepflegt, reich an Marginalien und mit einer amüsanten Zeichnung versehen, die Satan karikiert (p. 342). Gemäss dem Besitzvermerk auf p. 428 gehörte mindestens der zweite Teil dem Franziskaner Johannes Schirmer. Die beiden Handschriftenteile wurden gemäss dem originalen Einband im 15. Jahrhundert zusammen eingebunden. (rou)

Online seit: 11.12.2024

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1045

Papier · 154 pp. · 21 x 15 cm · 1366

Postilla super evangelium per totam quadragesimam
Die Handschrift zählt zu den ältesten datierten Papierhandschriften der Stiftsbibliothek (p. 136). Cod. Sang. 1045 überliefert Predigten über die Evangelien während der Fastenzeit (p. 9-136) und dann ein officium lugubri (p. 137-152). Die einspaltige Abschrift des Texts in älterer gotischer Buchkursive ist regelmässig und weist einfache Initialen zu Beginn der Predigten, Paragraphenzeichen und rubrizierte Buchstaben auf. Zahlreiche spätere Anmerkungen präzisieren, um welchen Werktag es sich handelt. Die Falzverstärkungen der Lagen bestehen aus Fragmenten mehrerer Pergamenthandschriften. Die Handschrift gehörte gemäss einem Besitzeintrag (p. 9) schon sehr früh dem Kloster St. Gallen, was später durch den zwischen 1553 und 1564 angebrachten Bibliotheksstempel von Fürstabt Diethelm Blarer bestätigt wird (p. 154). Der Holzdeckeleinband ist mit rotem Leder bezogen und stammt aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. (rou)

Online seit: 11.12.2025

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1046

Papier · 326 pp. · 22 x 15 cm · 14. und 15. Jahrhundert

Gebete, Predigten und verschiedene Texte
Die Handschrift ist als Kopert gebunden und enthält ebenso viele leere (p. 167-326) wie beschriebene Seiten. Sie wurde von mehreren Händen im 14. und 15. Jahrhundert geschrieben und überliefert diverse Texte. Sie beginnt mit Gebeten zur Jungfrau Maria und zu Christus (p. 2-26). Danach folgen Auszüge aus Texten von (Pseudo-)Bernhard von Clairvaux (p. 27-36), eine Sammlung von patristischen Textfragmenten über die Tugenden der Messe (p. 37-44), die Meditatio super missam von Iohannes de Brunswig (p. 133-164) sowie eine Reihe von Augustinus zugeschriebenen Predigten wie der Sermo ad Heremitas (p. 44-60), De miseria mundi (p. 60-65), De duodecim gradibus abusionum (p. 119-122), etc. Eingestreut zwischen diesen Texten befindet sich De proprietatibus (oder Epistola Ameti), eine eher wenig verbreitete Übersetzung aus dem Arabischen von Kitāb al-khawāss von Ahmad ibn Ibrâhîm ibn al-Jazzâr aus Qayrawân († 1009). Es handelt sich dabei um einen Traktat über organische Magie, die sich mit den Eigenschaften von Tieren, Pflanzen und Mineralien beschäftigt (p. 97-106). (rou)

Online seit: 11.12.2025

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1047

Papier · 446 pp. · 21.5 x 15 cm · 14. Jahrhundert

Sermones de tempore per annum
Die Papierhandschrift überliefert Predigten, die nach dem Kirchenjahr geordnet sind. Die Lagen sind durchgezählt, enden mit Reklamanten und weisen in ihrer Mitte pergamentene Falzverstärkungen auf. Der erste Teil, dessen Beginn fehlt, enthält Predigten, die ein gewisser Bruder Antonius aus dem Dominikanerorden, über dessen Herkunft nichts steht (p. 332), zusammenstellte. Eine Lage wurde in diese Predigtreihe eingefügt, die mit Ausnahme von drei Seiten (p. 296-298) ohne Text geblieben ist und den Bibliotheksstempel von Fürstabt Diethelm Blarer aus der Zeit zwischen 1553 und 1564 (p. 295) aufweist. Der zweite Teil wurde ebenfalls von einem Dominikaner, einem Mitglied des Konvents in Zürich, geschrieben, wie das teilweise ausgewischte Explicit offenbart (p. 442: Explicit liber in nomine domini amen. Hec frater Iohannes … ordinis praedictorum domus Thuricensis). Auf dem Einbandrücken befindet sich neben dem Titelschild mit der aktuellen Signatur ein altes Schild mit der Signatur „N“, die dem Bibliothekskatalog des Klosters St. Gallen von 1461 entspricht. (rou)

Online seit: 11.12.2025

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1048

Papier · 216 pp. · 21 x 15 cm · 14. Jahrhundert

Predigten von Pfingsten bis zum ersten Adventssonntag
Diese Predigtsammlung reicht von Pfingsten bis in den Advent. Ihr ist ein langer Themenindex vorangestellt (p. 3-18). Vor dem eigentlichen Index besagen einige Textzeilen, die identisch in Cod. Sang. 993, p. 387 zu finden sind, dass ein Teil des Predigtmaterials dem Werk von Jacobus de Voragine entstammen (p. 3). Die Predigten wurden einspaltig abgeschrieben und sind durch Überschriften in grösserer Schrift als der Text eingeleitet. Die Bibelverweise stehen auf den Seitenrändern. Die Handschrift wurde als Kopert gebunden; die Lagen wurden direkt in Langstich auf den mit zwei Lederstücken verstärkten Rücken des Lederumschlags geheftet. (rou)

Online seit: 11.12.2025

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1050

Papier · 310 pp. · 21-22 x 14.5-15 cm · 14. und 15. Jh.

Pastoraltheologische Sammelhandschrift
Die Papierhandschrift überliefert ein Dutzend verschiedener Texte in Latein und in Deutsch. Neben Predigten (p. 10-22; 47-57) findet man Texte über die Messe (p. 1-10; 95-134; 135-246; 247-272), über die Traumdeutung (p. 41-42; 76-85) und sogar einen Fischkalender (p. 74-75). Dazwischen gibt es zahlreiche leere Seiten. Die Texte wurden von verschiedenen Händen geschrieben, darunter jener von Johannes Schenklin, der ein auf 1416 datiertes Explicit hinterlassen hat (p. 134). Der Bibliotheksstempel von Abt Diethelm Blarer aus der Zeit zwischen 1553 und 1564 wurde zweimal in der Handschrift angebracht (p. 184, 246). (rou)

Online seit: 11.12.2025

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1053

Papier · 402 pp. · 21.5 x 14.5 cm · 14. Jahrhundert

Predigten von Antonius de Azaro Parmensis
Das Explicit und der Rückentitel der Handschrift lauten: Postilla Bernensis super evangelia. Wie bereits Scherrer festgestellt hat, muss es richtig „Parmensis“ heissen. In der Tat ist der Autor dieser hier abgeschriebenen Predigten der Dominikaner Antonius de Azaro Parmensis. Sie sind in zwei Teile gegliedert, nämlich die Postillae super evangelia de tempore (p. 15-98) und die Sermones quadragesimales (p. 99-355). Die Handschrift trägt den Bibliotheksstempel von Fürstabt Diethelm Blarer aus der Zeit zwischen 1553 und 1564 (p. 356). Der rote Ledereinband datiert aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. (rou)

Online seit: 11.12.2025

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1062

Papier · 300 pp. · 30 x 22.5 cm · zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts

Antonius de Parma, Sermones de tempore
Die Papierhandschrift enthält die Predigten de tempore von Antonius von Parma. Sie wurde in zwei Spalten und von zwei verschiedenen Händen geschrieben (S. 1140; S. 141232). Die Handschrift ist unvollständig, denn der Text bricht auf S. 232b mitten in einem Evangelienzitat ab (Mt 7,3; Lk 6,41). Die Initialen der Predigten sind nicht ausgeführt worden, mit Ausnahme der Seiten 143 bis 199. Deutsche Anmerkungen wurden am unteren Rand der ersten Seiten des Codex hinzugefügt. Die Handschrift endet mit einer grossen Zahl leer gelassener Seiten (S. 233300), von denen eine (S. 234) den Bibliotheksstempel des Fürstabts Diethelm Blarer aus den Jahren 1553 bis 1564 trägt. Die Lagen sind durch Pergamentstreifen verstärkt, die aus einer Bibel des ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammen. (rou)

Online seit: 16.04.2026

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1066

Papier · 327 ff. · 31 x 21 cm. · Dominikanerinnenkloster St. Katharina in St. Gallen · vermutlich 1484

Deutsche Predigten (Meister Eckhart, Johannes Tauler, Nikolaus von Straßburg u.a.)
Die vorliegende, im Dominikanerinnenkloster St. Katharina in St. Gallen wohl 1484 entstandene Handschrift bildet den ersten (erhaltenen) Halbband einer nach dem Ausweis des Registers ursprünglich 151 Predigten umfassenden, nach dem Kirchenjahr geordneten und aller Wahrscheinlichkeit nach für die Tischlesung bestimmten Sammlung. Man findet hier u. a. Predigten von Meister Eckhart, Johannes Tauler, Nikolaus von Straßburg, Rudolf Goltschlacher, Meister Wilhelm, Felix Fabri (?), Jordan von Quedlinburg und solche aus dem Corpus der „St. Georgener“ und „Engelberger Predigten“. Bemerkenswerterweise verhält sich Cod. Sang. 1066 im Bestand der „Engelberger Predigten“ genau komplementär zu den ebenfalls im St. Galler Katharinenkloster entstandenen Handschriften Cod. Sang. 1919 und Wil M 42. Anders als Cod. Sang. 1919 und M 42, die mittelbar oder unmittelbar auf dieselbe Vorlage *C zurückgehen, der auch die 50 Jahre früher im St. Galler Benediktinerkloster entstandenen Handschriften Cod. Sang. 1004 und Wil M 47 ihren Bestand an Engelberger Predigten verdanken, entstammt Cod. Sang. 1066 einer Handschrift der Textgruppe *Y3, der auch Einsiedeln, Bibliothek des Benediktinerstiftes, Cod. 752(746) nahe steht. (nem)

Online seit: 09.04.2014

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1067

Papier · IV + 245 ff. · 28.5 x 21 cm · alemannisches Sprachgebiet · 15. Jahrhundert

Predigten von Rulmann Merswin und Johannes Tauler
Der Folioband enthält einen umfangreichen Predigtzyklus, eingeleitet von einer Predigt vermutlich Rulmann Merswins (fol. 1ra5vb: Leben Jesu / Von der geistlichen Spur), die hier Tauler zugeschrieben wird (wie in Cod. Sang. 1015). Die nachfolgenden Predigten (fol. 5vb235ra) sind tatsächlich von Tauler. Unter der Rubrik Von der drivaltikait ist fol. 85va93va der pseudoeckhartsche Komposittraktat Von dem anefluzze des vaters enthalten; fol. 235ra241va stehen vier Briefe Heinrich Seuses (Briefe 3, 4, 6 und 7 aus dem Kleinen Briefbuch), darauf folgt eine weitere Predigt. Die zweispaltig eingerichtete Handschrift ist sorgfältig geschrieben, an vielen Stellen korrigiert und durchgehend rubriziert. Jede Predigt wird von einer meist fünfzeiligen Zieriniziale mit sehr einfachem Fleuronné in Blau und Rot eingeleitet, einzelne Initialen sind etwas grösser und aufwendiger gestaltet (z.B. fol. 190vb). Gut erhaltener Ledereinband des späten 15. Jahrhunderts mit je fünf Buckeln (nur hinten fehlt einer) und zwei Schliessen, Verzierungen mit Streichlinien. Laut zweier Besitzereinträge auf dem vorderen Spiegelblatt gehörte das Buch den Schwestern der Klause St. Leonhard und später jenen von St. Georgen in St. Gallen. (mat)

Online seit: 22.09.2022

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1068

Papier · 243 pp. · 31 x 21.5–22.5 cm · 14. und 15. Jahrhundert

Predigten und theologische Traktate
Die Papierhandschrift besteht aus mehreren kodikologischen Teile (S. 128, fast vollständig leer; S. 29146; S. 149 [sic]–176, leer; S. 207 [sic]–222; S. 225 [sic]–244; S. 245268; S. 269278, leer). Eine Reihe von Predigten (S. 29145), die der liturgischen Ordnung folgen und deren Anfang fehlt, sind in zwei Spalten geschrieben. Jede Predigt ist am Rand nummeriert, und oft wurde der Sonntag, an dem sie vorgetragen werden sollte, oben auf der Vorderseite der Blätter vermerkt (z. B. S. 33: do[mini]ca quinta). Ein Besitzeintrag (S. 146) zeigt, dass dieser Teil des Codex Johannes Bischoff, einem Mönch von St. Gallen (ca. 1460–1495), oder einem der beiden gleichnamigen Personen, die in der Umgebung des Klosters belegt sind, gehörte. In diesem Band findet sich ausserdem das Summarium biblicum, ein Text in Versen, die aus aneinandergereihten Schlüsselwörtern ohne syntaktische Ordnung bestehen und ganze Kapitel der Bibel zusammenfassen; die Verse werden von interlinearen Glossen begleitet (S. 207222). Es folgt das Speculum sacerdotum (S. 245258) des Augustiner-Eremiten Hermann von Schildesche (1290–1357). Ein Auszug aus dem Confessionale sive tractatus de instructione confessorum von Johannes von Freiburg schliesst den Codex ab (S. 258262). Der Halbledereinband stammt aus dem 15. Jahrhundert, und die Innenseiten der Deckel weisen Abdrücke von entfernten Fragmenten auf. (rou)

Online seit: 16.04.2026

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1070

Papier · 533 pp. · 29 x 20.5 cm · 1389 und 15. Jahrhundert

Sammelband mit Predigten und theologischen Traktaten
Die Papierhandschrift ist eine Sammlung von Predigten und Traktaten, die zu unterschiedlichen Zeiten abgeschrieben wurden. Spätestens beim Einheften in den jetzigen Einband wurden sie zusammengefügt. Der Einband stammt aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts, wie die Blindstempel, etwa das Agnus Dei oder der Basilisk, die sich auf Augsburger Einbänden finden, nahelegen. Die Abschrift der ersten grossen Predigtsammlung dieses Codex ist auf den 26. August 1389 (S. 292a) datiert. Sie ist unter dem Titel Sermones socci bekannt und wird traditionell dem Zisterzienser Konrad von Brundelsheim zugeschrieben. Die Predigten sind zweispaltig geschrieben und jeweils durch eine einfache rote Initiale eingeleitet. Sie folgen der Ordnung der Heiligen im Jahreskreis (S. 39a292a). Der Besitzer, „Ioh[hannes] Sunder, alias Sunher de Laugingen, plebanus in Wangen“, hat seinen Namen am Anfang dieses Handschriftenteils eingetragen. Es folgen die Sermones de sanctis von Peregrinus von Oppeln (S. 302388), die ein anderer Schreiber einspaltig abschrieb und mit einigen Cadellen (kunstvoll ausgeführten Grossbuchstaben in Texttinte) ausstattete (S. 364369). Dannach überliefert die Handschrift eine Reihe weiterer Predigten, die durch leere Seiten unterbrochen sind, bevor sie mit drei Traktaten endet: Rudolphus Medicus, De benedictione aurae (S. 505506), Thomas Ebendorfer, Tractatus de superstitionibus quibusdam circa eucharistiae sacramentum (S. 507-518) sowie ein anonymer Traktat: Incipit tractatus contra illorum oppinionem qui terrere nituntur predicatores ewangelicos, dicentes non esse licitum predicare ewangelium Sarracenis propter nigredines [sic] mortis periculum» (S. 519-531). (rou)

Online seit: 27.08.2026

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1072

Papier · 461 pp. · 21.5 x 14.5 cm · 1389

Sermones de communi sanctorum
Die Papierhandschrift datiert aus dem Jahr 1389 (S. 455) und überliefert eine Reihe von Predigten über die Apostel, Märtyrer, Bekenner und Jungfrauen (S. 3275), danach über die Jungfrau Maria (S. 290353). Sie sind gleichmässig in einer Spalte geschrieben und beginnen jeweils mit einer einfachen, rot gemalten Initiale und einer roten Überschrift. Dieser Teil weist eine alte Foliierung in schwarzer Tinte auf, die in der Mitte am oberen Rand eingetragen wurde (1–177). Der folgende Teil beginnt ebenfalls mit einer alten Foliierung (1–30), die jedoch vor dem Ende abbricht. Dieser Teil wurde von einer anderen Hand als der vorangehenden, und zwar ohne Initalen und rote Überschriften, geschrieben und überliefert Predigten de sanctis (S. 358455). Das Kopert stammt aus dem 14. oder 15. Jahrhundert und besitzt einen braunen Lederumschlag, welcher innen mit Pergament verstärkt ist. (rou)

Online seit: 16.04.2026

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1075

Pergament · 415 (416) pp. · 26.5 x 17 cm · Ende des 12. Jahrhunderts / Anfang des 13. Jahrhunderts

Honorius Augustodunensis, Speculum ecclesiae; Verse über Tugenden und Laster; Mauritius de Sulliaco, Sermones
Die Handschrift enthält überwiegend Predigten. Sie beginnt (p. 1279) mit dem Speculum ecclesiae des Honorius Augustodunensis (um 1080 – 1150/1151). Es folgen (p. 279281) je 20 Verse über Tugenden und Laster in leoninischen Hexametern, jeweils mit einer kurzen darauffolgenden Prosaerläuterung. Auf der ansonsten freigebliebenen p. 282 eine Federzeichnung des Apostels Paulus. Anschliessend (p. 283411) die Sermones des Mauritius de Sulliaco (Maurice de Sully, um 1120 – 1196), mit einer Kapitelübersicht und dem Prolog auf p. 283. Auf p. 411414 ein Kommentar zum Apostolischen Glaubensbekenntnis (Inc. Quo nomine vocatur hec doctrina apostolica symbolum, Expl. latine dicitur vere fideliter fiat). Der sehr kurze Text auf p. 415 handelt von der Kommunion für Exkommunizierte (Inc. Communicans excommunicato, Expl. ad correctionem communicabis excommunicato). (sno)

Online seit: 22.03.2018

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1080

Papier · I + 165 ff. · 30 x 21.5 cm · 14. Jahrhundert

Predigten und theologische Traktate
Die Papierhandschrift stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde von einem einzigen Schreiber in zwei Spalten geschrieben. Die einzelnen Texte werden durch rote Überschriften und rote Initialen eingeleitet. Der Grossteil der Texte besteht aus Predigten de sanctis und de tempore, deren Themen teilweise auf dem vorderen Vorsatzblatt (f. Ar) aufgeführt sind. Sie enthält ausserdem mehrere Traktate, darunter einen Auszug aus der Stella clericorum (f. 15rb18rb) sowie einen weiteren Traktat über die Messe (f. 18r20rb), dessen Incipit zwar Thomas von Aquin als Verfasser angibt, der heute jedoch dem Prämonstratenser Richard von Wedinghausen zugeschrieben wird. Ein Besitzvermerk aus dem 15. Jahrhundert oder frühen 16. Jahrhundert erinnert daran, dass die Handschrift im Fall einer Ausleihe an das Kloster Kloster St. Gallen zurückzugeben ist: Iste liber est monasterii Sancti Galli et eodem monasterio restituendus (f. Ar). (rou)

Online seit: 16.04.2026

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 1084

Papier · 338 pp. · 28-28.5 x 20.5-21 cm · Heidelberg · 15. Jahrhundert

Wappenbuch des St. Galler Abtes Ulrich Rösch
Wappenbuch des St. Galler Abtes Ulrich Rösch (1463-1491) mit 1'626 Wappenschilden von weltlichen und geistlichen Standespersonen, vor allem aus dem süddeutschen Raum. Das Wappenbuch wurde wahrscheinlich in der Werkstatt des in Heidelberg ansässigen Hans Ingeram für einen unbekannten Auftraggeber zwischen Neckar und Oberrhein hergestellt. In den 1480er-Jahren kaufte der St. Galler Abt Ulrich Rösch den Band an und fügte im hinteren Teil zahlreiche Wappen aus dem schweizerischen und grenznahen deutschen Raum an, die er sich durch den Winterthurer Maler Hans Haggenberg zeichnen liess. Eines der wichtigsten Wappenbücher des 15. Jahrhunderts. (smu)

Online seit: 23.12.2008

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